DameDesDenkariums  Hauslehrerin von Hufflepuff
           

Status: Offline Registriert seit: 01.09.2005 Beiträge: 689 Nachricht senden | Erstellt am 08.09.2006 - 09:31 |  |
Sirius B. war der älteste Sohn des Reinlüter-Ehepaares Black. Er entstammte einer Ehe, in der klare Regeln vorgegeben wurden. Die Eltern handelten übereinstimmend. Werte und Normen waren definiert, klar gezeichnet, abgegrenzt und wurden Sirius von Anfang an von beiden Elternteilengemeinsam vermittelt.
Seine Entwicklung war bis zur Vorpubertät (zirka 11 Jahre) vergelichsweise unauffällig. Die Regeln und Ansprüche des Familienverbundes wurden seinerseits beachtet, eigentlich nicht hinterfragt.
Sirius äußerte sich selbst immer wieder dazu, indem er sagte: „Eigentlich gab´s nie Schwierigkeiten, bis ich nach Hogwarts kam.“ Seit Eintritt in die Schule für Hexerei und Zauberei erlebte Sirius eine Wandlung bezüglich der Wahrnehmung der familiären Normen. Er traf auf Mitschüler, die aufgrund ihrer Abstammung (volkstümlich Halbblüter und Schlammblüter, in Fachkreisen aber als Bisanguine und Terramultisanguine Personen bezeichnet, kurz BS und TMS) traf.
Er schloss nach recht kurzer Zeit erste Freundschaften zu ihnen. Nachdem er den Eltern davon berichtete, kam es seitens seiner Eltern zu Verboten sich mit BSlern und TMSler zu befassen. Da Sirius eine selbstbewusste Persönlichkeitsstruktur hatte, und er bereits früh seine eigenen Gedanken und Empfindungen zeigte, kam es zur ersten wirklichen Konfrontation mit den Eltern.
Durch dieses erste Schlüsselerlebnis, also des Aufbegehrens gegen die Familienwerte, kam es zu einem Bruch zwischen ihm und dem jüngeren Bruder, der auch nach Eintritt in Hogwarts den Familiennormen mehr Beachtung schenkte als Sirius.
Obzwar Sirius bester Freund einem familiären Hintergrund hatte, der auch seinen Eltern zusprach, wurde der Riss zwischen ihm und Familie vertieft. J.P. zeigte Verhaltensweisen die mehr oder weniger unbewusst förderlich für Sirius „aufbegehrende Tendenzen“ wurden.
(Anmerkung: Eine kritische Auseinandersetzung mit elterlichen Werten wird allgemein als gesund und notwenig angesehen, damit der junge Mensch für sich selbst Normen entwickeln kann, die ihn sowohl geistig, wie auch seelisch zu einer eigenständigen Person reifen lassen.)
Allerdings wurde Sirius laut Lehrkörper, und zwar bedingt durch seine enge Freundschaft zu J. P., immer „soziopathischer“. Er brach ständig irgendwelche Schulregeln, ganz gleich ob er sie einfach nur lästig fand, oder sie ihm sogar nützlich waren. Mit zunehmendem Alter wurde Sirius Verhalten immer aggressiver und provozierender. Das ging parallel damit einher, dass die Konflikte mit Vater und Mutter ebenfalls an Schärfe zunahmen. Einen destruktiven Höhepunkt erhielt sein Verhalten am Tage seiner ZAGs, im fünften Schuljahr. Gemeinsam mit seinem Freund J.P. verübte Sirius einen nicht begründbaren Angriff auf den Mitschüler S.S. Zwar gab es in den Jahren zuvor immer wieder Rangeleien mit eben diesem S.S., diese aber wurden meistens als vergleichsweise harmlose Streiterein zwischen Schülern von Seiten des Lehrkörpers eingeschätzt. Im Nachherein erwies sich diese Auffassung als fatale Fehleinschätzung, denn der Schüler S.S. hatte bereits vorher immer wieder Zwischenfälle den Lehrern geschildert, die er laut eigener Aussage als massive Hänselei, Ausgrenzung und Angriff wahrgenommen hatte.
Besagter Angriff auf S.S. geschah während der Schulpause am ZAG-Tag war laut Sirius eigener Aussage nach Vernehmung durch Schuldirektur Dumbledore und Hauslehrerin McGonagall die Folge von Langeweile! J.P., der eine bekanntermaßen eine große Abneigung gegen S.S. hegte, sagte aus, er wollte seinem Freund Sirius lediglich die Zeit vertreiben. Dieser „Zeitvertreib“ endete für S.S. in einer schweren Demütigung und in einem für in tiefen Eingriff in seine persönliche Intigrität. Sowohl Sirius als auch J.P. zeigten keinerlei Hinweise auf Eingeständnis von Verschulden ihrerseits. Man schätzte diese Reaktion als jugendliches Unbedarftsein ein. S.S. weigerte sich Stellung zu beziehen. Er schwieg, was er meistens tat. Später sagte sein Hauslehrer Slughorn einmal, dass ihn S.Ss. Schweigen irritiert hätte. Seinerseits gab es aber keinerlei Intervention, die seinem Schüler hätte positive Motivation sein können, oder den Konflikt zwischen ihm und Sirius (J.P.) zu entschärfen.
Sirius verhielt sich vorsichtiger nach diesem Vorkommnissen. Wenn er zuvor gegen Strafmaßnahmen lauthals Protest äußerte, so war er nun bereit Strafen ohne Widerspruch anzunehmen. Das wurde vom Lehrkörper als Fortschrtt in seiner sittlichen Reife aufgefasst. Gleichzeitig aber waren seine Eltern von dem Angriff auf den Mitschüler S.S. unterrichtet worden. Erst 1 Jahr später wurde bekannt, dass es deswegen zu einer vehementen Auseinandersetzung mit den Eltern kam. Wahrscheinlich verließ Sirius daraufhin mit 16 Jahren das Elternhaus um in J.P.s Familie zu leben, bis zur Erreichung der Volljährigkeit. Seine persönliche Aversion gegen S.S. kulminierte im 6. Schuljahr. Erst nach mehr als 20 Jahren erfuhren die Sozialpädagogen (kurz SP) von einem massiven Anschlag auf den verhassten Mitschüler (Sirius selbst bezeichnete das als „Streich“ und dass S.S. es vedient habe, denn er war ihn auf den Fersen usw.). Sirius gelang es mit einer erstaunlich simplen Methode den ansonsten sehr kritischen, misstrauischen und argwöhnischen S.S. zu einem Objekt der Gefahr (eine Peitschende Weide) zu locken. Aufgrund seiner Verschwiegenheit ist es bisher nicht möglich gewesen S.S. zu bewegen, selbst eine Stellungnahme abzugeben. Er deutete aber an, dass ihn der Schuldirektor unter Druck gesetzt hätte zu schweigen. J.P. erfuhr von Sirius Vorhaben und hielt S.S. davon ab, durch einen Tunnel unterhalb der PW zu gehen, indem sich ein Wesenswandler (volkstümlich und hier Werwolf) befand. S.S. bestand darauf, dass ihn Sirius ermorden wollte und J.P. davon wusste. Bisher konnte der gesamte Hintergrund nicht eindeutig abgeklärt werden. Der Schuldirektor ernannte J.P. zum Schulsprecher, nachdem dieser S.S. gerettet hatte.
Sirius wurde zwar nicht von der Schule verwiesen, erhielt aber nie einen Abschluss, was er gleichmütig aufnahm und bei ihm sogar einen gewissen Stolz hervorrief. Weiterhin zeigte er keinerlei Bereitschaft eigenes Fehlverhalten einzusehen, oder zu benennen.
Zwischen-Fazit: Sirius Black kann als intelligent eingestuft werden, zeigte aber deutliche Defizite im Umgang mit ihm unsympathischen Personen. Leute, die er mag, zeigt er eine überschwengliche Zuneigung. Er begehrt gegen alles und jedes auf, solange es sich nicht um J.P. handelt. Seine enge Freundschaft zu ihm wird allgemein als große Zuneigung und menschliche Größe aufgefasst, die SP meinen aber eine Form von Hörigkeit darin erkannt zu haben. Das begründen sie damit, dass Sirius Kritikfähigkeit bei der Person J. P. aufhört. Ebenso ist seine massive Aversion gegen S.S. aus Sicht der SP eine Reflexion zu seiner Beziehung zu J.P. Die SP weisen darauf hin, dass Sirius in diesem Fall eine durch und durch schwarzweißmalerische Weltsicht hat. Diese Dualität im Denken in dieser Nische begründet sich am ehesten mit seinem nicht überwundenen Konflikt zwischen Eltern und Bruder.
In diesem einfachen Denkkonstrukt ist Sirius „Weltordnung“ klar umrissen: J.P. ist in ihr Vorbild und gehört zu den „Guten“ und dessen Reflexion S.S. hingegen repräsentiert Gefährlichkeit und das „Böse“. Das steht im deutlichen Widerspruch zu seiner ansonsten gezeigten Fähigkeit eigene Gedanken, Ansichten und Wahrnehmungen zu hinterfragen und selbstkritisch zu beleuchten (nach Verlassen der Schule). Seine Neigung alles zu bekämpfen und gegen alle gesellschaftlichen Normen aufzubegehren, auch wenn sie ihm selbst nützen, ist damit zu erklären, dass Sirius Black tatsächlich soziopathische Züge entwickelt hatte. Eine kritische Person in seinem Bekanntenkreis nannte es einmal: „Sirius ist Revoluzzer um des Revoluzzerseins willen.“ Diese Person fand im Nachherein Sirius Verhalten als reduziert nutzbringend.
Fortsetzung folgt.
[Dieser Beitrag wurde am 08.09.2006 - 14:18 von Cassandra aktualisiert]
Signatur

Snape! You shouldn´t think he is too nice. |
Ermione AurorIn
         

Status: Offline Registriert seit: 03.09.2005 Beiträge: 668 Nachricht senden | Erstellt am 11.09.2006 - 19:55 |  |
Hi DameDesDenkariums!
Ich finde Deinen Beitrag zu Sirius Black hoch interessant. (Und vor allem die Idee ist gut, und erst die Verwendung von Fachausdrücken und wissenschaftlichen Formulierungen wie "als Bisanguine und Terramultisanguine Personen bezeichnet, kurz BS und TM. Passend finde ich auch, dass hier Slughorns Verhalten als Hauslehrer kritisch gesehen wird. Das Ganze hätte sicher auch als interessante Fanfic getaugt.)
Was die Theorie betrifft, die sich dahinter verbirgt, bringt sie leider nicht viel Neues. Allerdings habe ich aber den Eindruck bei Orion und Walpurga Black (Sirius' Eltern), dass die Mutter den Kurs vorgegeben hat und der Vater diesen gefolgt ist. Die Eltern handelten also übereinstimmend (da bin ich ganz Deiner Ansicht), wobei aber die Mutter die treibende Kraft war und der Vater der Mitläufer (vielleicht auch zu bequem, um eine andere Meinung zu haben).
Die Idee, dass es zu Sirius Bruch mit den Eltern wegen den Geschehnissen in der "Snapes schlimmster Erinnerung" kam, ist jedenfalls interessant. Allerdings könnten da noch andere Gründe mitgespielt haben.
Nur ein paar Überlegungen
Herzliche Grüße
Ermione
Signatur "Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht."
(Kurt Tucholsky)
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