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Totenvogel  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2004 Beiträge: 709 Nachricht senden | Erstellt am 11.01.2006 - 23:42 |  |
Rosenrot
Sah ein Mädchen ein Röslein stehen Blühte dort in lichten Höhen Sprach sie ihren Liebsten an ob er es ihr steigen kann
Sie will es und so ist es fein So war es und so wird es immer sein Sie will es und so ist es Brauch Was sie will bekommt sie auch
Tiefe Brunnen muss man graben wenn man klares Wasser will Rosenrot oh Rosenrot Tiefe Wasser sind nicht still
Der Jüngling steigt den Berg mit Qual Die Aussicht ist ihm sehr egal Hat das Röslein nur im Sinn Bringt es seiner Liebsten hin
Sie will es und so ist es fein So war es und so wird es immer sein Sie will es und so ist es Brauch Was sie will bekommt sie auch
Tiefe Brunnen muss man graben wenn man klares Wasser will Rosenrot oh Rosenrot Tiefe Wasser sind nicht still
An seinen Stiefeln bricht ein Stein Will nicht mehr am Felsen sein Und ein Schrei tut jedem kund Beide fallen in den Grund
Sie will es und so ist es fein So war es und so wird es immer sein Sie will es und so ist es Brauch Was sie will bekommt sie auch
Tiefe Brunnen muss man graben wenn man klares Wasser will Rosenrot oh Rosenrot Tiefe Wasser sind nicht still
------------------------------------------------ Darf man auch Liedertexte interpretieren lassen? Gibt es da auch ein Copyright? Wie interpretiert ihr diese Zeilen? Welche Aussagen sind möglich?
Lieben Gruß der Totenvogel
Signatur Alleine geboren, allein gestorben, dazwischen diverse Berührungsversuche. © Margot S. Baumann (*1964), Schweizer Lyrikerin und Aphoristikerin
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MarenS  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 14.11.2004 Beiträge: 758 Nachricht senden | Erstellt am 14.01.2006 - 08:51 |  |
Werter Totenvogel,
Antwort unter Zeitdruck (die Arbeit ruft!):
Sie liebt ihn nicht...sie will einen Beweis seiner Liebe erzwingen, geht dabei sogar das Risiko ein, dass er sich verletzt, zu Tode stürzt. Schafft er das Wagnis, kann SIE damit prahlen, was ER geleistet hat FÜR SIE.
Er liebt sie, möchte alles für sie tun, auch wenn es bescheuert ist. Er durchschaut das Spiel nicht, will es nicht durchschauen, denn eigentlich sieht ein Blinder...was hier vor sich geht. Nicht zu vergessen, der erweckte Selbstbeweisungstrieb im Menschen....er tut sein übriges um das Hirn auszuschalten.
Und die Moral von der Geschicht? Opfer dich der "Liebe" nicht!!!
Grüße von Maren
...jetzt aber ab...
Signatur Nein! Warum?...the witch...kann alleine! www.gisa-wagner.de |
Totenvogel  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2004 Beiträge: 709 Nachricht senden | Erstellt am 16.01.2006 - 07:01 |  |
Liebe Maren,
ich glaube das Mädchen Rosenrot, steht hier nur stellvertretend für einen großen Anteil der femininen Seite unserer Gesellschaft. Die zwar Emanzipation fordern, dann aber sich doch auf das schwache Geschlecht berufen: Sie will es und so ist es fein So war es und so wird es immer sein Sie will es und so ist es Brauch Was sie will bekommt sie auch
durch Augenklimpern und Beineöffnen (derb ausgedrückt) Kavalier und Prinzessin, so ungefähr lese ich den Text
Lieben Gruß der Totenvogel
Signatur Alleine geboren, allein gestorben, dazwischen diverse Berührungsversuche. © Margot S. Baumann (*1964), Schweizer Lyrikerin und Aphoristikerin
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MarenS  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 14.11.2004 Beiträge: 758 Nachricht senden | Erstellt am 16.01.2006 - 07:17 |  |
Werter Totenvogel, korrekt und doch nicht...
...denn muss ER mitspielen oder spielt er mit?
Diese Frage ist wichtig, denn beide Seiten haben die Möglichkeit sich zu entscheiden...nicht wahr?
Liebe Grüße von Maren
Signatur Nein! Warum?...the witch...kann alleine! www.gisa-wagner.de |
Totenvogel  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2004 Beiträge: 709 Nachricht senden | Erstellt am 17.01.2006 - 07:23 |  |
Liebe Maren,
ein leises Flüstern, eine Mähr raunt durch jedes Kinderzimmer, spricht im Rauschen des Fernsehers, fließt zwischen den Zeilen der Bücher, geht in Wort und Tun durch die Strassen: So wie die alten Sangen, jubilieren die Jungen. Und diese Frauen, von denen ich spreche, lassen (aus welchen Gründen auch immer) nur die für sie angenehmen „Regeln“, ob alt ob neu, für sich gelten im Deckmäntelchen der Liebe. Männer wollen Liebe beweisen und tun das täglich, aber ihre Gesten werden nicht anerkannt. = Ritterlichkeit, Gentleman? Diese Frauen sind Verbalakrobaten für die das tägliche Bemühen etwas Normales ist. = Prinzessin, Dame?
Ist der große Prinz auf dem weißen Pferd plötzlich gestorben?
Lieben Gruß der Totenvogel
Signatur Alleine geboren, allein gestorben, dazwischen diverse Berührungsversuche. © Margot S. Baumann (*1964), Schweizer Lyrikerin und Aphoristikerin
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MarenS  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 14.11.2004 Beiträge: 758 Nachricht senden | Erstellt am 17.01.2006 - 20:26 |  |
Werter Totenvogel,
nein, das ist er nicht und für viele Frauen wird es ihn immer geben...für andere nie.
Manchmal muss man sehr lange träumen...und ist sich selbst dabei der größte Stein im eignen Weg aber es gibt den Märchenprinzen und es gibt auch sie, die Liebe.
Grüße von Maren
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Totenvogel  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2004 Beiträge: 709 Nachricht senden | Erstellt am 05.02.2006 - 11:22 |  |
Ich glaube, da liegt ein grosser Widerspruch in der Frau-Mann- Beziehung, da unser Unterbewusstsein ständig am Vergleichen ist....
Sei mir nicht, böse aber treffe ich je den grossen Prinzen, tret ich ihn vom Pferd, schwing mich selber drauf. Und zeige ihm was Unerreichbarkeit ist.
LG der Totenvogel
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MarenS  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 14.11.2004 Beiträge: 758 Nachricht senden | Erstellt am 15.02.2006 - 15:36 |  |
Werter Totenvogel, ich kann dir nicht böse sein, da ich diese Äußerung von dir absolut nicht verstehe. Magst du sie mir erklären?
Grüße von Maren
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Steppenwolf  Dichter
 

Status: Offline Registriert seit: 18.07.2005 Beiträge: 139 Nachricht senden | Erstellt am 18.02.2006 - 19:39 |  |
Hallo ihr Lieben,
nachdem ich Eure Debatte verfolgt habe, möchte ich nun auch meinen Senf dazugeben.
Zu dem Wort Traumprinz fiel mir spontan ein, daß es den gar nicht geben kann, weil jeder Prinz in den Augen seiner Angebeteten den Glanz verliert, wenn er seine Socken liegen läßt.Der Prinz hat also solange Bestand, bis der Alltag beginnt. Deshalb sterben die Traummänner aus der Weltliteratur noch rechtzeitig ( bevor der Alltag die Romanze abnutzt ) Siehe Romeo und Julia usw.
Aber das nur am Rande. Die Frau hat die Macht, mit einen verliebten Mann alles zu tun. Die Frau ist stark, sie hat die besseren Waffen und in Null komma nix kann sie aus einem Traumprinzen einen Vollidioten machen wenn sie nur weiß wie. In diesem Gedicht ist es die Vorstufe. Der Mann ist ihr egal, sie will die Bestätigung. Gruß Steppenwolf
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Totenvogel  Superuser
      

Status: Offline Registriert seit: 20.10.2004 Beiträge: 709 Nachricht senden | Erstellt am 06.05.2006 - 10:47 |  |
Hallo lieber Steppenwolf,
gerade unter deinem Pseudonym, solltest du den eigentlichen Widerspruch im Menschen nicht vergessen. Widerspruch, in dem er auf der einen Seite Tier ist und auf der anderen Mensch ist.
Das Tier in ihm unterwirft sich den Naturinstinkten, zum Beispiel: dem Jagdtrieb, dem Fortpflanzungstrieb, Position im Rudel und so weiter
Der Mensch in ihm, ist in der Lage alles bewusst in Frage zu stellen, zu verleugnen und etwas so lange zu betrachten, bis es die richtige Form für sein Leben hat.
Der Alltag ist nur das Produkt unserer Illusion, denn wer hält den Menschen davon ab Farbe in den Alltag zu bringen. Meiner Meinung nach sind wir nur zu "faul" zu entscheiden, denn jede Entscheidung zieht Konsequenzen nach sich, die ihrem eigen Lauf folgen, unberechenbar, durch die Anzahl an Menschen und Entscheidungen. Jedes Ziel beinhaltet auch ein Muss. Und die Entscheidung, das Leben laufen zu lassen, also den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, kann immer mit der Entschuldigung: Schicksal, gerechtfertigt werden.
Mann und Frau? Aus meiner Sicht sitzen wir immer noch auf einem Bärenfell in einer Höhle am Feuer. Auf der einen Seite die Frau und auf der anderen der Mann und vor ein paar Sekunden, so um 1900 hat jemand ein Fragezeichen auf die heimische Höhlenwand gemalt. Und nun sitzen wir da, betrachten beide feige, ängstlich, dieses Symbol und im Hinterkopf hallen die Kinderworte, der Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und und und...
Die Welt ändert sich, doch sind wir zu ängstlich sie anzunehmen, weil die Konsequenzen uns vom bequemen, bekannten Weg abbringen. Das Lied beschreibt ein modernes Leben nach alten Regeln: ich seh das Röslein als Image, den Berg auf dem es wächst als das Leben und der brechende Stein, ist die Alltagsillususion. Wer entscheidet am Ende, ob jemand auf diesen Berg steigt? Jede Tat setzt eine Entscheidung voraus und wer fällt diese Entscheidung? Wir sind zu 100% verantwortlich für unser Tun.
Aber wie alles, liegt das im Auge des Betrachters.
nach langem Schweigen
mal wieder mit
lieben Gruß
der Totenvogel
Signatur Alleine geboren, allein gestorben, dazwischen diverse Berührungsversuche. © Margot S. Baumann (*1964), Schweizer Lyrikerin und Aphoristikerin
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