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Cassandra ...
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...   Erstellt am 25.11.2006 - 22:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe mich schon gefragt, was eigentlich die schlimmste Erinnerung genau gewesen ist? Auf den ersten Blick natürlich die Demü+tigung durch James. Aber ist er wirlich das oder liegt der eigentliche Grund dahinter verborgen?

Mir sind ein paar Sachen aufgefallen:

1. Es ist bekanntlich Snapes Erinnerung, die Harry hört/erlebt. Nach der Prüfung, als die Herumtreiber die Frage zu dem Werwolf diskutieren, macht sich Sirius oder James?)über Peter lustig und sagt, dass er einmal im Monat mit einem Werwolf rumlaufen würde. Harry konnte die Frage sicher gut nachvollziehen, weil ihm diese Tasache ja längst bekannt ist, aber konnte Snape das wohl auch? Ich überlege, ob er wohl zu dem Zeitpunkt schon wusste, dass Lupin ein Werwolf ist. In Band 3 erzählen Sirius und Lupin Harry in der Heulenden Hütte, dass Sirius, James und Peter in ihrem 5. Jahr gelernt hätten, Animagi zu werden. Die Prüfungen in der Erinnerung fanden am Ende des 5. Jahres statt (sofern nicht zwischendurch die Prüfungsordnung geändert wurde).

Fand dieser "Streich" von Sirius nach dieser schlimmen Erinnerung statt? Ist die Erinnerung mit diesem Ereignis verknüpft und vielleicht auch deshalb Snapes schlimmste?


2. Lily verteidigt Snape ziemlich vehement. Auch wenn ich ihr zutraue, dass sie sich generell für Mitschüler eingesetzt hat die gehänselt wurden, habe ich doch den Eindruck, dass sie Snape nicht nur flüchtig vom Sehen sondern etwas näher kannte. Zumindest wird sie ihn aus dem Unterricht bei gemeinsamen Fächern gekannt haben. Snape lehnt in de rErinnerung zwar ihre Hilfe ab und nennt sie obendrein ein "Schlammblut".

Harry hat aber gesehen, dass James ein LE auf seiner Prüfungsblätter gekritzelt hatte (wie auch immer es Snape gelungen sein mag, DAS zu erkennen....). Hat Snape vielleicht an jenem Nachmittag begriffen, dass James in Lily verliebt war? war er vielleicht eifersüchtig? Die Beschimpfung als Schlammblut spricht zwar eindeutig dagegen, aber könnte es nicht auch sein, dass er das vor allem gesagt hat, um James zu ärgern, der nun definitiv reinblütig war?

Oder in der Hoffnung, dass ein "Schlammblut" für einen Reinblüter nicht gut genug sein würde (die Einstellung kannte er immerhin zur Genüge aus seinem eigenen Haus)? Entweder weil er dann selber wieder "freie Bahn" bei Lily gehabt hätte (oder dies zumindets gehofft hat). Oder aber einfach nur, um einen Keil zzwischen James und Lily zu treiben?

LG
Cassandra





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'Yes,' said Harry stiffly. 'Yes, sir.' 'There's no need to call me "sir", Professor.'

Lanera ...
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...   Erstellt am 27.11.2006 - 19:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Idee ist interessant. Möglicherweise ist es nicht einmal die schhlimmste Erinnerung Snapes, aufgehängt zu werden, sondern zu sehen, dass James hinter Lily her war.

Irgendetwas kommt mir hier auch verschleiert vor. Ich kann mir zwar gut vorstellen, dass es damals für ihn eine schlimme Erinnerung war, aber dass es das heute noch ist, erscheint mir nur in einem Kinderbuch möglich. Snape ist kein Kind mehr und hat in der Zwischenzeit sicher schlimmere Dinge erlebt. Also könnte durchaus etwas anderes dahinterstecken, was erst in Buch 7 aufgedeckt wird.

Dass Snape als Rache danach das Erlebnis mit Lupin hatte, erschien mir eingentlich schon immer so, sofern ich mich erinnere. In der Situation jedenfalls weiß er wohl noch nichts von Lupins Doppelleben. So erschien es mir zumindest.





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Tohu wa Bohu

Ermione 
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...   Erstellt am 29.11.2006 - 11:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hi!

Lanera schrieb
    Snape ist kein Kind mehr und hat in der Zwischenzeit sicher schlimmere Dinge erlebt.


Bei einer Traumatisierung ist aber gar nicht entscheidend, wie schlimm die Dinge, die jemanden angetan werden, tatsächlich sind (objektiv betrachtet), sondern der/die Betroffene das erlebt hat (subjektive Wahrnehmung). (Das ist auch der Grund, warum nicht jede/r automatisch traumatisiert sein muss bzw. traumatisiert bleibt, wenn er/sie einmal etwas wirklich Schlimmes erlebt hat.)

Snape mag später (bis zu Dumbledores Tötung) Dinge erlebt haben, die, objektiv betrachtet, schlimmer waren, aber für ihn selbst dürfte diese Erfahrung eben seine schlimmste Erfahrung gewesen sein. (Mag auch sein, dass ihn selbst diese Erfahrung für - objektiv gesehen - schlimmere Dinge abgestumpft hat.)

Im Zusammenhang mit der "Schlimmsten Erinnerung" finde ich übrigens die erste Unterrichtsstunde in Film 1 sehr aufschlussreich. Sie hält sich im wesentlichen recht genau an das Buch. Dabei hatten die Filmemacher hier eine gute Idee, als sie zuvor die Unterrichtsstunde mit McGonagall einbauten (die wiederum eine freie Umsetzung mit Blick auf Buch 1 ist). Aber der Unterschied zwischen beiden "autoritären" Lehrern/innen wurde durch diese freie Umsetzung von McGonagalls Unterrichtstunde schön verdeutlicht.

Auch in den Büchern wird Snape ausdrücklich mit McGonagall verglichen:


HP1 schrieb
    Quelle
    HP1, Kapitel 8, Der Meister der Zaubertränke

    He spoke in barely more than a whisper, but
    they caught every word -- like Professor McGonagall, Snape had y caught
    every word -- like Professor McGonagall, Snape had the gift of keeping a
    class silent without effort.


Der Unterschied im Film:
Während McGonagall (alias Maggie Smith) eine natürliche Autorität ausstrahlt (zwischem ihr, Ron und Harry findet ein kurzer ungezwungener Dialog statt und sie erlaubt sich sogar eine eher humorvolle Drohung), "erdrückt" Snape (alias Alan Rickman) die Schüler/innen von Beginn an mit seiner Autorität. In dem Moment, als die Türe aufgeht und ehe er körperlich sichtbar wird, nimmt er das Klassenzimmer mit seiner Stimme sozusagen "in Besitz".
Snape (Rickman) vermittelt hier keine persönliche Autorität, sondern er hält eine (erdrückende) Stimmung aufrecht, sodass die Schüler/innen(-Horde) von vornherein gar nicht im Stande sind, seine Autorität irgendwie zu gefährden.

In der "schlimmsten" Erinnerung erleben wir Snape mit 16 in einer Situation, in der er eigentlich keine Chance hat. Snape reagiert darauf mit zwei Strategien. Er versucht zunächst den Zusammenstoß mit James und Sirius zu vermeiden (Flucht- bzw. Ausweichverhalten), dann setzt er sich erbittert zur Wehr.

In der Szene wird allerdings aufgrund von Snapes weiterem Verhalten sehr schön gezeigt, dass Flucht für Snape selbst als Lösung inakzeptabel zu sein scheint, denn als sich später noch zwei weitere Möglichkeiten für eine Flucht bzw. ein Fluchtverhalten bieten, werden diese von Snape nicht genutzt. (Flucht ist nur akzeptabel, noch bevor die Feindseligkeiten "offiziell" eröffnet wurden.)

1.) Als es Snape gelingt, wieder an seinen Zauberstab zu kommen, schlitzt er James magisch die Wange auf. Hier hätte er auch die Möglichkeit gehabt, wegzulaufen.

2.) Als James wegen Lily Snape wieder herunterlässt, hätte Snape nochmals die Möglichkeit zu gehen.

Von einem pragmatischen bzw. vernünftigen Standpunkt aus, wäre es beide Male klüger gewesen, wenn Snape gegangen wäre. Aus "idealistischer" Sicht dagegen gilt ein solches Verhalten als unwürdig.

Die Gedankenwelt der fiktiven Figur Snape war mit 16 also eher von einer "idealistischen" Sicht, als einer pragmatischen (oder vernünftigen) Sichtweise geprägt. In der Realität sind Menschen mit dieser "idealistischen" Sicht gewöhnlich viel anfälliger für Persönlichkeitsstörungen, Traumatisierung etc.
Snape will zunächst die Begegnung mit Sirius und Snape vermeiden. Sein Ausweichen ist also keine Flucht im Sinne von Davonlaufen, sondern er versucht nur zu verhindert, dass es zu einer Situation kommt. Das wiederum ist ein Verhalten, das sich in der Realität oft am Beginn einer Traumatisierung findet: Vermeiden einer gewissen Situation im Vorfeld.

Der 16jährige Snape versucht eine Situation, in der er offensichtlich weiß (oder spürt), dass er nur draufzahlen wird, zu vermeiden, der erwachsene Snape achtet darauf (erste Unterrichtssunde), dass er die Situation so fest unter Kontrolle hat, dass er selbst dafür sorgen kann, dass es nicht möglich ist, ihn fertig zu machen.

In diesem Zusammenhang könnten wir spekulieren, wie Snapes erstes Jahr als Lehrer gewesen sein könnte.


Als Snape Lehrer wurde, war er, wie sich aus Angaben von Rowling ergibt, etwa 21 Jahre. Diese "schlimmste Erinnerung" lag damals etwa 5 Jahre zurück. Das bedeutet, dass es in den höheren Jahrgängen (in den NEWT-Klassen) noch Schüler/innen gegeben hat, die die "Schlimmste Erinnerung" selbst miterlebt haben (und vielleicht auch jüngeren Schülern/innen davon erzählt haben könnten.

Snape wird diese Befürchtung sicher gehabt haben. Denn noch als Mitdreißiger ist diese Erinnerung für ihn noch so schlimm, dass er sie in den Okklumentikstunden mit Harry auslagert.

Auch wenn die meisten damaligen NEWT-Schüler/innen diesen Vorfall längst vergessen hatten, da er für sie (im Unterschied zu Snape) nicht wichtig war war.)



Was die "Schlimmste Erinnerung" betrifft, habe ich sie allerdings mit Blick auf die übrigen Bücher (im Kontext der Haupthandlung) immer als eine Schlüsselszene gelesen, die zeigt, warum Harrys Eltern letztlich sterben mussten und der Kampf gegen Lord Voldemort in ihrer Generation mit einer Patt-Situation endete, also nicht gelöst werden konnte.

In einer fiktiven Geschichte ist es meistens üblich, dass der Ausgang als Endergebnis einer Kette von Geschehnisse dargestellt ist, aus denen er sich nachvollziehbar entwickeln sollte. Das bedeutet, dass fiktive Geschehnisse in einem Roman, eine wesentlich größere Bedeutung für das Endergebnis haben, als dies ihnen in der Realität zugekommen wäre.

Die "Schlimmste Erinnerung" zeigt einen fünfzehn- oder sechszehnjährigen Jungen (James), der noch ziemlich unreif (oder vielleicht auch nur unsicher und gedankenlos) ist.
Er ist gerade am Tiefpunkt seiner Entwicklung.
Das Mädchen (Lily), von den er träumt, will scheinbar von ihm nichts wissen. Aus Selbstbestätigungsgründen und um seinen besten Freund (Sirius) zu halten (obwohl da gar keine Gefahr ist), braucht er einen Fan (Pettigrew) und einen Intimfeind (Snape), der seine Angriffe mit Widerstand beantwortet (statt sie einfach nur hinzunehmen und dann wieder seiner eigenen Wege zu gehen ... nicht zufällig ist Snape ein Außenseiter, der keinen eigenen Freundeskreis hat und daher in der Schulhierarchie über seine "negative" Beziehung zu James und dessen Freunden definiert ist.)

Später lässt der Junge (James) diese Phase hinter sich, in dem er erwachsen wird oder seine damaligen Probleme lösen kann. Er unternimmt allerdings nichts, seine damaligen Fehler in irgendeiner Form mit den Betroffenen aufzuarbeiten.
Das ist auch im richtigen Leben leider der Fall. Auch in der Realität bleiben die Opfer zurück, auch in der Realität gibt es Folgen. Allerdings haben die realen Jamese meistens das Glück, dass sie selbst sich nicht mit den Folgen ihrer Dummheiten und Gemeinheiten auseinandersetzen müssen.

HarryPotter ist allerdings eine Romanserie, und daher sind die Folgen von James' Verhalten als Jugendlicher gravierend und führen letztlich zusammen mit ein paar anderen dummen Zufällen in eine für ihn persönliche Katastrophe, die noch das Leben seines Sohnes belasten wird.
James mag für sich persönlich in den Büchern letztlich eine positive Entwicklung gehabt haben, seine Fehler mag er nicht einmal aus böser Absicht, sondern nur aus grenzenloser Dummheit, Ichbezogenheit und Gedankenlosigkeit gemacht haben, sie werden ihm und seiner Familie letztlich zum Verhängnis, was dann wieder seine persönliche Tragik ist.

Herzliche Grüße

Ermione






[Dieser Beitrag wurde am 28.04.2007 - 14:47 von Ermione aktualisiert]





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MrsEverspaneuss ...
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...   Erstellt am 29.11.2006 - 12:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ermione schrieb:
"Auch in den Büchern wird Snape ausdrücklich mit McGonagall verglichen:

[color=lemonchiffon]Quelle: HP1, Kapitel 8: Der Meister der Zaubertränke

He spoke in barely more than a whisper, but
they caught every word -- like Professor McGonagall, Snape had y caught
every word -- like Professor McGonagall, Snape had the gift of keeping a
class silent without effort.

[color=mediumturquoise]Der Unterschied im Film:
Während McGonagall (alias Maggie Smith) eine natürliche Autorität ausstrahlt (zwischem ihr, Ron und Harry findet ein kurzer ungezwungener Dialog statt und sie erlaubt sich sogar eine eher humorvolle Drohung), "erdrückt" Snape (alias Alan Rickman) die Schüler/innen von Beginn an mit seiner Autorität. In dem Moment, als die Türe aufgeht und ehe er körperlich sichtbar wird, nimmt er das Klassenzimmer mit seiner Stimme sozusagen "in Besitz".
Snape (Rickman) vermittelt hier keine persönliche Autorität, sondern er hält eine (erdrückende) Stimmung aufrecht, sodass die Schüler/innen(-Horde) von vornherein gar nicht im Stande sind, seine Autorität irgendwie zu gefährden."


Sehr interssante Analyse, Ermione, die ich im Allgemeinen nur befürworten kann!
Gerade dieses Detail (siehe Zitat) kann ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung nur zu gut bestätigen! Snape fehlt es - im Gegesatz zu McGonagall - an Diplomatie, Extrovertiertheit und Selbstwertgefühl. Übertriebene Strenge und Ungerechtigkeit im Unterricht sind Snapes einzige Mittel, um seine "scheinbare" Dominanz aufrechtzuerhalten und um das mangelnde Selbstwertgefühl kompensieren zu können.

Hätte Snape vor dem Antreten seines Lehramtes in Hogwarts eine Pädagogische Akademie oder Ähnliches absolvieren müssen, wäre er im praktischen Turnus durchgefallen.



[Dieser Beitrag wurde am 29.11.2006 - 13:39 von MrsEverspaneuss aktualisiert]





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Lanera ...
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...   Erstellt am 29.11.2006 - 17:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich finde Deine Beitrag, Ermione, sehr aufschlussreich und logisch und das Problem sehr schön beschrieben. Manchmal schreibe ich etwas provokative Sätze, hinter denen ich nicht hundertprozentig stehe.

Wahrscheinlich gehe ich oft auch mit zu viel Vernunft an HP heran.

Aber es stimmt, dass Snape schon dadurch, dass er so früh Lehrer in Hogwarts war und sich diese Geschichte wahrscheinlich lange Aufrecht hielt, große Probleme hatte, seine Autorität zu wahren.

Dass er sich völlig abschottet, d.h. jegliche Gefährdung seiner Autorität von vornherein unmöglich macht und Strenge und Unzugänglichkeit walten lässt, sieht man deutlich in den Büchern.

Wahrscheinlich mag ich ihn gerade auch deshalb, weil ich selbt das niemals so hinkriegen würde, selbst wenn ich manchmal wirklich Lust darauf hätte.

Es stimmt, dass der Streit und die Geschehnisse zwischen Sirius + James und Snape während ihrer Schulzeit die gegenwärtigen Geschehnisse in den HP-Büchern stark beeinflussen und sie die Basis für den Geschichtsablauf bilden. Dabei hast Du Recht, wenn Du sagst, Du sähest die Schlimmste Erinnerung als Schlüsselstein.





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Cassandra ...
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...   Erstellt am 29.11.2006 - 21:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Ermione,

verstehe ich ich richtig, das du denkst, dass eben diese spezielle Ereignis so etxtem traumatisch für Snape gewesen ist? Ohne dass noch was Anderes dahinter steckt?

LG
Cassandra





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Ermione 
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...   Erstellt am 30.11.2006 - 00:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hi!

Cassandra schrieb

    Liebe Ermione,

    verstehe ich ich richtig, das du denkst, dass eben diese spezielle Ereignis so etxtem traumatisch für Snape gewesen ist? Ohne dass noch was Anderes dahinter steckt?

    LG
    Cassandra


Ich persönlich würde wirklich nicht ausschließen, dass dieses spezielle Ereignis bei der fiktiven Figur Snape eine Traumatisierung endgültig ausgelöst hat.


Der Ausdruck Trauma leitet sich von Wunde ab. Eine Traumatisierung bedeutet, dass es nicht gelungen ist, eine Wunde (ver)heilen zu lassen. Ausgelöst wird die Traumatisierung dadurch, dass ein Geschehnis, das jemanden zugestoßen ist oder angetan wurde, die Bewältigungsmöglichkeiten des/r Betroffenen übersteigt.

Zum Glück haben die meisten Menschen sozusagen Ressourcen, mit denen sie mehr oder weniger schwere seelische Verletzung, die im Alltag halt vorkommen, abfangen oder bewältigen können. Allerdings können schon solche Erfahrungen später bei einem als schlimm empfundenen Ereignis dafür entscheidend sein, dass der-/diejenige es nicht bewältigen kann, und es zur Traumatisierung kommt.


Menschen, die psychisch einigermassen stabil sind, keine wirklich schlimmen Dinge erlebt haben, mit ihrem Leben weitgehend zufrieden sind, gute Freunde/innen oder auch Familie, von der sie sich geliebt fühlen, haben, eine Lebenshaltung (Glaube, Ideale, Orientierung) haben, die ihnen hilft, wirkliche Probleme nicht aufzuschaukeln etc. wären nach der "Schlimmsten Erinnerung" auch ziemlich fertig gewesen. Aber sie hätten es wahrscheinlich aufgrund von oben angeführten Gründen geschafft, alles nach einiger Zeit zu verkraften und zu verarbeiten.

In unserem fiktiven Fall gibt es Hinweise dafür, dass die positiven, stabilisierenden, helfenden Elemente gefehlt haben und die Figur Snape nicht erst bei der "schlimmsten Erinnerung" seelisch verletzt wurde, sondern dass es da schon einiges im Vorfeld gegeben haben muss.

Dass sich Snape sofort zur Flucht wendet, noch bevor er tatsächlich angegriffen wird, deutet daraufhin, dass er mit einem Angriff gerechnet hat, dass er etwas befürchtet hat, dass er wohl schon über einen längeren Zeitraum von James und Sirius Angriffe erfahren hat.

Der Umstand, dass Snape offensichtlich unbeliebt ist und alle Anwesenden (außer Lily, die aber erst später dazukommt) das Geschehene billigen (auch nichts tun und da bleiben ist eine Form von Zustimmung) deutet daraufhin, dass Angriffe auf Snape offensichtlich schon länger sozusagen als "in Ordnung" gesehen wurden. Möglicherweise hatte er in der Schule wirklich bei niemanden Rückhalt.

Weiter deutet das passive Verhalten von Anwesenden, die nur zusehen, daraufhin, dass Aktionen gegen Snape gewöhnlich in keiner Form eine Bestrafung zur Folge gehabt haben. (Oder etwas, was wirklich als Bestrafung ernst genommen wurde.)

(Das muss übrigens nicht einmal die Schuld der Lehrer/innen gewesen sein. Die wussten vielleicht wirklich nichts, da ihnen niemand davon berichtet hatte. Möglicherweise haben sie die Lage aber auch für harmloser gehalten, als sie tatsächlich war. Von Außenstehenden hört man nachher oft, sie hätten gar nicht geahnt, dass etwas bereits so schlimm war.)

Die Anwesenden haben kein persönliches Interesse daran, so etwas nicht zu billigen, weil sie zum Beispiel für sich selbst Konsequenzen befürchten mussten, zum Beispiel, dass ihr Haus deswegen Punkte verliert etc. (Keine nobler Grund, aber immerhin einer, der oft schlimme Dinge verhindert.)

Weiter kommt hinzu, dass sich alles während jener beiden Wochen abgespielt hat, als die ZAG-Prüfungen waren.
In Buch 5 wird sehr deutlich beschrieben, welchen psychischen Stress diese Prüfungen für Harry und seine Mitschüler/innen bedeuten. (Ich glaube, es ist Hannah, die sogar einen Nervenzusammenbruch hat. Für Schüler/innen wird ein Beruhigungstrank gebraut.)
Das wird eine Generation früher nicht anders gewesen sein. (Vielleicht ist der Prüfungsstress sogar eine Ursache, warum viele einfach zugesehen haben. Sie waren selbst fertig aufgrund der Prüfungen.)

Snape jedenfalls war zu dem Zeitpunkt aufgrund der Prüfungssituation weniger belastbar als sonst.

Unter diesen Voraussetzungen kommt es dann zu einer wirklich schlimmen Erfahrung. Snape hat offensichtlich eine Lösung für sich gefunden, aber wirklich bewältigt hat er das nicht ...

Ich hoffe, ich habe Deine Frage nachvollziehbar beantwortet.

Herzliche Grüße
Ermione




[Dieser Beitrag wurde am 28.04.2007 - 14:59 von Ermione aktualisiert]





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...   Erstellt am 04.12.2006 - 18:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hast du. Zumindest, was die Erklärung als solche angeht. Aber mein Severus tut mir jetzt fast noch mehr Leid als vorher

LG
Cassandra





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