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Charlotte Administrator Status: Offline Registriert seit: 02.10.2005 Beiträge: 6790 Nachricht senden |
1896 wurde das Haus offiziell eröffnet, damals ein Weltwunder außerhalb der Stadtmauern. Es gab elektrisches Licht, eine Zentralheizung, eine Häckselmaschine zerkleinerte den Abfall, das Hotel wurde im üppigen Fin-de-Siècle-Stil eingerichtet. Geplant als nobles Stadthotel, übernahm alsbald die raue Vorstadt das Regiment, das Orient geriet in den Ruch des Unseriösen, Dubiosen, moralisch Zweifelhaften. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass man sich die Geschichten, die im Orient stattfanden, nur hinter vorgehaltener Hand zuraunt, dass jede Begebenheit heute mystisch verklärt daherkommt; schriftliche Aufzeichnungen gibt es nicht, Chronik des Hotels existiert keine. Am 24. August 1980 wird wieder aufgesperrt, Die Prominenz hat schon darauf gewartet. Und es hat einen neuen Chef. ![]() Heinz Werner Schimanko der hünenhafte Mann mit dem Mordstrumm Schnauz im Gesicht, ist jetzt der neue Besitzer. Nun ist es kein platz der käuflichen Liebe mehr, aber was in den frisch renovierten Zimmern passiert ist das gleiche. Nur eben.... Das Orient soll ein Ort für die Kleinglückgenießer sein. Für Chefs mit ihrer Sekretärin, für den Filmstar der einen seiner Fans glücklich macht, aber auch der Ehemann, der seiner Frau etwas ganz anderes zum Hochzeitstag bieten will, was früher die Sacherseparees waren, sind jetzt die Zimmer des Orient. Im Orient werden Leidenschaft, Sexualität und flüchtige Lieben zelebriert, Zuflucht gesucht zu den Höhepunkten des Lebens.. Und Schimanko kennt sie alle, ihm gehört nicht nur das Orient, sondern auch die Edenbar. Man geht einfach in die Eden, nach einem Geschäftesse, nach einem Operbesuch oder Vernissage. In der Eden gibt es, wenn man nicht sowieso versorgt ist, die schönsten Mädchen. Mädchen , die nicht nur schön sind, sondern auch intelligent und durchaus nicht billig. Der Heinzi wie er von allen genannt wird, stammte aus ganz ärmlichen Verhältnissen, geboren während des Krieges,Sohn einer allein erziehenden Hausmeisterin, lernt er sehr rasch, was organisieren heißt. Und er wusste genau, einmal würde er reich sein und dazugehören. Wie er relativ rasch zu viel Geld gekommen ist, darüber schweigen alle, Freunde oder Feinde. Jedenfalls kann er 1974 die berühmte Eden-Bar kaufen. ![]() Und führt sie ganz in der Tradition der ersten Besitzerin der Baronin Emmy von Stein, mit Kleiderettikette und traditionsbewussten Umgangsformen. In der Eden gab es die besten Bands, viele später bekannt gewordene Sänger haben dort angefangen. Das Cafe Walfisch und viele andere bekannte Lokale kamen im Laufe dazu. Seine Bars deckten das breite Spektrum von Rotlichtmillieu und Prominenten-Treffs ab. Heinz Schimanko war dort wohin er wollte. Aber er gehörte auch in den Dunstkreis von Udo Proksch, doch lies er sich in keine Geschäfte verwickeln, die ihn eventuell von seinem Thron als Gastronomiekönig herunter stoßen könnten. Dass er einigen Freimaurerlogen angehörte, daraus machte er kein Geheimnis, Und er war sehr darauf bedacht, dass alle Welt erfuhr, dass er die katholische Kirche unterstützte. Schimanko wusste, wo er im morbiden Wien ansetzen musste. Und so eine schillernde Figur er im Nachtleben Wiens auch war, die Politik vergaß ihm seine Diskretion nicht, er bekam den heute noch begehrten Titel eines Kommerzienrates verliehen. Was einer Adelsverleihung gleich kommt. ![]() Heinz Schimanko war, was man im Nachtgeschäft eigentlich nicht annimmt, ein treuer Ehemann und war viele Jahre mit seiner ersten Frau glücklich verheiratet. Aus der Ehe stammen drei Kinder Michaela, die schon früh in die Geschäfte des Vaters eingestiegen ist. Die Söhne studierten Jus und Betriebswirtschaft. Schon in den späten Fünzigern, heiratet er ein zweites mal und bekommt noch einen Sohn und eine Tochter, er ist stolz auf die Kleinen und geht auch schon mal mit dem Kinderwagen spazieren. Am 22. November 2005 wird um 13h45 ein Notarzt in eine Wohnung in Wien – Alsergrund, gerufen. Er kann aber nur mehr den Tod des Patienten feststellen. Es ist das Wiener Original, der bullige Mann mit dem Schnauz, der Liebling der Promis: Heinz-Schimanko, gerade einmal 61 Jahre alt. Eine Obduktion wird angeordnet, denn es ist nicht Schimankos Wohnung und die Frau, die den Notruf betätigte, nicht seine Frau. Vermutet wird Herzversagen. Als er elf Tage später in Döbling, einem Nobelfriedhof beerdigt wird, ist alles anwesend, was in der Demi-Gesellschaft Rang und Namen hat, die Lugners, die Schillers.... Quelle: Vienna online,Wikipedia ,Kurier Signatur Kleine Sünden straft Gott sofort. Für die Großen aber schickt er mich! http://www.razyboard.com/system/user_maligne.html http://www.premier-thoroughbred-deals.li/501.html | |||
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