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...   Erstellt am 01.10.2010 - 01:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Predigt von Prof. Dr. Georg May


Selbst­er­lö­sung durch Fort­schritts­glau­ben


Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

Die Men­schen haben eine Sehn­sucht nach Erlö­sung. Sie möch­ten befreit wer­den von den Übeln und Trüb­sa­len die­ser Welt, von Krank­heit und Tod, von Lei­den und Schmer­zen, von Arbeits­lo­sig­keit und Aids, von der Pla­cke­rei und dem Streit. Es ist unbe­streit­bar:
Es gibt eine Erlö­sungs­sehn­sucht unter den Men­schen. Sie ver­lan­gen nach Befrei­ung, nach Erleich­te­rung, nach Ent­las­tung.

Das Chris­ten­tum ist die Reli­gion der Erlö­sung.

Es bringt eine Befrei­ung, eine Ent­las­tung, aller­dings ande­rer Art, als die meis­ten Men­schen sie erseh­nen.
Das Chris­ten­tum bringt die Erlö­sung in der Tiefe der Seele, in der Mitte des Her­zens, näm­lich die Erlö­sung von der Last der Schuld, von der Schuld, die Schil­ler beschreibt als der Übel größ­tes: „Der Übel größ­tes ist die Schuld.“

Wir wer­den erlöst durch unse­ren Hei­land Jesus Chris­tus, durch sein Blut (Brief an die Hebräer, 9, 11 - 28).
Durch sein Blut haben wir die Erlö­sung. Er hat sich als Löse­geld hin­ge­ge­ben für uns. Durch sei­nen Tod sind wir mit Gott ver­söhnt. Das Blut Christi macht uns von allen Sün­den rein.

Doch an die­ser Erlö­sung sind viele nicht inter­es­siert.
Sie wol­len die Erlö­sung von den irdi­schen Übeln, und die Schuld sehen sie als sol­ches nicht an.
Sie wol­len die Erlö­sung aus eige­ner Kraft, sie wol­len die Selbst­er­lö­sung.

Das Schlüs­sel­wort der Selbst­er­lö­sung heißt Fort­schritt.

Es gibt einen regel­rech­ten Fort­schritts­glau­ben, der den Glau­ben an Gott, der den reli­giö­sen Glau­ben ersetzt.
Der Fort­schritt soll die Men­schen befreien von aller Schwä­che, allem Elend und aller Not.

Was ist Fort­schritt?

Nun, Fort­schritt ist die mit der Wei­ter­ent­wick­lung ein­tre­tende Ver­än­de­rung eines Zustan­des, die vor­wie­gend durch mensch­li­che Akti­vi­tät bewirkt wird und deren zeit­lich spä­tere Erschei­nungs­for­men einen höhe­ren Grad der Voll­kom­men­heit auf­wei­sen.

Als Fort­schritt bezeich­net man seit dem 18. Jahr­hun­dert vor allem die fort­schrei­ten­den wis­sen­schaft­li­chen, tech­ni­schen, kul­tu­rel­len, sozia­len, wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Errun­gen­schaf­ten, also den gerich­te­ten zivi­li­sa­to­ri­schen Wan­del. Den bezeich­net man als Fort­schritt.

Der Fort­schritt stützt sich in beson­de­rer Weise auf die Natur­wis­sen­schaf­ten.
Die Natur wird nicht mehr als Schöp­fung Got­tes gese­hen, die wir bewah­ren müs­sen, son­dern als eine dem Men­schen unter­wor­fene Wirk­lich­keit, die der Mensch benutzt und ver­än­dert, um die mensch­li­chen Lebens­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern.

Der Fort­schritts­glaube wurde eigent­lich recht erzeugt von dem Vor­gang, den wir in der Geis­tes­ge­schichte Auf­klä­rung nen­nen.
Die Auf­klä­rung des 18. Jahr­hun­derts hat den Fort­schritts­glau­ben erzeugt.
Er besteht in den fol­gen­den Ele­men­ten:
Der mensch­li­che Ver­stand, die mensch­li­che Ver­nunft über­win­det immer stär­ker die Kräfte der Bar­ba­rei, den Aber­glau­ben und die Gewalt. Die Ver­nunft wird schließ­lich zu einer ver­nunft­ge­mä­ßen Ord­nung der Ver­hält­nisse füh­ren.
Die Geschichte der Mensch­heit, so sagt der Fort­schritts­glaube, sei ein ein­deu­ti­ger Fort­schritt mit einem erreich­ba­ren irdi­schen Ziel.
Der Mensch werde immer mehr auf­ge­klärt, die Ver­nunft werde befreit, der sitt­li­che Cha­rak­ter des Men­schen werde ver­bes­sert.
Auch der Staat strebt eine immer höhere Daseins­form an; eine voll­kom­mene Staats­ver­fas­sung wird in Aus­sicht gestellt.

Im indus­tri­el­len Zeit­al­ter, also im 19. und im begin­nen­den 20. Jahr­hun­dert nahm der Fort­schritts­glaube eine andere Fär­bung an.

Nicht mehr die sitt­li­che Höher­ent­wick­lung des Men­schen, son­dern fast aus­schließ­lich der Fort­schritt in Wis­sen­schaft und Tech­nik und die damit ein­her­ge­hende Beherr­schung der Natur wer­den zum zen­tra­len Thema des Fort­schritts­glau­bens.

Vom wis­sen­schaft­lich-tech­ni­schen Fort­schritt ver­spricht man sich eine zuneh­mende Huma­ni­sie­rung, also Ver­mensch­li­chung, Ver­sitt­li­chung der Gesell­schaft.

Die von Dar­win erfun­dene Evo­lu­ti­ons­theo­rie schien diese Ansicht zu stüt­zen. Er behaup­tet ja, es gäbe eine Aus­lese im Kampf ums Dasein, und das Geeig­netste und am bes­ten Ange­paßte hat die größte Aus­sicht zu über­le­ben, und das gelte auch im Bereich des Men­schen.

Der Fort­schritts­glaube teilt sich in zwei Stränge. Der eine ist der soziale Strang.
Wir ken­nen ihn alle unter dem Namen des Sozia­lis­mus und des Kom­mu­nis­mus.
Hier soll die Selbst­er­lö­sung des Men­schen bewirkt wer­den durch die Abschaf­fung des Pri­vat­ei­gen­tums an Pro­duk­ti­ons­mit­teln.
Die Pro­duk­ti­ons­mit­tel, also Maschi­nen, Fabri­ken, sol­len in das Eigen­tum der Gesell­schaft über­ge­führt wer­den, die Roh­stoffe sol­len allen gehö­ren, der All­ge­mein­heit, dem Volke, wie man sagt.
Alle sol­len gleich sein, kei­ner soll über den ande­ren herr­schen. Die Aus­beu­tung des Men­schen durch den Men­schen soll been­det wer­den.
Alle Män­gel, so sagt der Sozia­lis­mus und der Kom­mu­nis­mus, wer­den dann besei­tigt sein, alle Men­schen wer­den über das Lebens­not­wen­dige ver­fü­gen, und so hat der Sozia­lis­mus das Prin­zip aus­ge­stellt: Jeder nach sei­ner Leis­tung, und der Kom­mu­nis­mus: Jedem nach sei­nen Bedürf­nis­sen.

Es ist rich­tig, alle Men­schen zur Teil­habe an den Gütern der Erde zu füh­ren. Das ist rich­tig.
Es ist not­wen­dig, für soziale Gerech­tig­keit zu sor­gen.
Aber es ist ein Irr­tum zu mei­nen, der Besitz von Nah­rung, Klei­dung, Woh­nung und Arbeit ver­än­dere die Seele des Men­schen, er bringe auto­ma­tisch den bes­se­ren Men­schen her­vor.
Wenn alle satt sind, sind sie noch lange nicht sitt­lich gut. Lei­den­schaf­ten und Trieb sind unaus­rott­bar.
Die Nei­gung zum Bösen läßt sich durch Geld und Besitz nicht besei­ti­gen.
Der Mensch, der wenig hat, hat seine spe­zi­fi­sche Gefähr­dung: Er will mehr haben. Aber auch der Mensch, der alles hat, ist gefähr­det: Er will noch mehr haben.
Der Hung­rige hat gewiß seine Anfech­tun­gen: Neid, Miß­gunst.
Aber auch der Satte ist von Betö­rung nicht frei: Genuß­sucht, Luxus, Über­mut.
Die Armut hat ihre Gefah­ren, aber der Reich­tum hat sie ebenso.
Es ist nicht wahr, dass die Auf­tei­lung der Erden­gü­ter und die Ver­ge­sell­schaf­tung der Pro­duk­ti­ons­mit­tel eine Gesell­schaft der Glei­chen her­vor­bringt.

Auch im Staat des Sozia­lis­mus oder des Kom­mu­nis­mus gibt es Klas­sen, die Klas­sen der Herr­schen­den und der Beherrsch­ten.
Ein ehe­ma­li­ger Kom­mu­nist in Jugo­sla­wien, Dji­las, hat ein auf­schluß­rei­ches Buch geschrie­ben: „Die neue Klasse.“ Darin gei­ßelt er die Unter­schiede, die im Sozia­lis­mus genauso wie frü­her unter dem Kapi­ta­lis­mus zwi­schen Herr­schen­den und Beherrsch­ten gemacht wer­den. Ich habe das Buch gele­sen. Es ist der Lek­türe wert.

Der Kom­mu­nis­mus führt sogar zur Ver­skla­vung der Men­schen und zur Zer­set­zung der Fami­lien. Da könnte mir jemand sagen: Ja, warum spre­chen Sie vom Kom­mu­nis­mus? Ist der Kom­mu­nis­mus nicht erle­digt?
Der Schein trügt. Die Vor­stel­lun­gen, meine lie­ben Freunde, und die Illu­sio­nen, die der Kom­mu­nis­mus weckt, sind nach wie vor in vie­len Köp­fen leben­dig. Viele träu­men von einem Leben der Rund­um­ver­sor­gung bei Frei­stel­lung von jeder Ver­ant­wor­tung. Das ist Sozia­lis­mus, das ist Kom­mu­nis­mus.

Ein ande­rer Ver­such der Selbst­er­lö­sung geht von der Natur­wis­sen­schaft aus.
Durch Erkennt­nis der blin­den Mächte in der Natur und durch immer fort­schrei­tende Beherr­schung der tech­ni­schen Mit­tel soll das Kraft­ge­fühl und der Mut des Men­schen gestärkt wer­den.
Nie­mand leug­net, dass die Natur­wis­sen­schaf­ten uns einen her­vor­ra­gen­den Fort­schritt beschert haben.

Wis­sen­schaft und Tech­nik waren dafür ver­ant­wort­lich, dass die mensch­li­chen Lebens­be­din­gun­gen sich ver­bes­sert haben.
Frü­here uto­pi­sche Träume wur­den wahr.
Wir erhe­ben uns in die Lüfte, wir haben Raum­fahr­zeuge, wir besit­zen Com­pu­ter, Infek­ti­ons­krank­hei­ten wur­den über­wun­den, die Säug­lings­sterb­lich­keit wurde ein­ge­dämmt, harte kör­per­li­che Arbeit im Beruf und im Haus­halt wurde ver­rin­gert, soziale Sicher­heit und Wohl­fahrt wurde ver­mehrt, einer brei­te­ren Bevöl­ke­rungs­schicht wurde die Teil­nahme an den kul­tu­rel­len Gütern ermög­licht.

Der wirt­schaft­li­che Fort­schritt ist offen­sicht­lich. Aber er ist beglei­tet mit ebenso erschre­cken­den nega­ti­ven Phä­no­me­nen.
Kriege, tota­li­täre Herr­schaft, Gewalt, Van­da­lis­mus, Mas­sen­tö­tung, Ver­trei­bung, das sind die Begleit­um­stände der Zeit, in der Natur­wis­sen­schaft und Tech­nik zur Herr­schaft gekom­men sind.
All das konnte durch den wis­sen­schaft­lich-tech­ni­schen Fort­schritt nicht ver­hin­dert wer­den, wohl aber ver­schlim­mert wer­den.

Jawohl, wir sind fort­ge­schrit­ten von der Stein­schleu­der zur Mega­bombe, vom Töten mit der Axt zum Hin­rich­ten mit Gas.

Die Dop­pel­sei­tig­keit des Fort­schritts ist erkannt.

Die Erd­öl­krise der 70er Jahre hat die Gren­zen des Wachs­tums und der Ener­gie­re­ser­ven allen sicht­bar gemacht.
Die Wirt­schafts- und Finanz­krise in unse­rer Zeit hat viele auf­ge­schreckt. Sie ist noch lange nicht über­stan­den.
Öko­krise, ato­mare Bedro­hung, das Pro­blem der End­la­ge­rung radio­ak­ti­ven Mate­ri­als, die Risi­ken der Gen­tech­no­lo­gie haben den Fort­schritts­op­ti­mis­mus gedämpft.
Die tie­fe­ren, erns­te­ren Gemü­ter erken­nen, dass all diese Fort­schritte, alle diese Errun­gen­schaf­ten nicht die Erlö­sung von den Übeln brin­gen.

Wenn der Mensch alles besitzt und alles erreicht hat, was er sich nur wün­schen kann, ist seine Seele immer noch leer.

Die Fort­schritts­gläu­bi­gen machen einen Rechen­feh­ler. Sie rech­nen nicht mit der Wirk­lich­keit Got­tes und der Sünde.
Der Mensch besitzt wegen sei­ner Her­kunft von Gott eine Ver­wie­sen­heit auf Gott, eine Ver­wie­sen­heit, meine Freunde, die unaus­rott­bar ist.

Der Mensch ver­mag diese Gott­ge­hö­rig­keit zu leug­nen, aber er kann sie nicht abschüt­teln.
Er ver­mag sich mit den Din­gen der Welt zu betäu­ben – und viele tun es ja –, aber er kann Gott nicht abschaf­fen.


Der unwi­der­leg­bare Beweis für die Aus­rich­tung des Men­schen auf Gott ist die Tat­sa­che, dass die­je­ni­gen, die angeb­lich mit Gott fer­tig sind, fort­wäh­rend von Gott reden, ande­ren den Glau­ben an Gott aus dem Her­zen rei­ßen wol­len. Sie kön­nen von Gott nicht schwei­gen, weil ihr Gewis­sen nicht von Gott schweigt.
In der Men­schen­seele liegt das Heim­weh nach Gott. Keine Macht der Erde kann diese Sehn­sucht aus­til­gen. Das ist auch unsere unver­sieg­bare Hoff­nung.

Mich fragte ein­mal ein jun­ger Mann, ob man nicht eines Tages damit rech­nen müsse, dass die Reli­gion ver­schwin­det. „O nein“, sagte ich, „lie­ber Freund, o nein. Die Ver­wie­sen­heit des Men­schen auf Gott ist der Grund unse­rer Exis­tenz und auch der Grund unse­rer Hoff­nung.“
Es wird immer im Men­schen, spä­ter oder frü­her, eine Sehn­sucht nach Gott auf­bre­chen. Denn dazu ist der Mensch auf Erden, dass er sei­nen Schöp­fer erkenne und ihn ehre in Furcht und Hoch­ach­tung und Befol­gung sei­ner Gebote.
Wenn wir ihn ehren, nut­zen wir uns, nicht ihm, denn Gott ist der Garant unse­res Wer­tes und unse­rer Würde.
Weil wir von Gott geschaf­fen sind, weil wir ihm trotz aller Unähn­lich­keit ähn­lich sind, des­we­gen haben wir eine unauf­geb­bare Würde. Der Mensch hat durch seine Gott­ge­hö­rig­keit eine unver­lier­bare Erha­ben­heit. Sie kann durch keine mensch­li­che Insti­tu­tion, auch durch kei­nen Ver­fas­sungs­satz geschaf­fen wer­den.
Der Mensch kann von sei­ner Ent­frem­dung, von der Ver­mas­sung, von der Fremd­be­stim­mung nur befreit wer­den, wenn er Gott fin­det.
Wer dage­gen Gott ver­gißt, wer Gott bei­seite setzt, wer Gott aus dem Spiel läßt, macht einen fata­len Rechen­feh­ler, der sich bit­ter rächt.

Die Leug­ner der Majes­täts­rechte Got­tes sind immer die Zer­stö­rer der Men­schen­rechte.

Wo die Reli­gion hint­an­ge­setzt wird, da gera­ten die Grund­fes­ten des öffent­li­chen Wohls ins Wan­ken.
Wer die Ach­tung vor der Reli­gion abwirft, der zer­stört die Grund­la­gen der bür­ger­li­chen Wohl­fahrt. Die Wirk­lich­keit unse­rer Umge­bung zeigt uns, wie wahr diese Über­le­gun­gen, die ja von der Kir­che immer vor­ge­tra­gen wur­den, sind.

Der zweite Feh­ler der Fort­schritts­gläu­bi­gen besteht in der Leug­nung der Sünde.

Es war ein schlim­mer Irr­tum zu mei­nen, dass der Mensch durch die Ent­wick­lung der Natur­wis­sen­schaf­ten und durch die Ver­bes­se­rung der Lebens­mög­lich­kei­ten auf eine höhere Stufe der Sitt­lich­keit gelan­gen werde.
Die Ent­de­ckun­gen und Erfin­dun­gen, für die wie dank­bar sind, erschlie­ßen uns neue Wirk­lich­kei­ten, aber sie ver­bes­sern nicht das Zusam­men­le­ben der Men­schen.
Durch Tele­fon und Com­pu­ter wer­den die Men­schen nicht wohl­wol­len­der und wohl­tu­en­der. Die Tech­nik erleich­tert das Leben, aber sie macht die Men­schen nicht bes­ser. Autos und Flug­zeuge machen die Men­schen nicht mild­tä­ti­ger und hilfs­be­rei­ter.

Wer ver­mag zu behaup­ten, die Men­schen seien güti­ger, fried­li­cher, selbst­lo­ser gewor­den, seit­dem sie vom Och­sen­kar­ren in Limou­si­nen umge­stie­gen sind?
Das Gegen­teil ist der Fall. Indem das Leben immer leich­ter und beque­mer wird, wächst der sitt­li­che Ver­fall, wächst die Deka­denz.
Statt der Dank­bar­keit steigt der Über­mut. An die Stelle der Zufrie­den­heit tritt die immer erneute dro­hende For­de­rung: ent­we­der mehr Geld oder Streik.
Der Grund liegt darin. dass der Fort­schritt­gläu­bige die Sünde und das Sün­den­be­wußt­sein, das Sün­den­e­lend leug­net.

Der Fort­schritts­gläu­bige erklärt das sünd­hafte Ver­hal­ten für nor­mal.
Das beob­ach­ten wir im Straf­recht. Das Straf­recht hat ja auch eine sitt­li­che Auf­gabe, und diese sitt­li­che Auf­gabe ist in den letz­ten Jahr­zehn­ten immer mehr in den Hin­ter­grund getre­ten.
Vor lan­ger Zeit war der Ehe­bruch vom Staate mit Strafe belegt. Der Staat hat seit lan­gem die Bestra­fung des Ehe­bruchs auf­ge­ge­ben.
Vor nicht lan­ger Zeit wurde die gleich­ge­schlecht­li­che Unzucht vom Staate streng bestraft. Der Staat hat sich von der Bestra­fung der gleich­ge­schlecht­li­chen Unzucht zurück­ge­zo­gen.
Bis 1973 wurde die Kup­pe­lei, also die För­de­rung zwi­schen­mensch­li­cher sexu­el­ler Hand­lun­gen, mit Strafe bedroht. Seit die­sem Datum hat der Staat die För­de­rung sol­cher Hand­lun­gen durch Erwach­sene straf­frei gestellt.
Die Ent­sitt­li­chung des Straf­rechts bringt die Ver­ge­hen aber nicht zum Ver­schwin­den, sie tar­nen sie jetzt als erlaubt.

Die Miß­ach­tung der Gebote Got­tes, meine lie­ben Freunde, besei­tigt nicht die Unord­nung, die von ihnen aus­geht.
Die Leug­nung der Sünde schafft die Sünde nicht aus der Welt. Sie bleibt das Unheil, das dem Men­schen scha­det und ihn schul­dig macht.

Die Welt kann nicht heil wer­den, wenn sie nicht gehei­ligt wird. Der Mensch kann nicht bes­ser wer­den, wenn er nicht gna­den­haft erho­ben wird.

Die Modelle der Selbst­er­lö­sung über­se­hen die furcht­bare Tat­sa­che der Schuld, der Erb­schuld und der per­sön­li­chen Schuld.
Die Schuld ist das größte Übel, das den Men­schen tref­fen kann, und wer von der Schuld befreien kann, der ist der Erlö­ser.
Die Erlö­sung von der Schuld ist durch keine Ände­rung der Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse oder der Staats­ver­fas­sung zu errei­chen.
Sie ist auch nicht durch den Fort­schritt der Wis­sen­schaft und der Tech­nik zu gewin­nen.

Von der Schuld kann nur der befreien, der von der Schuld betrof­fen ist, näm­lich Gott, unser Hei­land.
Wir gläu­bi­gen Chris­ten sind in der glück­li­chen Lage zu wis­sen, woher das Unheil und woher das Heil kommt.

Das Heil kommt von Gott in Chris­tus Jesus.

Chris­tus ist nach Got­tes Anord­nung für uns zur Recht­fer­ti­gung, Hei­li­gung und Erlö­sung gewor­den.
Der Gerechte ist für die Unge­rech­ten gestor­ben, um uns zu Gott zu füh­ren. Es gefiel Gott, in Chris­tus alles mit sich zu ver­söh­nen, alles auf Erden und alles im Him­mel, indem er durch sein Blut am Kreuze Frie­den stif­tete.

„Wir beten dich an, Herr Jesus Chris­tus, und benedeien dich, denn durch dein hei­li­ges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.“
Amen.


http://www.glaubenswahrheit.org/





Signatur
"ich vermag alles in dem, der mich stärkt" (Phil 4,13).


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