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DameDesDenkariums ...
Hauslehrerin von Hufflepuff
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...   Erstellt am 15.09.2005 - 07:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Geliebt = schuldig, geliebter = schuldiger, am geliebtesten = am schuldigsten,
oder wei JKR ihre Weltsicht nicht konesequent weiter fortsetztt!



MA: Oh, here’s one [from our forums] that I’ve really got to ask you. Has Snape ever been loved by anyone?
JKR: Yes, he has, which in some ways makes him more culpable even than Voldemort, who never has.

Schuldig, schuldiger am schuldigsten oder wie man JKRs Aussagen auf die Spitze treiben kann. Fallbeispiel James Potter.



Übersetzung:

MA: Oh, hier ist eine (Frage) [von unserem Forum] die ich Ihnen wirklich stellen sollte.Wurde Snape jemals geliebt?

JKR: Ja, wurde er. Was ihn irgendwie schuldig(er) sein lässt als Voldemort, der niemals geliebt wurde.

Erschreckende Worte, jedenfalls für mich. Nicht weil sie sich auf einen meiner Lieblingscharaktere beziehen, hier Severus Snape, sondern weil JKR meiner Meinung nach Fatalismus auf eine einizige Person bezogen praktiziert.
Ich stelle mir als Leserin bestürzt die Frage, ob sie diese Weltsicht auf ihre anderen HP-Figuren überschreibt? Anhand von HP-Figur James Potter muss ich leider konstatieren, dass sie dies nicht tut. Diesen durch und durch exklusiven „Verurteilungsmaßstab“ scheint sie bisher nur für Snape anzulegen.

MA: Oh, hier ist eine (Frage) [von unserem Forum] die ich Ihnen wirklich stellen sollte. Wurde James Potter nicht über alle Maßen geliebt, von seiner Familie, von Lily, von seinen treuen Freunden?

JKR: Ja, wurde er. Was ihn deutlich schuldiger sein lässt, mehr als Snape, der ja nur etwas geliebt wurde.

Dies ist eine sehr krasse Formulierung, die lediglich anzeigt, an welcher Stelle JKRs Inkonsequenz zu finden ist. Sie erklärt dem verwunderten Interviewern, dass James sich sehr geändert habe. Er wurde reifer, vernünftiger. Mir als kritischen Leser hingegen erscheint diese Aussage wie eine Flucht nach vorne. Für wen hat James Potter denn geändert? Musste er sich den Freunden gegenüber verändern? Nein, er wurde geliebt. Musste er sich Lily gegenüber verändern, gewiss. Aber was tat er? Er machte weiter, Lily bekam nicht sehr viel von seinen Heldentaten Snape gegenüber. Lily liebte ihn, weil sie nichts mitbekam? Nun, er hat sich teilweise geändert.
Hat er sich für Severus Snape geändert? Nein, für diesen "Hans Wurst" blieb alles beim Alten.

Snape hat ihn aber weiterhin provoziert. Gewiss, das Prinzip der Unfärnis. Aber Hand aufs Herz, James und Jo, wer austeilt, muss auch einstecken können.
Es mutet lächerlich an zu lesen, dass James reifer wurde. Nun reifer werden alle, sogar Snape. Aber dem hilft James Wandlung vom Saulus zum Paulus auch nichts mehr.
JKR macht aber Snape genau das zum Vorwurf mit ihrer sehr „ungnädigen“ Aussage im Interview.

Das Prinzip des sich verändernden Menschen zum „Guten“ muss für jene Personen erkennbar und nachvollziehbar werden, die genau unter jener veränderten Person litten. Snape hat viel am Kerbholz, aber er hat sich wohl dem zu fügen, dass er dennoch zum Buhmann abgestempelt wird, durch die Autorin selbst.
Wäre JKR fär, dann würde sie die obige Aussage auf jeden anderen Charakter übertragen. Das tut und tat sie nicht.

Dies sind vielleicht sehr strenge Gedanken, doch mir ist es wichtig die Absurdität dieser Aussage aufzuzeigen.

Denn letztenendes realtiviert sie Voldemorts Schuldhaftigkeit damit auf eine für mich unverantwortliche Art und Weise.

Chrissi





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Snape! You shouldn´t think he is too nice.

Cassandra ...
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...   Erstellt am 20.09.2005 - 09:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Chrissi,

DameDesDenkariums schrieb
    JKR: Ja, wurde er. Was ihn deutlich schuldiger sein lässt, mehr als Snape, der ja nur etwas geliebt wurde.

    Dies ist eine sehr krasse Formulierung, die lediglich anzeigt, an welcher Stelle JKRs Inkonsequenz zu finden ist. Sie erklärt dem verwunderten Interviewern, dass James sich sehr geändert habe. Er wurde reifer, vernünftiger. Mir als kritischen Leser hingegen erscheint diese Aussage wie eine Flucht nach vorne. Für wen hat James Potter denn geändert? Musste er sich den Freunden gegenüber verändern? Nein, er wurde geliebt. Musste er sich Lily gegenüber verändern, gewiss. Aber was tat er? Er machte weiter, Lily bekam nicht sehr viel von seinen Heldentaten Snape gegenüber. Lily liebte ihn, weil sie nichts mitbekam? Nun, er hat sich teilweise geändert.
    Hat er sich für Severus Snape geändert? Nein, für diesen "Hans Wurst" blieb alles beim Alten.


Ich habe deinen Beitrag jetzt zum 4. Mal gelesen nd ich fürchte, ich verstehe nicht ganz was du meinst und worauf du hinaus willst


Jo bezieht ihren Vergleich auf Voldemort und Snape. Die haben eine Gemeinsamkeit: sie sind beide Todesser. James war vermutlich nie ein Todesser. Er passt also zunächst mal nicht in dieses "Schema".

Und warum ist er denn überhaupt schuldig? Wir kennen ihn doch nur als Teenager. Müssten wir dann nicht in dieser Schuldfrage sowohl Snape als auch James während ihrer Schulzeit betrachten? Aber dann verstehe ich wieder nicht, wieso einer mehr Schuld haben sollte, als der andere und wieso überhaupt einer der beiden Schuld haben sollte? Woran denn? Daran, dass sie zu dem geworden sind, was sie geworden sind? Der eine ein Verbrecher (Todesser) und der andere nicht?

Und woraus schließt du, dass Snape nur ein bisschen geliebt wurde? Vielleicht hat seine Mutter ihn genauso vergöttert wie Narcissa Draco?

Ich stehe sicher etwas auf der Leitung, aber ich kann dir irgendwie nicht ganz folgen

LG
Cassandra









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Raeuberli ...
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...   Erstellt am 04.06.2006 - 10:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Chrissi,

ich denke, ich weiß, was Du sagen willst:

Wenn JKR die Schuldfähigkeit einer Person allein davon ableitet, wer wie und von wem geliebt wurde, so wäre James wohl ebenso schuldig, wie Snape (wenn nicht schuldiger, da Snape sicher nie die verzogene, strahlende Star war, als den wir James kennenlernen).

Allerdings: "culpable" heißt in der Tat schuldfähig, nicht schuldig. JKR hat m.E. nie abgestritten, dass James schuldfähig ist. In dem von Dir zitierten Ausschnitt ging es allein um einen Vgl. LV - Snape - da spielte James überhaupt keine Rolle.

JKR leitet Schuldfähigkeit m.E. aus der Existenz eines funktionierenden Gewissens ab: Wenn ich die Voraussetzungen habe zu erkennen, was richtig und was falsch ist, so muss ich auch zu 100% für meine Fehler einstehen. Ein Gewissen bekommt man bei JKR nach dieser Philosophie übertragen, wenn man geliebt wurde.

Snape wurde geliebt, er hat ergo ein Gewissen, das ihm die Unterscheidung von richtig und falsch eigentlich hätte ermöglichen sollen und sich somit hochgradig schuldig gemacht. JKR sagt nicht, dass er schuldiger ist als LV. Sie sagt nur, dass dieser im Gegensatz zu Snape nicht geliebt wurde, damit nicht wirklich die einem Menschen innewohnende Fähigkeit besitzt, richtig und falsch zu unterscheiden und somit letztendlich nicht so schuldfähig ist, wie Snape.

Snape kann anders für seine Taten verantwortlich gemacht werden, als LV. Es handelt sich letztlich nicht wirklich um eine Aburteilung Snapes, sondern um eine Aussage, durch die ihm von der Autorin eine tragische Dimension zugestanden wird, die LV niemals haben kann.

Mit James hat das m.E. gar nichts zu tun, die Dir zugrunde liegende Übersetzung mit "culpable" als "schuldig" ist schlicht und ergreifend unzureichend, da JKR dann hätte "guilty" verwenden müssen.

LG
Räuberli





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Cassandra ...
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...   Erstellt am 04.06.2006 - 19:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo!

Also, da hoffe ich jetzt mal, dass du Unrecht hats Räuberli So, wie du argumentierst, müsste Voledmort ja glatt wegen Schuldunfähigkeit frei gesprochen werden, sollte es je zu einer Gerichtsverhandlung kommen. Wohingegen Snape verurteilt würde.....

Aber ich denke schon, dass du Recht hast mit deinen Ausführungen und hoffe, dass es so ewas wie Schuldunfähigkeit bei den Zauberern gar nicht gibt.
Interessant ist dann auch, wie das wohl mit Harry ist. Entwickelt sich das Gewissen denn schon mit weniger als einem Jahr? Danach wurde er jedenfalls nicht mehr geliebt und könnte somit dann auch kein Gewissen haben. Hat er aber....

LG
Cassandra





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Raeuberli ...
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...   Erstellt am 05.06.2006 - 09:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Cassandra,

es hat bei HP auf jeden Fall eine tiefergehende Bedeutung, ob jemand geliebt wurde oder nicht. Nach JKRs Aussage sieht es für mich nun tatsächlich so aus, dass LV, der ohne Liebe aufwuchs, kein Gewissen besitzt und damit auch nur vermindert zur Rechenschaft gezogen werden kann. Wenn man so will, ist er kein vollwertiger Mensch, sondern lediglich eine psychopathische, gewissenlose Kreatur, der ein wesentliches menschliches Attribut fehlt: Liebe. (Man beachte, dass LV in den Büchern auch rein äußerlich beinahe vollkommen entmenschlicht dargestellt wird; JKR befindet sich hier eindeutig in der Tradition des 19.Jahrhunderts, wo Schurken in der Literatur gerne als entmenschlichte Kreaturen bzw. Ausländer dargestellt wurden, um das Böse nicht im eigenen Umfeld suchen zu müssen - so weit geht JKR natürlich nicht, Ansätze Tom Riddle wesentliche menschliche Attribute zu nehmen sind jedoch vorhanden).

Snape ist ein Mensch, er wurde geliebt, kennt die Liebe und hat damit ein Gewissen. Das spricht für und nicht gegen ihn, denn für seine Schuld hat er sich m.E. bereits selbst zur Rechenschaft gezogen


Was Harry angeht, so zeigt sich, wie technisch JKR hier gedacht hat. Es geht scheinbar nicht darum, bewusst Liebe erfahren zu haben - es geht wohl lediglich darum, geliebt worden zu sein, ob man es nun bewusst mitbekommen hat oder nicht. Harry wurde von seiner Mutter geliebt, als er noch ein Baby war; dies hat ihn wohl für sein gesamtes weiteres Leben mit der Eigenschaft, selbst lieben zu können versehen. Zudem ist Harry der Held, "normale" Gesetzmäßigkeiten treten für ihn wohl zeitweise außer Kraft, auch wenn ich hier tatsächlich geneigt bin, an ein allzu theoretisches Konstrukt der Frau Rowling zu glauben.

LG
Räuberli





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Cassandra ...
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...   Erstellt am 05.06.2006 - 19:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebes Räuberli,

vielen Dnak für die Erklärung. Sie ist in sich schlüssig und einleuchtend. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich das Ganze arg theoretisch finde von Mrs. Rowling.

Und (Frage an Jo) was ist eigentlich mit dem heutigen Geburtstagskind Draco? Bei dem habe ich auch noch kein Gewissen entdecken können. Naja, vielleicht den Anflug eines solchen. Wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob es weniger Gewissen als vielmehr Feigheit waren, die ihn davon abgehlatnehaben, DD zu ermorden. Und Draco wird ja nun wirklich nachweislich geliebt. Und wie!

LG
Cassandra





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