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Aerowen ...
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...   Erstellt am 20.03.2008 - 14:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Um Weihnachten herum habe ich eine Wichtelgeschichte für ein anderes Forum geschrieben, basierend auf einem Rollenspiel, welches ich mal mit der Person angefangen hatte, der die Geschichte gewidmet ist. Ich weiß, dass sie nicht in die Jahreszeit passt, aber das wird sie bis Dezember auch nicht mehr, und wer weiß ob ich dann noch eine Bindung dazu habe. Posten wollte ich sie schon lange.
Es ist meine erste Geschichte dieser Länge, die ich beendet habe, wobei das Ende ein vorzeitiges und daher offenes werden musste, das richtige Ende existiert nur in meinem Kopf....
Zu dem Genre: Ich habe das passendste gewählt. Es ist war Fantasy, aber mit historischem Hintergrund, und mystisch ist es auf jeden Fall, daher passt es ganz gut hier hinein. Ansonsten bevorzuge ich 'Fantasydrama mit historischem Hintergrund'
Die Geschichte ist nicht in Kapitel aufgeteilt, und daher werd ich sie einfach irgendwie posten.


[Dieser Beitrag wurde am 20.03.2008 - 14:07 von Aerowen aktualisiert]





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Aerowen ...
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...   Erstellt am 20.03.2008 - 14:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Schneeflocke


Gewidmet dem Dichterkönig



Tonight I won't say tonight it's ok.
Always had a feeling it would pass.
Never ever thought it'd be this way.
Still I keep in mind that snow is safe.
Safer than it was two years ago.

Tonight I won't say tonight it's ok.
Always had a feeling it would pass.
Never ever thought it'd be this way.
Still I keep in mind that snow is safe.
Safer than it was

Always had a choice but I cannot be mislead like that
Mew - Snowflake




Es war ein später Winterabend im Dezember. Der Schnee fiel unablässig in dicken Flocken zur Erde und hüllte die Welt in Stille. Einzig zu hören war das Heulen ausgehungerter Wölfe, die um die Mauern der Stadt strichen.
Im Wald auf den Anhöhen um die Stadt ragten die Äste der gewaltigen Bäume schwarz gegen den Himmel auf. Kein Licht erhellte die Nacht, denn der Mond war verdeckt von den Wolken, die ihre weiße Fracht über dem Land ausschütteten.

Langsam durchdrang verhaltenes Stimmengewirr die Stille der Nacht. Schritte knirschten durch den Schnee. Es war ein Trupp dick vermummter Männer, der aus der Stadt hinauf zum Waldrand zog. Im Schein ihrer rußenden Fackeln konnte man verbissene Gesichter unter dicken Lodenmänteln sehen. Sie unterhielten sich murmelnd, ab und zu reagierten sie auf Kommandos aus den vorderen Reihen und ließen sich von dem immer höher werdenden Schnee nicht abhalten auf ihrem Weg in den Wald, denn sie suchten ein Kind.
Ein Kind, dessen Mutter am Abend krank vor Sorge in die Taverne der kleinen Stadt gestürzt war, auf der Suche nach ihrem Mann, der dort mit seinen Freunden über einem Krug Met saß. Zwölf Männer hatten sie zusammen trommeln können, die nun durch den knietiefen Schnee stapften. Sie hatten bereits eine Ahnung, und ihre Schritte wurden, ohne dass sie es merkten in eine bestimmte Richtung gelenkt. Tiefer und tiefer zog es sie hinein in den Wald. Als einige der Männer schon umkehren wollten, weil der Schnee zu dicht fiel und die sichere Rückkehr schon längst nicht mehr gewiss war, hörten sie in einer Gesprächspause etwas und lauschten. Geschmolzenes Wasser rann ihre vereisten Kragen hinab. Ansonsten war es still, nur das Atmen war zu hören.
Und dann erklang, ganz leise, ein Weinen. Ein Kauz schrie, die Männer sahen sich an und schritten in stiller Übereinkunft weiter. Ihre Rufe nach dem Kind waren stetig leiser geworden und irgendwann von dem Wolfsgeheul übertönt worden.
Die Hoffnung trieb die Männer immer weiter voran, und schließlich sahen sie vor ihnen, zwischen den Bäumen eine dunkle Gestalt im Schnee kauern.

Es war Linn, die dort auf dem Weg zu ihrer Hütte im Schnee vor Erschöpfung zusammen gebrochen war, in ihren Armen ein vor Kälte wimmerndes Kind. Mit letzter Kraft versuchte sie es zu wärmen, während sie sich ausruhte, um den Heimweg noch zu schaffen. Stumm registrierte sie, wer da vor ihr im Schnee stand, bevor ihr die Männer, allen voran der Vater, das Kind einfach entrissen. Während sie versuchten, das kleine Mädchen zu beruhigen, fielen allerlei abfällige Bemerkungen über Linn, die zu entkräftet war, um dies richtig wahr zu nehmen. Außerdem war sie es gewöhnt, dass die Stadtmenschen der Einsiedlerin mit Misstrauen, ja gar Verachtung entgegneten. Eine Aussätzige, die nur mit den Tieren sprach, mit denen sie lebte, war der Meinung der Städter nach nicht anders zu behandeln.
Die Männer stießen sie unter drohenden Rufen brüsk in Richtung ihrer Hütte, die hinter ihnen im Wald lag, als Linn sich langsam erhob. Sie strauchelte, und vor Entrüstung fehlten ihr die richtigen Worte. Sie konnte nur noch zusehen, wie die Männer wieder verschwanden, mit dem Kind in ihren Armen. Erschöpft sank Linn zurück in den Schnee. Es scherte sie nicht, wie kalt dieser war. Nach einer Weile murmelte sie ein paar Schimpfwörter, doch sie hatten keinerlei Wirkung mehr, die Männer waren schon längst verschwunden. Sie dachte nicht nur über die Undankbarkeit der Männer, dafür, dass sie dem Mädchen das Leben gerettet hatte, als sie es allein umherirrend im Wald gefunden hatte, nach, sondern auch darüber, warum die Stadtbewohner offensichtlich nicht auf ihre Kinder acht geben konnten. Sie hoffte, das würde ihnen eine Lehre gewesen sein.
Irgendwann hatte Linn alle Gedanken zu Ende gebracht und sie erhob sich wieder, um sich den restlichen Weg bis zu ihrer Hütte zu schleppen. Kaum war diese zwischen den Bäumen vor ihr aufgetaucht, eilte die junge Frau schon auf sie zu, und noch auf der Türschwelle brach sie wieder zusammen. Sie schlief an Ort und Stelle ein, nur begleitet durch das Miauen ihrer Katzen, die sie in der Dunkelheit anstarrten.

[Dieser Beitrag wurde am 25.03.2008 - 17:48 von Aerowen aktualisiert]





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Lykanthrop ...
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...   Erstellt am 25.03.2008 - 08:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Im letzten Satz mus "Stelle" groß geschrieben werden.
So. Und das war zugleich das einzige, was mich am ganzen Text gestört hat.

Ich finde ihn wunderbar anrührend.. Ich hab die Kälte gespürt und ich spür sie immernoch! Wunderbar beschrieben und umgesetz. Fast schon.. zu perfekt *g* Ich hätte den Ausführungen des fallenden Schnees und den tanzenden Schneeflocken noch gerne länger beigewohnt.





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Ist Realität nur die Folge der Notwendigkeit..?

Aerowen ...
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...   Erstellt am 25.03.2008 - 17:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Aber hey - es geht doch weiter, auch mit dem Winter (wenn du willst).
Ich poste einfach mal die (kurze) Fortsetzung ^^
Und danke fürs Lesen und für das Lob




Als Linn am nächsten Morgen erwachte, stand die Tür halb auf, und die Katzen hatten sich an ihren Köper gekuschelt. Draußen war es fast ganz still, bis die Sonne plötzlich zwischen den Wolken hervor schaute und einen Zaunkönig dazu brachte, ein übermütiges Frühlingslied zu schmettern. Langsam raffte Linn sich schwankend auf und kam am kalten Herd zum Stehen. Ihr Kopf brummte, während sie nachdachte. Warum nur habe ich die Tür nicht geschlossen, fragte sie sich verärgert. Es konnte Tage dauernd, bis es wieder halbwegs warm werden würde.
Sie merkte, dass die beiden Katzen beträchtlichen Hunger hatten, genau wie Linn selbst. Während sie sich in Gedanken weiter für meine Dummheit schalt, begann Linn, mit ihren Töpfen auf dem Herd zu klappern.
Nach einer Weile stieg eine dünne Rauchsäule aus dem Kamin der Hütte empor.
Während sie aß, machte Linn ihre Pläne für den Tag. Sie beschloss, die Futterkrippe in der Nähe wieder auffüllen zu gehen mit den Vorräten aus ihrem Schuppen.

In der Taverne in der morgendlichen Stadt ging es bereits hoch her. Die Klatschweiber hatten in Windeseile die Geschichte des vorigen Abends in der ganzen Stadt verteilt. Und wie ein schlimmes Fieber sprangen die Gerüchte nicht nur von Mensch zu Mensch über, sondern trieben sie langsam in den Wahn.
Das kleine Mädchen der Müllerin liegt im Sterben, hieß es. Seit sie am Abend von den Männern im Wald bei der Einsiedlerin gefunden wurde, war es ihr immer schlimmer ergangen.
Es konnte nur eine Schuldige dafür geben: Das Mädchen, dass im Wald hauste, die verschrobene Einsiedlerin, die sich nicht um andere Menschen scherte, der Tiere wichtiger waren als alles andere. Man konnte ja gar nicht wissen, was die in ihrer Hütte alles so trieb, aber sie war die letzte gewesen, mit der das Kind Kontakt hatte, sie musste sie mehrere Stunden lang in ihrer Gewalt gehabt haben, bis die Männer sie befreien konnten, da war man sich einig.
Die Diskussionen wurden heftiger, Männer schlugen mit ihren Fäusten auf die Tische, Frauen schrieen, ein Kind weinte. Ein Eiferer sprang auf den Tisch und fing an zu reden. Eine Sache, auf die er sich verstand. Man müsse endlich etwas gegen diese Frevlerin unternehmen, die niemals in die Kirche ging und den Seelenfrieden der Stadt störte, forderte er. Ein Bierglas wurde zerschmettert, die Frauen, aus irgend einem Grund eifersüchtig, stachelten ihre Männer an. Schnell war man mit weiteren Vorkommnissen bei der Hand, die die Leute auf die Einsiedlerin zu schieben bereit waren. In letzter Zeit hatten sich Krankheiten und Hunger gehäuft, vor einigen Tagen hatte das Haus des Krämers Feuer gefangen und war gänzlich abgebrannt.
"Warum fällt uns jetzt erst auf, dass das Übel die ganze Zeit auf unseren Türschwellen gehockt hat?", schrie eine beleibte Frau, die in der Gerberei arbeitete.
"Ja, das ist wahr! Indem wir diese Einsiedlerin duldeten, haben wir uns dem Teufel verschrieben!", bestätigte der Wirt lautstark. Als er gemerkt hatte, dass er nicht mehr gegen die aufgehetzte Menschenmenge ankam, hatte er sich dieser einfach angeschlossen.
"Sie ist an allen Problemen Schuld, jemand anderes kann es nicht sein!"
"Man hat ja schon viel gehört über Hexerei, die ganze Landstriche ins Unglück gestürzt hat", bemerkte jemand, und damit war zum ersten Mal das Wort 'Hexe' gefallen.
In einer Ecke sammelten sich einige Leute und steckten die Köpfe zusammen, während es langsam wieder ruhiger wurde in der Schankstube. Als die einzelne Gruppe schließlich das Lokal verließ, machte sich eine angstvolle Stille breit. Es sah ganz danach aus, als ob sie etwas ganz Bestimmtes vor hatten.

[Dieser Beitrag wurde am 25.03.2008 - 17:43 von Aerowen aktualisiert]





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Lykanthrop ...
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...   Erstellt am 28.03.2008 - 16:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Seeeehr schön!
Du erzeugst gleich am Anfang des zweiten Teils eine sehr heimische, wohnliche, gemütliche Stimmung. Gefällt mir sehr, sehr gut. Geht es denn noch weiter?





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