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Anne ![]() Status: Offline Registriert seit: 25.08.2008 Beiträge: 549 Nachricht senden |
Ich bin wohl beides, denn wenn ich wie heute lese, dass Jörg Haider tot ist, dann lese ich alles, was darüber zu lesen ist, obwohl wirklich wissen muss ich das nicht oder doch? Denn Haider war eine politische Leitfigur, die vielleicht noch in den Geschichtsbüchern und Lexikon stehen wird. | |||||
<Johannes> unregistriert |
Auch für eine renomierte Zeitung wie die SZ ist es schwierig. Leser kennen die Seite 3. Sie ist in der SZ so etwas wie ein heiliger Gral für Journalisten. Wer hier schreibt, hat fast immer eine gute, interessante Geschichte, die er auch gut erzählen kann. Und dann das: Glimmer, Hummer, Zuckerkuchen als Überschrift Nun es ist die SZ, und ich lese die Geschichte. Es ist die Geschichte eines Menschen, der aufgestiegen und abgestiegen ist. Es ist die Geschichte von Poth dem Ehemann von Verena. Musste ich das lesen, so wirklich nicht, aber die Überschrift hat mich gelockt, und ich tue es, denn schließlich ist es die SZ, also ein seriöses Blatt. Am Ende weiß ich, dass dieser Franjo steifgeschmierte Haare und Geheimratsecken hat, dass fast 500 Gläubiger ihr Geld nicht zurück bekommen, dass Hummer ein Auto ist, und das seine Frau den Ehering nicht mehr trägt. Alles nicht wirklich wichtig, und die Frage bleibt, warum habe ich die Geschichte gelesen? Aus Neugier oder Sensationslust, oder weil es schließlich die SZ war? | |||||
Romi ![]() Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2150 Nachricht senden |
Was glaubst du, wie viele Menschen BILD lesen und dies niemals zugeben würden? Schließlich schickt es sich ja nicht, ein solches Boulevard- blatt auch nur in die Hand zu nehmen.Oder doch? Ich glaube, dass die Menschen gerne solche Geschichten lesen, weil sie sich auch selbst damit indentifizieren (können/wollen). Sie merken, dass Prominente auch keine anderen Menschen sind als sie selbst. Dass Geld auch nicht zum absoluten Glück beiträgt. Und dies macht die Menschen mit ihrem eigenen Leben wieder versöhnlicher. Weshalb lesen Menschen Märchengeschichten wie die des kometenhaften Aufstiegs von Pott? Stets wird erwähnt, wie der ehemalige Handyverkäufer sich mühsam und mutig den Weg nach oben buch- stäblich erkämpfte. Kaum aber wird erwähnt, dass der Mann promovierter Philosoph ist. Wir Menschen brauchen solche Identifikations- geschichten. Der eine sucht sie in der 'guten' Literatur, der andere in Tageszeitungen. Mal ehrlich: Der Inhalt der Geschichten ähnelt sich oft, ob bei Goethe, in Opern oder bei der SZ. Wir haben die Wahl.... | |||||
<DerZirkusBrennt> unregistriert |
Hm, ich kenne das auch. Ich schreibe gern und als mein Vater bei einem Unfall gestorben ist, war das erste was manche zu mir sagten, dass ich das aufschreiben und veröffentlichen sollte. Naja, ich träume zwar davon ein gut-verkauftes Buch zu schreiben, aber ob es das wert ist. Weiß ich nicht. | |||||
Paula ![]() Status: Offline Registriert seit: 23.04.2008 Beiträge: 1299 Nachricht senden |
Ich bin neugierig in vielen Richtungen, und wenn ich einen Unfall sehe oder über ein Unglück in den Nachrichten höre, denke ich: | |||||
Fidelis unregistriert |
Hier ein kleiner Auszug aus Wikipedia über die Neugier: | |||||
Romi ![]() Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2150 Nachricht senden |
Wie man aus Zitaten berühmnter Persönlichkeiten | |||||
Fidelis unregistriert |
Liebe Barbara, ich hielt dich bisher durchaus für einen aufgeschlossenen Menschen. Aufgeschlossen = bereit für Neues. | |||||
CarpeNoctem ![]() Status: Offline Registriert seit: 19.02.2007 Beiträge: 470 Nachricht senden |
Der Chemiker Otto Hahn war neugierig, wie alle Wissenschaftler. Als er die Kernspaltung entdeckte wusste er, dass sie Janosköpfig war. Er wollte zwar, dass sie friedlich genutzt werden sollte, erlebte aber das Gegenteil. Die Amerikaner bauten die Atombombe.Am Abend bevor die 1. Atombombe abgeworfen wurde, schrieb Otto Hahn, „Ich verliere fast die Nerven, bei dem Gedanken an das neue große Elend. Bin aber andererseits froh, dass nicht wir sondern die Amerikaner dieses neue Kriegsmittel angewandt haben. Ich brauche aber eigentliche keinen Trost, schließlich habe ich das gute Gewissen , dass ich weder bei der Entdeckung noch später die Uranspaltung als Kriegsmittel einsetzen wollte.“ – Auszug aus dem Tagebuch von Otto Hahn. Die Frage, die wir uns heute stellen müssen, ist ob die Kehrseite der Neugier, die dunkle Seite, wie Paula es so schön beschrieb, ob dieser Teil immer stärker wird. Ich denke da u.v.a. an das Klonen von Menschen. Neugier ist das gepriesene Instrument, mit dem wir uns die Welt unterwerfen können. Vielleicht sollten wir uns auf die Finger hauen und sagen, nicht weiter, nicht noch mehr wissen wollen. | |||||
<Minotaurus> unregistriert |
Wir sollten eher danach streben, alles zu wissen! Wo ist die Büchse der Pandora? ![]()
Was die Atombombe in diesem Zusammenhang mit der Genforschung zu tun hat, erschließt sich mir nicht ganz, denn beide Bereiche (sowohl die Kernforschung, als auch die Genforschung) kann positiv zum Wohle der Menschheit genutzt werden. Kann. Denn letztendlich liegt es doch immer daran, was wir mit unserem Wissen machen, nicht wahr? ![]() | |||||
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