Sebastian_Essner  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 20.01.2006 Beiträge: 3579 Nachricht senden | Erstellt am 06.07.2008 - 13:20 |  |
Katia hat auf ihrer Homepage im Bereich "Nachgefragt" inzwischen ein paar ihrer Zitate bezüglich ihrer Arbeit beziehungsweise über Eltern und Kinder veröffentlicht. Diese sind derart hervorragend, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte:
„Es ist ganz normal, dass es in Beziehungen auch mal Schwierigkeiten gibt. Das ist ein Aspekt, den ich versuche in meiner Arbeit zu zeigen und in der Sendung zu transportieren. Menschen dürfen sich bei Bedarf Unterstützung holen und brauchen keine Scham zu haben. Ich nutze das Medium Fernsehen auch, um auf spezielle Beratungsangebote aufmerksam zu machen und Tabuthemen, wie Gewalt anzusprechen.“
„Ich erlebe oft, dass Eltern ihren Kindern nicht zuhören können und dass sie wenig Verständnis für die Situation und Entwicklungsphasen ihrer Kinder haben.“
„Ich bin nicht „Die Super-Nanny“, lediglich die Sendung heißt so. Ich arbeite in diesem Rahmen als Pädagogin, könnte aber genauso in einem Amt oder bei einem freien Träger arbeiten und beraten - mein Setting ist neu und gefällt mir sehr.“
„Zaubern kann ich auch nicht. Aber im Gegensatz zu der eher langfristig angelegten Arbeit, die ein Amt bzw. Kollegen leisten, kann ich im Rahmen meiner Kurzzeit- bzw. Intensivbratung andere Schwerpunkte setzen.“
„Ich spreche nicht von „Fällen“. Ich begegne Menschen und Familien - Fälle klingt abschätzig und trifft nicht mein Gefühl. Es geht nicht darum, ob eine Geschichten „härter“ oder „schlimmer“ ist. Es geht vor allem um Themen wie z.B. Gewalt in der Familie, das immer wieder tabuisiert wird. Wichtig ist, dass ich mit den Familien, den Eltern gemeinsam bespreche, wo die Ursachen liegen. Ich möchte die Eltern vor allem stärken und ihren Blick auf die Dinge im Sinne der Kinder verändern. Ich arbeite ressourcen-orientiert. Das heißt, dass jeder etwas mitbringt, jeder etwas kann und ich genau daran anknüpfen möchte. Die Menschen und die Gesellschaft schaut oft nur auf das, was nicht gut läuft und auf die Defizite!“
„Es sind immer bestimmte Umstände, die zu einer schwierigen Situation führen. Oft ist eben nur das Symptom zu sehen! Die Gesellschaft schimpft hier gerne schnell auf die Kinder, die in einer oft krankmachenden Umwelt gesund reagieren. Dennoch - die Mutter oder die Kinder selbst sind nie schrecklich.“
„Ich schaue mir die Dynamik und die Geschichte der einzelnen Familienmitglieder an und frage mich: ,Was können die leisten, um das, was sie verändern wollen, zu schaffen?’ Einfach nur Regeln aufzustellen bringt nichts, das ist zu platt und hilft nicht bei tiefgreifenden Veränderungen. Um die herbeizuführen, müssen neue Handlungsalternativen und andere Strategien für das Verhalten der Eltern erprobt und gefunden werden. Allerdings mache ich in einem Punkt keine Kompromisse: Gewalt ist keine Lösung!“
"Ich dringe ja mit dem Fernsehteam nicht einfach in die Familien ein, wir werden eingeladen und um Hilfe gebeten. Die pädagogische Arbeit mit den Erwachsenen und Kindern bedeutet einen großen Kraftaufwand für alle. Voraussetzung dafür ist, dass wir alle zurückhaltend und inhaltlich auftreten. Bei uns sind alle sehr verlässlich, da gibt es kein Gespringe.“
„Wir arbeiten sechs bis zehn Tage in den Familien, starten oft schon morgens um halb sechs mit der Arbeit um feststellen zu können: Was passiert schon kurz nach dem Aufstehen? Wie starten Eltern und Kinder in den Tag?“
"Es hat sich viel entwickelt und verändert. Zu Beginn war das Format vorgegeben und sehr begrenzt, ich habe mich darin bewegt. Jetzt folgt die Kamera mehr mir und meiner pädagogischen Tätigkeit. Darüber bin ich sehr froh. Im Team zu arbeiten, bereichert mich sehr und ist Voraussetzung für diese Arbeit. Die Psychologenstellen für die Nachbetreuung und Ausstrahlungsbegleitung gab es am Anfang nicht und ich musste mich dafür einsetzen, weil ich es für die Familien und die Arbeitsweise wichtig finde. Was für neu und schön ist – ich kann meine Haltung zu Menschen und meine pädagogische Arbeit so noch deutlicher machen und so vorgehen, dass wir Dinge in der Familie positiv formulieren und am Guten ansetzen. Es geht nicht um Verbote und um das was nicht so gut läuft, sondern vor allem um das, was trotz aller Schwierigkeiten auch gut geht. Das ist wichtig für die Familien, die Entwicklung und die Veränderung."
„Ich muss den Familien nichts „verbieten“ und kein Urteil fällen! Ich bin weder Polizist noch Richter und so darf erstmal alles in der Familie wertfrei so stehen bleiben. Dann frage ich die Familien: Was erwartetet ihr von mir? Im Folgenden versuche ich dann Muster im Verhalten zu begreifen. Was ich immer wieder bewegend finde, sind die Erfahrungen, die ich bei der intensiven Arbeit mit den Eltern und Kindern mache.“
"Wenn die Erwartung ist: Es soll in der Familie alles ganz anders werden und immer gut laufen, die Kinder sollen, funktionieren oder ähnliches. Das kann und will ich natürlich nicht leisten. Aber ich kann den Blickwinkel der Eltern auf die Kinder und die Dinge verändern. Die Kinder sind immer ganz offen und wunderbar in meiner Arbeit!“
„Die Grenze, wo wir gemeinsam etwas anstoßen oder sogar längerfristig ins Rollen bringen, ist fließend. Wichtig ist, dass die Familien nach meiner Arbeit nicht alleine mit allem bleiben. Die Nachsorge ist mir wichtig und gehört zu meiner Arbeit dazu. Das bedeutet, dass die betreuende Psychologinnen zum Beispiel Therapieplätze für die Mutter sucht oder sich darum kümmert, dass eine Familienhilfe vom Jugendamt übernommen wird. Ganz wichtig ist, dass auch bei der Ausstrahlung eine Psychologin bei der Familie sein kann, das Gesehene besprochen und die Arbeit insgesamt wertgeschätzt werden kann.“
„Viele der Familien haben bereits Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht. Manchmal haben sie Angst vor staatlichen Stellen, weil sie fürchten, die Mitarbeiter hätten längst eine vorgefertigte Meinung und üben nur Kontrollen aus, denen sie nicht standhalten können - das ist dramatisch und müsste meiner Meinung nach verändert werden.“
„Manchmal hilft es z.B. einer Mutter schon, wenn sie sich ein paar Stunden mit jemandem unterhalten und über ihre Probleme, die sie gerade hat und Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind aussprechen kann.“
„Ich bin erstaunt, wenn es heißt, dass der Rahmen, in dem ich pädagogische Arbeit mit den Familien leiste vom Staat nicht bezahlbar und umsetzbar sei. Meiner Meinung nach, müssen Gelder anders verteilt werden und die Hilfen individueller auf die Familien abgestimmt eingesetzt werden.
„Um die Erlebnisse in den Familien zu verarbeiten gehe ich selbst in Supervision. Das ist notwenig und eine Art „Psycho-Hygiene“ für mich, damit ich wieder psychisch erholt und guter Dinge in die nächste Familienarbeit gehen kann.“
„Ich finde Persiflagen auf meine Arbeit oft platt und auf dem Rücken der Kinder. Sehr gelacht habe ich, als Anke Engelke mich parodiert hat. Da ging es um mich und meine Eigenheiten, zum Beispiel, meine Stimmlage und dass ich immer den Finger an die Wange lege.“
„Es ist völlig destruktiv, wenn die Medien von „Monsterkindern“ oder „Monstereltern“ sprechen. Das wird der Sache nicht gerecht und ist abwertend den Kindern gegenüber. Ich habe was dagegen, wenn Kinder nur funktionieren sollen.“
„Schwierigkeiten in der Erziehung – also eigentlich in der Beziehung, sind nichts Schicht-spezifisches. Im Gegenteil: Krisen gehören für uns alle zum Leben dazu und sind grundlegend.“
„Ich bekomme manchmal den Eindruck, dass Kinder, die sich nicht 100prozentig anpassen und gute Unterstützung von ihren Eltern bekommen können, in unserem Schulsystem schnell durchfallen können. Ich habe schon kluge, lebendige Kinder erlebt, die aus unterschielichen Gründen einen Abstieg bis auf die Förderschule erlebt haben. Manche konnten sich einfach nicht durchsetzen, wieder andere haben vieles hinterfragt und zeitaufwändige Fragen gestellt! Dafür ist oft keine Zeit.“
Quelle: http://katiasaalfrank.de/nachgefragt/
Signatur Borussia Dortmund:
Supercup-Gewinner 2008, Deutscher Meister 2009, DFB Pokal-Gewinner 2009, UEFA Cup-Gewinner 2009, Champions League-Gewinner 2010
Die fetten Jahre haben gerade erst begonnen. Danke, JÜRGEN KLOPP FUSSBALLGOTT!!!!!!!!!!!!!!
Katharina Saalfrank + Jürgen Klopp = Traumpaar (Endless Love)
"Leg deinen Besen endlich aus der Hand, kehr nicht vor meiner Tür.
Wenn du am Leben keine Freude hast, verlange das nicht auch von mir.
Denn ich gebe mich noch lang nicht selber auf!"
(aus "Aufgeben (gilt nicht)" von den Toten Hosen) |