Seria 

Status: Offline Registriert seit: 09.01.2006 Beiträge: 841 Nachricht senden | Erstellt am 26.05.2008 - 23:22 |  |
Hallo zusammen!
Ich werde hier nun nach und nach die komplette Biographie Serias aufschreiben – zumindest insoweit, wie ich mich noch an sie erinnern kann. Die Zitate sind dabei Originale, sie sind allesamt so, wie sie hier stehen, von mir oder anderen Spielern in RPs geschrieben worden (bis auf eine Ausnahme).
Ich bitte darum, dass alle hiesigen Ideen meine bleiben. Wer sich hiervon inspirieren lassen möchte, darf das gerne tun – nur kopiert werden darf nichts. Des Weiteren möchte ich daran erinnern, dass alles, was hier steht, größtenteils der Vergangenheit angehört und demnach nicht im RP verwendet werden kann. Die Texte müssen auch nicht zwingend den neusten Stand der Dinge wiedergeben. Ich werde mich aber bemühen, ihn durch angefügte Posts möglichst aktuell zu halten.
Bei Fragen einfach eine PN an mich.
Und schon geht’s los! ^^
"Steh auf! Steh auf, sag ich! Erbärmliches Ding..."
Dunkelheit, Schmerz und Befremdung... das war alles, was die Elfe fühlte in jener Nacht.. der Nacht der Nächte. Er hatte sie gejagt, gehetzt, an den Rand der Bewusstlosigkeit getrieben... nur, um ihr am Ende doch das Leben zu schenken. Ein Spiel war es wohl gewesen, zumindest für ihn... doch die Elfe war seitdem gezeichnet. Er hatte sie vor die Wahl gestellt zwischen Leben und Tod, und in all der Verzweiflung und der Angst vor dem Ungewissen entschied sie sich für den Fluch. Ihre Haut wurde fortan blasser, fremde Gelüste erwachten in ihr - sie wurde zu einer der seinen, einer Feylamia.
"Wieso wehrst du dich noch? Den Kampf hast du doch schon lange verloren..."
Es folgte die Zeit der Wandlung... und sie war grausam. Zunehmend veränderte sich das Wesen der Elfe, woraufhin sie sich mehr und mehr zurück zog und mit sich und der Welt zu hadern begann. Denn anstatt sich mit ihrem Schicksal abzugeben, trotzte die Frau dem selbst gewählten Fluch, verweigerte die Jagd auf die ehemaligen Artsgenossen und suchte stattdessen fieberhaft nach einem Weg aus dieser ausweglosen Situation. Nach und nach ging ihr das an die Substanz – tiefe Depressionen überfielen sie, hielten sie gefangen in einem schwarzen Loch, aus dem sie nicht mehr herausfand, sie magerte ab, verlor an Kraft... und fast sah es danach aus, als würde sie sich letztendlich doch umentscheiden und den den Tod der ewigen Qual vorziehen...
Doch dann kam er.
„Kommt, ich bringe Euch zurück – denn hier solltet Ihr nicht sein.“
In den Tiefes des Totenreichs fand sie ihn, Nork, bewegungslos, aschfahl, dem Ende nahe. Er hatte sich bereits mit seinem Tod abgefunden und war bereit, sich den Schatten hinzugeben, doch instinktiv spürte Seria, dass seine Zeit noch nicht abgelaufen war. So nahm sie ihn kurzerhand mit zurück in die Welt der Lebenden, um ihn als ihren Diener einzustellen – und das brachte die Wendung. In ihrer Verzweiflung und angesichts der stets drohenden Dunkelheit, die sie verfolgte, sehnte sich Seria nach Schutz... und zur Überraschung aller fand sie ihn in Norks Armen. Er war nach wie vor ihr Bediensteter.. und doch wurde er zu so viel mehr für sie. Für wenige Wochen schien es, als würde er ihr die nötige Kraft geben, um den Fluch endgültig bekämpfen zu können – zumindest schien sie mit neuem Eifer nach einer Lösung ihres Problems zu suchen. Es sah gut aus für die naive Lady.
„Du bist so gut zu mir.. und das, ohne eine Gegenleistung zu verlangen... Ich liebe dich...“
Auf die Zeit des Glücks folgte jedoch schon bald die Zeit der Rückschläge. War sie anfangs noch vollen Mutes und des Sieges gewiss, wurde Seria nach und nach wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Vielen Hinweisen war sie nachgegangen, hatte nicht eine Möglichkeit ausgelassen, sich des Fluches zu entledigen - selbst ihren Schöpfer hatte sie gejagt und im Kampf vernichtet. Und doch blieb sie erfolglos. Auch ihr Verhältnis zu Nork wankte, denn in all ihrem Frust blieb kein freundliches Wort mehr für ihn übrig. Stattdessen wurden die Treffen mit ihm immer seltener; und wenn es doch mal zu einem kam, gingen die beiden meist im Streit auseinander. Immer öfter schickte Seria ihren Liebsten fort, wies ihn von sich, um allein zu sein – ein Zustand, der Nork sehr zusetzte. Er war ihr nach wie vor ergeben und wagte es daher nicht, sich ganz von ihr abzuwenden – die Distanz zwischen beiden vergrößerte sich jedoch von Mal zu Mal. Seria wiederum litt ebenfalls – und doch konnte sie die Anwesenheit ihres Liebsten nicht ertragen, so sehr verabscheute sie, zu was sie bereits geworden war. Norks guter Einfluss fehlte ihr.. doch sie war fest davon überzeugt, dass sie ihm niemals das geben konnte, was er ihrer Meinung nach verdiente. Gleichzeitig brachte sie es nicht über sich, ihn ganz gehen zu lassen, denn dafür hing sie viel zu sehr an ihm.
“Schaut mal da! Was ist das? ... Oh Gott, ein Drache! Ein Drache!! LAUFT!!“*
*(Anm. der Autorin: Dies ist als einziges ein frei erfundenes Zitat.)
Das Ende der Beziehung kam unverhofft und in Form einer fliegenden Echse: Ein grüner Drache hatte seine Behausung verlassen und suchte das Dorf, das ihm ein Dorn im Auge schien, in wilder Raserei heim. Satu Mare wurde gnadenlos niedergebrannt und dessen Bevölkerung in alle Himmelsrichtungen zerstreut – ebenso wie Nork und Seria. Sie waren nicht beieinander, als der Drache zuschlug – und hinterher fehlte von des Ladys Diener jede Spur. Seria suchte lange nach ihm. In jedem umliegenden Dorf fragte sie nach seinem Aufenthaltsort, schickte Detektive aus, die ihn finden sollten... doch vergeblich – Nork blieb verschwunden. Nach Monaten der Suche kehrte die Verfluchte schließlich wieder nach Satu Mare zurück und half dort, das zerstörte Dorf wieder aufzubauen. Sie erwarb das Grundstück, auf dem früher ihr Haus gestanden hatte, und ließ auf das alte Fundament einen hohen Turm errichten, welcher aus purem Elfenbein bestand. Den Keller, welcher als einziges Überbleibsel den Drachenangriff überstanden hatte, restaurierte sie selbst, hielt ihn jedoch vor den anderen Bewohnern geheim und nutzte ihn anschließend als Privatgemach und Versteck. Von nun an verbrachte sie kaum noch Zeit außerhalb ihres Turms, verließ diesen nur, wenn ihr keine andere Wahl mehr blieb, und träumte stattdessen tief unten in ihren vier Wänden von alten Erinnerungen und vergangenen Tagen. Ihre Verwandlung wurde derweil vollkommen, sodass sie fortan eine echte Feylamia war – Seria hatte resigniert.
"Lasst mich Euer Antlitz einfangen, Mylady - auf dass es sowohl mich als auch die Welt in Staunen versetze."
Es geschah an einem jener Tage, als es die Lady nicht weiter zu Hause aushielt und sich trotz aller Müdigkeit ins Freie begab: Ein junger Mann erblickte sie auf dem Dorfplatz, zückte kurzentschlossen Papier und Kohlestift und fertigte eine grobe Skizze von Serias Profil an. Ein Entschluss mit Folgen: Durch sein Verhalten von ihrer sonstigen Passivität in eine aktive Rolle gezwungen, sprach die Feylamia den Jüngling an und forderte von ihm eine Erklärung für sein ständiges Starren - dass er gezeichnet hatte, hatte sie nicht gemerkt. Es entwickelten sich ein kurzes Gespräch und im Laufe der nächsten Tage weitere Treffen, bis das Bild schließlich fertig gestellt war und der Künstler das Dorf wieder verließ. Es hatte sich keine Freundschaft zwischen den beiden gebildet, nein, nicht einmal eine besondere innere Bindung war entstanden - und doch war es diesem jungen Mann zu verdanken, dass Seria auch nach seinem Verschwinden wieder öfters durch das Dorf streifte und im Wald häufiger unterwegs war. Die wirkliche Bedeutung hiervon wurde ihr erst viel später bewusst - doch war es da für einen ausgesprochenen Dank natürlich schon viel zu spät. So tat sie das einzige, was sie in solchen Fällen sonst auch zu tun pflegte: Sie bewahrte etwas auf, dass sie an ihn erinnerte, und beschützte es wie einen Schatz. Es fand schon bald einen eigenen Platz in ihren Gemächern und diente ihr fortan als weiteres Stück Vergangenheit, das sie sich so lebendig hielt.
"Nur zu, lauf ruhig... Entkommen wirst du mir trotzdem nicht!"
Von nun an war die Lady wieder eine bekannte Bewohnerin des Dorfes. Ab und zu traf man sie auf dem Marktplatz beim Einkaufen oder sah sie über das Plaster des Dorfplatzes schlendern, begegnete ihr im Garten oder gewahrte sie am Ufer des Waldsees. An wolkigen Tagen stand ihre Behausung meist leer, denn Seria ging nun regelmäßig auf die Jagd oder erkundete gewissenhaft die umliegende Gegend, um herauszufinden, wo sich Elfenniederlassungen befanden. Je mehr Zeit dabei verging, umso mehr sah sich die Lady nun als eigenes Wesen, was sie von ihren früheren Artsgenossen loslöste. Der Gedanke, früher einmal auch eine Elfe gewesen zu sein, behinderte sie mittlerweile nicht mehr, und die Routine, die mit der steigenden Zahl an Angriffen auf Elfen kam, tat ihr Übriges, um aus Seria eine erfolgreiche Jägerin zu machen. Sie hatte sich in ihre Rolle eingefunden und beherrschte sie mittlerweile instinktiv.
~Was war das..? ... Oh nein, nicht das! Nicht der Keller!!~
Vermutlich wäre das Leben der Feylamia auch weiterhin in glatten Bahnen verlaufen und im immer-gleichen Trott geblieben, hätte sich nicht eine Handvoll Diebe dazu entschlossen, dies zu ändern. An einem späten Abend (es war schon fast dunkel), als Seria vom Marktplatz aus nach Hause lief, hielt eine Bande sie fälschlicherweise für eine schwache Menschenfrau, und zwei der Männer folgten ihr kurzerhand bis zum Elfenbeinturm. Ihr Plan war, sich im Turm aufzuteilen: Einer wollte Seria töten und der andere sich derweil schonmal in den unteren Geschossen nach Wertsachen umsehen. Seria ahnte von all dem nichts - und reagierte entsprechend überrascht, als sich einer der Männer mit einer Waffe auf sie stürzte. Sie ging sofort in die Verteidigung und tötete den Einbrecher nach kurzem Gerangel. Währenddessen hatte der andere die Falltür entdeckt und war hinab in das Kellergewölbe gestiegen. Das merkte Seria aber erst, als sie die Leiche ihres Angreifers hinunter in die Eingangshalle trug - und dabei entdeckte, dass die Falltür sperrangelweit offen stand. Der Anblick versetzte ihr einen gewaltigen Schock. Sofort folgte sie dem Einbrecher hinab in ihre geheimen Gemächer und sah gerade noch, wie er alte Briefe ihrer früheren Freunde verbrannte und Norks Pullover, das einzige Stück Erinnerung, das sie noch von ihm besaß, in der Hand hielt. Sie erstarrte. Der Mann, welcher sich aufgrund ihres überraschendem Auftauchens erschreckte, ließ den Pullover fallen und nutzte den Moment, um die Feylamia zur Seite zu stoßen und kurz darauf aus dem Keller zu fliehen. Das löste die Starre, und sofort setzte Seria zur Verfolgung an, wutentbrannt und voller Rachegedanken. Sie folgte dem Dieb aus ihrem Haus ins Wohnviertel, ungeachtet dessen, dass es nun bereits Nacht war, und holte sogar soweit auf, dass ihr nur noch ein paar Meter fehlten, um den Einbrecher zu fangen - da fand die Jagd ein abruptes Ende. Der Mann hatte blindlings den Weg am Dorfbrunnen vorbei gewählt, welcher auf einem kleinen Platz mitten im Wohnviertel stand. Hier konnte der Mond, der dank der vorherrschenden Dunkelheit kräftig leuchtete, umgehindert scheinen - Seria prallte förmlich gegen eine Wand. Getroffen zog sie sich in einen nahen Schatten zurück, rieb sich die verbrannten Stellen ihrer Haut - und sah gerade noch, wie ihr Gejagter um die nächste Häuserecke verschwand. In all ihrem Frust und der unglaublichen Wut, die die Handlungen des Einbrechers hervorgerufen hatte, heulte sie auf und schwor dem Diebespack bittere Rache, dann kehrte sie unverrichteter Dinge wieder in ihren Turm zurück.
In den folgenden Tagen wandelte sich die Wut Serias in eine tiefe Abneigung gegenüber jedem Dieb, dem sie über den Weg lief. Sie verbrachte nun viel Zeit damit, auf dem Marktplatz nach Kriminellen Ausschau zu halten und diese an ihren Machenschaften zu hindern. So erhoffte sie sich, dem Einbrecher von letztens und seiner Bande erneut über den Weg zu laufen, doch gleichzeitig festigte sich in ihr eine verquere Ansicht von Gerechtigkeit, die sie schon beim kleinsten Verdacht zum Handeln zwang. Dass sie selbst eine mordende Kriminelle war, verdrängte Seria schlichtweg - sie degradierte Elfen zu Tieren und rechtfertigte sich so ihr eigenes Handeln.
[Dieser Beitrag wurde am 10.06.2008 - 17:15 von Seria aktualisiert]
Signatur "Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt.
[...]
Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen glücklich zu sein."
(aus: "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry) |