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...   Erstellt am 13.01.2009 - 21:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Aus Gerücht wird Gewissheit
Newcomer Robert Kwiatkowski wird bei der SAV Nachfolger von Jörg Schröder
Von Jens Pillnick

VEGESACK. Eine lange Trainer-Ära geht beim Fußball-Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack im Juni dieses Jahres zu Ende, eine neue beginnt: Jörg Schröder, der seit Oktober 2001 bei den Nordbremern die sportliche Verantwortung trägt, wird von Newcomer Robert Kwiatkowski abgelöst. Damit ist aus dem Gerücht, das schon seit Monaten über Fußballplätze und durch Sporthallen geistert, jetzt Gewissheit geworden.

Intern amtlich ist die Neuigkeit seit Sonnabend, da trat SAV-Fußball-Chef Bernd Siems beim Bremerhavener Stadthallenturnier vor die Mannschaft und teilte die bevorstehende Amtsübergabe, über die wegen beruflicher Verpflichtungen des im Raum Rotenburg tätigen Jörg Schröder schon länger spekuliert worden war, mit. Dass nun ein sauberer Schnitt erst zum Saisonende gemacht wird, lag Bernd Siems sehr am Herzen. "Man kann ja nicht bei Rennbeginn das Pferd wechseln", begründet Siems, warum sich die SAV durch Engpässe, bei denen weder Cheftrainer Jörg Schröder noch Co-Trainer Michele Lapenna zur Verfügung standen, "durchgefressen" hat.

Auch wenn die Katze jetzt aus dem Sack ist, nimmt Siems die SAV-Spieler für die zweite Halbserie unter dem scheidenden Trainer in die Pflicht: "Die Mannschaft ist gefordert. Ich erwartete als Abschiedsgeschenk für Jörg Schröder mindestens Rang fünf." Auf Abschiedstour, zumindest als Co-Trainer, geht auch Michele Lappena, der künftig von Torben Reiß, der derzeit mit Thorsten Minke das Trainergespann der SAV-Reserve bildet, ersetzt wird. Geht es nach Bernd Siems, so bleibt Michele Lapenna der SAV aber in Zusammenarbeit mit Jörg Gliwitzky als Co-Trainer erhalten.

Erhalten bleibt der SAV auf jeden Fall Jörg Schröder. In welcher Funktion steht aber noch nicht fest. "Es ist nichts auszuschließen, ob bei der ersten Herren, den A-Junioren, als Spielebeobachter oder als zweiter Vorsitzender", ist Jörg Schröder, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, in viele Richtungen offen. "Dass ich bleibe und nicht über einen anderen Trainerjob nachdenke, zeigt, dass ich mich sehr wohlgefühlt habe", erklärt Schröder, der mit "einem weinenden Auge geht". Aber letztlich ist er auch froh, dem selbst gemachten Stress zu entgehen und mehr Zeit für andere Dinge zu haben. Froh ist er auch darüber, den Umbruch bei der SAV geschafft zu haben und seinem Nachfolger eine junge und intakte Mannschaft zu übergeben.

Der neue Mann auf der Kommandobrücke darf getrost als Insider bei der SAV bezeichnet werden. Der gebürtige Pole stieß als B-Jugendlicher zu den Nordbremern, spielte später im Herrenbereich bei der SG Oslebshausen, KSV Vatan Spor, Blumenthaler SV, FC Oberneuland und dem Rotenburger SV ehe er zur SAV zurückkehrte.

Im März 2007 zog sich Robert Kwiatkowski einen Achillessehnenriss zu und lief nach der Genesung nur noch sporadisch für die zweite Mannschaft auf. Mit der Übernahme des Trainerpostens betritt der 37-jährige Bürokaufmann, der in Schwanewede lebt, nun Neuland. "Jeder fängt mal an", hat Bernd Siems jedenfalls kein Problem damit, einen Trainer-Anfänger zum Bremen-Liga-Trainer zu machen. "Ich habe viele Trainer gehabt und mir überall etwas abgeguckt", sieht Robert Kwiatkowski der "reizvollen Aufgabe" auch zuversichtlich entgegen. Probleme könnte es aus seiner Sicht nur geben, wenn die Disziplin nicht stimmen würde: "Das ist das A und O. Dann müsste ich durchgreifen."

Taktisch hat Jörg Schröder mit der Einführung der Viererkette bereits den Schritt vollzogen, der Robert Kwiatkowski von seiner Fußball-Philosophie vorschwebt. Dazu gehört auch, dass er lieber 7:6 als 1:0 gewinnen würde. "Aber ein 7:0 wäre mir noch lieber", ergänzt der Ex-Mittelfeld-Motor. Apropos sieben. Die jüngsten sieben Siege in Folge der SAV haben dem neuen Coach sichtlich imponiert: "Eine einmalige Serie." Schmunzelnd fährt der 37-Jährige fort: "Mein erstes Ziel ist es, diese Serie zu knacken." Gut möglich, dass dieses Unterfangen noch schwieriger wird, denn die Serie ist ja noch nicht abgeschlossen. "Ich bin Tag und Nacht für ihn da", kündigt Jörg Schröder an, jederzeit als Ratgeber zur Verfügung zu stehen. Vielleicht teilt er ihm dann in einem nächtlichen Telefonat ja auch das Geheimnis der bei der SAV einmaligen Siegesserie mit.

@WK, 13.01.2009





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