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DerBösartige Grünschnabel


Status: Offline Registriert seit: 25.04.2004 Beiträge: 14 Nachricht senden | Erstellt am 25.04.2004 - 06:34 | |
Erdbeermund
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund nach deinem weißen Leib, du Weib. Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht, da blüht ein schöner Zeitvertreib mit deinem Leib die lange Nacht. Da will ich sein im tiefen Tal Dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl. Die graue Welt macht keine Freude mehr. Ich gab den schönsten Sommer her, und dir hat’s auch kein Glück gebracht; hast nur den roten Mund noch aufgespart für mich so tief im Haar verwahrt ... Ich such ihn schon die lange Nacht Im Wintertal im Aschengrund ... Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund. Im Wintertal, im schwarzen Erdbeerkraut, da hat der Schnee ein Nest gebaut und fragt nicht, wo die Liebe sei. Und habe doch das rote Tier so tief Erfahren, als ich bei dir schlief. Wär nun der Winter erst vorbei Und wieder grün der Wiesengrund! ... Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!
Kleid aus Rosen
Ein gutes Mädchen lief einst fort verließ der Kindheit schönen Ort verließ die Eltern und sogar den Mann dem sie versprochen war
Vor einem Haus da blieb sie stehn darinnen war ein Mann zu sehn der Bilder stach in nackte Haut Da rief das gute Mädchen laut:
"Meister, Meister, gib mir Rosen Rosen auf mein weißes Kleid stech die Blumen in den bloßen unberührten Mädchenleib"
"Diese Rosen kosten Blut" so sprach der Meister sanft und gut "Enden früh Dein junges Leben will Dir Liebe keiner geben?"
Doch das Mädchen war vernarrt hat auf Knien ausgeharrt bis er nicht mehr widerstand und die Nadel nahm zur Hand
"Meister, Meister, gib mir Rosen Rosen auf mein weißes Kleid stech die Blumen in den bloßen unberührten Mädchenleib."
Und aus seinen tiefen Stichen wuchsen Blätter, wuchsen Blüten wuchsen unbekannte Schmerzen in dem jungen Mädchenherzen
Später hat man sie geseh'n einsam an den Wassern steh'n niemals hat man je erfahr'n welchen Preis der Meister nahm
"Meister, Meister, gib mir Rosen Rosen auf mein weißes Kleid stech die Blumen in den bloßen unberührten Mädchenleib."
Kain An jenem Morgen schwiegen die Vögel als Kain seinen Bruder erschlug auf dem Feld aus Neid und Begehren am Anfang der Zeiten wurde er zum ersten Mörder der Welt
nach seiner Tat war Blut an dem Händen nach seiner Tat war Blut auf dem Kleid nach seiner Tat war Blut auf der Erde aus der die Stimme des Bruders noch schreit
allein mit dem Toten allein mit dem Zeichen der Tat allein mit dem Toten Haß und Verzweiflung, Gier und Verrat
nach seiner Tat war er gezeichnet der Acker auf dem der Tote noch lag trug keine Frucht, doch Kain war verurteilt verurteilt zum Leben bis zum jüngsten Tag
allein mit dem Toten allein mit dem Zeichen der Tat allein mit dem Toten Haß und Verzweiflung, Gier und Verrat
[Dieser Beitrag wurde am 04.05.2004 - 20:01 von Blutengel aktualisiert]
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Derbösartige Grünschnabel


Status: Offline Registriert seit: 25.04.2004 Beiträge: 14 Nachricht senden | Erstellt am 22.05.2004 - 07:28 | |
Kleine Schwester
Woher kommst du, kleine Schwester, mit der Last auf deinen Schultern, mit so angestrengtem Lachen, in den Augen so viel Grau?
Woher kommst du, kleine Schwester, mit so dünnen, kalten Fingern und dem Zittern in der Stimme, wie bei einer alten Frau?
Komm zu mir, kleine Schwester. Ich bringe dich ins Licht, kleine Schwester. Komm her zu mir[ins Licht], kleine Schwester. Ich bringe dich ins Licht, Es verbrennt dich nicht.
Was verbirgst du, kleine Schwester? Niemand hört die stummen Schreie. Niemand sieht dich leise weinen. Du hast keine Tränen mehr.
Was verbirgst du, kleine Schwester? Welches Werkzeug riss die Wunden? Was ist in dich eingedrungen? Du bist so hilflos, still und leer?
Komm zu mir [ins Licht] kleine Schwester ...
Was verbirgst du, kleine Schwester? Wonach hungert deine Seele? Nach Vergessen oder Rache? Nach Vergeltung ohne Plan?
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Status: Offline Registriert seit: 25.04.2004 Beiträge: 14 Nachricht senden | Erstellt am 22.05.2004 - 07:30 | |
Knochenschiff
Ein Boot aus Fleisch treibt auf dem Meer. Aus blanken Knochen ist der Mast gemacht. Im Rippengitter unter Deck, da schlägt ein Herz mit einem Leck im Takt der Wellen Tag und Nacht.
Wohin soll denn die Reise gehn? Aufs nächste Riff, aufs nächste Riff! Ein Büschel Haare weht am Mast vom Knochenschiff, vom Knochenschiff.
Das Knochenschiff treibt auf dem Meer. Sein Ruder brach schon auf der Jungfernfahrt. Hat sich die Segel tätowiert, der Kiel ist mit Metall verziert und von den Stürmen wird die Haut so hart.
Wohin soll denn die Reise gehn? ...
So manche Narbe ziert den Bauch und offne Wunden sind dort auch. Das Schiff sehnt sich nach einem Riff so sehr.
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Status: Offline Registriert seit: 25.04.2004 Beiträge: 14 Nachricht senden | Erstellt am 22.05.2004 - 07:33 | |
Falscher Heiland
Wir haben die Tage mit Beten verbracht, wir flehten zu dir in jeder Nacht, dein Wort vor den Augen, dein Bild an der Wand, gedruckt und verbreitet im ganzen Land.
Du hast uns verraten, verkauft und verlacht, hast niemals ein Wunder für uns vollbracht. Es gibt nur noch Rache für deinen Betrug. Es gibt kein Erbarmen - genug ist genug.
Du bist der falsche Heiland. Dein ist der jüngste Tag. Wir singen und wir tanzen und pinkeln auf dein Grab.
Halleluja falscher Heiland!
Du hast uns gepredigt und Lehren erteilt, hast niemals die Lahmen und Blinden geheilt, hast Reichtum versprochen, hast Lügen erzählt und hast uns mit heiligen Liedern gequält.
Im Glauben an dich zogen wir in den Krieg, dort sind wir gefallen, es gab keinen Sieg. Es gibt nur noch Rache, für deinen Betrug es gibt kein Erbarmen, genug ist genug.
Du bist der falsche Heiland. Dein ist der jüngste Tag ...
Halleluja falscher Heiland!
Wir werden dich suchen mit Engelsgeduld. Wir werden dich finden. Du zahlst die Schuld. Es gibt nur noch Rache für deinen Betrug. Es gibt kein Erbarmen - genug ist genug.
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