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MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 08.02.2006 - 13:42 |  |
Wieviel Rouge , Lippenpomade u.s.w. waren denn nach 1789 noch üblich?
Die Zeiten wo die großen "Damen" in Versailles ob der Farbschichten nicht von ihren Ehemänner erkannt wurden sind vorbei, oder?
Wer trug wann , wo , in welchem Alter , bzw. Stand Farbe im Gesicht?
Wie rot war das Lippenrot? Ab welchem Alter erlaubt? Gab es künstliche Wimpern?
Im Directoire und Empire dünkt es mir, das die unterste bzw. die obere Schicht tonangebend in der Mode war und das eine feine Dame nur in Nuancen von einem Freudenmädchen zu unterscheiden war?
Gehe ich richtig in der Annahme das sich das "Bürgertum dezenter gab?
Fragen über F ragen...
[Dieser Beitrag wurde am 08.02.2006 - 13:43 von MadameKaya aktualisiert]
Signatur Es gibt kein echtes Leben im Falschen... |
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britta Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 380 Nachricht senden | Erstellt am 08.02.2006 - 15:33 |  |
hmm, erst mal was zu Republicain,
ich habe durchaus Bilder gesehen, wo Personen des Rokoko mit Mouches zu sehen waren...gerade aber ist mir leider hier an meinem Arbeitsplatz nichts präsent.
Nur kurz - falls die Quelle verlässlich ist - ein Ausschnitt aus einem "Lexikonartikel":
Die Damenmode wurde übertrieben und exaltiert. Auch die Hochfrisur der Damen des späten Rokoko war deutlich übersteigert. Antlitz und tief ausgeschnittenes Dekolleté wurden weiß gepudert und mit * Mouches (Schönheitspflästerchen) akzentuiert, ein Accessoir, das auch in der Männermode des Rokoko Verwendung fand. Der Extravaganz der Schönheitspflästerchen entsprechend, waren auch die Behälter dafür bisweilen äußerst aufwendig gestaltet, und man versuchte einander mit ausgefallenen Boîtes à mouches (Dosen für Schönheitspflästerchen) zu übertreffen. (Hartmanns Kunstlexikon)
.....genau, ich glaube mich zu erinnern, dass wir in unserer Carl-Theodor Ausstellung solche Döslein hatten...mal sehen, was ich am Wochenende noch dazu so finde 
zu Svenja: über die Standesgeschichte des Schminkens wüßte ich auch sehr gerne etwas mehr 
Interessant wäre mal ein kleiner Ausflug in das wella-museum, da gibts bestimmt einiges zu erfahren!
Wer hat denn die Memoiren der Abrantes? Katja? Kannst Du Dich da an Beschreibungen der Toilette erinnern?
Künstliche Wimpern sind auch ein heisses Thema In den alten Historienschinken der 70er Jahre wie "Kampf um Rom" hat Hollywood ja eine Lanze für dieses Utensil gebrochen...nur, ab wann gibts die Dinger wirklich? Ich hab dazu bisher auch noch nicht sooo viel gefunden....
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MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 08.02.2006 - 23:39 |  |
...es gibt auch ein Buch zu diesem Wella Museum, allerdings kann ich mich nicht mehr so recht erinnern, ob etwas über unsere Zeit dort zu finden war.
Katja hat auch nur noch das "Standardwerk" der Abrantes und dort findet sich leider nichts zu dem Thema.
Irgendwo habe ich mal gelesen, das sich die Empire Damen die Augenbrauen mit Kohle nachgezogen haben. Das ist mir aber zu allgemein... Wie sieht das denn bitte bei einem hellen Teint und blonden Haaren aus?
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Justine_de_Farinot  Administrator


Status: Offline Registriert seit: 11.10.2005 Beiträge: 678 Nachricht senden | Erstellt am 09.02.2006 - 11:39 |  |
Ein abgebranntes Streichholz erfüllt bei den Augenbrauen übrigens auch seinen Zweck, meine selige Urgroßmutter tat dies immer, wie mir meine Frau Mama oft berichtete. Die war in ihrer Jugend auch blond, das Streichholz trägt allerdings auch nicht so auf wie ein Brikett 
Signatur Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau) |
Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 09.02.2006 - 13:15 |  |
Liebste Britta, dies sind genau die Antworten der bekannten Lexika. Ich will zur Errettung der anwesenden Personen nicht ebensolche Klischees weiterführend zitieren. Auf den Bildern von Hogarth sieht man die Herren mit mouches schon als lächerliche Stutzer an. Aus dem späteren 18.Jh. kenne ich keinerlei Abbildungen oder, wenn nicht satyrische, schriftl. Quellen mit der Erwähnung von sich schminkenden Herren. Die meisten Lexika, selbst diejenigen welche sich wissenschaftlich geben haben sich "ihr" Rokoko zum Großteil ausgedacht, das heute noch in Funk und Fernsehen existiert und bei kostümierten Schlossführungen bisweilen noch Anwendung findet. Gewiss gibt es Ausnahmen. Die bekannten Döschen, scheinen tatsächlich, wie angeführt, noch bis ins späte 18.Jh. Schönheitspflästerchen für die Damen bereit gehalten zu haben. Allerdings habe ich bei manchem Gemälde durchaus den Eindruck, dass sich die Herren auch im Gesicht bisweilen gepudert haben. Ich habe das vermutlich nicht nötig. Das Wunderlichste für mich ist tatsächlich, dass hohe Frisuren, die es gab, Schönheitspflästerchen, die es gab, große Reifröcke, die es gab, extravagante Stoffe, die es gab, allesamt scheinbar bei vielen Sachbuchautoren selbst in einen Topf geworfen werden und fertig ist das "erfundene" Rokoko, was die Betreiberin der Marquise-Site ja ganz klar von der tatsächlichen Zeit des Rokoko trennen möchte. Bisweilen mag sie harsch sein und Auswüchse der Extravaganz eindämmen, wo sie größer gewesen sein mögen, im großen und ganzen aber erläutert sie, wunderbar die Differenz zwischen Fiktion und Realität in Mode und Kosmetik etc. in der Vorstellung über diese Periode.
Signatur ... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet. |
britta Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 380 Nachricht senden | Erstellt am 09.02.2006 - 13:33 |  |
ahja, danke Repbublicain. Da ich gerne in eigenen Landen nach Vergleichen suche, habe ich gestern abend noch meine Kataloge zu unserer Ausstellung durchgeblättert über den letzten Kurfürsten der Pfalz. Alle Abbildungen der gesamten Familie und Notablen zeigen klare, nur gerougte Gesichter, keine Mouches. Wir hatten zwar eine kleine Mouchedose aus Porzellan in Gestalt einer Damenbüste, aber sie wird auf 1760 datiert, genau wie Deine sonstige Info ja auch dazu passen würde.
Also gilt es weiter zu suchen, um letztendlich nichts zu finden ....
@svenja: Liebes, das Buch kenne ich leider noch nicht (da werde ich mal auf die Pirsch gehen), aber auf deren Homepage findet man ein Foto von einem Reisenecessaire...angebl. von Josephine. Naja, sollte es nicht von ihr sein, es stammt aus "unserer Zeit" und ist begehrenswert...seufz! 
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Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 09.02.2006 - 13:37 |  |
Lieben Dank! Das wäre dochmal was für Cécile, wenn auch unerschwinglich. Ich glaube sie hatten unlängst ein solch hübsches Döschen bei "Kunst und Krempel". 1760 - ha bestimmt wunderhübsch!
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britta Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 380 Nachricht senden | Erstellt am 09.02.2006 - 13:45 |  |
hmm, jooah, das Stück ist ganz nett. Ich schau mal, ob ich das Ding eingescant bekomme und Dir zusende, dann magst Du Dir selbst ein Urteil dazu bilden...
Kommen wir aber wieder zurück auf die eingangs von Svenja gestellte Frage: Was für und wieviel Farbe trägt Dame im Empire im Gesichte? Wer weiß Konkretes?
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MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 10.02.2006 - 10:59 |  |
Schwierig, schwierig...
Wie sieht es denn mit den damaligen Modeblättchen aus..
Keine "Schminktips" im "Bon Genre" oder dem Journal des Luxus und der Moden?
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Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 10.02.2006 - 11:06 |  |
Im "Journal des Luxus und der Moden" findet man in den 1790er-Ausgaben des Pariskorrespondenten keine Tipps zum Schminken, nur zur Mode an sich. Dabei zeigen die Stiche viel Puder und Rouge auf den Wangen ca. 1793. Dann brechen ja die Berichte, verständlicher Weise, ab.
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