<Skinner> unregistriert
| Erstellt am 24.06.2005 - 22:26 |  |
Beim Lernen bin ich auf diese beiden Begriffe gestoßen, die ich leider noch nicht ganz auseinanderhalten kann. Hier mal die Definition mit meinen Worten. Shaping: es gibt ein Ziel und jeder Schritt in diese Richtung wird verstärkt.
Chaining: es gibt auch ein Ziel, aber nur das Erreichen des Endziels wird belohnt/verstärkt. Das Erreichen der Zwischenschritte dient als Verstärker für die Reaktion die zum Zwischenschritt geführt hat und dient als diskriminativer Stimulus für den nächsten Schritt.
Aber woher weiß denn die Versuchsperson, dass sie sich auf dem richtigen Weg befindet? Die Verstärkung erfolgt doch durch die eigenen erreichten Zwischenschritte von denen doch der Vp nicht bekannt ist, ob sie überhaupt zum Endziel führen?
Als Beispiel im Skript habe ich: Shaping: Schreiben lernen 1. Belohnung für einigermaßen richtig geschriebenen Buchstaben 2. ...für den zeilenrichtig geschriebenen Buchst. 3. ...flüssig zusammengeschriebenen Buchst. usw. Chaining: Klavierspielen lernen 1. Belohnung für fingerrichtig gespielte Note 2. ...für fingerrichtig gespielten Takt 3. ...für fingerrichtig gespielte Taktfolge
Bei diesen Beispielen geht man doch nach dem gleichen Lernmuster vor?! Und ich dachte bei Chaining wird nur das Endziel belohnt???
Beste Grüße Lars
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<Christoph Bördlein> unregistriert
| Erstellt am 25.06.2005 - 16:45 |  |
Hallo Lars,
schöner Benutzername (sieh mal unter www.verhalten.org nach, dann weißt du, was ich meine).
Beim Chaining wird in der Tat nur das Ende der Verhaltenskette direkt verstärkt, alle vorhergehenden Verhaltensweisen führen nur zu neuen Situationen, die diskriminative Stimuli dafür sind, dass am Ende ein Verstärker kommt - drum wird das auch unter Stimuluskontrolle (als Stimulus-Response-Kette) abgehandelt.
Die Verhaltensformung (Shaping) dagegen beinhaltet ein definiertes Zielverhalten und den Einsatz von differentieller Verstärkung bei einer Reihe von allmählichen Annäherungen an dieses Zielverhalten.
Beim Chaining handelt es sich um eine Kette von mehreren Verhaltensweisen, deren letzte verstärkt wird, beim Shaping wird ein Verhalten nach und nach umgeformt, wobei die Zwischenstadien verstärkt werden (Bsp: Tanzen lernen - am Anfang wird man für halbwegs richtige Schritte gelobt und dafür, dass man der Partnerin nicht auf die Füße tritt, am Ende nur noch wenn man auch elegant im Takt usw. ist).
Wissen, dass es auf dem richtigen Weg ist, tut das Indivduum es beim Chaining deshalb, weil einzelnen Glieder der Kette nach und nach aufgebaut wurden (z.B. wenn eine Ratte einen Parcours im Käfig läuft, wird zunächst die letzte Verhaltensweise verstärkt, dann nach und nach alle vorherigen dran gehängt, Futter kiegt die Ratte aber immer erst, wenn sie die letzte Vhw. ausführt.
Beim Chaining bezieht sich die zeitliche Komponente auf die Ausführung der Verhaltensweisen, beim Shaping auf den Erwerb des Verhaltens.
Christoph
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