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wortundbild
unregistriert

...   Erstellt am 19.07.2008 - 15:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


zuz Lisas Collage (weiße Rose) das hier als Ergänzung:




Tagtraeumerin
unregistriert

...   Erstellt am 22.07.2008 - 12:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





Eine Rose von Homers Grab


In allen Liedern des Orients erklingt die Liebe der Nachtigall zu der Rose.
In den schweigenden, sternklaren Nächten bringt der geflügelte Sänger seiner duftenden Blume eine Serenade dar.

Nicht weit von Smyrna, unter den hohen Platanen,
wo der Kaufmann seine belasteten Kamele treibt, die stolz ihre langen Hälse erheben und schwerfällig über eine Erde stampfen, die heilig ist, sah ich eine blühende Rosenhecke.

Wilde Tauben flogen zwischen den Zweigen der hochstämmigen Bäume, und die Flügel der Tauben glänzten, wenn ein Sonnenstrahl darüber hinglitt, als seien sie aus Perlmutter gemacht.

In der Rosenhecke war eine Blüte von allen die schönste, und für sie sang die Nachtigall von ihrem Liebesschmerz, aber die Rose war stumm,
nicht ein Tautropfen lag, wie eine Träne des Mitleidens, auf ihren Blättern, sie neigte sich auf ihrem Zweige über einige große Steine.

"Hier ruht der Erde größter Sänger!" sagte die Rose, "über seinem Grabe will ich duften, meine Blätter will ich darauf verstreuen, wenn der Sturm sie mir abstreift. Der Ilias' Sänger ward zu Erde in dieser Erde, aus der ich sprieße! - Ich, eine Rose von Homers Grab, bin zu heilig, um für eine armselige Nachtigall zu blühen!"

Und die Nachtigall sang sich zu Tode!

Der Kameltreiber kam mit seinen beladenen Kamelen und seinen schwarzen Sklaven.
Sein kleiner Sohn fand den toten Vogel und beerdigte ihn in des großen Homers Grab; und die Rosen bebten im Winde.
Der Abend kam.
Die Rose faltete ihre Blätter dichter zusammen und träumte,
- sie träumte, es wäre ein herrlicher Sonnentag.
Eine Schar fremder fränkischer Männer kam her,
sie hatten eine Pilgerreise zu Homers Grab gemacht.
Unter den Fremden war ein Sänger aus dem Norden, aus der Heimat der Nebel und Nordlichter.
Er brach die Rose, preßte sie in einem Buche
und nahm sie so mit sich nach einem anderen Weltteil hinüber, mit nach seinem fernen Vaterland. Und die Rose welkte vor Kummer und lag in dem engen Buche, das er in seinem Heim öffnete, und er sagte:

"Hier ist eine Rose von Homers Grab."

Sieh, das träumte die Blume und sie erwachte und zitterte im Windel Ein Tautropfen fiel von ihren Blättern auf des Sängers Grab;
da ging die Sonne auf, und die Rose blühte schöner als zuvor.
Der Tag wurde heiß, es war ja im heißen Asien.
Da schallten Fußtritte, fremde Franken kamen, wie sie die Rose im Traume gesehen hatte,
und unter diesen Fremden war ein Dichter aus dem Norden;
er brach die Rose, drückte einen Kuß auf ihren frischen Mund, und führte sie mit sich in die Heimat der Nebel und der Nordlichter.

Wie eine Mumie ruht nun die Blumenleiche in seiner llias,
und wie im Traume hört sie ihn das Buch öffnen und sagen:

"Hier ist eine Rose von Homers Grab!"




Quelle




Lavida ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 14.12.2006
Beiträge: 3911
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...   Erstellt am 28.07.2008 - 01:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Rosenschale


Zornige sahst du flackern, sahst zwei Knaben
zu einem Etwas sich zusammenballen,
das Haß war und sich auf der Erde wälzte
wie ein von Bienen überfallnes Tier;
Schauspieler, aufgetürmte Übertreiber,
rasende Pferde, die zusammenbrachen,
den Blick wegwerfend, bläkend das Gebiß
als schälte sich der Schädel aus dem Maule.

Nun aber weißt du, wie sich das vergißt:
denn vor dir steht die volle Rosenschale,
die unvergeßlich ist und angefüllt
mit jenem Äußersten von Sein und Neigen,
Hinhalten, Niemals-Gebenkönnen, Dastehn,
das unser sein mag: Äußerstes auch uns.




Lautloses Leben, Aufgehn ohne Ende,
Raum-brauchen ohne Raum von jenem Raum
zu nehmen, den die Dinge rings verringern,
fast nicht Umrissen-sein wie Ausgespartes
und lauter Inneres, viel seltsam Zartes
und Sich-bescheinendes - bis an den Rand:
ist irgend etwas uns bekannt wie dies?




...dass ein Gefühl entsteht,
weil Blütenblätter Blütenblätter rühren?




Und dies: dass eins sich aufschlägt wie ein Lid,
und drunter liegen lauter Augenlider,
geschlossene, als ob sie, zehnfach schlafend,
zu dämpfen hätten eines Innern Sehkraft.




Und die Bewegung in den Rosen, sieh:
Gebärden von so kleinem Ausschlagswinkel,
daß sie unsichtbar blieben, liefen ihre
Strahlen nicht auseinander in das Weltall
.




Sieh jene weiße, die sich selig aufschlug
und dasteht in den großen offnen Blättern
wie eine Venus aufrecht in der Muschel;





und die errötende, die wie verwirrt
nach einer kühlen sich hinüberwendet,
und wie die kühle fühllos sich zurückzieht,
und wie die kalte steht, in sich gehüllt,
unter den offenen, die alles abtun.
Und was sie abtun, wie das leicht und schwer,
wie es ein Mantel, eine Last, ein Flügel
und eine Maske sein kann, je nach dem,
und wie sie’s abtun: wie vor dem Geliebten.




Was können sie nicht sein: war jene gelbe,
die hohl und offen daliegt, nicht die Schale
von einer Frucht, darin dasselbe Gelb,
gesammelter, orangeröter, Saft war
?




Und wars für diese schon zu viel, das Aufgehn,
weil an der Luft ihr namenloses Rosa
den bittern Nachgeschmack des Lila annahm?





Und dies vor allem: dass durch diese Blätter
das Licht hindurch muß. Aus den tausend Himmeln
filtern sie langsam jenen Tropfen Dunkel,
in dessen Feuerschein das wirre Bündel
der Staubgefäße sich erregt und aufbäumt




Und die batistene, ist sie kein Kleid,
in dem noch zart und atemwarm das Hemd steckt,
mit dem zugleich es abgeworfen wurde
im Morgenschatten an dem alten Waldbad?




Und diese hier, opalnes Porzellan,
zerbrechlich, eine flache Chinatasse
und angefüllt mit kleinen hellen Faltern, -




und jene da, die nichts enthält als sich.


Und sind nicht alle so, nur sich enthaltend,
wenn Sich-enthalten heißt: die Welt da draußen
und Wind und Regen und Geduld des Frühlings
und Schuld und Unruh und vermummtes Schicksal
und Dunkelheit der abendlichen Erde
bis auf der Wolken Wandel, Flucht und Anflug,
bis auf den vagen Einfluß ferner Sterne
in eine Hand voll Innres zu verwandeln.
Und wie sie’s abtun: wie vor dem Geliebten.
Nun liegt es sorglos in den offnen Rosen
.

Rainer Maria Rilke




<Zoe>
unregistriert

...   Erstellt am 28.07.2008 - 14:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





<Zoe>
unregistriert

...   Erstellt am 29.07.2008 - 10:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





<Zoe>
unregistriert

...   Erstellt am 31.07.2008 - 16:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





<Pola>
unregistriert

...   Erstellt am 12.08.2008 - 15:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vorsichtig
zertrat er die
gewöhnlichen Rosen

Mit offenen Armen
empfing ihn die
vermeintlich Schönste

Er brach ihr zärtlich
das Genick
und roch kurz den so typischen Duft
von Chanel

Lästig geworden
warf er sie zurück
zwischen die
gewöhnlichen Rosen

und wenn sich nicht längst
verblüht ist
glaubt sie heute noch
sie sei eine Rose




<Zoe>
unregistriert

...   Erstellt am 13.08.2008 - 11:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





Romi ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 31.07.2007
Beiträge: 2148
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...   Erstellt am 13.08.2008 - 14:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Rosenkavalier - Final Trio...hört rein




<Leserin>
unregistriert

...   Erstellt am 14.08.2008 - 18:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Rosenbad




Rosenbad ist Sitz der schwedischen Regierung.
Der Häuserblock Rosenbad umfasst vier kulturhistorische wertvolle Gebäude aus der Jahrhundertwende nach Plänen der Architekten Gustaf Wickman, Aaron Johansson und Ferdinand Boberg. Rosenbad wurde bis 1981 vom schwedischen Reichstag genutzt. Nach einer Renovierung bezog der schwedische Premierminister dort seine Amtsräume. In Rosenbad befindet sich auch die Regierungskanzlei, und die Regierung hält dort ihre Sitzungen ab. Auch das Justizministerium hat dort seinen Sitz.




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NovemberBarbara Neue Seite 1

© Romi




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