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Squire1971 ...
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...   Erstellt am 06.01.2009 - 11:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Folge 47: Solo für Margarete, EA: 4.8.1978

User gelöscht!
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Geschrieben: 28.11.2002 11:54


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Auch wenn´s frühzeitig absehbar war, dass die Band was mit dem Mord zu tun hat: ein spannender, alles in allem gelungener Psycho-Krimi, in dem Derrick endlich wieder einmal eine zentrale Rolle spielte und es auch etwas Action zu sehen gab. Stark fand ich Horst Buchholz, der als Drogenwrack ebenso überzeugte wie zuvor schon als größenwahnsinniger Disco-Besitzer im "Superding".

Ungewöhnlich für einen "Derrick" war der Klaus-Doldinger-Sound, der diese Episode durchzog: Finde ich um Klassen besser als das ewig gleiche Gedudel von Frank Duval, der ja nach "Inkasso" so ziemlich jede Folge vertonte. Die im Club gespielten Songs sowie das Stück im Abspann stammen übrigens fast ausnahmslos von der Platte "Ataraxia", die Klaus Doldinger und seine Band "Passport" 1978 herausbrachten - allerdings leicht umgearbeitet: Doldingers Saxophon-Einlagen fehlen im Film, dafür dominiert die E-Gitarre.

Ein bisschen dick aufgetragen hat Reinecker m.E. mit dem Drogenkonsum der Band: Dass manche Musiker ganz schön was weg rauchen, schnupfen, schlucken oder saufen - okay. Aber dass gleich mehrere ganz massiv an der Nadel hängen und so die reinste Fixer-Combo bilden, das schien mir doch etwas übertrieben - ohne dass es dem positiven Gesamteindruck Abbruch tat.

Gruß, Nik






Anonymer User
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Geschrieben: 28.11.2002 12:45


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Langweilig war die Folge wirklich nicht, aber völlig absurd und voller unfreiwilliger Komik. Horst Buchholz war für einen Rockstar viel zu alt und sein Gepose teilweise peinlich. Sein "Bruder" hätte diesen Part glaubwürdiger spielen können. Die Darstellung der Musiker-Szene bestätigte damals wohl sämtliche Vorurteile der deutschen Spießer: Alle Rockstars sind drogensüchtig - wir haben's ja schon immer gewusst. Ein Kritiker hat mal über Reineckers Gesellschaftsbilder geschrieben, dass er "den Stoff über alle Hascher und Gammler dieser Welt wohl aus Artikeln der "Neuen Revue" oder der "Quick" (Kennt jemand noch dieses Schundblatt?) bezieht. Als ich sah, wie Buchholz seine Spritze aus diesem Hustentropfen-Fläschchen aufzog, wäre ich fast vom Sofa gefallen vor Lachen. Keiner am Set hatte damals gewusst, dass man Heroin erst aufkochen muss. Was für ein weltfremder Haufen! Aber vielleicht auch nur ein Zeichen, wie wenig damals in der Öffentlichkeit über Drogen bekannt war. Die Reportage-Serie "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" erschien 1978 im Stern (warscheinlich erst nach der Derrick-Folge) und war ja ein richtiger Schock für die deutsche Gesellschaft. Von solchen Zuständen hatte man vorher kaum was gewusst. Auf den Dörfern hatten die Eltern nach der Reportage ja Angst, dass jedes Kind nach einem Berlin-Besuch als Junkie heimkehrt.

Janek






Jürgen H.
Admin





Beiträge: 869
Ort: Wien Geschrieben: 28.11.2002 15:21


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Für mich war "Solo für Margarete" sehr ambivalent.
Einerseits war die Musik endlich mal abseits vom sonstigen Schmusesound. Dann überzeugte Derrick mal mit Rollkragenpullover, mal mit Krawatte, und lieferte sich mit Harry absurde Wortgefechte.
"Gehst du hinten herum?" "Was sonst?" Die Schwester der ermordeten Margarete spielte den Part der herzensguten angehenden Nonne mit großem Einsatz.
Andererseits war die drogenberauschte Band tatsächlich, wie von Janek erwähnt, ein einziges bestätigtes Vorurteil der damaligen Zeit. Die falsche Handhabung einer Spritze, und die lächerliche Figur, die Horst Buchholz abgab, schmälerten den grundsätzlich vorhandenen guten Gesamteindruck. Übrigens habe ich Buchholz anlässlich der Österreich-Premiere von "Das Leben ist schön" in Wien live erlebt, und er erzählte so viel Schwachsinn, und war dermaßen selbstverliebt, dass ich mich fragte, warum er nicht beteuerte, eigentlich den perfekten Papst abzugeben?
Den Narzißmus brauchte er also nie zu spielen; der war in Übermaß von vornherein da, und zwar in einem selbst für Schauspieler nicht mehr erträglichem Maße.

Jürgen H.


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"Harry, wir brauchen den Wagen, sofort!!!" (Stefan zu Harry in "Johanna")







Anonymer User
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Geschrieben: 29.11.2002 11:15


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Laso, ich fand diese Folge überhaupt nicht gut. Es war klar, das die Band mit dem Mord zutun hatte, von vornerein. Also ging es nur um das Lügengebäude, welches Derrick und Harry zu zerstören hatten. Am Ende dann, nach einer kurzen Irreführung, kam heraus das die Band Margarethe aus einem völlig hirnrisssigen Motiv heraus getötet hatte. Aber wer von der Band, denn nun genau? Es konnten ja nicht alle gleichzeitig das Messer in Ihren Leib gerammt haben. Ungeklärter Fall quasi, zumindest für die Zuschauer.
Einzig positiv, ist hier die intensive Denkarbeit von Derrick und Klein, die im Mittelpunkt der Folge stand. Aber außer dem vielversprechenden Anfang , bot diese Folge am Ende nur eine Enttäuschung.






User gelöscht!
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Geschrieben: 29.11.2002 15:45


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Hallo,
wer kennt die Tatort-Folge aus Ende der 70er Jahre mit der gleichen Nachspann-Musik von "Solo für Maragrete" (Klaus Doldinger)?
Gruß, Heinrich







User gelöscht!
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Geschrieben: 29.11.2002 19:20


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@Heinrich: Das Stück ("Ataraxia pt.1") kommt in einer längeren Szene des WDR-Tatorts "Schussfahrt" (1980) mit Hansjörg Felmy vor - und zwar in voller Länge.

@Janek, Jürgen: Ich denke, das Thema "Drogen" (sowohl Konsum als auch Handel) wurde in den 70er Jahren in Fernsehkrimis - wenn überhaupt - generell ziemlich naiv und realitätsfern dargestellt, so wie hier eben. Es war seinerzeit noch so etwas wie ein Tabu-Thema. "Christiane F." schien dann Ende der 70er auch auf Fernseh-Macher einen nachhaltigen Eindruck gemacht zu haben, auch was die Darstellung des Themas angeht. Reinecker schien das Thema denn ja auch etwas realtischer in seine Derrick-Geschichten eingebracht zu haben: Die Erstsendung von "Der Tod sucht Abonennten" (1980) wurde sogar von der Polizei empfohlen, wegen des aufklärerischen Werts oder so.

@Anonymer: Was die Aufklärung dieses Falles betrifft: So unbefriedigend fand ich die gar nicht. Diese Band ist die ganze Zeit als Kollektiv aufgetreten, da war es für mich gar nicht erheblich, wenn denn nun zugestochen hat. Das Motiv kam, das kann man dem Buch eventuell ankreiden, nicht sehr deutlich rüber. Dass die Junkie-Musiker das Mädchen nur aus dem Weg räumen wollten, weil sie mit ihren Entzugs-Bemühungen die "Gemeinschaft" zu zersprengen drohte, ist in der Tat nicht sehr glaubwürdig - auch wenn solche Menschen nicht mehr zurechnungsfähig sind, wenn sie "was brauchen". Ich hab das ganze aber letztlich dahin gehend interpretiert, dass sie von ihrem Bandleader sozusagen abhängig waren, weil er am ehesten den Stoff besorgen konnte. Ich meine, das wäre irgendwo zwischen den Zeilen angeklungen - natürlich zu zaghaft, um ein Mordmotiv plausibel zu erklären.

Gruß, Nik





bearbeitet von am 29.11.2002 19:22







Anonymer User
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Geschrieben: 02.12.2002 12:51


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Also ich fand die Folge eher mittelmäßig. Das Drehbuch hatte diesmal einige Schwächen (viel zu breit ausgewälzter dritter Akt mit unglaubwürdiger Wendung), und auch die erste DERRICK-Regie von "Raumpatrouille"-Veteran Michael Braun fiel unspektakulär aus. Eigentlich ist es nur die brillante Musik von Klaus Doldinger gewesen, die die Folge aufgewertet hat. Seine Kompositionen haben für eine bemerkenswerte Stimmung gesorgt, das kam vor allem während des Abspanns noch mal hervor. Zugegeben: Die Darsteller waren auch gut (Horst Buchholz an erster Stelle natürlich). Aber von der schauspielerischen Seite gibt es fast keinen DERRICK, der nicht überzeugt.
Erwähnenswert finde ich übrigens auch die Kameraarbeit von Dietmar Graf. Ihm gelangen einige ungewöhnlich eindrucksvolle Aufnahmen (z.B. zu Beginn, als die Leiche gefunden wird). Mein Lieblingskameramann übrigens.

P.S.
Ist einem von euch eigentlich mal aufgefallen, wie oft in den 70er-Jahre-Folgen Fussel auf dem Kameraobjektiv sind? Vor allem, wenn Rolf Kästel engagiert war. Ist wahrscheinlich Aufgabe des Assistenten darauf zu achten.






Anonymer User
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Geschrieben: 02.12.2002 22:40


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"solo für margarete" ist die erste folge, die ich am 4.8.1978 gesehen habe und an die ich mich erinnern kann. damals fand ich diese folge total klasse und ich habe lange gebraucht, bis ich sie irgendwann in den neunzigern wieder sah. zur damaligen zeit wirkte das schon echt und authentisch. rockmusiker sind fixer und spritzen sich heroin, waren die klischees der damaligen zeit. und wie man mit heroin richtig umgeht, wußte man damals nicht.
sieht man sich die folge heute an, muss ich echt gestehen, ich fand es teilweise recht lächerlich, insbesondere den horst buchholz. aber was toll war, schöne, saubere rockmusik. so was hört man heute gar nicht mehr.
alles in allem doch noch eine leicht überdurchschnittliche folge.






Anonymer User
-
Geschrieben: 26.06.2005 00:02


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Welche Lieder der Ataraxia Platte von Klaus Doldinger werden in "Solo für Margarte" noch gespielt? Danke an die Doldinger Experten.

Gruß Maik






Anonymer User
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Geschrieben: 12.12.2006 14:51


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noch etwas am Rande: Die finanziellen Verhältnisse wurden zwar nicht genau dargestellt, aber eine Untermieterin mit einem Transrotor Plattenspieler? Das war damals mit das beste und teuerste was man kaufen konnte.
Auch das „Wings“ Plakat war schön zu sehen. Das selbe Plakat taucht in sehr vielen, auch deutlich späteren Folgen immer wieder auf.






Sascha E.
Admin





Beiträge: 1.842
Ort: Emsdetten Geschrieben: 14.01.2007 13:44


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Fiktive Bands gab es ja oft bei Derrick, und dann noch eine Drogengeschichte drumherum. Auch schon dagewesen. Solo für Margarete fängt gleich spannend an, mit einer Verfolgungsjagd. Weshalb, das ist einem zu Anfang noch nicht klar.
Schnell wird aber klar, daß Alexis die Margarete wohl sehr gut kannte, denn beim Anblick der Zwillingsschwester gefriert ihm fast das Blut in den Adern. dachte er doch, Margarete wäre tot.
Jacques Breuer spielt mal wieder den ständig reinquatschenden Bruder, was Parallelen zu "Das tödliche Schweigen" zulässt. Am Schluß hatte ich beim ersten sehen damals auch eher den Bruder auf der Rechnung und weniger die Band. Alles in allem eine gelungene Folge, die noch mehr Action hergibt,als so ziemlich alle späteren Folgen,aber schon deutliche Abnutzungserscheinungen gegenüber den Frühwerken zeigt.

*** von ***** gibts trotzdem für eine gelungene Folge 47.







Anonymer User
-
Geschrieben: 20.09.2007 22:05


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Quote:
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Erwähnenswert finde ich übrigens auch die Kameraarbeit von Dietmar Graf. Ihm gelangen einige ungewöhnlich eindrucksvolle Aufnahmen (z.B. zu Beginn, als die Leiche gefunden wird). Mein Lieblingskameramann übrigens.
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Dietmar Graf war aber v.a. beim "Alten" als Kameramann aktiv, dort bei sehr vielen Folgen, bei "Derrick" waren es gerade mal 16 Folgen...





Signatur
"Harry, wir brauchen den Wagen, sofort!!!" (Stephan zu Harry in "Johanna")

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