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Republicain ...
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...   Erstellt am 17.02.2006 - 11:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo,
auch wenn dies kein Schneider-Forum ist, wollte ich das Thema einmal ansprechen, um mir vielleicht auch ein Bild der Interessen in dem Gebiet der übrigen Teilnehmer zu machen.
Eigentlich und das ist wahr, wurden die Kleider natürlich von einem Tailleur gefertigt. Wir kennen aber auch Fräcke durch das "What Clothes reveal", die aus heimgesponnen und heimgewobenen Materialien gemacht sind und so stümperhaft zusammengenäht, dass auch hier wiederum eine Heimarbeit naheliegend ist. Somit sind die handgemachten und selbstgemachten Kleider des einen oder anderen in der Hinsicht ja schon einmal nicht ganz grundverkehrt - oder gibt es Indizien, dass diese Heimarbeiten in Europa unüblich waren?
Wer meine Fräcke sieht, wird eben diese grobe Verarbeitung wie bei den Stücken aus genanntem Buch vom "Colonial Wiliamsburg" erkennen.
Die beiden späteren Fräcke beruhen auf Originalschnitten. Es gehört allerdings einiges an Kunstfertigkeit dazu, diese auf seine "modernen" Maße anzupassen.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Republicain ...
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...   Erstellt am 17.02.2006 - 11:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Leider ging diesmal nicht Multiple Choice. Sonst hätte ich sowohl "1:1 O." und "O. mit Abwandlung nach Geschmack" angekreuzt.





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Nanny ...
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...   Erstellt am 17.02.2006 - 16:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mein lieber Republicain, was soll jemand wie ich da ankreuzen? Ich mache alles! Incl. mir die Kleider aus den Museumskatalogen nachschneidern mit Hilfe von Orig.-Schnitten anderer Kleider, die ich dann umändere und neu zeichne, da ich zu bin, um es ohne Schnitt hinzubekommen!?




Republicain ...
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...   Erstellt am 20.02.2006 - 08:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich meinte mit der Frage auch, was ist Deine üblichste Vorgehensweise. Ich fand den Aspekt interessant, weil darüber sich (zu)viel auf den Veranstaltungen unterhalten wird, dabei sollte man dort doch hauptsächlich Complimente machen und diese Dinge den Tailleurs et Couturieres überlassen.





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Nanny ...
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...   Erstellt am 20.02.2006 - 09:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dein Wort in Gottes Ohr!
Wenn ich Herrenkleidung nähe, bin ich komplett auf ein Schnittmuster angewiesen, da sie einfach sitzen muß. Allerdings ändere ich hier auch inzwischen fleißig die Schnitte um.
Bei Damenbekleidung habe ich bedeutend mehr Übung - die Kleider haben dann nur noch Ähnlichkeit mit dem Bild aus dem Katalog und nicht mehr mit dem Schnittmuster. Wobei das 1. Teil (fast)immer streng nach Schnittmuster gehnäht wird und alle folgenden dann nicht mehr.
ich denke mal, das alles ist eine Sache der Übung.
Man fängt mit dem Schnittmuster an und im laufe der Zeit, wenn man mehr Übung hat, wird geändert oder auch mit eigenen Entwürfen (a la 1800) gearbeitet.

[Dieser Beitrag wurde am 20.02.2006 - 09:59 von Nanny aktualisiert]




Republicain ...
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...   Erstellt am 20.02.2006 - 13:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Schlimmste ist die Unzufriedenheit, wenn man die eigenen Sachen mit dem "Historical Fashion in Detail" vom V&A vergleicht!
Das sollte ganz natürlich sein. Denn wir sind alles Dilletanten, selbst die kommerziellen Schneider heute, die historische Kleidung machen, im Vergleich zu den Original-Schneidern, denn:
- sie schneiderten nur für eine Zeit
- sie schneiderten in der Regel für nur ein Geschlecht --> Couturiére / Tailleur
- sie hatten die Passform, den Sitz, das Aussehen der Kleider ihrer Zeit, "herumlaufend" immer um sich
(Neid, Neid, Neid ...)
Ich versuche halt, was ich kann und die Differenzen zwischen Anleitungen à la Garsault und deren Regelwerk (bspw. wie sieht ein Justaucorps aus?) und den Originalen auf der anderen Seite, das könnte einen schon manchmal zum Gehirnfasching bringen!
Na wir tun das beste, wir wagen es!





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Isabella ...
Der Blätter zwey
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...   Erstellt am 21.01.2007 - 12:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich stelle die Schnitte, die ich benötige in der Regel selbst her.
Aber das ist oft nicht ganz einfach.
Bei der modernen Schnittkonstruktion gibt es Zugaben und Nahtführungen, die man in der historischen Bekleidung nicht oder anders wünscht. Also für die Erstellung eines korrekten Schnittes, zunächst einmal viel Rechnen. Dann muß man die modischen Charaktere anno .... einfließen lassen.
> Ergo Schulterpolster rausrechnen, Armkugeln aufdrehen, und und und . . . .

Meine ersten Teile waren auch für die Tonne, doch aus diesen Fehler habe ich gelernt, wie die Schneider damals wohl genäht haben.

Daraus ergibt sich für mich :


> Schnitte 1:1, nicht, wegen der Passform (und weil man diese im gewerblichen Bereich wegen der Urheberrechte nicht nutzen darf / Kaufschnitte nur für den Endverbraucher erlaubt).

> Kaufschnitte dienen mir nur zu Studienzwecken >> wie haben die das Umgesetzt ? ? ? ! !

> Abwandlung vom Basisschnitt nach Geschmack, nur wenn es der damaligen Mode und dem Stand der Person entspricht.

> Die beste Vorlage ist immer noch ein Orginal, hier kann ein geübtes Auge alles Wissenswerte "ablesen".




Catherine ...
Zweig
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...   Erstellt am 27.03.2007 - 07:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Isabella schrieb

    > Schnitte 1:1, nicht, wegen der Passform



Wie ist denn dieser Punkt zu verstehen? Heißt das Du paßt die Paßformen der modernen Beweglichkeit an?





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"Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz

Isabella ...
Der Blätter zwey
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...   Erstellt am 29.03.2007 - 11:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ catherine

eine moderne Beweglichkeit gibt es nicht, der Körper bewegt sich seit alters her immer gleich. Es liegt u.a. an der Kleidung, welchen Bewegungsspielraum wir "IHM" lassen.

Die Schneider und Modemacher früherer Zeiten waren ja auch nicht dumm, und wer die Schnittechnik früherer Zeit verstehen will, sollte mal die Bewegungsmöglichkeiten auf Bildern ansehen. Daraus kann man sehen welche Möglichkeiten man in diesem Kleidungsstück gehabt haben muß. Ist das in einer Rekonstruktion nicht möglich, ist da in dem Repro etwas Falsch

Man kann jeden Schnitt auch ohne Zugaben erstellen. Danach verlegt man die Nähte nach Geschmack und Mode. Wenn die Nahtverläufe an der Richtigen Stelle sind kann man sich darin auch gut bewegen.
z.B. Heute mißt man eine Schulter bis zu dem Punkt wo der Ärmel mit einem senkrechten Fall die Schulter nicht mehr berührt > d.h. der Verlauf der Schulter ist eckig und sehr breit. Früher dagegen endete die Schulter sehr viel weiter innen, d.h. bevor die natürliche Schulter beginnt nach unten zu verlaufen.

Machen wir einen Versuch : Schulterbreite früher / heute....
Wir legen gedanklich ein Brett an die Stelle, wo die jeweilige Schulter enden würde. Und man wird bei der aufwärtsbewegung des Arms feststellen, wie stark der moderne Schnitt die Bewegung einschränkt, und daher sehr unbequem an diesem Punkt ist.

Ich hoffe das war jetzt nicht zu umständlich und hilft weiter . . .




Catherine ...
Zweig
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...   Erstellt am 03.04.2007 - 07:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Isabella schrieb

    Machen wir einen Versuch : Schulterbreite früher / heute....
    Wir legen gedanklich ein Brett an die Stelle, wo die jeweilige Schulter enden würde. Und man wird bei der aufwärtsbewegung des Arms feststellen, wie stark der moderne Schnitt die Bewegung einschränkt, und daher sehr unbequem an diesem Punkt ist.




Genau das war meine Frage: Paßt Du Deine Schnitte an die Moderne (Un)Beweglichkeit an oder hälst Du Dich exakt an die historischen Vorlagen?

Versteh mich nicht falsch, mich interessiert nur wie Du arbeitest, da Du ja (gewerbliche?) Schneiderin bist, wenn ich das richtig weiß.

[Dieser Beitrag wurde am 03.04.2007 - 07:55 von Catherine aktualisiert]





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"Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz

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