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RalfM 

Status: Offline Registriert seit: 15.11.2006 Beiträge: 43 Nachricht senden | Erstellt am 26.01.2007 - 17:26 |  |
Hallo Alubootexperten,
ich habe gerade sehr schöne Seeventile aus Rotguss in einem Katalog gefunden.
Wer weiß wie das ist mit Alu und Rotguss? Gibts hier Elektrolyseprobleme?
In der "normalen" Klempnerei ist Rotguss ja inzwischen Standard geworden - warum nicht auch fürs Schiff?
Viele Grüße und Danke vorab.
Ralf
Signatur http://www.sy-grace.de Viele Grüße, Ralf |
Moskito 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 615 Nachricht senden | Erstellt am 26.01.2007 - 17:40 |  |
RalfM schrieb
Hallo Alubootexperten,
ich habe gerade sehr schöne Seeventile aus Rotguss in einem Katalog gefunden.
Wer weiß wie das ist mit Alu und Rotguss? Gibts hier Elektrolyseprobleme?
In der "normalen" Klempnerei ist Rotguss ja inzwischen Standard geworden - warum nicht auch fürs Schiff?
Viele Grüße und Danke vorab.
Ralf
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Bin zwar kein Alu-Spezi, aber das gibt mit sicherheit Korrosionsprobleme, die Bronze ist in der spannungsreihe über Alu und das Alu wird geopfert.
Abgesehen davon ist Rotguss wegen dem verhältnismässig hohen Zinkanteil auch nicht das Wahre für einsatz in Seewasser, abgesehen davon, dass es als Gussmaterial nie lunkerfrei ist.
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Sascha

Status: Offline Registriert seit: 20.11.2005 Beiträge: 317 Nachricht senden | Erstellt am 02.02.2007 - 12:47 |  |
Hallo Ralf,
ich habe weniger Befürchtigungen was die Korrosion bei Alu betrifft als Moskito. Der Grund ist, dass die Aluyachten mit denen ich zu tun haben aus Silumin oder EN AW-5083 gefertigt werden. Silumin ist z.B. Aluminium mit ca. 15% Siicium legiert, und verfügt über einen sehr hohen Korrosionsschutz. Die Alu- Polizei - Feuerlösch- Seenotrettungsboote haben in der Regel nur einen Haftprimer und beschichten Antifoulings mit hohen Kupfer-Zinkbeigaben ohne dass eine Korrosion ensteht. Es ist so mit entscheidend, welches Aluminium für den Schiffsbau verwendet wurde. Es wird Aluminium je nach Eigenschaft mit Kupfer, Magnesium, Mangan, Silizium, Eisen, Titan, Beryllium, Chrom, Zink, Zirkon und Molybdän legiert.
DUR hat eine sehr hohe Festigkeit, ist auf Grund seiner Kupfer-Magnesiumlegierung sehr korrosionsempfindlich und muss versiegelt werden. Hidumin hat weniger Festigkeit ist aber Korrosionsbetändiger, Versieglung empfehlenswert. Sidumin ist nahezu gegen alle Säueren resistent, reagiert kaum auf Kupfer oder Zink (wenn dann nur an scharfen Schnittkannten) und wird daher im Schiffbau verwendet. Sidumin kann im Seewasser ohne einer Versiegelung verwendet werden.EN AW-5083 ist ein seh preiswertes Aluminium und wird meist für den Bau von Standart-Yachten verwendet.
Wenn die Korrosionseigenschaften so wären wie diese oft in den Foren beschrieben werden, dann würden die Aussenbordmotoren aussehen wie schweizer Käse und die meisten Segler die einen Saildrive haben, hätten den bereits verloren, da in südlichen Breiten über 90% der Jachten Antifoulings mit Kupfer - Kupfer/Zink - Kupferoxyd - oder Dikupfer verwenden.
Was aber die Ventiele aus Bronce betrifft, da kann ich Moskito nur zustimmen, diese Ventiele nicht zu nehmen. Der Grund ist, diese Ventiele neigen im Seewasser zu einer Risskorrosion, reissen oder brechen ab.
Sascha
[Dieser Beitrag wurde am 09.04.2007 - 23:27 von Sascha aktualisiert]
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JohannesC

Status: Offline Registriert seit: 07.11.2005 Beiträge: 26 Nachricht senden | Erstellt am 19.02.2007 - 18:09 |  |
Bei Alu würde ich nur noch die Kunststoff-Ventile nehmen. Haben praktisch keine Nachteile und hochwertiger Niro kostet genauso viel.
Über Rotguss zu diskutieren macht Sinn bei Holzbooten, evtl. bei Kunststoffbooten (Fahrtgebiet, Verwendung, Installation etc..), keinesfalls bei Alu.
meint Johannes.C
Signatur You think knowledge is expensive? try ignorance.... |
klala 

Status: Offline Registriert seit: 10.01.2006 Beiträge: 37 Nachricht senden | Erstellt am 03.04.2007 - 11:57 |  |
Hallo Sascha,
habe Deinen Beitrag mit Interesse gelesen und vermute, dass Du vom Alu-Schiffsbau einiges verstehst. Da ich vor einiger zeit mit meinem Boot akute Korrosionsprobleme hatte (ich hoffe, sie kommen nicht wieder :dizzy , meine Frage:
bei mir wurde fast ausschließlich als Außenmaterial Al Mg 4,5 MN F27 DIN 1747 / 1770 verwendet.
Kannst Du mir zu diesem Material einige wichtige Eigenschaften nennen?
Klaus
Signatur Gruss Klaus |
Sascha

Status: Offline Registriert seit: 20.11.2005 Beiträge: 317 Nachricht senden | Erstellt am 07.04.2007 - 20:09 |  |
Hallo Klaus,
ich habe vor Jahren meine Fachliteratur entsorgt, da ich der Meinung war, als Ruheständler brauche ich die nicht mehr.
Soweit ich mich noch erinnere handelt es sich bei der Aluminiumlegierung um eine Aluminium- Knetlegierung die auch für Felgen verwendet wird. Da ca. 4-5% mit Magnesium legiert wird verändert Aluminium seinen Passivierungsschutz. Diese Legierung wird normalerweise zum gießen verwendet sowie auch im Werkzeugbau. Gute Korrosionschutzeigenschaften schlechte Eigenschaft ist die hohe Anfälligkeit gegen bestimte Säuren, Nitrate, Schwefel usw., so dass diese Legierung immer versiegelt werden sollte. Diese Legierung ist auch am preiswertesten herzustellen und wird im Schiffbau verwendet, genaue Bezeichnung EN AW-AlMg4,5Mn07. Z.B. der Saildrive oder der Langschaft von Aussenbordern werden aus Silumin gefertigt. Das F27 bedeutet Dehnfestigkeit 270 N/mm.
In Deinen Fall sollte immer eine Seewasserbeständige Schutzschicht aufzutragen werden, im Überwasserbereich werden 4 Lagen Reinepoxyd das keine Kohlenwasserstoffverbindungen enthält und ein bis zwei Lagen PU - Lack aufgetragen. Bei den PU gibt es über 30 verschiedene Sorten bei denen nur das PU identisch ist. Die Lacke unterscheiden sich in der UV- Temperatur- Seewasserbeständigkeit und in der Härte und Elastizität.
Im Unterwasserbereich 4-5 Lagen Teerepoxyd, darauf dann 1 Lage PVC-Vinyl, dann gibt es nicht einmal eine Korrosion bei der Anwendung von Schwermetallantifoulings.
Grüße Sascha
[Dieser Beitrag wurde am 09.04.2007 - 23:41 von Sascha aktualisiert]
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navigator  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 04.11.2005 Beiträge: 481 Nachricht senden | Erstellt am 08.04.2007 - 09:39 |  |
RalfM schrieb
Hallo Alubootexperten,
ich habe gerade sehr schöne Seeventile aus Rotguss in einem Katalog gefunden.
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Schau mal bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rotguss
Gruss
Helmut
Signatur Umwege fördern die Ortskenntnis. |
wt

Status: Offline Registriert seit: 08.03.2007 Beiträge: 3 Nachricht senden | Erstellt am 08.04.2007 - 13:36 |  |
Leider muß ich Sascha hinsichtlich seiner Ausführungen AlMg4,5Mn widersprechen.
Dieser Werkstoff ist der Al-Schiffbauwerkstoff.
Der Link verweist auf GL-Rules for Pleasure Boats - Materials.
http://www.gl-group.com/infoServices/ru … nhangc.pdf
AlMg4,5Mn ist keine Gußlegierung. Sie ist gegen Seewasser beständig, auch ohne weitere Schutzmaßnahmen.
Worauf bei Al besonders geachtet werden muß ist die galvanische Trennung bei VA - Al Verbindungen, natürlich auch für andere Metalle, außer Operanoden. Leider ist diese Kenntnis bei vielen Herstellern noch nicht vorhanden, oder es wird wegen des höheren Bauaufwandes nicht nach den anerkannten Regeln der Technik gebaut. Die Folgen derartigen Pfusches zeigen sich erst nach Ablauf der Gewährleistungsfrist.
Erhöhte Aufmerksamkeit ist auch der elektrischen Anlage an Bord zu schenken. Es ist alles sauber 2 polig zu bauen. Die el. Installation am Motor sollte Massefrei sein, etc. Die el. Anlage sollte permanent mit einem Leckstrommonitor überwacht werden.
Fohe Ostern
WT
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Sascha

Status: Offline Registriert seit: 20.11.2005 Beiträge: 317 Nachricht senden | Erstellt am 08.04.2007 - 18:10 |  |
Es ist richtig, dass AL-MG4,5 Legierungen im Schiffsbau verwendet werden können. Der Grund ist auch die leichte Schweißbarkeit dieser Legierung und es ist mit Abstand die preiswerteste Al-Legierung.
Nicht zu verwecheln mit EN AW-AlMg4,5Mn0,7 F27/270 N/mm2 das im Schiffsbau verwendet wird und sehr gute Korrosionsigenschaften hat.
Bei bei mehr als 3% Mg, Temperaturen ab 65°C kommt es zur Spannungsrisskorrosion. Dass sich eine Aluminium in südlichen Breiten sehr schnell auf diese Temperatur aufheizen kann,(natürlich über Wasser) wird wohl niemand bezweifeln. Wird eine solche Yacht nicht ausreichend geschützt dann kannst deine Hemden im Salon zum trocknen aufhängen.
Wenn ALMG keine Gusslegierung (Schmelz)ist, wie sollte dann diese Legierung hergestellt werden? Es ist eine Eutektische Legierung wo ein Verflüssigung erforderlich ist, siehe Liquidus.
Da Magnesium den natürlichen Passivierungsschutz des Aluminiums verändert, ist der Korrosionsschutz in der Luft sehr gut, aber nicht im Seewasser, da sind unter anderen Nitrat- und Schwefelverbindunen enthalten und das mag ein Aluminium überhaupt nicht. Daher ist diese Legierung besonders im Seewasser stärkster Korrosion ausgesetzt.
Die Schiffsbauer die ich kenne, - Fertigung der Polizei - Lösch - Seenotrettungsboote oder der Katermaranfähren die verwenden EN AW-AlMg4,5Mn0,7
AlMg4,5 wird aber gerne bei den kleinen Werften wie z.B. am Bodensee wegen der einfachen Verarbeitung und der geringen Materialkosten verwendet. Im Süsswaser ist die Korrosion gering. Es ist im Seewasser eine Versiegelung wie von mir beschrieben zwingend erforderlich. Was die elektrische Anlage betrifft, sollten meines Wissens drei und nicht zwei Leitungen verwendet.
Grüße Sascha
[Dieser Beitrag wurde am 09.04.2007 - 23:43 von Sascha aktualisiert]
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wt

Status: Offline Registriert seit: 08.03.2007 Beiträge: 3 Nachricht senden | Erstellt am 09.04.2007 - 10:52 |  |
Sascha schrieb
Wenn ALMG keine Gusslegierung ist, wie sollte dann diese Legierung hergestellt werden? |
In der Schmelze wie jede Legierung
Sascha schrieb
Da Magnesium den natürlichen Passivierungsschutz des Aluminiums verändert, ist der Korrosionsschutz in der Luft sehr gut, aber nicht im Seewasser, da sind unter anderen Nitrat- und Schwefelverbindunen enthalten und das mag ein Aluminium überhaupt nicht. Daher ist diese Legierung besonders im Seewasser stärkster Korrosion ausgesetzt. |
Die armen Fischer im nordwesten von Kanada und den USA die fahren Schiffe aus unbeschichtem Al zu hauf.
Sascha schrieb
Die Schiffsbauer die ich kenne, - Fertigung der Polizei - Lösch - Seenotrettungsboote oder der Katermaranfähren die nehmen diese Aluminiumlegierung nicht. |
Dann kennen wir wohl unterschiedliche Schiffe diesen Typs. Die sind alle aus AlMg4,5Mn gebaut. Was eher als dieser Werkstoff in die Brüche geht ist der Werkstoff für Rohre, Profile usw. AlSi0,5 bzw. AlSi1.
Sascha schrieb
Wird aber gerne bei den kleinen Werften wie z.B. am Bodensee wegen der einfachen Verarbeitung und der geringen Materialkosten verwendet. |
Du solltest Dich mal mit einem Schweißfaching. über die einfache schweißbarkeit von AlMg4,5Mn unterhalten.
Sascha schrieb
Was die elektrische Anlage betrifft, werden drei und nicht zwei Leitungen verwendet. |
Bei DC Anlagen????
Viele Grüße dem Spezialisten
wt
[Dieser Beitrag wurde am 09.04.2007 - 10:53 von wt aktualisiert]
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