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Emelyn 
Bauerntochter
6 Jahre alt


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Registriert seit: 07.04.2012
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...   Erstellt am 09.04.2012 - 00:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Eigentlich hatte Emelyn an diesem frühen Abend nichts Böses erwartet. Es war noch nicht so sonderlich dunkel; obwohl es jetzt sehr schnell dunkel werden würde, aber darüber machte sich Emelyn nicht so viele Gedanken, sie liebte es viel zu sehr auf den Wiesen herum zu tollen und sich aus Blumen Kronen zu basteln. Sie stellte sich immer gerne vor, es wären echte Kronen und sie auch eine ganz echte Prinzessin. Ihre Mutter würde sie wieder schimpfen, wenn sie so spät nach Hause kam; sie mochte es nicht, wenn Emelyn so lange fort blieb und erst mit dem Einbruch der Dunkelheit nach Hause kam, aber zu Hause hielt sie es manchmal nicht aus. Denn sie hatte fünf Brüder und die waren ziemlich anstrengend und meinten immer, sie herum kommandieren zu müssen. Weil sie ein Mädchen war und Mädchen nun einmal das tun müssten, was die Männer ihnen sagten, behaupteten sie oft. Das fand Emelyn schrecklich ungerecht. Daher flüchtete sie sich so oft es ging – und wenn ihre Mutter sie nicht gerade für irgendwelche Arbeiten im Haushalt brauchte – nach außerhalb des Dorfes, manchmal auch mit ihrer besten Freundin Isobel zusammen. Mit Isobel machte das Spielen natürlich noch viel mehr Spaß, aber Emelyn konnte sich für gewöhnlich auch allein ganz gut beschäftigen.
Wenn sie Prinzessin spielte, dann stellte sie sich immer vor, dass sie in einem riesigen Schloss wohnte, mit vielen Dienern – und alle behandelten sie gut, weil sie ja die Prinzessin war. Und ihre Brüder, die würden sie verehren, weil sie so schön und klug war. Und natürlich wäre sie mit einem mutigen und gut aussehenden Prinzen verheiratet, der sie niemals herum zitierte, sondern immer nett zu ihr war. Ja, so konnte sie stundenlang vor sich hinträumen, wie auch an diesem folgenschweren Abend.
Gerade war sie dabei, einen Blumenstrauß zu pflücken, ihre Mutter freute sich immer über einen Strauß Wildblumen. Ihre Brüder hatten dafür keine Blicke übrig, aber Emelyn und ihre Mutter mochten Blumen. Auf ihrem Lockenkopf thronte ein Blumenkranz (ihre Krone) und das kleine Mädchen sang fröhlich vor sich hin. Als sie sich nach einer gelben Butterblume bückte, um diese zu pflücken, hörte sie ein seltsames Geräusch, wie ein Donnern. Emelyn runzelte die Stirn. Zog denn ein Unwetter auf? Doch als sie sich aufrichtete sah sie drei Reiter in ihre Richtung donnern. Einige Sekunden lang blickte sie verständnislos auf diese Formation, ehe sie sich darauf besann, zur Seite zu springen. Rücksichtslos ließen die Reiter ihre Pferde über genau die Stelle galoppieren, wo sich Emelyn soeben noch befunden hatte; sie hätten sie einfach nieder getrampelt, wenn sie sich nicht noch gerettet hätte. Die Reiter verlangsamten ein paar Meter weit von ihr entfernt und ängstlich und zugleich neugierig beobachtete Emelyn die grobschlächtig wirkenden und bewaffneten Männer. Ihr Blumenstrauß hing ihr lose in der linken Hand.
„Dort geht’s lang!“, rief einer der Männer und wies mit der Hand auf eine Ansammlung von Bäumen, durch die hindurch ein geschlängelter Pfad führte, direkt zu Emelyns Dorf, welches weiter unten an einem hohen Hügel lag. Wieder trabten die Reiter los und einer der Männer grinste Emelyn breit zu, als er an ihr vorbei ritt und sie fand, dass er gar nicht nett und auch überhaupt nicht hübsch aussah... bestimmt nicht, wie sie sich einen Prinz oder einen Ritter vorstellte (von denen sie genau genommen noch nie einen zu Gesicht bekommen hatte).
„Buh! Na, du bist ja ein niedliches, kleines Ding. Was machst du denn hier so ganz allein?“, meinte er mit gemeiner Stimme und Emelyn wich zurück. Sie dachte daran, dass ihre Mutter sie davor gewarnt hatte, mit fremden Menschen zu reden. Deshalb drehte sie sich um und rannte weg, so schnell sie konnte und ihre Beine sie trugen... hinter sich hörte sie Rufe und Pferdehufen und sie bekam einen riesigen Schrecken. Vielleicht wollten sie sie töten...? Sie dachte an die Schwerter, welche die Männer dabei gehabt hatten. Sie rannte zwischen den Bäumen entlang und ihr Herz wummerte in ihrer Brust. In letzter Not und in Panik aufgelöst suchte sie nach einem Versteck, aber es kam ihr nirgends sicher genug vor und bis zu ihrem Dorf hätte sie noch den gesamten Hügel hinunter gemusst, das dauerte lang.
Also blickte sie die Bäume hinauf und einer von ihnen kam ihr so vor, als könnte sie darauf klettern. Sie war keine gute Kletterin, war sie nie gewesen; nicht so wie ihre Brüder, die sie immer ausgelacht hatten, wenn sie keine Halt gefunden und am Stamm abgerutscht war, während sie bereits oben auf den Ästen saßen. Aber jetzt nahm sie all ihre Kraft zusammen und die Angst schien ihr mehr davon zu verleihen. Sie klammerte sich an den Stamm und streckte den Arm nach einem der unteren Äste, verfehlte ihn jedoch zweimal. Rutschte wieder ein Stück ab. Sie hörte wieder laute Stimmen und ihr kleines Herzchen schlug so schnell, wie es das noch niemals getan hatte. Dann bekam sie den Ast und baumelte für einen Augenblick hilflos daran herab. Hievte sich schließlich hinauf, wobei sie sich ein wenig die Hände aufschürfte. Ihr Blumenkrönchen rutschte von ihren Locken und fiel hinunter. Emelyn befand sich noch nicht sehr weit oben im Baum, also kletterte sie weiter und weiter und weiter, obwohl sie große Angst hatte, hinunter zu fallen.
Dann verharrte sie, weil sie unten Geräusche hörte und jemand sagte:“Die Kleine ist ganz schön schnell. Ob sie zum Dorf gerannt ist, um die Bewohner zu warnen?“ Emelyn hielt die Luft an und lukte vorsichtig hinter dem Baumstamm hervor, der ihre kleine, schmale Statur verbarg. „Woher soll sie denn wissen, was wir vor haben, Dummkopf!? Und jetzt vergiss das Mädchen. Wir haben zu tun.“, antwortete ein anderer. Emelyn konnte nur ihre Köpfe von oben erkennen, wobei einer von ihnen einen Glatze besaß. Das Mädchen zitterte und verstand nicht, was da vor sich ging. Nur, dass diese Männer nicht sehr nett und auf dem Weg zu ihrem Dorf waren, wie sie glaubte. Das Getrappel der Pferdehufen entfernte sich. Emelyns Herz schlug noch immer schrecklich schnell und es verstrichen bestimmt viele viele Minuten, ehe sie es wieder wagte, sich zu regen.
Und dann wurde ihr erst bewusst, wie schrecklich hoch dieser Baum war. Hinauf zu klettern, war schon eine mühevolle und Nerven aufreibende Angelegenheit gewesen. Jetzt traute sie sich kaum, den Stamm los zu lassen, den ihre Arme fest umschlungen hielten. Langsam versuchte sie mit dem Fuß nach dem nächsten Ast zu tasten ohne dabei locker zu lassen, aber sie fand nichts. Der Ast unter ihren Füßen knackte und Emelyn wimmerte und kniff die Augen zusammen. Sie dachte an ihre Mutter und daran, dass diese bestimmt schon anfing, sich Sorgen zu machen. Und dass sie vielleicht nie mehr wieder von diesem Baum kommen würde.





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Merlin ...
Zauberlehrling
Treu ergebener Diener
Mädchen für alles
Rattenfänger
und
Prinzenretter


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...   Erstellt am 10.04.2012 - 13:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das war mal wieder ein Tag gewesen wie er nicht ereignisreicher hätte sein können. Nun war Merlin erstmal wieder klar geworden, wie viele Pflichten er als Diener des Kronprinzen doch zu erfüllen hatte. Den ganzen Tag von hier nach da, tu dies, tu das... Wie schön war es doch nun aus dem Schloss herauszukommen. Der Anlass war aber alles andere als freudig, schließlich sind Landstreicher, Diebe und Gewalttätige nichts, worauf man stolz sein konnte und was man auf keinen Fall tolerieren durfte. Schließlich mussten die Bewohner von Camelot und auch allen Dörfern im Umkreis des Schlosses geschützt werden. Das war die Aufgabe von Arthur und seinen Rittern. Und wo der Prinz war, da war sein treuer Diener natürlich auch nicht weit. So wie an diesem Abend. Sie waren nur zu siebt unterwegs, Morgana hatte sich zwar noch nicht wieder blicken lassen, aber dem König ging es alles andere als gut. Daher musste nicht nur für den Schutz des Schlosses, sondern auch für seinen Schutz gesorgt werden. Deshalb waren viele Ritter zurückgeblieben und nur diejenigen Ritter, die Arthur an der Tafelrunde die Treue geschworen hatten, hatten sich aufgemacht, für die Sicherheit der Dörfer zu sorgen.
Den Berichten zu Folge, gab es in einigen Dörfern Ärger. Immer war von drei Männern die Rede, die Unruhe verbreiteten, die Bewohner terrorisierten und ihnen dann alles von Wert abnahmen. Die Dorfbewohner kamen nicht gegen sie an. Deshalb waren nun Arthur, Percical und Merlin auf dem Weg um der Sache auf den Grund zu gehen. Es hätte keinen Sinn gehabt als eine große Gruppe loszuziehen. Keiner konnte schließlich wissen in welchem Dorf sie als nächstes zuschlagen würden. Daher hatten sie sich auf drei Gruppen aufgeteilt. Dass Merlin bei Arthur bleiben würde, war von Anfang an klar gewesen, nur mit Percival als Begleiter war Merlin nicht ganz glücklich. Natürlich schätzte er ihn auch, soweit er ihn bisher kennengelernt hatte, aber Lancelot wäre ihm doch lieber gewesen. Es war immer ein Vorteil seinen Freund bei sich zu haben, wenn es zum Beispiel nötig war, Zauberei einzusetzen. Doch was für Gefahren würden hier draußen schon lauern? Nur weil die Dorfbewohner nicht gegen die Raufbolde ankamen, hieß es ja nicht, dass sie auch den Rittern von Camelot gewachsen waren. Es gab schließlich Gesetze in diesem Land, wenn sie nicht auf Arthur als Kronprinz hören würden, dann sicher im Kampf auf ihn als Ritter. Ja, die Ritter. Merlin war froh, dass er inzwischen halbwegs mit einem Schwert umgehen konnte. Da musste er wirklich noch eine Menge lernen, aber wollte er das überhaupt? War alles was einen richtigen Mann ausmachte, wirklich nur Stärke, Härte und Kampfkunst? Nun, es war nicht von der Hand zu weisen, dass diese Fähigkeiten hilfreich waren wenn es ums überleben ging. Aber war das wirklich alles was zählte?
Merlin trabte auf dem Rücken seines Pferdes hinterdrein. Arthur und Percival waren ein wenig vor ihm und das junge Zauberer begann schon wieder ein wenig vor sich hin zu träumen. Er liebte es das Schloss zu verlassen und durch die Natur zu streifen. Gut, sie ritten nun nicht direkt durchs Unterholz, einen Weg gab es schon, aber für den jungen Zauberer war die Natur um ihn herum greifbar zu spüren. Die Bäume strahlten etwas aus, was ihm Respekt verschaffte, Respekt vor Alter, Weisheit und einer fast vergessenen Kraft. Merlin hörte ein Knacken in den Bäumen und er wurde aus seinen Gedanken gerissen. Er durfte nicht vergessen warum sie hier waren. Und er durfte auch nicht zu weit zurückbleiben, sonst würde er sicher ein „Nun trödel nicht so, Merlin“ Arthurs Kehle entlocken. Soweit wollte es der junge Mann nicht kommen lassen, er ergriff die Zügel wieder ein wenig fester und holte nach und nach die Entfernung zwischen ihm und den beiden Rittern mühelos wieder auf. Seine Sinne waren geschärft, nicht unbedingt wegen den Verbrechern die sie suchten, sondern allgemein. Draußen in der Natur fiel es ihm immer leichter alle Reize auf sich einwirken zu lassen. Die Bäume schienen in einer alten Sprache mit ihm zu reden und auch der Wind schien ihm etwas zuzuflüstern. Die Kräfte der Natur durfte man nicht unterschätzen. Aber sie konnten ihm auch nicht verraten wo sie nach den Halunken suchen mussten. Da mussten sie sich wohl auf ihr Gefühl verlassen. Und Arthurs Meinung nach würden sie die Unruhestifter genau in dem nächsten Dorf finden. Nun, der junge Zauberer hielt nicht viel von Arthurs Intuition, er verließ sich lieber auf seine eigene. Doch irgendwie schien nie jemand auf sein Gefühl zu hören. Gut, wenn sie wüssten dass er ein Zauberer war, vielleicht würden sie dann seiner Intuition vertrauen, aber sie wussten es nicht und vielleicht war das auch ganz gut so.
Arthur hatte inzwischen bemerkt, dass Merlin nicht mehr direkt hinter ihnen war und die beiden Ritter hatten einen Moment auf den Diener gewartet. Ja, die Natur... aber Arthur sollte sich inzwischen schon an Merlins Herumgetrödel gewöhnt haben. Merlin nahm wieder die Position direkt hinter Arthur ein und fühlte sich dabei nicht besonders wohl. So zwischen den beiden Rittern eingeschlossen ritt es sich nicht sehr entspannt. Aber was machte das schon, schließlich würde das Dorf, welches Ziel ihrer Reise war, bald am Horizont auftauchen. Aber nur weil die Verbrecher dort bisher noch nicht Halt gemacht hatten, hieß es ja nicht, dass sie es auch als nächste Etappe auserkoren hatten. Doch noch hatten sie das Dorf nicht erreicht. Merlin ließ seinen Blick schweifen und entdeckte etwas buntes am Rand des Pfades liegen. Er brachte sein Pferd dazu noch langsamer zu gehen und hielt schließlich an ohne auf Percival zu achten, der direkt hinter ihm ritt. Merlin war noch nicht vom Pferd abgestiegen, aber dennoch betrachtete er den Blumenkranz interessiert. Was hatte das zu bedeuten? Ein Knacken irgendwo in den Bäumen über ihnen ließ ihn aufhorchen und er schaute nach oben. War da jemand? Oder hatte er einfach nur ein Tier gehört? Der junge Mann sagte nichts, sondern schaute einfach nur nach oben, ließ seinen Blick durch die Äste schweifen, konnte aber nichts erkennen, was dort fremd wirkte. Hatte er sich vielleicht einfach verhört? Kurz blickte er Arthur fragend an, dann wandte er seinen Blick wieder zu dem Blumenkranz. Natürlich, es war nur ein Kranz aus geflochteten Wildblumen, aber irgendein Gefühl in seinem Innern sagte ihm, dass da noch viel mehr war. Mehr als nur Blumen.





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Arthur 
Pendragon
Kronprinz von Camelot
Head of the Knights of Camelot


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...   Erstellt am 13.04.2012 - 00:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Im nähernden Abendlicht ritt Arthur Pendragon mit seinen Begleitern einen Pfad entlang, der sich ins nächste Dorf unterhalb des großen Hügels schlängelte. Es war das dritte Dorf, das sie an diesem Abend gezielt aufsuchten. Seit es immer wieder zu Überfällen auf die Dörfer in dieser Gegend gekommen war, hatte er als Kronprinz und momentaner Regent in Vertretung seines kranken Vaters verstärkte Kontrollen angeordnet. Um die Täter aber nicht dauerhaft abzuschrecken, sondern sie vielmehr auf frischer Tat zu erwischen und dingfest zu machen, gingen sie stets in kleinen Gruppen vor. Und Arthur hatte heute mit seinen fünf besten Rittern selbst die Patrouille übernommen. Während er mit Percival - und natürlich Merlin, den er trotz seiner fehlenden Verstärkung im Kampf dennoch nicht an seiner Seite missen wollte - den direkten Hauptweg nach Camelot ritt, hatte er Lancelot und Gwaine auf den östlichen, und Leon und Elyan auf den westlichen Pfad geschickt. Auf der Weggabelung zur Stadt wollten sie sich später wieder treffen. So konnten sie ein großes Gebiet abdecken, einen möglichen Erfolg ihrer Mission aber auch schnell erkennen und den anderen zu Hilfe eilen.
Aber bisher war die Patrouille ruhig verlaufen. In den zwei Dörfern, die sie bereits passiert hatten, war alles friedlich gewesen. Aber etwas in ihm sagte Arthur, dass sie im nächsten Dorf mehr Erfolg haben würden. Es hatte eine bessere Ernte, lag strategisch günstig, war dennoch bisher verschont geblieben und … er vertraute seinem Instinkt. Und so führte er Merlin und Percival in schnellem Galopp an Wäldern und Wiesen vorbei. Es sei denn… Ein Blick über die Schulter bestätigte sein Gefühl, dass er das nicht länger tat. Wie so oft hatte er einen seiner Mitreiter weit abgehängt. Er zügelte den Hengst, auf dem er saß, und drehte sich einmal quer auf dem Weg. Irgendwo ein gutes Stück rückliegend auf dem Pfad, den sie gekommen waren, entdeckte er seinen Diener. Und eigentlich hätte ihn das nicht mehr verwundern sollen. Er musste an Merlins Rumgetrödel doch langsam gewöhnt sein. Dennoch lagen ihm in diesem Moment einige weniger nette Kommentare auf der Zunge. Nur einen einzigen Ausflug wollte er mal erleben, bei dem Merlin nicht irgendwann vom Pferd fiel, ständig pinkeln musste oder wegen Studien der Natur zurückblieb und einfach nur mal brav tat, was er von ihm erwartete.
Doch offenbar hatte der Natur liebende junge Mann wenigstens soviel Aufmerksamkeit für die wesentlichen Dinge behalten, dass ihm auffiel, wie sehr er zurückgeblieben war. Ihre Blicke trafen sich kurz, als Merlin schließlich wieder aufschloss. Und der Prinz verkniff sich, von einem deutlichen ‘Auch wieder da?’-Blick abgesehen, einen schnippischen Kommentar. Vermutlich wusste der Rumtreiber eh, was er dachte, und es wäre reine Zeitverschwendung, ihn zu ermahnen, wo er ja doch bei der nächstbesten Gelegenheit wieder wegen einer bunten Blume oder eines Schmetterlings zurückbleiben würde. Trotzdem achtete Arthur, als sie in ruhigem Schritt weiter ritten, aus dem Augenwinkel genauer auf den jungen Mann, der sich wieder zwischen ihm und Percival eingereiht hatte. Wenn er Merlin wirklich mal bei solch einer Aktion im Wald verlor, musste ER schließlich die halbe Nacht damit zubringen, ihn irgendwo zwischen totem Holz und wilden Tieren wieder aufzusammeln.
Und so näherten sie sich zielsicher dem nächsten Dorf, als der Prinz erneut einen Hufschlag hinter sich vermisste. Ein leicht missmutiger Laut entrann seiner Kehle, als er sein Pferd erneut stoppte. Ein ungehaltenes „Verdammt, Merlin“ kam leise über seine Lippen. Wenn der Junge so weitermachte, wären sie morgen noch nicht im Dorf. Einen entsprechend ungeduldigen Blick warf er seinem Diener zu. Und Merlin war nicht weit genug entfernt, als das er dessen Blick hätte übersehen können. Der junge Mann blickte ihn mit einem seltsam fragenden Ausdruck an, der in den meisten Fällen Ärger nach sich zog. In welcher Form auch immer. Und wäre er weniger einfühlsam, hätte er kurzerhand darauf bestanden, Merlin solle gefälligst aufhören, in der Gegend rumzugucken, wenn er nicht die Nacht im Wald verbringen wollte… allein. Doch da er ja äußerst großzügig war - und die Stimme in seinem Innern zu ignorieren versuchte, die ihm sagte, dass Merlin sicher einen guten Grund für sein Verhalten hatte - begnügte er sich mit einem ungeduldigen „MERLIN“, tippte dann aber doch sein Pferd mit den Hacken leicht an, um die paar Meter zurück zu traben. „Ich bin schon wahnsinnig gespannt, welcher faszinierenden Kröte wir diese erneute Zwangspause verdanken“, sagte er dabei in ironischem Ton und verdrehte etwas genervt die Augen, als er an Percival vorbei ritt.
Und mit einem, „Was ist jetzt schon wieder, Merlin? Brauchst du eine Pinkelpause?“, machte er den Angesprochenen höflich darauf aufmerksam, dass er von dieser ungeplanten Unterbrechung nicht viel hielt. Aber er folgte dennoch dessen Blick zu einem am Boden liegenden geflochtenen Blumenkranz. „Ein Blumenkranz“, sagte er abfällig und leicht genervt, „wirklich schön.“ War das sein Ernst? Er spottete über Merlin. Doch etwas lag in dessen Blick, das dem Prinzen nicht gefiel. Es war einer dieser Gesichtsausdrücke, die nicht spurlos vorübergingen… die ihm etwas sagen sollten. Und die meistens dazu führten, dass er sich mehr mit Merlins Eingebungen beschäftigte, als gut für ihn war. Aber er musste wohl zugeben, dass diese Erleuchtungen, denen diese Blicke entsprangen, bisher auch meist einen tieferen Sinn gehabt hatten. Vielleicht verfügte sein Diener über mehr Talente, als er ihm zurechnete. Aber DAS war nur ein Kranz Feldblumen. Sicher sehr hübsch, aber nur ein Blumenkranz. Da konnte Merlin noch so sehr gucken, als wäre ihm die Blumenkrone gerade vom Kopf gefallen. Sie hatten keine Zeit für so etwas. „Möchtest Du“, fragte er deshalb schnippisch, „dass ich ihn dir auch noch aufsetze? Oder können wir dann jetzt …“
Doch seine letzten Worte erstarben, als er ein Knacken im Geäst über ihren Köpfen vernahm. Sofort spannte sich sein Körper und sein Blick ging nach oben, wie seine rechte Hand an seinen Schwertknauf. Das Blätterdach war dicht. Aber sein Instinkt sagte ihm, dass er sich nicht getäuscht, dass er ein deutliches Geräusch gehört hatte. Etwas war da oben. Und für ein Tier, das sich in der Regel in der Gegenwart von Menschen ruhig verhielt, machte es eindeutig zuviel Lärm. Und dann entdeckte er etwas, das ein Stück Stoff sein konnte. Fast verborgen hinter dem dicken Stamm. Jemand versteckte sich dort oben. Jedenfalls konnte er das nicht ausschließen. Sofort zog der Prinz sein Schwert. Es wäre nicht das erste Mal, dass er in einen derartigen Hinterhalt geriet. Arthur warf Merlin einen kurzen Blick zu. Hatte er wirklich nur den Blumenkranz entdeckt oder war er gar eher auf die mögliche Gefahr aufmerksam geworden? Bei diesem Jungen wusste man nie. Doch es hätte wohl an ein Wunder gegrenzt… Und Arthur wusste nicht, dass ihm seine Frage und die damit einhergehende Überraschung ins Gesicht geschrieben stand.
Er wandte den Blick wieder nach oben. Noch immer konnte er das, was er für ein Stück Stoff hielt, an der gleichen Stelle erkennen. Wer immer da oben saß, wenn jemand da oben saß, hatte sich nicht mehr bewegt. Und es gefiel dem Prinzen nicht. Er war auf der Hut. Wortlos trieb er seinen Hengst zwei Schritte rückwärts, um sich so etwas aus der Gefahrenzone und in eine bessere Position zu bringen. Wobei er gleichzeitig instinktiv mit der freien linken Hand eine abwehrende, schützende Handbewegung in Merlins Richtung machte, so als könne er diesen damit etwas abschirmen. „Gebt Euch zu erkennen!“, rief er nach oben. Laut, gebieterisch und nachdrücklich, mit einem Tonfall, der deutlich machte, dass ihm nicht zum Versteckspielen zu Mute war und er jedem Feind die Stirn bieten würde. Das vermeintliche Stück Stoff, das als einigstes hinter dem dicken Stamm hervorlugte, ließ er nicht aus den Augen. Wartete, auf eine Reaktion.





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Du hast etwas an Dir, Merlin... Ich weiß nur noch nicht, was es ist ...

~ Arthur in "Der Ruf des Drachen" ~


Wie kann ich zugeben, dass ich andauernd an sie denke ... oder dass mir mehr an ihr liegt als an jedem anderen ...
Wie kann ich zugeben, dass ich nicht weiß, was ich tun werde, falls ihr etwas passiert ...

~ Arthur in "Lancelot und Guinevere" ~

Percival ...
Sir Percival
Ritter von Camelot


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...   Erstellt am 13.04.2012 - 18:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Percival ritt zusammen mit Merlin und dem Kronprinzen um eine kleine Gruppe Banditen zu stellen. Zu neunt machten Sie sich von Camelot auf dem Weg, mussten sich aber in Dreiergruppen aufteilen. Beim Verteilen hat man darauf geachtet das die Paare gleichstark waren. Der Ritter wusste wie wichtig es war die Dörfer vor Überfällen zu beschützen, da er in seinem Dorf nicht viel ausrichten konnte bei einem Angriff. Dies verfolgte ihn noch immer auch wenn es Percival nicht aussprach und so hing er etwas seinen Gedanken nach. Die normalen Geräusche im Wald bemerkte er schon gar nicht mehr, so oft hatte er als Kind mit seinen Geschwistern in so einem Wald verbracht. Diese Zeiten vermisste der Mann wirklich. Dank Arthur hatte er aber eine Aufgabe, er hatte ihn zum Ritter ernannt obwohl er nicht aus einer Adeligen Familie kam. Es war ihm halt etwas unangenehm und er musste sich daran gewöhnen.
Heute hatte er ein schwarzes Pferd, sein eigenes war viel zu auffällig. Seine kleine Schwester wollte immer ein weißes Pferd haben mit dem Namen Snowflake und heute hatte er eines. Bei Turnieren konnte er es immer gut einsetzen, nur bei einer so wichtigen Mission musste es unauffällig sein. Im Stall war es besser aufgehoben nicht das ihm noch etwas passierte. Das Merlin zurückfiel bekam er nicht mit. Zu sehr versuchte er zu erkennen ob sich irgendwo Anzeichen eines Lagers war, doch es war nichts zu sehen. Sollte Arthur wirklich recht haben und die Bösen hatten das naheliegende Dorf als Ziel auserkoren. Das wurde immer unwahrscheinlicher
Nun ließen sie den Diener in der Mitte reiten, damit er nicht mehr zurückbleiben konnte. Dies war auch ein großer Taktischer Vorteil so hatte der Kronprinz vorne alles im Auge und niemand konnte sie von hinten überfallen, denn dann mussten sie an Percival vorbei und das war schwer genug. Als Merlin so plötzlich anhielt hatte er Mühe vorbeizukommen und touchierte Merlins Pferd leicht. Über den Blumenkranz ließ er sich nicht aus, dies tat ja Arthur schon zugenüge. Für ihn war es normal das man so was fand. Der Diener sah immer nach oben. „Merlin das kann auch ein Eichhörnchen sein, das einen Ast abgebrochen hat. Du darfst die armen Tierchen auch nicht so erschrecken.“, kam es von dem Ritter. Vielleicht schätze er den jungen Mann ja richtig ein und dieser hatte Humor, auf Arthurs Instinkt konnte man sich aber verlassen, aber auch er hatte ein ungutes Gefühl und tat es dem Anführer der Gruppe gleich und zog sein Schwert und sah sich um. „Das ist ein guter Ort für einen Hinterhalt!“, meinte er an Arthur gewandt der im Baum wohl etwas zu sehen schien was ihm entging. So hatte er die umliegenden Büsche im Blick so als könnte er jemanden dahinter erkennen. Gegen Bogen- oder Armbrustschützen konnten sie sich hier nicht verteidigen und waren wie auf dem Präsentierteller was ihm gar nicht gefiel. Alle anderen Angriffe würden sie aber zurückschlagen können. Hinter einem Busch bewegte sich etwas, langsam ließ er sein Pferd in diese Richtung gehen und führte einen Schlag aus, dabei scheuchte er einen Hasen der erschrocken das weite suchte. Es hätte ja auch Angreifer sein können der sich da versteckte und auf den richtigen Moment wartete um zu zuschlagen.




Emelyn 
Bauerntochter
6 Jahre alt


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...   Erstellt am 14.04.2012 - 20:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Verzweifelt klammerte Emelyn sich eng an den Baumstamm, denn ihre Angst davor, diesen los zu lassen, war zu groß. Wenn sie ihre Augen so fest zu presste, wie sie es gerade tat, konnte sie sich ein bisschen einbilden, dass sie gar nicht auf diesem Ungeheuer von einem Baum stand... aber leider wirklich nur ein klein wenig, weil als sie nun doch ihr eines Auge blinzelnd öffnete, da fiel ihr Blick sofort schräg durch das Blätterdach auf einen anderen Baum, dessen Krone noch mindestens ein oder zwei Meter unter ihr ragte. Das Mädchen schloss das Auge wieder. Irgendwo zeterte lautstark ein Vogel; seine aufgeregten Laute klangen schrill und verstörend.
Vielleicht würde ihre Mutter ja einen von Emelyns Brüdern nach ihr schicken, wenn sie zu lange weg blieb. Sie war schon lange weg und es dämmerte bereits. Emelyn kamen die Tränen. Sie wollte nicht die Nacht hier verbringen, allein auf dem Baum! Ihre Mutter würde ganz bestimmt nach ihr suchen lassen... ja, ganz bestimmt. Und ihr Vater würde furchtbar wütend werden, weil Emelyn auf den Baum geklettert und nicht mehr herunter gekommen war. Ihr Vater wurde schnell wütend, wenn es um Dummheit ging... und Emelyn hielt er für ziemlich dumm. Oft sagte er so Dinge, wie: "Du dummes Mädchen, du sollst nicht so viel träumen, hilf lieber deiner Mutter." oder "Ein kleines Mädchen wie du, sollte nicht über Dinge reden, die es ohnehin nicht versteht." Emelyn liebte ihren Vater, aber mit solchen Kommentaren machte er sie immer sehr traurig. Und sicherlich wäre es ein neuer Anlass für ihn, sich über Emelyns Dummheit auszulassen, wenn man sie hier auf dem Baum fand. Falls man sie fand.
Emelyn spürte die raue Oberfläche des Stammes unter ihren Händen, hörte das Rauschen der Blätter im abendlichen Wind. Ein Rauschen, welchem sie sonst gerne lauschte, das ihr jetzt jedoch bedrohlich und demütigend vor kam, als höhnten und lachten selbst die Bäume über sie und ihre Ungeschicktheit. Bildete sie es sich ein oder schwankte und wippte der Ast unter ihren Füßen?! Emelyn begann leise ein Lied zu singen, das ihre Mutter ihr immer vorsang, wenn Emelyn traurig war oder wenn sie nicht einschlafen konnte. Es war eine beruhigende Melodie und obwohl ihre Stimme nicht so schön klang, wie die ihrer Mutter, half ihr das Lied ihre Angst zu bekämpfen.
Aber dann vernahm sie etwas, sich nähernde Geräusche - und sie unterbrach ihr Lied abrupt. Riss die Augen auf. Waren das ihre Brüder, die gekommen waren, um nach ihr Ausschau zu halten? Doch beim näheren Hinhören erkannte Emelyn, dass die Geräusche, welche die Herannahenden verursachten, aus der falschen Richtung kamen, entgegen gesetzt von ihrem Dorf... und zudem klang es verdächtig nach schnell galoppierenden Pferdehufen. Das Herz sank ihr in der Brust, um dann ängstlich zu hüpfen, wie ein Reh.
Die Kleine wagte es, am Stamm vorbei hinunter zu sehen, obwohl ihr die Höhe Schwindel bereitete. Ja, unten war jemand, mehrere Personen, aber Emelyn konnte sie nicht genau erkennen, auch nicht, wie viele es waren. Wollten die etwa ebenfalls in ihr Dorf? Sie hörte die Pferde schnauben, es waren wirklich Reiter, das registrierte sie nun, als sie einen Blick auf die Männer - denn das waren sie - erhaschte, die an ihrem Baum vorbei ritten. So, wie die fies aussehenden Männer davor; wegen welchen sie erst in dieses Schlamassel geraten war.
Für zwei Sekunden überlegte Emelyn, ob sie sich bemerkbar machen sollte, doch das traute sie sich nicht. Sie wusste ja nicht, um wen es sich da handelte und ob sie ihr freundlich gesonnen waren. Dann schienen die Leute auch schon vorüber und die Chance, sich entdecken zu lassen, mit ihnen. Emelyn biss sich auf die Lippe, um nicht laut zu weinen. Ihr Vater schimpfte immer, wenn sie weinte, weil beispielsweise einer ihrer Brüder gemein zu ihr war. Sie presste die Wange an den Baumstamm und schniefte vor sich hin.
Und zuckte zusammen, als eine männliche Stimme sich rufend erhob und Hufschläge sich erneut näherten, zurück aus der Richtung ihres Dorfes... um direkt einige Meter unter ihr zu halten. Erschrocken hielt Emelyn die Luft an. Selbige Stimme ließ sich nun verächtlich über einen Blumenkranz aus, mit irgendjemandem schien der Herr zu reden, obwohl sie nur ihn reden hörte... wieder zuckte Emelyn. Ihr Blumenkranz! Sie musste ihn verloren haben beim Klettern.
So wie der Mann sprach, der da vor ihrem Baumversteck stand, klang er nicht sehr freundlich, sondern sehr gereizt, geringschätzig und spöttisch. Emelyn presste fest die Lippen aufeinander und linste von ihrem Versteck aus hinunter. Beugte sich vor... ein zweiter Mann war mit seinem Pferd neben dem anderen aufgetaucht - und er war riesig, soweit Emelyn das auf diese Entfernung beurteilen konnte. Das dichte Laubdach störte zwar ein wenig bei der Sicht, aber es gab genügend Lücken zwischen den Blättern, um doch erkennen zu können, was vor sich ging. Die Männer unterhielten sich, sie sah drei von ihnen... waren es tatsächlich nur drei?
Sie beugte sich noch weiter vor, um diese besser beobachten zu können - und rutschte leicht mit dem Fuß ab. Gerade konnte sie noch verhindern, laut zu schreien, vielleicht auch, weil ihr die Stimme vor lauter Schreck im Hals stecken geblieben war. Sie zog den Fuß zurück und schmiegte sich noch enger an den beruhigend dicken Stamm des Baumes.
Unten verstummten die Stimmen... hatten die Männer sie gehört? Beklommen hielt Emelyn die Luft an und verhielt sich mucksmäuschenstill. Das zumindest beherrschte sie gut. Im nächsten Moment dröhnte die Stimme des Mannes, der sich schon über die Blumen von Emelyn ausgelassen hatte, barsch zu ihr hinauf. Emelyn versteifte sich. Ihre Augen erfassten durch das Laub hindurch die Gestalt des Mannes, der nun sein Schwert drohend erhoben hatte. Emelyn fühlte sich in der Falle, sie saß fest. Der Mann wusste, dass sie sich hier oben befand und sein Schwert machte ihr eine Heidenangst; ihr Magen zog sich zusammen, während es in ihrem Kopf ratterte, fieberhaft nach einem Ausweg suchend. Der zweite, riesige Mann hielt ebenfalls sein Schwert kampfbereit... warum bekam sie es heute nur mit Männern zu tun, die Waffen bei sich trugen... wieso war sie nicht zu Hause geblieben? Vor den Kerlen oben auf den Wiesen hatte sie flüchten können, diesen hier war sie ausgeliefert. Panik übermannte das kleine Mädchen.
"Lasst mich in Ruhe! Geht WEG!", schrie sie aus Leibeskräften und mit sich überschlagender Stimme. Sie ließ nun doch mit einer Hand den Stamm los, in einer plötzlichen, ihrer Panik zu verdankenden, Eingebung und angelte nach einer stachligen Kastanie; denn schicksalhafter Weise handelte es sich um einen solchen Baum. Die Kastanie warf sie nun nach den Männern, die ihren Baum umzingelt hatten - und zwar so fest es ihr möglich war. Im Werfen war sie exzellent, das hatte sie von einem ihrer Brüder gelernt. Sie griff nach einer weiteren Kastanie in ihrer stachligen Hülle und fuhr munter fort, sich auf die einzige Weise zu verteidigen, die ihr in den Sinn gekommen war. Etwas anderes fiel ihr ohnehin nicht ein.





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Merlin ...
Zauberlehrling
Treu ergebener Diener
Mädchen für alles
Rattenfänger
und
Prinzenretter


...

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Registriert seit: 11.01.2011
Beiträge: 13
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...   Erstellt am 16.04.2012 - 20:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Merlin hatte bei diesem Ausflug oder besser diesem Erkundungsritt, nicht erwartet, dass sie irgendwelchen Spaß haben würden. Wenn Arthur auf einer Mission war, war er noch unnahbarer als sonst schon. Und mit Percival im Schlepptau, schien es auch nicht viel lustiger zu werden. Lancelot und Gwaine würden sicher einen riesigen Spaß haben. Aber eigentlich war dies ja auch kein Ausflug für Spaß, Entspannung oder einfach nur das Genießen der Natur. Sie waren auf einer wichtigen Mission, sie mussten die drei Männer finden, die seit langem die Bewohner von mehreren Dörfern in der Umgebung von Camelot terrorisierten. Schade, dass diese Leute nicht einfach direkt nach Camelot kamen, dann hätte man sie dort festnehmen können und Merlin würde nicht einen Tag im Sattel seines Pferdes verbringen, den er auch hätte anders nutzen können. Obwohl, dann würden sicher viele Arbeiten für Arthur auf ihn warten. Dann doch lieber ein Tag im Sattel. Merlin grinste bei dem Gedanken. Vielleicht gab es wirklich schlechteres als bei schönem Wetter durch die Landschaft zu reiten. Und die Landschaft war wirklich sehr schön. Die alten Bäume, der leichte Wind, es war so ruhig wie man es sich nur vorstellen konnte. Kein Wunder, dass Arthur sofort auffiel, dass Merlin zurückgeblieben war, bei dem fehlenden Hufschlägen. Der Kronprinz war für den Geschmack des jungen Zauberers mal wieder viel zu aufmerksam. Aber zum Glück hatte Merlin sein Zurückbleiben noch früh genug erkannt, sodass es sein Herr nicht einmal für nötig hielt einen Kommentar abzugeben. Für einen winzigen Augenblick war Merlin darüber sogar irritiert, aber der Blick reichte dann doch um ihn zu beruhigen. Arthur schien also nicht krank zu sein. Es wäre ja auch noch schöner, wenn dieser auf einmal seine Gewohnheiten ändern würde.
Nun ja, eigentlich hatte sich Merlin ja vorgenommen nun nicht mehr zurückzubleiben, aber natürlich konnte er dieses Vorhaben nicht lange einhalten. Er war halt einfach aufmerksamer als seine Mitstreiter, denn die hätten den Blumenkranz ohne Hilfe nie bemerkt. Und natürlich spürte der junge Zauberer sofort, dass da noch etwas war. Vielleicht war es Intuition, vielleicht Magie, wer konnte das schon wissen. Womöglich war es auch etwas von beidem. Also hielt der junge Mann sein Pferd erneut an. Ohne auf Percival zu achten, der wieder hinter ihm ritt. Dieser führte sein Pferd einfach an ihm vorbei und als die beiden Tiere sich leicht streiften, legte Merlin seine Hand auf den Hals seines Pferdes um dieses zu beruhigen. Aber eigentlich hatte es in seiner Anwesenheit noch nie gescheut, warum sollte es das auf einmal tun? Der Zauberer selbst spürte keine Gefahr, aber irgendwas anderes, er konnte aber nicht genau sagen was dies war.
Da war es dann, Arthur nannte seinen Namen, auf die gewohnte Art, mit sehr genervten Unterton. Aber da musste der Kronprinz durch, denn Merlin wusste, dass sie an dieser Stelle nicht einfach vorbei reiten durften. „Keine Kröte... als ob ich wegen einer Kröte zurückbleiben würde...“, meinte Merlin nur halblaut und leicht beleidigt vor sich hin und richtete seinen Blick wieder auf den Blumenkranz. Er hatte erreicht was er wollte, Arthur war umgekehrt und zu ihm zurückgekommen. Inzwischen war da dieses Gefühl, ein Gefühl beobachtet zu werden. Merlin schaute sich um, daher hatte er nur halb zugehört, als Arthur wieder mit ihm sprach. „Nein danke, ich glaub er ist für meinen Kopf sowieso zu klein“, erwiderte er und schüttelte dabei den Kopf. Dann war da dieses Knacken. Der junge Zauberer war irritiert, seine Nackenhaare stellten sich aber nicht auf. Keine Gefahr, zumindest nicht für Arthur, Percival und ihn. „Ein Eichhörnchen wäre sicher nicht so laut...“, erwiderte Merlin nur auf die Worte des Ritters. Ganz ehrlich, er fand den Humor des Ritters überhaupt nicht lustig. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn Arthur diese Worte gesagt hätte. Doch der Diener versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Sie hatten in diesem Moment keine Zeit für solche Dinge. Merlin erkannte nun auch endlich ein wenig Stoff ganz oben im Geäst des Baumes. Kurz schaute er zu Arthur und fing dessen Blick auf. Merlin erwiderte diesen mit einem 'ich hab Euch doch gesagt, dass da etwas ist'-Blick, grinste aber nicht und wandte seine Augen dann wieder der Baumkrone zu. Doch als er hörte wie beide Ritter ihre Schwerter zogen, merkte er, dass irgendwas nicht richtig war. Ein Hinterhalt. Nein, Percival hatte sicher nicht recht, denn wenn es ein Hinterhalt wäre, welcher Gegner würde sich schon ganz oben im Baum verstecken und dabei auch noch solch einen Krach machen? Nein, es war sicher kein Hinterhalt. Merlin dachte an den Blumenkranz und nun wusste er, wer sich dort oben versteckte. „Sire, ich denke nicht, dass das notwendig ist...“, meinte er nur, aber wie so oft hörte mal wieder niemand auf ihn. Stattdessen war da wieder eine Handbewegung von Arthur, die er so gut kannte. Aber in diesem Fall würde er nicht zurückweichen, auf dem Baum gab es sicher nichts was ihm gefährlich werden könnte. Wobei natürlich auch mit Eichhörnchen und Waschbären nicht zu scherzen war, wenn man sie einmal erst wütend gemacht hatte. Doch auch der Hase den Percival aufscheuchte war bei weitem keine Gefahr. Glücklicherweise kam dieser, zu Merlins Freude ja mit dem Leben davon. Bis er wahrscheinlich in ein paar Stunden dann das Abendessen eines Fuchses werden würde.
Merlin ließ sich aus seinem Sattel zu Boden gleiten, viel eleganter als man es ihm zutrauen würde. Er nahm die Zügel seines Pferdes in die Hand und näherte sich dem Baum. Der junge Mann wusste, dass Arthur nichts davon halten würde - dass er denken würde, Merlin würde sich in Gefahr begeben. Aber verstand denn niemand, dass hier keine Gefahr auf sie lauerte? Zumindest nicht von Seiten der Männer auf deren Spur sie sich befanden? „Es ist schon gut... wir tun dir nichts“, rief Merlin mit freundlichen Ton zur Baumkrone hinauf. Auch sein Blick war freundlich, aber er musste die Augen etwas zusammenkneifen um dort oben etwas zu erkennen. Die Stimme von oben bestätigte ihm, dass es ein Mädchen war, das sich da oben befand. Also doch keine Gefahr und selbst die beiden Ritter mussten das nun einsehen. „Es ist ein Mädchen“, meinte er nur und drehte sich zu Arthur und Percival um. „Kein Gefahr“, meinte er noch und wurde dann von der ersten Kastanie am Hinterkopf getroffen. Das Mädchen hatte einen so starken Wurf, verbunden mit der Höhe und der stacheligen Oberfläche der Kastanie, dass Merlin im ersten Moment Sterne sah und eine Sekunde später dann nach Vorne kippte. Als er unsanft auf dem Boden aufschlug, rappelte er sich wieder hoch und rieb sich schmerzhaft die Stelle an der ihn das Geschoss getroffen hatte. Wie war das mit der nicht vorhandenen Gefahr? Ganz verdutzt schaute er von einem Ritter zum anderen. Was sollten sie denn jetzt tun? Warum musste das Mädchen ausgerechnet ihn treffen? Dabei war er der einzige gewesen, der sie nicht mit einem Schwert bedroht hatte. Merlin zog einen leichten Schmollmund. Das war echt nicht fair.





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Arthur 
Pendragon
Kronprinz von Camelot
Head of the Knights of Camelot


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...   Erstellt am 21.04.2012 - 19:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wie er zuvor kein Ohr für Merlins schlagfertige Kommentare hinsichtlich des Blumenkranzes gehabt hatte, war Arthur nun auch zu konzentriert und zu vorsichtig, um über Percivals Andeutung mit dem Eichhörnchen und dass Merlin es doch nicht so erschrecken solle zu lachen. In jeder anderen Situation hätte er sicherlich einen entsprechenden Kommentar zur vermeintlichen abschreckenden Wirkung seines Dieners kundgetan. Doch das einzige, was er in diesem Moment wahrnahm, war das Geräusch, als der andere Ritter neben ihm ebenfalls sein Schwert zog. „Das ist ein guter Ort für einen Hinterhalt“, hörte er von diesem seine eigenen Befürchtungen bestätigt. Und er gab in diesem Augenblick relativ wenig auf die fachmännische Meinung seines Dieners, der ein Schwert nicht von einem Stock unterscheiden konnte.
Kurz folgte sein Blick Percival, der im Gebüsch aber nicht mehr als einen Hasen aufschreckte. Doch ehe er sich wieder dem möglichen Feind von oben zuwenden konnte, sah er Merlin… wie dieser sich gerade seelenruhig, als wären sie an einem Picknickplatz angekommen, aus dem Sattel gleiten ließ. Allerdings, musste Arthur zugeben, sehr elegant, fast so, als wüsste er, wie es ging. Doch das änderte nichts an der Tatsache, dass der gute Junge gerade dabei war, wie immer zu tun, was man nicht tun sollte. Was ER nicht tun sollte. Wie viele Jahre musste Merlin noch unter ihm dienen, bis ihm klar wurde, wann kein wörtlicher Befehl dennoch einer war? Kannte sein Diener ihn denn so schlecht?
„Merlin, was zum Teu…“, setzte der Prinz deshalb an. Und er spürte, dass diese Worte doch weniger aus Groll, als vielmehr aus Sorge so scharf über seine Lippen kamen. Aber wie auch immer. Der Angesprochene hörte ihm ja ohnehin nicht zu. Wie ein neugieriger Hund, der etwas gewittert hatte, war Merlin an den Baum herangetreten und tat mal wieder Dinge, die er nicht verstand. Was zum Teufel dachte sich dieser Junge eigentlich? Was erwartete er dort oben? Ein kleines Kind, das er mit schmeichelnden Worten um den Finger wickeln konnte? Arthur verdrehte die Augen… musste aber gleichzeitig feststellen, dass er sich bei genau dieser Vermutung ziemlich sicher war. Wieso auch immer. Vielleicht verbrachte er zuviel Zeit mit einem gutgläubigen Menschenfreund?
Doch eine Stimme von oben, die seine Aufmerksamkeit und seinen Blick wieder an andere Stelle richtete, ersparte ihm die Antwort auf diese Frage, auf die er lieber keine finden wollte. „Lasst mich in Ruhe! Geht WEG!“, schrie jemand wie aus Leibeskräften. Und der Prinz konnte die Aufregung deutlich heraushören. Es war die Stimme eines Mädchens. Eines ziemlich ängstlich, verzweifelt klingenden Mädchens. Arthur ließ sein Schwert sinken. „Es ist ein Mädchen“, vernahm er Merlins Stimme und wandte sich diesem zu. „Keine Gefahr“, folgten zwei Worte, die für den Prinzen eine Art ‘Ich hab’s Euch ja gleich gesagt’ Kommentar zum Ausdruck brachten. Was auch sonst. Natürlich musste Merlin betonen, dass er wieder schlauer als alle anderen, vor allem aber schlauer als ER gewesen war.
Und er wollte gerade mit einem ‘Das hör ich auch’ ausdrückendem ‘Ach wirklich?’ antworten, als etwas geflogen kam. Zu schnell, als dass irgendjemand hätte reagieren können. Es traf Merlin am Hinterkopf. Und Arthur sah eine Kastanie von dort auf den Boden hüpfen, während der junge Mann vorn über kippte. Keine Gefahr also, wiederholte er im Kopf Merlins Worte, derweil sich ein breites Grinsen auf seine Züge legte. Er musste herzhaft lachen. Wobei ein amüsiertes „Ach wirklich?“ über seine Lippen kam. Die Art, wie sein Freund sich wieder aufrappelte, sich den Hinterkopf rieb und verdutzt in die Runde blickte, war herzallerliebst. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ihn gerade ein kleines Mädchen mit einer Kastanie k.o. geschlagen hatte.
„Unser Held“, kommentierte er darauf mehr an Percival als an Merlin gewandt, als er im Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm. Doch seiner schnellen Reaktionsfähigkeit verdankte er es, dass er einer zweiten Kastanie mit einer schnellen Bewegung zur Seite gerade noch ausweichen konnte. „Hoh“, war sein verdutzter Laut dazu, während der Gedanke an die komische Szene zuvor ihn noch immer kaum aus dem Lachen herausbrachte. Sicherheitshalber trieb er sein Pferd aber doch zwei Schritte rückwärts. Einen Auftritt wie Merlin musste er ja nicht unbedingt hinlegen.
„HEY“, rief er anschließend in Richtung der Baumkrone. Weniger ernst als zuvor, noch immer sehr amüsiert. Auch wenn er in der nächsten Sekunde ein weiteres stacheliges Geschoss mit seinem Schwert abblocken musste, während auf Percival ebenfalls eines niederging. „Du kannst aufhören“, rief er möglichst ruhig und ohne Härte in der Stimme nach oben. „Wir wollen dir nichts tun … Und mein Freund bekommt noch Kopfschmerzen“, fügte er mit einem noch immer sehr schadenfrohen Blick auf Merlin hinzu. Vielleicht hätte er ihn als Hofnarr einstellen sollen. Dennoch war er - irgendwie - erleichtert, dass eine weitere Kastanie haarscharf an Merlins Dickschädel vorbei flog.





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Du hast etwas an Dir, Merlin... Ich weiß nur noch nicht, was es ist ...

~ Arthur in "Der Ruf des Drachen" ~


Wie kann ich zugeben, dass ich andauernd an sie denke ... oder dass mir mehr an ihr liegt als an jedem anderen ...
Wie kann ich zugeben, dass ich nicht weiß, was ich tun werde, falls ihr etwas passiert ...

~ Arthur in "Lancelot und Guinevere" ~

Percival ...
Sir Percival
Ritter von Camelot


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...   Erstellt am 21.04.2012 - 23:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Fastzusammenstoß mit Merlin hatte der Ritter schon total vergessen, es war nun eine andere Situation. Angespannt! So tat er es Arthur gleich und zog sein Schwert. Glaubte er noch Sekunden vorher an ein ungefährliches Eichhörnchen, so ging er nun von etwas anderem aus. Von etwas gefährlichen! Merlin schien sich sehr sicher zu sein das es überflüssig war ein Schwert in der Hand zu haben, was er anders sah. Als Ritter war Percival zwar nur selten in solchen Situationen, doch vorher erlebte er es öfters mit das man sich auch täuschen konnte. Ganze Legionen konnte man mit so einem Trick auslöschen. Da war selbst der Hase zu vernachlässigen den er aufscheuchte, immerhin hätte es ja auch etwas anderes sein können das sich dort versteckte.
Die kleinen Baumbewohner konnten aber nicht sprechen, so musste er lächeln. Es war also ein Mädchen das dort oben auf dem Baum war. Im ersten Moment bekam der Hüne auch nicht mit wie Merlin getroffen wurde, nur das er umfiel. Er musste schon lächeln, auch über das Kommentar des Kronprinzen. Die Rache über diese Unachtsamkeit kam aber auch gleich darauf, während der Diener beleidigt schien trafen ihn gleich zwei Kastanien. Die erste an der Schulter, worauf der Ritter sein Schwert verlor. Die zweite traf ihn an der linken Schläfe, was später wohl eine Beule nach sich ziehen würde. Percival beruhigte sein Pferd indem er ihm sanft über den Hals strich. Immerhin fiel er nach dem Treffer nicht vom Pferd, auch wenn man es ihm nicht hätte übel nehmen können. Die Kastanien waren dank der Kraft des Wurfes und der Höhne nicht zu verachten und sehr schmerzhafte Geschosse.
Er stieg gekonnt von seinem Pferd ab und hob sein Schwert auf, gerade rechtzeitig denn ein drittes Geschoß verfehlte ihn dadurch um Haaresbreite und hätte ihn wohl KO gehen lassen, denn obwohl das Mädchen blind warf wäre ihm die Kastanie genau in der Mitte der Stirn zwischen den Augen gegangen. Dies wäre sicher peinlich geworden vor allem da er gerade noch selbst über Merlin gelächelt hatte. Das Schert ließ er wieder in die Schwertscheide gleiten, auch wenn er darauf gefasst war es jeden Moment wieder ziehen zu müssen, doch wollte er keinem Angst machen. Eines konnte er nur jetzt schon sagen, wenn sie wieder im Schloß wären, würde er sich einen kalten Umschlag für seine schmerzende Schulter besorgen bei Gaius. Die Angst konnte der Ritter nur sehr gut verstehen. Damals erging es ihm nicht anders als er im Wald spielte. Diese Zeiten waren aber schon sehr lange vorbei. Der Anführer der kleinen Gruppe versuchte nun auch das Mädchen zu beruhigen und Percival hoffte das es ihm gelang. So ganz sicher war er nicht ob es helfen würde, das Mädchen schien schon große Angst zu haben. Eine weitere Kastanie traf den Ritter an der rechten Schulter. Wieder schmerzte es sehr, trotz des Kettenhemds das er trug. Gegen Schwerter waren die ja gut aber anscheinend halfen sie weniger gegen solche Wurfgeschosse. „Ja, wir sind die guten!“, rief er nach oben und musste einer Kastanie ausweichen, die links an ihm vorbei flog. Zwar war gut und böse zu heutigen Zeiten schwer zu unterscheiden, doch niemand der hier anwesenden würde jemanden etwas zuleide tun der Sie nicht bedrohte und nach dem Leben trachtete, immerhin waren hier fast alle Ritter und hielten sich an den Kodex das Leben zu schützen. „Du kannst also mit dem werfen aufhören.“, fügte er hinzu als er wieder einer Kastanie auswich. Mehr gab es für ihn nicht zu sagen da ihr Anführer schon alles gesagt hatte.

[Dieser Beitrag wurde am 22.04.2012 - 21:13 von Percival aktualisiert]




Emelyn 
Bauerntochter
6 Jahre alt


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...   Erstellt am 04.05.2012 - 20:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die kleine Emelyn hatte gerade noch gehört, wie einer der Männer zu ihr hinauf rief, man würde ihr nichts tun. Zugegeben, die Stimme klang sehr freundlich und vertrauenserweckend, aber Emelyn war zwar noch wirklich jung und vielleicht auch noch ein bisschen naiv, aber da einmal ihr Misstrauen geweckt war, ließ sie sich so schnell nun wirklich nicht umstimmen. Jeder böse Mann hätte nun sicherlich immerhin dasselbe behauptet ("Wir tun dir nichts.") und Emelyn war zu verängstigt, um dem auch nur den geringsten Glauben zu schenken. Und böse Männer hatte sie heute eine Menge getroffen. Daher war Emelyn in ihrer verzweifelten Lage froh, dass zwischen den dichten Blättern des Baumes die Kastanien hingen.
Leider würden diese früher oder später zur Neige gehen, zumindest in ihrer Reichweite - und die war nicht so sonderlich ausgedehnt - es sei denn, sie wollte noch höher auf den Baum klettern. Dabei wollte sie endlich von diesem Baum herunter, anstatt weiter hinauf. Aber dafür mussten die Angreifer dort unten verschwinden und es war nicht sicher, dass diese auf Dauer von Emelyns Kastanien-Wurfgeschossen aufgehalten werden würden. Emelyn war völlig in ihrem Element, als sie die Kastanien nach unten schmiss, eine nach der anderen und zwar konnte sie nicht sehen, inwiefern sie damit überhaupt traf, aber zumindest schien sie die Männer überrascht zu haben.
Noch während sie die nächste Kastanie abfeuerte, drang die Stimme des zweiten Mannes, den sie für sehr unfreundlich befunden hatte, zu ihr hoch. Emelyn hielt kurz inne und sah blinzelnd herab. Der Mann klang netter, als zuvor und auch er behauptete, dass sie ihr nichts tun wollten, er und seine Kumpanen. Sie zögerte ein bisschen. Was, wenn das eine Falle war?! Sie wusste nicht, was sie tun sollte... warum konnten sie nicht einfach gehen und sie in Ruhe lassen? Lieber wartete sie auf einen ihrer Brüder... sie hatte zwar Angst davor, weiterhin auf diesem Baum fest zu sitzen, aber war das immerhin besser, als zu den komischen Männern mit ihren Schwertern hinunter zu klettern... nur wurde ihr schlecht und schwindelig bei der Vorstellung, überhaupt allein wieder herunter klettern zu müssen. Also lieber warten. Nur... wenn die Männer nun zu ihr heraufkommen würden, um sie dazu zu zwingen, mit ihr zu gehen!? Ihr kleines Köpfchen schwirrte vor lauter grauenhaften Ideen - und sie fühlte sich nur umso mehr verunsichert.
Also fuhr sie lieber wieder mit dem Werfen der Kastanien fort, solange sie sich nicht schlüssig war, was sie tun sollte. Auch der dritte im Bunde ließ nun eine tiefe, dröhnende Stimme erklingen. Nun hatten sie alle drei die Behauptung aufgestellt, dass sie zu den Guten gehörten und nicht vor hatten, ihr weh zu tun. Doch sollte sie das glauben? "Ich glaube euch nicht!", rief sie. So. Und mit zittriger Stimme, aber ein bisschen rebellisch, fügte sie an:"Meine Brüder werden kommen... und dann... dann werdet ihr schon sehen, was passiert!" Natürlich war sie sich überhaupt nicht sicher, ob überhaupt ein einziger ihrer Brüder auftauchen würde, aber das konnten die Männer ja nicht wissen.





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Merlin ...
Zauberlehrling
Treu ergebener Diener
Mädchen für alles
Rattenfänger
und
Prinzenretter


...

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...   Erstellt am 15.05.2012 - 20:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Was genau hatte das für ein Ausflug werden sollen? Merlin erinnerte sich daran, dass sie eigentlich auf der Suche nach drei gefährlichen Unruhestiftern gewesen waren. Und nun standen sie unter einer Kastanie und mussten den Früchten dieses Baumes ausweichen, da scheinbar ein kleines Mädchen oben in der Baumkrone saß und offenbar nicht von ihnen gestört werden wollte. Dabei hatte es der junge Mann doch nur gut gemeint. Schließlich war ihm allein der Blumenkranz aufgefallen und er musste seinem Gefühl einfach folgen, egal ob er wollte oder nicht. Percivals Kommentar darüber, dass dies ein geeigneter Ort für einen Hinterhalt wäre, hätte er nie für wahr genommen. Doch bald musste er an seinem eigenen Leib spüren, dass es doch so etwas wie ein Hinterhalt war. Irgendwie war es ja typisch, dass Merlin als erster getroffen wurde. Ausgerechnet er, der wirklich nichts böses im Sinn hatte. Aber wahrscheinlich hatte ihn das Mädchen nicht einmal gesehen, sonst hätte sie wohl eher Arthur oder Percival in ihren Kettenhemden bombardiert und nicht ihn. Oder sie hätte sich doch den in ihren Augen Schwächsten ausgesucht um ihn als erstes auszuknocken. Nun, Merlin war nicht wütend, aber ein wenig beleidigt, dass man ihn einfach beworfen hatte. Am meisten ärgerte es ihn aber, dass Arthur sich darüber lustig machte und dies auch noch vor Percival. Merlin war sich sicher, dass der Prinz sich zu früh gefreut hatte und sicher auch noch von einem der Geschosse getroffen werden würde. Dann würde Merlin einen amüsierten Kommentar abgeben, da konnte sich Arthur sicher sein. Fast war er schon in Versuchung mit Zauberei dafür zu sorgen, dass der Prinz nicht mehr so schnell ausweichen konnte, aber nein, das wäre unfair gewesen. Das Mädchen würde es bestimmt auch so schaffen seinen Herrn zu treffen.
Merlin hielt sich ein wenig mehr im Hintergrund und war ein paar Schritte vom Baum zurückgetreten. Es war nicht so, dass der junge Zauberer Angst hatte, nein, er wollte nur keine weiteren Kopfschmerzen bekommen. Wir wollen dir nichts tun Merlins Blick drückte Skepsis aus, als Arthur diese Worte nach oben rief. Würde das Mädchen dies glauben? So wie sie sich verteidigte, schien sie Angst zu haben. Für sie waren die drei Männer Fremde und gab nicht jeder Fremde mit finsteren Absichten vor, dass er Kindern nichts tun würde? Der junge Mann spürte, dass sie auf diesem Weg nicht weiter kommen würden. Da konnte auch Percival nochmal betonen, dass sie ihr nichts Böses wollten. Ganz ehrlich, wenn Merlin noch ein kleines Kind wäre, würde er vor Percival allein wegen seiner Größe schon ziemliche Angst haben. Aber zum Glück war er das ja nicht, aber wenigstens versuchte er im Gegensatz zu seinen Gefährten sich in das Kind dort oben hinein zu versetzen. „Sire, ich glaube nicht, dass es großen Sinn macht immer wieder zu betonen, dass wir ihr nichts tun wollen... sie kennt uns eben nicht und hat einfach Angst...“, meinte Merlin zu seinem Prinzen und warf einen kurzen Blick wieder nach oben in die Baumkrone. Hätte er den Blumenkranz doch einfach übersehen, dann wären sie nun schon im nächsten Dorf und mussten hier nun nicht dauernd Gefahr laufen von Kastanien erschlagen zu werden. Wer wusste denn was das Mädchen noch alles dort oben hatte? Und eigentlich wusste Merlin auch nicht einmal was sie hier eigentlich gerade taten. „Sollten wir nicht weiter reiten, Mylord?“, fragte er nun an Arthur gewandt und warf ihm einen fragenden Blick zu. Wozu konnte dies hier denn führen? Sollten sie das Mädchen mit Gewalt vom Baum holen und wenn ja, aus welchem Grund? Sie hatte ihnen ja eigentlich nichts getan, vom verletzten Stolz mal abgesehen und offenbar wollte sie keine Gesellschaft, warum sie nicht einfach wieder allein lassen? Merlin schaute noch einmal nach oben. Doch von oben erklang nun eine Drohung. Brüder die angeblich kommen würden und dann würden sie es Arthur, Percival und ihm schon zeigen. Merlin hob die Augenbrauen und schaute kurz von Arthur zu Percival und dann wieder nach oben. Doch er sparte sich einen Kommentar, schließlich wollte er das Mädchen auf keinen Fall herausfordern. Eigentlich wollte er nur, dass alles gut war. Doch er musste Arthur die Entscheidung über ihr nächstes Vorgehen überlassen, so gern er sich auch einmischen würde. Für ihn schien es nicht so, als wäre das Mädchen hilflos, also konnten sie es ruhig wieder allein lassen und ihren Weg fortsetzen.





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