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...   Erstellt am 31.08.2008 - 11:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





Mit dem Tee hielt auch der Samowar Einzug in den russischen Alltag.




Spätestens seit der Zeit, als er die Wohnstuben der »kleinen Leute« eroberte, wurde er zum unentbehrlichen Bestandteil des täglichen Lebens - und gleichsam dessen Verkörperung. Denn der Samowar begann ein Eigenleben zu entfalten.


Nicht mehr nur als Gebrauchsgegenstand war er, sondern auch Sinnbild: für russisches Leben, russische Ciastfreundschaft, Familiengespräche, Muße und Diskussion.

Der Samowar wurde zum Mittelpunkt der Familie - in den Städten ebenso wie in den Dörfern des
unendlich weiten Landes.

Am Samowar versammeln sich die Familie, die Freunde, die Gäste, hier trinkt man Tee und spricht miteinander.

Auch der Samowar trägt zur Vnterhaltung bei: Er singt, lärmt, brodelt, verbreitet gemütliche Wärme. Er gibt das (jefühl von (jeborgenheit und Heimatverbundenheit, ver strömt Ruhe, mahnt zur Besonnenheit, ermuntert aber auch zu Tätigkeit und Geschäftigkeit.

Kurzum der dickbauchige Samowar hat ganz sicher eine Seele, und deshalb liebt man ihn in Russland auch, pflegt ihn, poliert ihn, behandelt ihn mit Sorgfalt.

Der Samowar ist der Mittelpunkt des russischen
Hauses, der Familie. Er ist russisches Leben, Symbol - und natürlich auch ein ganzes Stück Klischee.

In dieser Weise ging der Samowar in die russische Literatur ein, ins Gedicht, in die Prosa, ins Schauspiel und in die Handwerkskunst.




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...   Erstellt am 15.10.2008 - 08:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Das Teetrinken kann Stunden dauern.
Die Hausherrin bewirtet die Gäste mit selbstgebackenem Kuchen,Konfitüre und anderen Süßigkeiten, sie lädt zum »tschaj s warenjiem«.
Dabei reicht man Früchte zum Tee, die mit einem Löffel in den Mund geführt und dann mit Tee umspült werden.

Warenjie, eine Konfitüre, versüßt auf diese Weise den Teegenuss.

Die Früchte kommen in kleinen Tee- oder Keramikschalen auf den Tisch,während der Tee mitunter auf die Untertasse gegossen wird, um den Duft des edlen Getränkes auch ganz einatmen zu können.

Später gibt es zum Tee auch Wein, Kognak und Likör.
Und haben dann nach langer Zeit alle genug Tee getrunken, zeigen sie dies an, indem sie ihr leeres Teeglas umgestülpt auf den Tisch stellen.




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...   Erstellt am 26.10.2008 - 12:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





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...   Erstellt am 22.11.2008 - 10:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Bild: Ilja Repin "Lew Tolstoi im Gras liegend", 1891; Staatliche Tretjakow Galerie, Moskau
Bildquelle" target="_blank">www.onlinekunst.de/p-forum/showthread.p … Bildquelle


»BEI UNS AUF DER TERRASSE GLÄNZTE UND BRODELTE AUF DEM WEISSGEDECKTEN TISCH DER BLANKGEPUTZTE SAMOWAR, DANEBEN STAND SAHNE UND LAGEN BREZELN UND ANDERES BACKWERK.
KATJA SPÜLTE MIT IHREN RUNDLICHEN HÄNDEN GESCHÄFTIG DIE TASSEN AUS.
DA ICH NACH DEM BADE HUNGER VERSPÜRTE UND NICHT WARTEN WOLLTE, BIS DER TEE FERTIG WAR, ASS ICH VORWEG EIN STÜCK BROT MIT DICKER, FRISCHER SAHNE.«[/
i]Lew Tolstoj, »Familienglück«


Überall wo russische Literaten russische Häuslichkeit und freigebige Gastlichkeit eingefangen haben, findet sich in ihren Werken auch der Samowar.
Gogol, Dostojewski, Turgenjew, Tschechow und natürlich bei Lew Tolstoj.
Geboren und aufgewachsen in Jasnaja Poljana bei Tula, hatte Tolstoj einen engen Bezug zum Samowar, nutzte ihn auf seinem Gutshof täglich.

In »Kindheit« schreibt er:

»Die Mutter saß im Salon und goss den Tee ein,- mit der einen Hand hielt sie die Teekanne, mit der anderen den Hahn des Samowars, aus dem das Wasser über den Rand der Teekanne auf das Teebrett floss. Obwohl sie unverwandt hinschaute, bemerkte sie es nicht, sie bemerkte auch nicht, dass wir hereinkamen.«




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...   Erstellt am 15.01.2009 - 19:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen






Iwan Aleksejewitsch Bunin



Nobelpreis für Literatur 1933
"Für die strenge Kunst, in der er die klassische russische Tradition in der Prosadichtung weitergeführt hat".

Iwan Aleksejewitsch Bunin wurde am 22. Oktober 1870 als Sohn eines Gutsbesitzers in Woronesch (Westrussland) geboren. Nach dem Abitur studierte er in Moskau und wurde 1889 Redakteur der Zeitung Bote von Orjol in Charkow, später Bibliothekar in Poltawa. Zu dieser Zeit begann er mit ersten schriftstellerischen Versuchen. Ab 1900 unternahm er ausgedehnte Reisen nach Griechenland, in die Türkei, nach Palästina, Ägypten und Indien. Im Jahre 1903 wurde er für seine Übersetzungen des amerikanischen Dichters Henry Wadsworth Longfellow sowie der englischen Dichter Lord Byron und Lord Alfred Tennyson mit dem Puschkin-Preis der russischen Akademie geehrt, deren Mitglied er 1909 wurde. Bunin gehörte zur Gruppe um Maxim Gorki und zählte Anton Tschechow sowie Iwan Turgenjews zu seinen Freunden. Nach dem Ausbruch der Revolution lebte er zunächst zwei Jahre im Süden Russlands, bevor er 1920 nach Frankreich floh. Iwan Aleksejewitsch Bunin starb am 8. November 1953 als bedeutendster Schriftsteller der Russischen Emigranten in Paris.

Text - und Bildquelle




<LiteraTour>
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...   Erstellt am 29.01.2009 - 16:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


»Als der Zug gegen Abend des zweiten Tages auf einer größeren Station längeren Aufenthalt hatte«, schreibt Lew Tolstoj 1889 in seiner Erzählung »Die Kreutzersonate«,
»ging der nervöse Herr hinaus, um sich heißes Wasser zu holen, und bereitete sich sodann Tee. Der Herr mit dem eleganten Handgepäck, ein Rechtsanwalt... und seine Nachbarin ... begaben sich in das Stationsgebäude, um dort Tee zu trinken.«

Wie sich der nervöse Herr seinen Tee bereitet, wird nicht beschrieben, denn Tolstoj durfte bei seinen Lesern Kenntnisse darüber voraussetzen. Auf Reisen führte man zu dieser Zeit einen »tschajnik« mit sich, ein Kännchen mit Tee, das man auf den Bahnstationen mit heißem Wasser, dem »kipjatok«, auffüllte. Die Teeblätter trug der Reisende in Papier gewickelt bei sich, ebenso ein dickwandiges Teeglas und ein paar Stück gehobelten Hutzucker. Diese wurden herumgereicht, jeder biss sich ein Stückchen ab.

Auch heute noch kann sich der Reisende seinen Tee während der Bahnfahrt selbst zubereiten. In jedem Waggon steht ein Elektro-Samowar, und die
»prowodniza« bereitet Tee zu.




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...   Erstellt am 27.02.2009 - 18:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





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...   Erstellt am 15.06.2009 - 13:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen






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