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ockri 



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Registriert seit: 17.05.2007
Beiträge: 1
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...   Erstellt am 17.05.2007 - 11:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo,
mein Großvater Rudolph Teich kam am 8.5. im Kurland in Gefangenschaft. Die Einheit war auf dem Rückmarsch von der Frontlinie Leningrad (Petersburg) und Wolchow. Zuletzt diente er als Feldkoch beim Stab der schweren Artillerie- Abt. 615. Er verbrachte seine Gefangenschaft in einem Lager in Tula. Leider habe ich keine genaueren Informationen, in welchem Lager. Glücklicherweise wurde er am 27.7.46 in ein sowjetisches Lazarett verlegt und wurde von dort am 15.8.46 nach Hause entlassen. Leider ist er inzwischen verstorben und kann uns nicht mehr helfen Informationen zu sammeln.
Für sämtliche Infos betreffs der Einheit, der Gefangennahme und dem Lager wäre ich sehr dankbar.

Anne

[Dieser Beitrag wurde am 17.05.2007 - 11:04 von ockri aktualisiert]




erni 

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Status: Offline
Registriert seit: 04.12.2005
Beiträge: 11
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...   Erstellt am 18.05.2007 - 12:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Ockri,
natürlich ist es unmöglich, treffende Einzelheiten über das Kriegsgefangenenlager Ihres Großvaters zu sagen, wenn man nicht weiß, in welchem Lager er war und die Lagernummer, die i.d.R. auf der Kriegsgefangenenpost in der Absenderangabe genannt ist, nicht kennt.
In allen Berichten über die russischen Lager finden sich allerdings die gleichen schrecklichen Beschreibungen. Beklemmende Enge in den Unterbringungen, schrecklicher Hunger, psychischer Druck, Läuse, Wanzen, totale Körperrasur, drohender Tod und Kälte.
Da schon der Transport in das Kriegsgefangenenlager zeigte, was die Gefangenen erwarten sollte, gebe ich Ihnen hier aus dem Buch von Sauermann und Brockpähler: „Eigentlich wollte ich ja alles vergessen …“ Beschreibungen von Transporten in den Osten wieder.
Das dürfte auch den Beginn der Kriegsgefangenschaft ihres Großvaters darstellen.

In jedem Waggon waren 40 Mann auf Strohschütten, in der Mitte ein Kanonenofen, etwas Holz und Kohle. Jeden Tag einmal Suppen- und Brotempfang. manchmal auch Trinkwasser. Draußen bittere Kälte. Schon in Polen ging der Brennstoff aus. Als wir neben einem Kohlenzug hielten, mussten aus jedem Wagen ein paar Leute raus und Kohlenklau machen. Das Essen wurde in tragbaren großen Eimern vom Küchenwagen geholt. Als ich einmal dran war. konnte ich mich kaum auf den Beinen halten, so steif war man schon. Die Fahrt schien endlos ... Die Bahnfahrt geht schleppend weiter. Bei Halt hört man Getrampel auf den Wagendächern, die Posten suchen überall nach Löchern zu Ausbruchsversuchen. Ist der Halt länger, wird nachgezählt ... Gegen Ende der Fahrt, die einen vollen Monat dauert, wird es schlimm. Der Brennstoff geht aus, das Feuer erlischt. Die Wagen wände bedecken sich mit Eiskrusten. Mir ist ein scheußlicher Bart gewachsen, rötlich-grau gesprenkelt ... Alle sind wir moralisch und physisch angeschlagen".

Es war am 1. Oktober 1944, als ein Transport von schätzungsweise 1.500 Mann zusammengestellt wurde. Wir wurden in geschlossenen Güterwagen untergebracht. Ich schätze ca. 50 Mann pro Waggon. Stroh war in den Wagen ausgebreitet, recht dürftig, die Fensteröffnungen waren mit Stacheldraht versehen und in einen Türspalt hatte man eine Blechrinne installiert für die Notdurft. Die Stimmung unter den Kameraden war bedrückend, und die Mehrzahl war körperlich geschwächt, manche schon von Krankheit gezeichnet. Anzeichen von Darminfektion wurden immer erkennbarer. In unregelmäßigen Zeitabständen, wenn der Zug einmal für längere Zeit hielt, wurden wir verpflegt. Trockenbrot und Fischgerichte, die mit Trockenfisch angerichtet waren, zählten zur Standardverpflegung. Kein Wunder, dass der Durst immer unerträglicher wurde, er konnte nur ungenügend gestillt werden ... Es ist heute schwer, die Stimmung in den Waggon zu beschreiben, es war eine Fahrt des großen Elends, der Hoffnungslosigkeit. und des unsagbar großen Leidens. Das wurde besonders deutlich, wenn der Zug anhielt und die ohne Wehklagen verstorbenen Kameraden, in Zeltbahnen eingehüllt, am Rande des Bahndammes oberflächlich verscharrt wurden. Der Tod mancher Kameraden kam lautlos, ohne Kampf. Auch aus unserem Waggon mussten wir während der Fahrt drei Kameraden heraustragen. Ich möchte mich heute auf eine genaue Anzahl der während des Transportes Verstorbenen nicht festlegen, mehr als 50 sind es mit Bestimmtheit gewesen. Die damaligen Stimmungen in solchen Situationen wiederzugeben fällt schwer, ich glaube aber, dass das Mitgefühl weniger ausgeprägt war, als der Gedanke an das eigene Überleben.

Hygiene: Im Boden des Wagens befand sich meistens ein Loch für die Notdurft, ab und zu mit einem Trichter versehen. In manchen Zügen führte stattdessen oder in Ergänzung dazueine hölzerne Rinne nach außen durch den Türspalt, die nicht nur als Pinkelrinne benutzt wurde. Es wird sogar berichtet, dass Gefangene gezwungen waren, ihr großes und kleines Geschäft durch den Türspalt zu erledigen, da die Rinne fehlte. Diese hygienischen Verhältnisse kamen zu der räumlichen Enge hinzu und belasteten die Gesundheit der Gefangenen. "Wir hatten kein Wasser, um die Latrinenrinne auszuspülen. Somit trieb uns der Fahrtwind den Gestank in den Waggon. Wenn der Zug 'mal besonders Tempo hatte, flog uns der Dreck in den Waggon. Es stank wie in einer Jauchegrube. Dies ging vier Tage und vier Nächte so, wir wurden wie Vieh transportiert, die Kameraden wurden schon böse zueinander".
Da es manchmal in den Wagen sehr heiß war, wurde der Schlafplatz neben dem Latrinenloch noch als eine Erleichterung angesehen. Da konnte man wenigstens "frische" Luft schnappen Manche Güterwagen, die vorher Vieh, Kohlen, Salz und andere Massengüter geladen hatten, waren ungenügend gereinigt. So ist es nicht verwunderlich, dass es dadurch zu zusätzlichen Erkrankungen der Gefangenen kommen konnte
Verpflegung
Die Verpflegung war während des Transportes minimal. Sie bestand in der Regel aus Wasser, einer dünnen Suppe und ein paar Scheiben Brot, zunächst Frischbrot, später dann durchweg Trockenbrot. Es bereitete große Schwierigkeiten, dieses harte russische Brot gerecht zu verteilen. "Inzwischen war auch nun der Frischbrotvorrat unseres Transportes zu Ende; hierfür gab es als Ersatz im Allgemeinen zwei bis drei Scheiben Trockenbrot am Tag. Es war nervenaufreibend, wenn Abend für Abend das Trockenbrot für unseren Waggon aufgeteilt wurde! Die Verteilung war insofern sehr schwierig, da der größte Teil der Schnitten zerbrochen und krümelig war. Es war wirklich eine Kunst, das Brot ohne Waage einigermaßen gerecht zu verteilen. Das Los musste auch hier wieder entscheiden, wer welche Portionen bekommen sollte".
Einige Berichterstatter erwähnen, dass mit einfachen Mitteln provisorische Waagen gebastelt wurden. "Da jeder Angst hatte, der andere könnte etwas mehr bekommen, wurde aus zwei tschechischen Kochgeschirren eine Waage konstruiert, um das Trockenbrot genau zu verteilen". Auch ein Soldbuch musste als Waagschale herhalten: "Findige Köpfe hatten, geboren aus dem Verlangen nach gerechter Verteilung der kärglichen Portionen, eine Waage aus Bindfäden und Soldbucheinbänden gebastelt. Es dauerte zwar etwas, bis 50 Portionen in etwa abgewogen waren bei der Fahrt, aber es wurde letztlich doch anerkannt, was jedermann bekam".
Als Verpflegung kam oft noch ein Löffel Zucker pro Person hinzu. Auch von Salzheringen wird berichtet: "Während der 14tägigen Bahnfahrt gab es jeden Tag einen Salzhering und ein Stück getrocknetes Brot, wovon man nicht im Entferntesten satt werden konnte. Wasser wurde zweimal pro Tag zugeteilt. Den Salzhering empfanden wir als bloße Schikane. Der Durst war so groß, dass die Leute nach Wasser schrieen, bis der Posten durch den Waggon schoss, wobei aber niemand getroffen wurde. Diese 14 Tage waren schon dank der Salzheringe, die große Hitze und wenig Wasser ein Vorgeschmack auf die Hölle.

Die Aufenthalte wurden zumeist nur dazu genutzt, die Toten auszuladen…




adrian ...

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Status: Offline
Registriert seit: 20.04.2006
Beiträge: 159
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...   Erstellt am 27.08.2007 - 18:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Anne,

hier aus dem Tessin eine Info zu 615

Schwere Artillerie-Abteilung 615

1. Aufstellung:

* 26.8.1939 im WK V als schwere Abteilung mit zwei Batterien (15 cm-Kanone und 21 cm-Mörser),
die 7.3.1940 3./620 und 3./616 wurden; ersetzt durch die 21 cm-Mörser Batterien 691 und 692 (WK
III); dazu 15.5. 1940 eine 3. Batterie.


2. Unterstellung:

Heerestruppe: Westen; Rußland, 1942 18. Armee (zeitweise 11. Armee)/Heeresgruppe Nord vor
Leningrad, 1944/45 16. Armee Kurland


3. Ersatz:

205 Ulm-Wiblingen, WK V

Gruß Werner





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Suche alle Infos zur 60. Inf.Div. (mot.) und zur 126. Inf.Div.


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