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KleineSchlange ...
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...   Erstellt am 28.03.2006 - 20:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sanfter und erfrischender Wind streichelte die Gegend und jegliche Lebensform streckte sich, um etwas von ihm abzubekommen. Ein Wolkenloser Himmel ließ die Sonne weit am Mittag strahlen und alles erwärmen. Vögel flogen Akrobaten gleich durch die Lüfte und brachten die Kunde von einem herrlichen Tag an jeden, der es zu hören vermochte.

Wieder einmal saß Ashandra auf einem alten Holzstuhl an ihrem Fenster in der Burg. Leicht wehte ihr der warme Wind entgegen und ins blasse Gesicht. In letzter Zeit saß sie sehr oft dort und sah einfach hinaus. Der Ausblick auf die gar nicht mal so entfernte Stadt zur einen, das Meer zur anderen Seite und weit im Horizont die Berge, war einfach zu wunderschön. Das Trainingsgeschrei ihrer Wachen im Hof machten ihr nichts aus, sie hörte sie kaum mehr als ein Säuseln im Winde. Lächelnd erinnerte sie sich an die alte Zeit, in der sie damals hier her kam und schaute weiter in die Ferne.

Krampfartig zog sich plötzlich ihre Muskulatur am ganzen Körper zusammen und die stechenden und gleich brennenden Schmerzen holten sie zurück in die Gegenwart. Knarrend bäumte sich der Stuhl unter ihr auf, wegen den ruckartigen Bewegungen und der starke Husten, den sie schon eine Weile hatte, begann und wollte einfach nicht enden. Egal was welcher Heiler auch tat, den sie kannte, es half nicht und sie hatte den Anschein, als würde es sich nur noch verschlimmern. Der Husten wollte nicht besiegt werden, sondern sie besiegen, so dachte sie einmal. Tränen schossen ihr in die ohne hin schon traurigen Augen vor Schmerz und sie krallte sich am harten Stein der Mauer fest. Sie war schwach geworden in letzter Zeit. Zu schwach ihrer Ansicht nach.

Als sich der Husten legte, sah Ashandra auf das Armband, welches Vetaro ihr angelegt hatte, nachdem er erfahren hatte, was sie plagte. Ein Gefühl beschlich sie, dass erst damit alles schlimmer geworden war. Sie wollte aber nicht glauben, dass Tura sie zu sich holen würde. Schließlich war sie einem der sieben Dämonen verfallen gewesen und zurzeit glaubte sie an nichts was mit Göttern zu tun hatte. Oder wollte Tura deswegen ihr Leben? Ihre Gedanken schlichen um den Tod herum und um die Absicht der Götter und deren Gegenspielern. Noch nie plagten sie solche Zweifel an jeglichem Glauben, aber er war da und das machte ihr große Angst.

Der Schmerz hörte indes nicht auf, sondern hielt an, doch der Husten war langsam verschwunden. Die Muskeln blieben verkrampft und Ashandra rang um Luft. Sie glaubte bald, Tura würde tatsächlich vorhaben, sie zu holen und neben ihr stehen. Nur darauf wartend, dass sie bald abnippelte und vom Stuhl kippte. Erst nach mehreren Momenten konnte sie sich wieder aufrichten und aus dem Fenster blicken. Sie atmete die frische Luft tief ein und schloss dabei die von Leid gezeichneten Augen. Kurz wischte sie sich danach die Tränen von den Wangen und stand vom Stuhl auf. Ihr Ziel war der Tisch, auf dem Federkiel, Tinte und Papier lagen. Sie nahm zwei Blätter an sich und las sich beide mehrmals durch.

((1. Blatt))
Das Zimmer hell erleuchtet
Das Fenster geschlossen
Ich mitten drin
Und doch alleine

Stimmen sind bei mir
Sie flüstern mir zu
Den Dolch erhoben
Um Opfer zu bringen

Stille umfängt mich
Mein Herz rast wie wild
Gedanken sirren wirr umher
Ich schreie nach Hilfe

...doch niemand hört mich
Wo bin ich?
Wer bin ich?
Und warum bin ich?


((2. Blatt))
Was ist richtig
Was ist falsch
Wo führt mein Weg hin?

Warum sehe ich ihn nicht mehr
Wieso blicke ich in die Schwärze
Und meine Gedanken sind so wirr

Ich frage mich
Ob die Götter mit mir spielen
Oder gibt es ein Schicksal?

Ich habe meinen Weg verloren
Und finde ihn nicht mehr
Niemand kann mir helfen

Ich bin alleine...


Langsam steiften ihre dünnen Finger über die Schrift auf den Papieren und sie legte die Blätter wieder zurück. Die Stimmen waren verschwunden, dank des Armreifes, doch nun fühlte sie sich so hilflos und so alleine. Auch wenn sie mit jemandem sprach oder unter Leuten war, es kam ihr so vor, als wären sie weit weg. Selbst ihr Mann, Rayden, war für sie unendlich weit entfernt und sie hatte ihn schon länger nicht mehr gesehen. Ob er wusste, wie es um sie bestellt war? Das ein Dämon an ihre Seele klopfte und Tura sie holen wolle?

Nach einem Moment des Stehens, setzte sie sich an den Tisch, da ihre Beine anfingen zu wackeln und sie befürchtete jeden Augenblick umzufallen. Ashandra starrte auf das Papier und griff nach der Feder. Sie hatte das Gefühl, sie müsse etwas schreiben, doch sie wusste nicht was. Ihre Gedanken überschlugen sich förmlich und es kamen ihr Bilder in den Sinn. Ihre Nationsführerin Solara, wie sie lachend mit ihr getrunken hatte, die kleine Elfe Salia, welche schon viel erleiden musste und noch viele weitere Personen mehr, denen sie begegnet war in der letzten Zeit und davor.

Zwischenzeitlich tauchte auch hier und da die Erinnerung auf, wo sie noch nicht so krank war und gut mit ihrem Schwert umgehen konnte. Nun stand das filigran gearbeitete Familienerbstück seit längerem in der Ecke neben ihrem Bett und harrte der Dinge, die da kommen würden. Das Schwert war Ashandra schon längst zu schwer geworden, als dass sie es überall mit hin nahm, so wie früher. Ihr Vater würde sie zum Training prügeln und als die Erinnerung an ihre alte Heimat aufkam, da brach sie in Tränen aus. Wie gern wäre sie damals nicht von der großen Schlacht davon gelaufen und wäre auf dem Schlachtfeld gestorben, doch sie war nicht bereit dazu gewesen. Und sie wäre es noch immer nicht.

Das Gefühl, dass ihr jemand eine Hand auf die Schulter legte, brachte sie ruckartig aus ihren Erinnerungen zurück. Sie blickte sich um, doch sah sie niemanden. Jetzt zweifelte Ashandra selbst noch an ihren eigenen Sinnen und stand auf.

Sie ging auf das Bett zu und hielt sich den Verband an der linken Seite. Die Wunden taten noch immer weh, auch wenn es nun schon sehr lange her war, dass sie aufgegangen waren. Die Entzündung schürte sich immer wieder neu an, jedes mal dann, wenn Ashandra dachte, es wäre nun vorbei und endlich geschafft.

Das Bett umfing sie mit sanfter Weiche und sie hüllte sich in eine flaumige Decke ein. Abermals kreisten ihre Gedanken um die Personen, die ihr wichtig waren. Ashandra bekam Angst, dass ihnen etwas passieren könnte, weil sie nicht da war, sondern im Bett lag, doch würde sie nichts ausrichten können. Sie war müde. Müde vom sitzen, gehen, stehen… Müde vom nachdenken und von einfach allem... Sie schlief ein und in ihrem Traum plagte sie sich weiter.

Sie öffnet ihre Augen. Um sie herum ist nichts als Dunkelheit. Nichts dringt an ihre Ohren, außer ihr eigener Atem, welcher langsam immer schneller wird. Dann ein gellender Schrei, der durch die Knochen hindurch geht und sich dort fest verankert. Es schmerzt sehr und sie braucht alle Kraft, die sie hat, damit sie sich nicht windet vor Schmerzen. Wild sieht Ashandra umher und erkennt weiterhin nur Schwärze. Allmählich fängt ihr Körper an zu zittern und sie bekommt Angst. Ganz leises Wispern hört sie hinter sich. Es lockt sie mit einer säuselnden Stimme in der Ferne. Ihr kommt die Stimme bekannt vor und sie rennt los. Ashandra will nur noch Weg von diesem Säuseln, doch mit jedem Schritt den sie macht, kommt es ihr vor, als laufe sie auf die Stimme zu. Sie sträubt sich dagegen, wechselt die Richtung, doch noch immer läuft sie der Stimme entgegen. Abermals bleibt Ashandra stehen und sieht gehetzt umher, doch sie kann nichts erkennen. Ihre Augen erblicken nur Schwarz. Als sie den nächsten Schritt machen will, brechen ihre Beine unter ihr weg und hart kommt sie mit dem Kopf auf den schwarzen Boden auf.

Unter ihren Augenliedern rasten ihre Augen hin und her. Ihr Atem war schnell und ihr Körper zuckte ab und an kurz. Als würde sie gejagt werden. Die Beute in ihrem eigenen Traum...

Kühle schlägt ihr entgegen und ihre Sinne sagen ihr, dass es ein Steinboden unter ihr sein muss. Aber kann sie ihren Sinnen vertrauen? Langsam richtet Ashandra sich auf. Jeder Knochen schmerzt und nimmt es ihr übel, dass sie gestürzt ist. Schwindel greift nach ihr, doch sie wird am Arm gehalten von einer zarten Hand. Der Griff ist fest, dennoch tut er nicht weh. Ihre Augen spielen ihr noch immer einen Streich und sie erkennt niemanden. Schwärze, wohin sie blickt. Sie will etwas sagen, rufen, doch ihr Mund öffnet sich nicht und ihre Stimmbänder gehorchen ihr nicht.

Gemächlich wird ihr der schwarze Schleier der Dunkelheit von den Augen gezogen und sie erblickt eine Frau. Nie in ihrem Leben hat sie solch eine Schönheit gesehen. Die Alabasterfarbene Haut und die anmutigen Züge der Frau lassen Ashandra ihre Gedanken vergessen und alles drum herum auch. Selbst die Angst fällt von ihr ab, als würde sie diese einfach los lassen.


Ohne Hast hob und sank sich der Brustkorb von Ashandra im Takt ihres Atems. Ruhig lagen die Augen hinter den Liedern und ihr Körper entspannte sich allmählich...

Die Frau lächelt Ashandra an und ihr wird warm. Sie fühlt sich geborgen und verstanden. Zum ersten Mal in ihrem Leben spürt sie, was Vertrauen wirklich bedeutet, denn sie vertraut dieser Frau bedingungslos, ohne dass sie weiß, wer sie ist. Und als die Frau ihr die Hand dar bietet, bemerkt Ashandra, dass sie selber nicht mehr blass ist. Sie fühlt sich stärker und spürt förmlich die Kraft aus sich heraus sprudeln. Ihre rotbraunen Haare sind lang und fallen über ihre Schultern. Eine filigran gearbeitete Rüstung ziert ihren Körper und an ihrer Seite steckt das Familienschwert in einer fein gearbeiteten Scheide. So wollte sie immer sein als Kriegerin und als Vorbild für andere.

Doch leise vernimmt sie wieder eine Stimme, welche ganz weit weg zu sein scheint und sie spürt einen kurzen Ruck. Etwas irritiert sieht Ashandra die Frau an, welche lächelt und noch immer ihr die Hand hinhält. Gedanken, was das gewesen sein könnte, will sie sich nicht machen. Sie weiß nicht warum es war und will es auch gar nicht wissen. Sie fühlt sich wohl und reicht der Frau ihre Hand.


Ein Lächeln huschte über Ashandras Lippen, dann ließ ihre Atmung nach. Weinend schüttelte eine Elfe ihre Schultern und schrie immer und immer wieder: „Ashandra! Verlass mich nicht!“ Doch das Leben von Ashandra Cillian hatte geendet. Nicht wie es für eine Kriegerin üblich war, sondern krank in einem Bett und einschlafend vor Müdigkeit...


Der Wind umschmeichelte die blassen Züge von der Toten und fuhr der Elfe, welche sich im Schlafgemach Ashandras aufhielt durch die Haare. Noch immer konnte die Elfe es nicht verstehen, warum Ashandra der Krankheit erlag. Denn alles sprach dafür, dass es besser geworden war. Weinend drehte sich die Elfe von der Toten ab und blickte auf den Tisch.

Ihre Aufmerksamkeit und Neugierde wurde von beschriebenen Papieren geweckt und sie ging zum Tisch. Die Schriftstücke mit den Gedichten hatte sie noch nie gesehen und sie las sich diese durch. Tränen tropften auf das Pergament, als sie den Sinn verstand, der hinter dem Geschriebenen zu finden war. Dann erblickte sie das Papier, wo die Feder noch neben lag und es aussah, als habe erst vor kurzem jemand etwas geschrieben.

Die Elfe brach abermals in Tränen aus und rannte aus dem Zimmer, nachdem sie gelesen hatte.
In sehr feinen und doch grauenvollen Lettern ward geschrieben:
Ich habe das eingefordert, was mir unterzeichnet wurde mit der Seele und dem Blute. Dies soll ein Mahnmal für all diejenigen sein, die meinen, sie würden gläubig sein. Dieses schwächliche Menschenweib hatte einen Pakt mit mir und hielt sich nicht an diesen.
So wird jeder enden, der mit mir spielt.

Und dich, kleine Elfe, bekommen wir auch noch. Wehre dich nicht, wir bekommen jeden, den wir haben wollen.


Wind kam auf und das Blatt auf dem Tisch fing sich leicht an zu bewegen. Wie von Geisterhand bildete sich eine zierliche Schrift unter den grauenvollen Worten:

So kostbar ein Leben auch ist, es wird irgendwann vor meinem Anlitz stehen und es wird entschieden, ob es bleibt oder vergeht. Ob es wieder kehren darf, dass steht woanders geschrieben.

Ich nahm, was mir gegeben. Ich gebe, was mir genommen.


[Dieser Beitrag wurde am 01.04.2006 - 20:19 von KleineSchlange aktualisiert]





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