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Kirschwein ...
50 Liter Wein
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...   Erstellt am 13.07.2009 - 15:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo,

ich hoffe mein Thema passt annäherungsweise in diese Rubrik.

Wir haben bei uns an der Hauswand zwei Weinstöcke (rot und weiß), die dieses Jahr nach schier unglaublichen Erträgen aussehen. Letztes Jahr hatten wir leider einen ziemlichen Sauerwurm-Befall, der etwa ein Drittel der Ernte vernichtet hat. Also wollten wir diesmal was dagegen tun, weil wir daraus Anfang Oktober mal "richtigen" Wein machen wollen.

Uns sind von fachkundiger Seite Bacillus Thuringiensis-Präparate empfohlen worden, die auf die etwa erbsengroßen Beeren gespritzt werden sollen, was ungefähr jetzt wäre. Offenbar werden diese Mittel auch im professionellen Bio-Weinbau eingesetzt. Da es sich hier jedoch um Mikroorganismen handelt, wäre die Frage, wie und ob dies in irgendeiner Weise zu berücksichtigen ist im Hinblick auf die Gärung.

Hat sich schon mal jemand damit auseinandergesetzt und kann vielleicht etwas dazu sagen?


Viele Grüße,

Kirschwein




Fruchtweinkeller ...
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...   Erstellt am 13.07.2009 - 22:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Bacillus thuringiensis Toxin (Bt-Toxin) wirkt nur auf viele Insekten und ist für Menschen unbedenklich. Ich kann mir gut vorstellen dass das ein gutes Mittel ist um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Bacillen sind aerob, sprich im Weinansatz haben sie eh keine Chance.

Ein kleines Seitenhiebchen auf die "Bios" möge man mir verzeihen (und soll dich nicht von der Nutzung abhalten!): Nützliche Insekten erwischt man damit leider auch, das Toxin ist da wenig wählerisch.





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Kirschwein ...
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...   Erstellt am 14.07.2009 - 00:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


ok super, danke!

Die Weinstöcke sitzen wirklich dieses Jahr so voll wie lange nicht mehr, und es wäre schade wenn wir da wieder überall diese kleinen weißen Raupen in den Beeren hätten. Ich glaube schon, daß das was wir haben für 20 Liter Wein reichen könnte... wenn das Mittel wirkt




Birgit ...
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...   Erstellt am 14.07.2009 - 07:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@Kirschwein

Du solltest bedenken, das eine Reduzierung des Traubenbehanges, zu diesem Zeitpunkt, eine wesentliche Verbesserung der Qualität bringen kann. Nicht die Masse machts, sondern die Klasse.

Gruß Birgit





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Kirschwein ...
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...   Erstellt am 14.07.2009 - 12:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


hm ok... also ehrlich gesagt würde es mir um die Trauben leidtun, die da so schön dranhängen...

Besonders unsere roten Trauben sind für norddeutsche Verhältnisse (ich wohne im Großraum Hannover) eigentlich von vornherein immer sehr süß, obwohl sie auch einen merklichen, aber nicht unangenehmen Säureanteil haben... die wachsen auf Lehmboden an der Ost-/Südost-Seite eines Kalksandsteinmauerwerks hoch. Wein mag ja offenbar Kalk, und ich denke mal da kommt trotz des eher "schweren" Bodens einiges an Ca-Ionen über das Mauerwerk in den Boden. Die weißen Trauben, naja, die reichen von der Menge her immer zum Knabbern aber nicht zur Weinherstellung, selbst dieses Jahr nicht. Aber die roten Trauben hängen wirklich unglaublich voll.

Ich weiß leider nicht welche Rebsorte das ist, die sind außen immer dunkelrot bis violett und haben ein weißes Fruchtfleisch, die reifen Beeren sind um die 15mm, seltener auch 20mm groß... vielleicht irgendso ne Riesling-Kreuzung. Jedenfalls, die beiden Weinstöcke sind so etwa 27 Jahre alt und besonders in den letzten 10 Jahren haben wir immer wunderschöne Trauben, dieses Jahr halt besonders viele. Was auch daran liegen kann daß wir da letzten Herbst nochmal ne Schippe Kalksand hingeschüttet haben...

Hier mal ein Bild aus dem letzten Jahr:



[Dieser Beitrag wurde am 14.07.2009 - 13:10 von Kirschwein aktualisiert]




Fruchtweinkeller ...
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...   Erstellt am 14.07.2009 - 18:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Für ein gutes Säure/Zuckerverhältnis ist das Blatt-Frucht-Verhältnis wichtig. Je mehr Blätter und je weniger Trauben, desto besser. Ganz grobe Richtlinie (ist von der Rebsorte abhängig): 6 oder mehr ausgebildete Blätter pro Traube dürfen es schon sein. Bei ungünstigen Klimabedingungen eher mehr.





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Kirschwein ...
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...   Erstellt am 15.07.2009 - 00:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


also das Blattwerk ist dieses Jahr bei unserem Wein genauso üppig wie die Trauben selbst...

weiß nicht ob das ein allgemeiner Trend ist dieses Jahr, bei uns in der Gegend ist alles was Früchte trägt unglaublich ins Kraut geschossen. Unser Kirschbaum war genauso üppig und das Blattwerk war so dicht wie selten, und ihr müsstet unseren Apfelbaum sehen! Der ist nur knapp über 3 Meter hoch und da hängen schätzungsweise 20 kg Golden Delicious dran, vielleicht machen wir ja auch Apfelwein

Ich hab allerdings auch gesehen, daß ein paar Reben etwas "kümmerlich" sind und nicht so in Gang kommen wie der Rest... die besten Trauben hängen wie jedes Jahr weiter oben an der Hauswand, wo sie das meiste Sonnenlicht bekommen. Vielleicht kann man da ja doch ein bisschen was ausdünnen...




Tompson 
1000 Liter Wein
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...   Erstellt am 15.07.2009 - 22:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn ich mich mal einmischen darf, pro Rute 2 Trauben und mindestens 8 Blatt. Die Traubenzone dabei ausnehmen, da die Blätter um die Trauben zwecks besserer Besonnung ausgebrochen werden, etwa Anfang August. Für Wein müssen die Trauben viel länger hängen als nur "schmeckt gut/süß", sie müssen schlicht die bestmöglichste Reife bekommen, gerade um Hannover.





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Also: Halten wir den Lehm schön feucht...

Kirschwein ...
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...   Erstellt am 15.07.2009 - 23:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


also man kann in der Tat bei unseren roten Trauben immer merken, daß sie Mitte/Ende September schon gut Farbe haben, aber noch zu sauer sind um sie wirklich zu genießen. Richtig schön süße Trauben, also so süß daß der Säuregehalt schön ausbalanciert wird durch den Zucker, werden das dann so in der 1. bis 2. Oktoberwoche. Gegen Ende Oktober kann es im südlichen Niedersachsen auch schon mal den ersten Frost geben, also müssen sie dann spätestens runter...

Ich denke mal das werden aufgrund des Standorts Norddeutschland eh niemals Trauben sein aus denen sich was machen lässt was mit süddeutschen Weinen mithalten kann... selbst mit hausgemachten Weinen von dortigen Hobby-Winzern nicht... aber irgendwie find ich die Idee einfach cool, gerade in Norddeutschland aus eigenen Trauben Wein zu machen.

Hab heute abend im übrigen schon mal angefangen, ein paar der eher "kümmerlichen" Reben abzuschneiden, hab aber nicht alles geschafft. Danach hab ich dann Bacillus Thuringiensis draufgesprüht, bin ja echt mal gespannt ob das unseren Sauerwürmern den Garaus machen kann.

[Dieser Beitrag wurde am 16.07.2009 - 00:28 von Kirschwein aktualisiert]




Kirschwein ...
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...   Erstellt am 16.07.2009 - 22:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


EDIT:

Eine Frage noch... ist ja alles noch ein paar Monate hin, aber angesichts der geschilderten Anbaubedingungen, was für eine Heferasse würdet ihr mir denn empfehlen für die Weinherstellung?




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