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<LiteraTour>
unregistriert

...   Erstellt am 09.10.2008 - 15:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gestern fuhr in unsere Straße der Notarztwagen mit Blaulicht und Martinshorn.
Ich gleich ans Fenster, Gardine beiseite, um zu sehen, was da passiert ist.
Mein Mann schimpfte mit mir, weil ich so neugierig bin.
Seid Ihr auch neugierig, wenn in der Nachbarschaft oder auf der Straße was passiert?




WordPerfekt 



...

Status: Offline
Registriert seit: 09.03.2007
Beiträge: 687
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...   Erstellt am 09.10.2008 - 15:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Neugier, da fallen mir die Gaffer ein, die auf der Autobahn fast neue Unfälle verursachen, nur weil sie sehen wollen, was auf der Gegenfahrbahn passiert ist.

Ich bin auch neugierig, will wissen, was passiert ist, wenn es mich und mein Umfeld betrifft.
Dazu gehört auch die unmittelbare Nachbarschaft. Aber auf die Idee alles hinter der Gardine her zu beobachten, käme ich nicht. Da gehe ich zum Nachbarn und frage: Was ist passiert, kann ich helfen?"





Signatur
Der menschliche Geist gleicht einem Fallschirm;
er kann nur funktionieren, wenn er offen ist.

Franscis Picabia

besucherin
unregistriert

...   Erstellt am 09.10.2008 - 17:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


in mein haus, über mir, lebt eine familie aus der ausland.
ein junger mann mit seine schwester, und die 2. verheiratete schwester kommt immer wieder mit kind und kegel zum besuch.
der junger mann arbeitet hier in berlin in ein disco, als DJ.
ja, es gibt discos auch für ausländische mitbürger.

in vergangene 8 jahren hab ich diesen jungen mann, als ein höfliche und angenehme nachbar kennengelernt.
ich lebte etwas über ein jahr in berlin, an diese 7.9.2001.

es war ein freitag, es nieselte leicht.
ich sass in wohnzimmer noch, und wartete auf die spätnachrichten.
es lief *terminator* noch.

irgendwann wurde ich auf merkwürdige geräusche aufmerksam,über mir.
erst hörte es sich an, als würde jemand zu nachtschlafende zeit möbel rücken.
es hat mich nicht weiter gewundert, ich war geräusche von oben gewohnt, vor allem, wenn dort familien zusammenkünfte stattfanden.

einiger zeit später hörte ich ein dumpfe knall, als hätte jemand gebündelte altpapier aus der fenster geworfen. selbst dann dachte ich mir noch nichts besonderes.
trotz nieselregen war die balkontür weit offen, es war nicht kalt.
nach ein gewisse zeit hörte ich ein leises wimmern.
ich ging auf der balkon, zum nachschauen.
als ich runterschaute, sah ich jemanden auf der trottoir liegen, in eine gekrümmte haltung, fast wie ein embryo.

nicht weit von diese liegende gestalt, sah ich ein schuh.
diese merkwürdige gebilden mit hohe, durchgehende plateau sohle.
ich dachte, na ja, jemand hat bei nahe italiener zutief in glas geschaut, und diese schuhe taten ihr übriges.
ich rief nochmal runter, ob ich helfen kann, ein notarzt wagen rufen soll?
der gestalt fing sich an, langsam zu drehen, und in lichte der strassenlaterne sah ich neben ihr kopf ein dunklen fleck.
ich rannte in schlafzimmer zu mein partner, der in bett las, und bat ihm ein notarzt wagen zu rufen.
ich schnappte mir ein alte decke, und rannte runter.
dort lag eine junge frau, blutete aus den ohr, und ihr bein war seltsam verdreht.

wie in berlin üblich ist, traf erst die polizei ein.
wie von irgend eingebung gelenkt, schaute ich hoch am haus, und sah die fenster über uns, weit geöffnet.
nach mehrmalige fragen meinerseits und von der polizisten, verstanden wir soviel, das die junge dame türkisch sprechen kann.
also wurde ein nachbar geholt, und er befragte sie.
sie sagte, sie fiel aus der fenster.
wir schauten alle hoch, es war noch offen.

die rettungswagen traf ein, gaffer natürlich ebenso.
als wir erneut nach diese ominöse fenster schauten, war es geschlossen.
es wurde immer merkwürdiger, der unfreiwillige dolmetscher übersetzte, sie kommt aus bulgarien, ist 19 jahre alt, und grade mal 4 tage erst in berlin.
es kam noch ein polizeiwagen, die klingelten sturm in oberen wohnung.
vergebens.

dann kam ein *rollkommando*
irgedn herren in kampfanzüge, kaliber kleiderschrank, mit ein rammbock.
die junge dame wurde in der zeit verarztet, sie hatte ein schädelbasisbruch, 2 trümmerbrüche am linke bein, beckenbruch.
sie wurde abstransportiert.

kripo kam, die ganze strasse sah nach ein belagerung aus.
als die wohnung über uns aufgebrochen wurde, fanden die in hinteren zimmer ein 8 jähriges mädchen, weinend.
es wurde immer seltsamer.
natürlich erschienen auch recht schnell irgend unangenehme zeitungsheinis.

um 2 uhr in der nacht kamen 2 kripobeamten zu uns in die wohnung.
und erzählten uns , was die bis dahin in erfahrung brachten.
unsere nette und freundliche nachbar urlaubte grade in heimat, und gab ein arbeitskollegen und landsmann seine wohnungs schlüßel.
das kind sei ebenfalls von ein mitarbeiter, der kurzfristig dort geparkt wurde.
die kripobeamten haben vermutet, das kind wurde als alibi missbraucht, um unauffällig ein und aus gehen können.
und es wurde vermutet, das die täter durch den 2 ausgang, da unsere haus ein eckhaus ist, entkamen.
mehr bekamen wir in diesen nacht nicht zu hören.

dann passierten andere sachen, u.a. der 11.9. und auch unsere leben ging weiter.
bis wir in november eine ladung von gericht bekamen, wir müßen als zeugen aussagen.
ich musste mich mit der richter in verbindung setzen, weil mein partner ausserhalb berlin zu tun hatte, zu diesen termin.
und während meine unterhaltung mit der richter , erfuhr ich,was los war.
die junge frau wurde von ein deutsch-türkische mädchen händler verein nach deutschland geschleust, und wurde in wohnung über uns eingesperrt, ihr pass abgenommen.

als ihr wohl die tragweite nach 3-4 tagen aufging, wollte sie entkommen, und sprang aus den fenster, oder wurde gesprungen.
laut kripo, half man nach.
auf meine bedenken hin, die ich den richter gegenüber äusserte, das ich ungerne diese menschen in gerichtssaal begegnen möchte, hat er mich beruhigt.
so geschah es dann auch, die damen und herren wurden aus der saal geführt, während meine aussage, und als andere aussagten.

ich fuhr dann brav zu landgericht moabit, machte meine aussage.
wir bekamen noch 2 ladungen, und mussten 2 wietera male vor gericht erscheinen.

was mich gewundert hat, die kopf diese bande ist oder war, eine frau, eine deutsche, die aussah wie ein brave hausmütterchen.
ich sah sie einmal am flur von landgericht.

später erzählte uns der richter, die junge dame erholte sich, hinkt ein wenig immer noch, und ist in zeugenschutzprogramm.

wir bekamen über 1 jahr später ein fleurop strauss mit ein kärtchen, wo nur *danke!!!* draufstand.
diese kärtchen wohnt jetzt in mein kästchen, wo ich besondere sachen aufhebe.

war ich zu neugierig, damals 2001?




Minka
unregistriert

...   Erstellt am 09.10.2008 - 17:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin selbstverständlich neugierig, ich will
wissen, was in meiner Umgebung geschieht.

Neugier lässt mich auch immer wieder lernen
und mich neue Gebiete erforschen.

Nie würde ich mich bei den Gaffern einreihen,
das ist ein anderes Thema, da ist nicht
Neugier im Spiel sondern Sensationslust.

Ingeborg




besucherin
unregistriert

...   Erstellt am 10.10.2008 - 08:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minka,

neugierig bin ich auch, neugier ist in meine augen ein triebfeder, um sich weiterentwickeln.

aber so frau suhrbiers oder frau müllermayerschmidts, die sich auch noch überall einmischen, und den ganzen tag am guckloch am tür hängen, die kann ich nicht ab.




Angela ...



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Registriert seit: 01.01.2008
Beiträge: 554
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...   Erstellt am 10.10.2008 - 08:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin neugierig, wenn irgendwo etwas passiert, da halte ich es wie Jörg und Judith, ich schaue nach, ob ich helfen kann.
Ich renne aber nicht jedem Krankenwagen, Feuerwehrwagen etc. nach, nur um als Schaulustige andere bei ihre Arbeit zu behindern.
Mich interessieren auch einige Prominente, von denen ich in den bunten Blättern beim Friseur lese.
Ingeborg hat es schon gesagt, Neugier ist gut, aber Sensationslust ist ein anderes Thema.




Robert ...



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Status: Offline
Registriert seit: 25.08.2008
Beiträge: 353
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...   Erstellt am 10.10.2008 - 10:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin neugierig, lese auch Sensationsnachrichten aus aller Welt, und ich rede darüber mit meinen Nachbarn und am Stammtisch.

Wer schon mal im Rheinland oder Ruhrgebiet war, erinnert sich vielleicht daran, dass in den offenen Fenstern auf der Fensterbank Kissen lagen, worauf sich die Bewohner beim Rausgucken stützen.

Sensationen erwarten die Menschen im Fenster gar nicht, aber man kriegt mit, was in der Nachbarschaft so los ist. Es ist für mich Interesse am sozialen Leben außerhalb der eigenen 4 Wände, in denen es für viele Menschen einsam und langweilig ist.

Viele kennen Else Stratmann alias Elke Heidenreich, jener Metzgersgattin aus dem Ruhrgebiet, die seit Anfang der 80er Jahre die Kodderschnauze aus Wanne- Eickel war.
Sie lag auch mit einem Kissen im Fenster, während sie den neuesten Tratsch verbreitete oder uns über die Sensationen der Fussball WM informierte.



Eine Hörprobe
http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=158835

Neugier und Sensationslust gehören zum Leben.

[Dieser Beitrag wurde am 10.10.2008 - 11:42 von Robert aktualisiert]




Mondnixe
unregistriert

...   Erstellt am 10.10.2008 - 12:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin neugierig und habe auch Lust auf Sensationen, wenn ich die Hochglanzmagazine oder Sendungen von und über Prominente sehe.
Im Unterschied zu Else Strathmann ist das nicht mein ganzes Leben, aber ein amüsanter Teil davon.
Aber mir sind Menschen im Fenster lieber, als die hinter der Gardine.

Neugierige Menschen haben Interesse.
Sensationslust hingegen ist anrüchig

Wer wie was


Kinder können endlos fragen
Bei ihnen hat die Neugier wirklich noch ihren Wortsinn, denn alles ist neu.
Und alles was sie wissen wollen, ist noch ganz unschuldig und unbelastet.




Romi ...



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Status: Offline
Registriert seit: 31.07.2007
Beiträge: 2179
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...   Erstellt am 10.10.2008 - 17:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Natürlich bin ich neugierig. Ich möchte alles wissen, was mich interessiert. Ich möchte Zusammenhänge verstehen und noch vieles mehr. Dafür reicht meine Zeit kaum. Natürlich bin ich auch neugierig, wenn sich unten auf der Straße ungewöhnliche Geräusche erkennbar machen.

Hätte Judith nicht reagiert, wer hätte dem armen Ding so schnell geholfen?

Als ich mich vor zwei Jahren in der Straßenbahnschiene mit dem Fahrrad überschlug und ziemlich verletzte, gingen die Passanten vorbei. Sie sahen kurz her, merkten, dass ich wieder aufstand, aber auch ziemlich blutete. Keiner fragte, ob er mir helfen könne.

Neugierde oder in diesem Fall Anteilnahme wäre wünschenswert gewesen.

Aufmerksamkeit - Neugier - Aufdringlichkeit.... vielleicht ist das der Komparativ...?




Lavida ...



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Status: Offline
Registriert seit: 14.12.2006
Beiträge: 3917
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...   Erstellt am 10.10.2008 - 18:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Und ob ich neugierig bin. Zu Judiths Geschichte kann ich nur sagen:"Du warst gut neugierig."

Aufmerksamkeit ist etwas anderes, als jemanden und seine Gewohnheiten auf Schritt und Tritt zu beobachten.

Auch die Frauen oder auch Männer, die ihr Kissen im Fenster haben, kann ich verstehen.

Wenn Neugier eigentlich Interesse bedeutet, was ist dann Sensationshascherei?

Warum werden Biografien gelesen von Bohlen, Madonna, Joop, Hilary Clinton?

Oder warum werden die Aussagen von Bill Clinton gelesen, die er zu seiner Beziehung zu Monika machte?
Ein literaturhistorischer Wert haben diese Biografien und Aufzeichnungen wohl nicht.
Sie bedienen doch nur den Voyeurismus.

Jüngstes Beispiel:

Die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann und der Schriftsteller Paul Celan hatten über einige Jahre hinweg ein sehr leidenschaftliches, sehr problematisches und von dramatischen Ausbrüchen begleitetes Liebesverhältnis.
Das bezeugen Briefe von ihnen, die jetzt veröffentlicht wurden.
Man kann darüber streiten, in welche Kategorie diese Briefe gehören.
Und man kann darüber spekulieren, warum die erste Auflage innerhalb weniger Tage ausverkauft war.




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