Ambient Circle



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Tomabe ...
Der Zusammenklang
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...   Erstellt am 20.12.2007 - 19:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Leute

Hiermit eröffne die Sessionregeln.
Jedes AC - Mitglied darf sich daran beteiligen, unsere Gesetze für Sessions, wie auch gemeinsame Special-Events aufzustellen.

Beginnen möchte ich mit den uns allen hoffendlich bekannten Session-Tipps der www.Sphericlounge.de

Wer die Tipps noch nicht kennt, der kann sie hier nachlesen:

gemeinsame improvisation:
ambient ist stark klangorientierte musik - melodie, rhythmik und harmonie erscheinen sekundär als klangereignisse ohne dauerhaft dominant zu werden - der klang bleibt
der hauptgegenstand. vor allem solisten müssen sich daran oft erst gewöhnen. electronic ambient live zu spielen bedeutet vor allem dem zuhören beim improvisieren einen grossteil seiner aufmerksamkeit zu spendieren (anstatt der kontrolle der finger). oft ist es entscheidend, welche frequenzbereiche (z.b. bass)
aktuell noch unbesetzt sind, wenn es darum geht etwas passendes zu entwerfen. wie beim kochen (gewürz) entscheidet auch oft die dosierung darüber, ob etwas passt
oder nicht. ein schriller, scharfer impuls im hallraum kann als seltener, rhythmischer akzent wunderbar sein, zu häufig oder gar durchgehend eingesetzt wirkt er zerstörerisch. es ist sehr viel leichter einen laufenden song mit expressiven einwürfen
zu zerstören, als ihn konstruktiv zu ergänzen. relativ schwierig ist es, in die führungsrolle zu gehen und etwas vordergründiges zu etablieren, was den charakter des stückes definiert. wer im team electronic ambient improvisiert, agiert eher sporadisch. wer durchgehend im vordergrund stehen will, nimmt den anderen entfaltungsspielraum. genaues zuhören und selektives beitragen ist das a und o,
aber auch verlässlichkeit schaffen ist wichtig. hat man einmal ein musikalisches fundament etabliert, sollte man das auch so lange durchziehen wie nötig, um die
andere nicht plötzlich im leeren stehen zu lassen. auch ist es immer gut darauf zu achten, wie viel aufmerksamkeit der eigene beitrag gerade zieht œ häufig dreht man sich so laut bis man sich selber gut hören kann und übersieht dabei, dass das, was man gerade beisteuert für die rolle die es im kontext spielt zu viel aufmerksamkeit
zieht und dabei andere ins abseits drängt. die kunst besteht dabei nicht nur sich selbst, sondern sich im kontext der anderen zu hören und permanent das lautstärkeverhältnis anzupassen. gute musik entsteht erfahrungsgemäß erst, wenn alle mitspieler sich selber klar und deutlich im kontext der anderen hören und
gemeinsam beginnen empfindlich und wendig auf die impulse und modulationen der anderen zu reagieren und gemeinsam eine dramaturgische schwingung einzugehen. diesen komplexen zustand (flow) haben wir bisher fast ausschließlich in privaten sessions stabilisiert und es bleibt eine stehende herausforderung diesen auch in den
chaotischeren, öffentlichen session herzustellen.

beats erst ab der zweiten hälfte der session:
je mehr spieler an einem jam teilnehmen, desto chaotischer, überladener und lauter tendiert die musik zu werden. da wir mit dem konzept ‚electronic ambient— gestartet
sind und auch immer noch dazu stehen, wollen wir jetzt die unterschiedlichen
musikalischen interessen zeitlich entzerren. deshalb etablieren wir jetzt (01/2006)
zum ersten mal offiziell eine einschränkende regel und die lautet: vordergründige beats erst ab der zweiten hälfte der livesession. anvisiert werden soll eine über den abend hin ansteigende gesamtdramaturgie, die sich nach und nach hochschwingt - von sehr ruhigem minimal, ambient bis hin zu energetischer und beatorientierter
musik beliebiger stilistik. so kommt bei einem 5 stunden jam hoffentlich jeder zum
zug. electronic ambient ist aber nur der kern, von dem aus man exkursionen zu einer vielzahl von musikstilistiken unternehmen kann. ohne musikstilistische identität droht eine für alle beteiligten behindernde beliebigkeit.

bitte keinen soundcheck während der session :
jeder kann auf kopfhörer testen was und so lange er will. wenn jedoch jeder testet
was das zeug hält sind bereits alle entnervt bevor es losgeht. das gilt besonders bei laufender session! allein deshalb sollte man schon eine vorhörmöglichkeit (dj-mixer)

mitbringen. zum entspannten improvisieren gehört eine klanglich entspannte atmosphäre. auch solisten mit akustischem instrument und mikrofon müssen sich klanglich in den bestehenden mix hineintasten. wer sich selber klar und sauber hören will braucht eine vorhörmöglichkeit auf kopfhörer.

fehler machen erlaubt:
natürlich soll man auf den anderen rücksicht nehmen, aber wer spielerisch lernen will macht zwangsläufig fehler deshalb ist toleranz im umgang mit ausrutschern und
patzern eines der wichtigsten sozialen umgangsprinzipien. es ist allemal besser sich etwas zurückzunehmen, statt gleich auf konfrontationskurs zu gehen. langfristig ist
eine entspannte gesamtstimmung viel wichtiger als qualitätskontrolle des moments.

vorhören mit dj-mixer:
jeder mitspieler, der an einer session teilnimmt, sollte die lautstärke, klang, harmonie und bpm seines instrumentes soweit im griff haben, dass er die anderen nicht stört. viele benutzen deshalb einen kleinen dj-mixer mit kopfhörer um eine
vorhörmöglichkeit zu haben, bevor man sich in den Gesamtmix hineinfadet. da niemand den zentralen mix kontrolliert ist jeder spieler für seinen lautstärkepegel selber verantwortlich und das ist auch der kritischste und verletzlichste punkt des projektes œ die selbstverantwortliche lautstärkeregelung. wer noch wenig erfahrung mit elektronischen live-jams hat, sollte sich zu beginn sanft in den gesamtmix hineinfaden und auch eher hintergründiges beisteuern. wer sich sicher genug fühlt
vordergründiges zu etablieren, sollte dauerhaft im überblick behalten inwieweit er die
anderen mit seinem beitrag einschränkt.

aufbau / abbau:
es hat sich so eingebürgert, dass jeder während der livesessions kommt und geht
wann er will. das schafft flexibilität und nimmt termindruck. besser ist es natürlich vor sessionbeginn mit dem aufbau fertig zu sein, aber so mancher schafft das zeitlich einfach nicht und möchte trotzdem gerne mitspielen. auch hier gilt, dass man die anderen nicht behindern, oder unnötig beanspruchen sollte. wer mitten in einer laufenden jamsession sich noch ins hauptmischpult stöpseln will, sollte das auch
alleine und ohne knackser hinbekommen. wer sich unsicher ist sollte lieber früher kommen und das risiko vermeiden andere während der livesession zu stören. wer
hilfe braucht sollte nur leute anspechen, die gerade nicht konzentriert improvisieren. wer sich während einer laufenden session ausklinken will, sollte sich natürlich zuerst
im hauptmischer runterziehen.

rauschen:
üblicherweise entsteht bei der vielzahl der mitspieler ein kritischer rauschwert auf der aufname den es in schach zu halten gilt. wenn jeder darauf achtet seinen eigenen rauschbeitrag möglichst gering zu halten entsteht ein deutlich besseres ergebnis. vor allem für mitspieler die mit mikrofon arbeiten ist es enorm wichtig sich nur dann in den mix hineinzugehen, wenn auch wirklich gespielt wird. in längeren pausephasen sollte man sich in jedem fall am hauptmischer auf null drehen, um den mix nicht unnötig mit rauschen zu belasten. auch hier ist also selbstverantwortung gefragt.
jeder sollte wissen auf welchem stereo-kanal er in den mischer geht.

Auszug von www.sphericlounge.de

[Dieser Beitrag wurde am 21.12.2007 - 09:35 von Tomabe aktualisiert]





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Harmonie entsteht, wenn unterschiedlichen Größen erlaubt wird sich zu ergänzen.

Tomabe ...
Der Zusammenklang
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...   Erstellt am 20.12.2007 - 19:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Numero uno: Team-Work und Ohren für die (Mit)Musik(er)

Numero due: Ganz wichtiger Punkt, weil passiert immer wieder Da wir nie alle mit Midi-Clock verbunden sind, möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass wenn jemand eine Sequenz gestartet hat, keiner eine andere Sequenz, die nicht zum Timing passt, beimischt! So schon häufig passiert und hat leider "Klasse Aufnahmen" ruiniert. Schade.

[Dieser Beitrag wurde am 10.01.2008 - 18:29 von Tomabe aktualisiert]





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Moogie183 ...
Der Ton
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...   Erstellt am 25.01.2008 - 23:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn man das hier alles liest,
wundere ich mich,
wie die bisherigen Sessions funktionieren konnten...

alle Achtung...




Tomabe ...
Der Zusammenklang
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...   Erstellt am 25.01.2008 - 23:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Moogie183 schrieb

    Wenn man das hier alles liest,
    wundere ich mich,
    wie die bisherigen Sessions funktionieren konnten...

    alle Achtung...


Doch, alles geht. Mit ein wenig Zurückhaltung funktionierts. Mich eingeschlossen





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Oliver ...
Das Tongemisch
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...   Erstellt am 06.02.2008 - 22:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo.

Hi Moogie183, liest sich das echt so hart?

Beim Machen hat jedenfalls keiner das goldene Regelbuch auf den Knien liegen! Soll nicht heissen wir werfen das über den Haufen.

Gedanken zu Ambient und den Live-Jams und den Regeln hat Enzo von der Spheric Lounge sehr gut zusammengetragen. Ein must-read für alle AC'ler!

Gedanken zu Ambient von Enzo/Spheric Lounge

ciaOliver





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Es wird immer weitergeh'n - Musik als Träger von Ideen!

AdMichael ...
Administrator
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...   Erstellt am 12.03.2008 - 22:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo

Die "Gedanken zu Ambient von Enzo" sind wirklich lesenswert. Danke für den Link!

Besonders gut finde ich die Beobachtung sich nicht auf ein vorgegebenes und vermeintlich hohes Niveau zwingen zu lassen.

Ich vergleiche diese Form der Sessions gerne mit der früher weit verbreiteten Hausmusik, bei der nicht nur gelernte Profis wirklich Musik machen dürfen. Viel mehr stand das private nicht kommerzielle Musizieren im Vordergrund. Und zwar nur zu einem Zweck. Gemeinsam mit den Zuhörern Spaß zu haben.

Laut Wikipedia ist Hausmusik zwar nicht öffentlich, aber ich sehe sie auch eher als Metapher.

Meines Erachtens kann man über Kunst nicht streiten!

Michael


PS: Hier auch noch ein sehr interessanter Video-Beitrag:

]Larry Lessig: How Creativity is being strangled by the law.
"user generated content -> for the love of what they are doing, and not for the money!"
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[Dieser Beitrag wurde am 04.03.2015 - 11:03 von AdMichael aktualisiert]





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Das Hirn opfert die "Wahrheit" zu Gunsten einer stabilen Wahrnehmung der Welt. (Bas Kast)


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