GREYFENFELSER TAVERNE


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Netanuk
unregistriert

...   Erstellt am 04.06.2006 - 11:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


15.12.2005

Dunkle Wolken ziehen vom Meer der Sieben Winde in das Landesinnere. Der Tag ist finster und trüb. Ein leichter Nieselregen geht nieder und Kälte zieht durch das Land.
Der Kampf und das Leid um die Feste Argalts liegen schwer auf dem Land. Schwere Düsterheit liegt auf den Seelen der Greyfenfelser und das Land ächzt ob des Blutes der Gefallenen durch die eigenen Schwerter.

Die Feste Greyfenfels erhebt sich grau und mächtig über dem Dorf. Die Mauern sind bestückt von Kriegern der Baronswache. Anderes als in der Vergangenheit stehen keine Thorbanger auf den Wehrgängen und die Thore sind bis auf das Mannsloch verschlossen.
Die Rekker der Thinskari haben sich in die Langhäuser der Thorbanger zurück gezogen und trotz der klärenden Gespräche zwischen dem Baron und den Führern der Thorbanger ist das alte Vertrauen noch nicht vollständig zurück gekehrt. Zuviel Blut war auf Argalts geflossen.

Zu allem Unglück war nun auch noch die Rekkerin Hjora aus der alten Heimat der Thorbanger eingetroffen. Doch sie reiste alleine und der Hetja war nicht an ihrer Seite. Er war verschollen in der Nähe von Haibuthar und Hjora verlor seine Spur auf der Weite des Meeres.
Einzig das alte Artefakt, wegen welchem sie nach Thorwal gereist waren, hatte sie heim gebracht. In der Nähe von Murat hatte sie den Freund und Lehrer von Herujal Draugonthir getroffen. Und mit diesem war es ihr gelungen das wertvolle Stück zu erlangen. Nun schien Hoffnung im Kampf gegen die dunklen Wesen aus der Tiefe zu bestehen.

Doch ein anderes Geschehen zeichnete sich am Horizont, in Form eines einzelnen Reiters der zur Feste Greyfenfels strebte, ab. Nachricht von Krieg, Verrat und Tod eilten aus dem Königshaus zu Havena in die Regionen.
Schon haben die Burgwachen den Reiter entdeckt und ob der Geschwindkeit erschallt der Ruf über den Hof der Feste: "Öffnet das Tor, ein Reiter!".

Langsam schwingen die Torflügel auf und öffnen dem Krieg um Albernia die Pforten...




Netanuk
unregistriert

...   Erstellt am 04.06.2006 - 17:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


09.03.2006

hjora "feuerhaar" anjuhaldottir hatte gerade die nordgrenze der baronie greyfenfels überschritten.
endlich war sie wieder in der heimat. die lange reise auf welche sie der hetmann und herujal geschickt hatten war endlich vorüber.

vor einigen madaläufen waren netanuk und sie aufgebrochen, begleitet vom baronske und der comtessa, sowie deren hofdame. doch allzu weit war ihre reisegruppe nicht gekommen. bereits in bech hatte den baronske eine nachricht erreicht, welchen ihn eilig zur umkehr nach greyfenfels zwang - die dunklen wesen hatten sursjo angegriffen und einige dörfler hatten ihr leben lassen müssen.

die comtessa und ihre hofdame verliessen sie in der nähe von haibuthar, nachdem auch netanuk auf ungewohnte weise verschwunden war. die horasierinnen hatten mit der otta der sturmreiter handelsgespräche geführt und mit den premern hatte die comtessa nun ihre ersten ziele erreicht. es war nun an der zeit für sie, eine komturei in der baronie greyfenfels für den nordhandel ihres hauses zu eröffnen. alsbald schon waren weitere gespräche mit den premern geplant.

netanuk hingegen war mit einem einheimischen namens eilif und dessen weib in einem fass aus haibuthar abgereist. welche geister ihn geritten hatten, wusste hjora nicht und sie konnte es sich nicht erklären. seit diesem tag war netanuk nicht mehr gesehen und das war nun doch schon elf madaläufe her.

sie selbst war von haibuthar gen muryt aufgebrochen um dort vor ihren verwandten vorzusprechen. die reise war glimpflich abgelaufen und die runjas schienen ihr ein gutes schicksal zu weben. von muryt aus ging die reise weiter gen norden in die täler der grauen berge und endlich erreichte sie ihre verwandte sippe. vor unzähligen götterläufen war dieser teil der sippe im norden geblieben, als die thorbanger gen süden aufgebrochen waren.
nun war sie auf die hilfe derer angewiesen. doch die godis verlangten eine grosse prüfung von ihr und sie zog aus weiter gen norden zu den gjalskerländern. mit grauen denkt sie noch immer an diese grauen tage im dunthark zurück und sie hatte noch niemals ein wort darüber verloren. von einem gjalskerweib namens arradh'dhun hatte sie damals den zunamen "feuerhaar" erhalten und führte ihn nun mit stolz.

der grosse godi urwulf thardosson hatte ihr das alte stück dann ausgehändigt und sie mit swafnirs segen gen thorbange geschickt. grüsse an die sippebrüder und -schwester gab er ihr auf den weg und diese wollte sie alsbald ausrichten. denn das dorf lag schon in der nähe und der nostrische boden lag weit hinter ihr. bald schon würde sie die jolskemi ihrer sippe sehen.

doch in diesem moment vernahm sie ein knacken im dickicht - etwas dunkles huschte durch die wälder - da waren sie wieder, swafnir möge ihr beistehen. zu wertvoll war der gegenstand aus dem norden als das er in die hände fremder fallen durfte.

hjora "feuerhaar" anjuhaldottir nahm ihr schild vom rücken, zog die axt aus dem gürtel und setzte ihr horn an die lippen. diesen ton hatte greyfenfels schon lange nicht gehört und ihre schwestern und brüdern würden ihr zur hilfe eilen...




Netanuk
unregistriert

...   Erstellt am 04.06.2006 - 17:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


16.03.2006

Von Honningen herauf kam sie geritten, erst vor wenigen Tagen war sie aufgebrochen und ihr Ross war erschöpft durch den schnellen Ritt. Doch Tod und Krieg sassen ihr im Nacken und ihre Nachricht musste dem Herrn Baron zugetragen werden.

Albernia hatte sich dem Kaiserreich verweigert, die Königin war von Elevina gen Havena marschiert um ihre Truppen zu sammeln. Doch die Macht des Kaiserreiches ist gross und bedrohliche Kunde von den Küsten Albernias war ihr zu Ohren gekommen. Truppen seien gelandet und hätten die Ländereien verwüstet.

Luciana Desidera Zurriaga, die stolze almadanische Schwertgesellin, spornte ihr Ross zu noch höherem Lauf an. Das Land war unruhig und sie wollte so schnell als möglich greyfenfeldschen Boden erreichen. Bockshag hatte sie bereits passiert und alsbald würde sie Berodomkirke erblicken. Dann hatte sie endlich das Land ihres Lehnsherrn erreicht und dort konnte sie ein frisches Pferd verlangen und der Weg nach Greyfenfels wäre absehbar.
Mochten die Thorbanger nur den Frieden bewahrt haben, mochte sich der Krieg noch nicht in ihre neue Heimat eingekehrt sein, zu beunruhigend waren die Nachrichten von den Langbooten mit ihren Drachenköpfen, welche an den Gestaden Havenas gelandet waren. Konnten die nordischen Bewohner der Baronie nach all den Vorkommnissen der letzten Madaläufe überhaupt noch anderes als zu ihren Verwandten aus dem Thorwalerland halten? Luciana war beunruhigt und sie bangte um das Leben und Wohl Landbevölkerung.

Der Auftrag des Barons hatte sie nach Honningen geführt. Sie hatte eine Nachricht an die Gräfin überbracht, denn das gewünschte Handelsgut der Honnigerin war in Wolhusern bereit. Doch das befestigte Honningen befand sich bereits im Kriegszustand, die kaiserlichen und nordmarkschen Truppen waren bereits tief nach Albernia vorgedrungen und bereits waren Schlachten geschlagen. Verrat und Todschlag hatte es gegeben und kein Bündnis und Lehnseid war mehr sicher. Mit knapper Not war Luciana einzelnen Angriffen durch Aufständische und verstreute Krieger des Mordmärkers Gorsam entkommen, doch allein der Baron musste entscheiden auf welcher Seite nun das Banner Greyfenfels stehen würde - für das Kaiserhaus von Gareth oder für die Krone der Bennains?

In diesen Gedankengängen erblickte die Almadanerin die Dachgiebel von Berodomkirke und während das Madamal über den Hügeln des Seenlandes sich erhob, kehrte sie in die warmen und friedlichen Stuben der Dörfler ein.
In spätestens zwei Tagen würde sie die Feste Greyfenfels erblicken...




Netanuk
unregistriert

...   Erstellt am 04.06.2006 - 17:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


18.03.2006

die skaldin senkte ihr horn, blickte in die runde um das feuer. es war still geworden und nur der firunswind heulte um das jolksrim herum. alle sippenmitglieder lauschten der alten saga zu welcher die skaldin nun ansetzte:

es war in den tagen als das geschlecht der thorwaler noch jung an den jastad aventuriens war. jurga war seit einigen götterläufen zu swafnir gegangen und die hetleute hatten schon mehrere siedlungen südlich und nördlich von olaport gegründet.

die sippe der seetiger hatte sich an der küste westlich des grauen gebirges niedergelassen und schon war eine schöne und feste palisade rund um die ottajaskin erbaut worden. die geschäfte der sippe verliefen gut und der handel florierte. auch die fahrten gen norden waren von erfolg gekrönt. swafnir war mit den seetigern.
doch wie die runjas ihre schicksalsfäden spinnen, ist den sterblichen oft unergründlich und so kam der finstere tag als nach einem besonders ertragreichen strandhög sich die ältesten söhne des hetmanns zerstritten. viel feuerwasser und honigwein war bereits geflossen an diesem abend und so kam es, dass die worte der streitenden bösartiger waren, als sie wohl von ihnen gemeint waren. schon zogen die ersten anhänger beider seiten skraja's und dolche als der alte hetmann thurgolds tigerjäger öggvason sich von seinem sessel erhob. genannt wurde der alte krieger tigerjäger, weil seine grösste leidenschaft dem kampf mit dem seetiger im wasser galt und eine stattliche anzahl von reisszähnen zierte seinen halsschmuck.
er trat zwischen seine beiden söhne und eine der runjas schnitt den strang seines schicksal entzwei. urgudlar thurgoldsson hatte bereits seinen dolch in der hand gehabt und sein bruder thorbald nannte ihn in diesem tragischen moment den sohn einer wimmernden horedreng, den beide hatten verschiedene mütter und dies war seit jeher ein streitgrund zwischen den beiden. urgudlar reagierte blindlings und stach nach seinem bruder - alleine den tod wünschte er ihm noch, doch ereilte es nicht thorbald sondern seinen vater. der dolch zerriss dem alten krieger die brust und der lebenssaft quol zwischen seinen rippen hervor. thurgolds brach zusammen und stille legte sich über die sippe.
urgudlar wurde seiner tat nur langsam gewahr und der vatermörder liess seinen dolch zu boden gleiten. doch die götter hatten nicht genug an jenem abend gesehen und thorbald zückte, entrüstet ob dieser schandtat, seine øks hervor - urgudlar blieb nicht die zeit zu reagieren und sein blut netzte alsbald die felle auf welchen sie standen. einzig die worte eines fluches brachte urgudlar noch über die lippen bevor er das todenreich betrat.
da brach ein tumult hervor und die anhänger der brüder fielen übereinander her. an jenem abend starben fünfzehn seetiger durch die hand ihrer eigenen brüder und schwestern.

die anhänger urgudlars und thorbald mit seinen leuten wurden von dem godi der ottajasko verwiesen. sie wurden von dem weisen mann friedlos erklärt und mussten von dannen ziehen. doch nun war die sippe klein und kaum überlebensfähig. der winter stand vor der türe und zu allem unglück erfüllte sich der fluch urgudlars, doch nicht an den ausgestossenen sondern an den daheim gebliebenen.

ein drache liess sich in den bergen nieder und fiel über das land her. er raubte was ihm unter die bösartigen augen geriet, er verwüstete ganze landstriche und die bauern der umgebung suchten schutz in der ottajasko der seetiger. so ging es nicht lange, dass nahrung und platz eng wurden. zwar waren die jolskremi der friedlosen noch zu beziehen, aber fleisch, getreide und anderes hatten sie mitgenommen wie es ihrem anteil entsprach.
und auch der drache liess nicht lange auf sich warten. noch vor winteranbruch entdeckte er die siedlung und der erste angriff brach über die thorwaler in den frühen morgenstunden des ersten frosttages herein. es war ein mächtiger kaiserdrache, fürchterlich anzuschauen in seinem rotgrauen schuppengewand. gewaltige feuerflammen stiess er aus seinem rachen und vernichtete die jolskremi wie auch die ottas der seetiger. die krieger der seetiger traten schlecht gerüstet gegen das monster an, doch hätten ihnen die besten schuppenpanzer nichts gebracht. vierzig schritt mass der drache von seinem haupt bis zu seinem schwanz und jener war selbst noch einmal an die fünfzehn schritt lang. seine schwingen spannten sich über fünfundzwanzig schritt und seine klauen zerrissen rösser in der luft als wären sie spielzeug.
dem angriff folgten noch zwei weitere und die zahl der toten war gewaltig. jedesmal forderte der drache nach dem angriff die herausgabe des blauen saphireies. doch war den seetiger ein solches ei aus edelgestein nicht bekannt.

so kam es, dass das thing zusammen trat. war bis anhin niemand würdig die nachfolge des grossen hetmanns anzutretten und doch musste die sippe gerettet werden. an jenem abend trat argawulf thorguldsson, der jüngste sohn des verstorbenen hetmanns hervor und er bat das thing den namen seiner familie rein waschen zu dürfen. er wolle ausziehen und das blaue saphirei für die sippe finden oder einen weg den drachen zu töten. der godi nahm seinen schwur an und so kam es, dass argawulf gen osten aufbrach um den edelstein zu finden.
argawulf war noch kein mächtiger krieger auch wenn er das handwerk von seinem vater gelernt hatte. seine heldentaten waren noch nicht in die lieder der skalden eingegangen und doch nahm er in seinen jungen jahren langsam das aussehen eines richtigen thorwalerkriegers an. er war von stattlicher statur, sein haupthaar war leuchtend rot und sein bart in kunstvolle muster geflechtet. an seinem gürtel hang ein brächtiges schwert namens álfagjöf, denn eine elfin hatte es ihm einst geschenkt. er trug seine axt fifill, den einen schneelöwen hatte er damit erlegt und ein kettenhemd rüstete ihn.

so wanderte argawulf manche meile und manchen madalauf. er vollbrachte so einige heldentaten, doch ein blaues saphirei kam ihm nirgends unter die augen und auch an keinem ort war ein solches bekannt. der sommer war schon vorüber und argawulf sah keinen anderen weg als nun dem drachen entgegen zu treten und seinen schwur auf diesem wege einzulösen. doch wie besiegt man einen drachen. lange brütete er über eine möglichkeit, als die runjas ihre fäden neu ordneten.




Netanuk
unregistriert

...   Erstellt am 04.06.2006 - 17:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


19.03.2006

smáhildur, die tochter des elfenkönigs der westreiche, war in die hände von grässlichen ogern geraten und der elfenkönig war ausser sich vor sorge. keiner seiner krieger hatte die tochter des herrschers befreien können und kaum einer war zurückgekehrt. argawulf war erst wenige tage im reich der elfen und als er vom schiksal der prinzessin hörte, packte ihn der mut der thorwaler. er zog hinauf in die hügel der oger und als diese gerade dabei waren ein gelage vor zu bereiten, stürzte er mit erhobenem schwert mitten unter sie. der kampf war fürchterlich und argawulf trug so manche wunde davon. doch die swafkar der thorwaler und das eisen der elfen vernichtete die monster. so führte argawulf smáhildur in die hallen ihres vaters heim und wenige götterläufe später gar in sein eigen heim, doch dies ist eine andere saga.
der mächtige elfenkönig war ob der hilfe eines menschen beschämt und in seiner dankbarkeit gewährte er argawulf einen wunsch. dieser jedoch dachte nur an seine heimat und bat um eine waffe gegen den kaiserdrachen der grauen berge. der elfenkönig gewährte ihm diesen wunsch und sandte ihn zu den zwergen der grauen berge. auch schenkte er ihm ein elfenross, welches ihn schnell in seine heimat tragen sollte, denn das leid welches die drachen einst den elfen und zwergen bereitet hatten, liess den elfenkönig mit wut auffahren. solcher erinnerungen gewahr stellte er argawulf zudem noch den besten zauberweber und den grössten krieger seines reiches an die seite, auf das sie gemeinsam gegen die bestie antreten würden.

nur kurze zeit später traf argawulf bei den zwergen ein und ob der gaben des elfenkönigs wusste der zwergenherrscher, dass der mensch hoch in der gunst der elfen stehen musste. so bat er um die geschichte des kurzlebigen und als er diese vernahm, bat er ihn um hilfe. den ein rudel von riessigen werwölfen war in die heimstätte der zwerge eingebrochen und hatte schon unzählige kammern vewüstet. die krieger des zwergenherrschers wurden der plage nicht herr. doch schon im voraus versprach er argawulf einen drachenspiess welchen die besten schmiede der zwerge herstellen sollten.

so trat argawulf mit den beiden elfen gegen die mächtigen werwölfe der grauen berge an und grässliche kämpfe tobten in den tiefen hallen des zwergenreiches. argawulf erlangte schon bald die oberhand, denn der elfenmagie, dem stahl von fifill und dem mut der gefährten waren die werwölfe nicht gewachsen. immer mehr zwergenkrieger schlossen sich argawulf an und schon bald waren die hallen des zwergenherrschers von dem unrat gereinigt.
der zwergenherrscher dankte argawulf und gab ihm einen prächtigen drachenspiess wie zwei hände voll von zwergenkriegern, welche im drachenkampf erfahren waren. auch einen glänzenden zwergenpanzer schenkte er argawulf und so gerüstet trat der seetiger trotzig die heimreise an. sollte der drache nur noch einmal die seinen heimsuchen, wenn er daheim war, es würde sein tod sein.

der winter war vorüber und nun war schon mehr als ein götterlauf vergangen seit argawulf ausgezogen war. grausam hatte der drache in seiner heimat gewütet und seine sippe hatte einen hohen tribut gezahlt. und wieder hörten sie die schwingen des grausamen, vernahmen seinen feueratem und spürten seine hitze. viele der thorwaler wollten die alte heimat nun endgültig hinter sich lassen, doch immer wieder hatte der drache ottas beim auslaufen vernichtet und auf dem landweg war niemals einer der ihren entkommen. hatte der drache die körper der fliehenden immer wieder durch die lüfte zurück getragen.
auch an jenem morgen rüsteten sich die rekker der ottajaskin und schon bald sahen sie den mächtigen heranbrausen. er fiel erneut über das dorf her und schon lange stellte er seine forderungen nicht mehr. es schien so, als wenn alleine das töten seine gier noch befriedigte.

doch an jenem morgen war etwas anderes. plötzlich betrat ein grosser, prächtig gerüsteter krieger das dorf und mit ihm kamen zwerge und elfen. der drache war ob dieser abwechslung erfreut und stürzte sich auf die ankömmlinge hernieder. sie sollten schon wissen was denen geschah die ungewünscht in seine ländereien eindrangen.
die thorwaler erblickten jedoch argawulf, welcher vom jungen kämpfer zum grossen krieger geworden war. neuer mut enflammte in ihren herzen und sie packten ihre rundschilder. stürzten sich an die seite des helden und blickten dem sicheren tod stolz entgegen. als der drache heranflog wurde er erst im letzen moment eines eishagels gewahr der ihm entgegen schmetterte und just in jenem augenblick in dem er ihm ausweichen wollte, musste er sich zu boden stürzen, denn der gegner hatte allzugut gezielt.
da erblickte er mit einem mal den mächtigen drachenspiess und an dessen spitze den grossen thorwalerkrieger. der thorwaler stiess zu und riess sein schwert hervor. der drache bäumte sich auf, er spürte den schmerz welcher seinen panzer zerriss. doch schon war der thorwaler auf ihm und mit einemal blitze stahl vor dem auge des drachen auf. álfagjöf stiess hernieder und das augenlicht des drachen brach. das elfeneisen drang tief in den kopf des drachen ein und sein karfunkel erstarb. das dorf war frei.




Netanuk
unregistriert

...   Erstellt am 04.06.2006 - 17:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


19.03.2006

die tage vergingen und die feste waren gefeiert. der ruhm argawulfs verbreitete sich über das land und elfen, zwerge und menschen vernahmen von seinen taten. das thing war sich einig und der godi stimmte der wahl des neuen hetmanns zu. grosse taten versprachen eine grosse zukunft für die sippe der seetiger und schon bald wuchs die zahl der jolskremi wieder.

so kam der abend als im jolskrim des hetmanns ein grosses fest gefeiert wurde und der met in grossen mengen floss. die skalden erzählten die alten sagas, die godis gaben ihre ratschläge und weisheiten weiter, die elfen und zwerge brachten ferne kunde und so manches merkwürdiges geschenk.
da traten die krieger und kriegerinnen vor den thron des hetmanns, eben jene, welche mit ihm seite an seite gegen den drachen gekämpft hatten. sie waren seine hetskari, sein schild und sein schwert. sie waren es, die ihm an jenem abend als smáhildur in seine heimstätte einkehrte, ewige treue schworen und jenen alten schwur begründeten, mit welchem sich die leben der krieger vereinen. jener schwur, welcher geleistet wird, wenn jeder mit seinem leben für das leben des anderen einsteht - auf immer und ewig:

"vores leve for sikre ten dine leve
og dine leve for sikre ten vores leve!
det vel pà swafnir!"

die stimmen der hetskari verstummten und ruhe kehrte in das jolskrim ein.
der grosse hetmann argawulf thorguldsson genannt der drachentöter erhob sein horn und seine stimme:

"mine leve for sikre ten jeres leve
og jeres leve for sikre ten mine leve!
det vel pà swafnir!"

geeint erhoben die nordleute ihre metgefüllten hörner und der schwur donnerte aufs meer hinaus: "det vel pà swafnir!"

der bund war für ewig geschlossen und swanfir senkte wohlwollend sein haupt.





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