witchi  Der Burgherr (Admin) freier Ritter
        

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 3069 Nachricht senden | Erstellt am 26.05.2006 - 08:54 |  |
Söldnertum ist keine neue Erscheinung der Neuzeit, sondern bereits aus dem Mittelalter bekannt.
So berichten Quellen das bereits Kaiser Barbarossa 1166 und 1174 in seinen Auseinandersetzungen mit dem Papsttum und dem Lombardenbund große Söldnertruppen in seinem Heer hatte. Diese "Brabanzonen" waren gefürchtete feste Söldnerverbände aus Flandern und Brabant, den damals vorindustriell hochentwickelten Gebieten des französischen Königreiches und des lothringischen Herzogtums. Aber die Brabanzonen waren keineswegs die einzigen Söldner dieser Zeit so tauchten auch Söldner aus den Pyrenäen, aus Aragonenses, Navarii und Bascoli auf.
Genauso waren es häufig die zahlreichen Kriegsknechte, die bei Belagerungen die von der Adelsideologie verachteten Dienste leisteten, wie die Bogen- und Armbrustschützen oder die Bedienungsmannschaften von Steinschleudern und Belagerungstürmen.
Nicht allen gefiel diese Entwicklung und auch die Gefahr die der alten Gesellschaftsordnung und besonders dem Adel und seinen Rittern drohte wurde von Einigen erkannt.
1179 wurde die Kriegsführung mit solchen Söldnerverbänden mit Kirchenbann belegt und1215 rief Papst Innozenz zum Kreuzzug gegen die gefürchteten Söldnerrotten auf, und auch Johann ohne Land wurde im selben Jahr von den englischen Baronen gezwungen sein Söldnerheer zu entlassen.
Doch das Söldnertum war damit längst nicht mehr aufzuhalten, die Mächtigen Europas bedienten sich der Söldner wann immer es ihnen nötig erschien, sei es zum Machterhalt oder zur Machtvergrößerung. Der Name Brabanzonen jedoch wurde in diesen Jahrzehnten zum Synonym für Söldner. Um aber das europäische Lehensystem in der Kriegsführung durch ein Soldsystem zu ersetzen bedurfte es mehr als ein paar tausend Brabanzonen.
Dies, verlangte starke gesellschaftliche Veränderungen die, die Lehensordnung wesentlich veränderten. Im Hochmittelalter begann ein solcher Prozess in dem Gesellschaftsschichten nach oben strebten und unabhängiger und freier wurden so wie Bürgertum, Beamte und Bauern. Nun konnten die aufgestiegenen Schichten das Kriegswesen verändern sei es durch die Finanzierung eines Söldnertrupps oder auch das diese sich aus ihnen rekrutierten. Im Spätmittelalter gehörte die Anwerbung von Söldnern dann auch schon ganz selbstverständlich zur Kriegsführung und die Bedeutung der Fußtruppen wurde immer größer.
Literatur:
Gustav Freytag; Bilder aus der deutschen Vergangenheit
Reinhard Baumann; Landsknechte
Lexikon des Mittelalters; Verlag J. B. Metzler
Signatur Der Schmerz von heute ist die Kraft von morgen. |
Savertin  Der Burgvogt (coAdmin)
         

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 5213 Nachricht senden | Erstellt am 27.05.2006 - 09:39 |  |
Zumindest wird es schwierig, wenn man zuviel von dem Weinbrand getrunken hat - oder noch einfacher, ist schließlch französisch.
Hier noch etwas mehr über die Armagnaken (Nicht so aussprechen, wie "Schnaken")
Signatur Homo homini lupus
(Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf) |