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...   Erstellt am 11.09.2005 - 21:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Rolling Stones

Biographie

Mick Jagger und Keith Richards gelten als Kern der dienstältesten Rockgruppe der Welt. Schon als Kinder gingen sie in den 50er Jahren zusammen auf die Dartford Maypole County Primary School, hatten aber bis zu ihrem Wiedersehen 1960 keinen engeren Kontakt. Richards studierte bis zu diesem Zeitpunkt zusammen mit Dick Taylor an der Sidcup Art School. Jagger versuchte sich hingegen als BWL-Student auf der London School of Economics und spielte nebenbei mit Taylor (Bass) in der Blues-Band "Little Boy Blue And The Blue Boys". Der gemeinsame Freund Taylor war es, der die beiden auf musikalischem Wege zusammenführte.

Jagger und Richards trafen 1961 auf den Gitarristen Brian Jones, der bei Alexis Korner's (auch als "Weißer Vater des Blues" bekannt) Band "Blues Inc." unter Vertrag stand. Die beiden Bands jammten zusammen und Jagger, Richards und Jones wurden Freunde. Die anderen Musiker erkannten schnell Jaggers musikalisches und theatralisches Talent und erhoben ihn prompt zum Leadsänger von "Blues Inc.". So entstand das erste Demotape (ein Cover des Muddy-Waters-Klassikers "Soon Forgotten" und drei weiteren Songs), für das sich aber die Plattenfirmen (darunter auch EMI) nicht weiter interessierten. Taylor verließ daraufhin die Band um weiter zu studieren. Die anderen änderten ihren Namen in "The Rolling Stones", frei nach dem bekannten Song von Muddy Waters. Die Gruppe bestand damals aus Mick Jagger, Keith Richards, Brian Jones, Pianist Ian Stewart, Drummer Mick Avory und Dick Taylor, der kurzfristig den Bass nochmals übernahm.
Am 12. Juli 1962 hatten sie unter diesem Namen ihren ersten legendären Auftritt im Londoner Marquee Club. Für Dick Taylor kam ein paar Wochen später Bill Wyman an den Bass und nachdem Mick Avory (später bei den Kinks) die Trommeln an Tony Chapman abgab, dieser die Jungs aber nicht überzeugen konnte, stieß der Jazzdrummer und Werbedesigner Charlie Watts von den "Blues By Five" hinzu. Um 1963 hatten die Rolling Stones eine feste Anstellung für 8 Monate im Crawdaddy Club, die ihnen half, ihre Fangemeinde zu vergrößern. Dort wurde Andrew Loog Oldham auf sie aufmerksam, der alsbald ihr Manager werden sollte.

Dieser Typ verstand zwar nicht viel von Musik, er hatte aber ein begnadetes Händchen im Bezug auf Promotion und Marketing. Er ließ sich von der Vorstellung leiten, die Stones als eine Art Bad-Boy-Alternative gegenüber Muttis Lieblingspilzköpfen zu erschaffen. Er soll später sogar Mick Jagger die Heirat mit seiner Freundin Chrissie Shrimpton untersagt haben, weil dies nicht ins Hallodri-Image passte. Auf seine Anweisung hin wurde auch Ian Stewart am Piano aus der Band geekelt, weil er nicht in das Rocker-Image passte. Stewart ging, blieb aber im engen Kontakt zur Gruppe. Bis zu seinem Tod 1985 galt er als einer der Hauptroadies der Stones und wirkte als Gastmusiker auf einigen Alben mit.

Oldham war es, der im Juni 1963 den ersten Plattenvertrag der Stones bei Decca unter Dach und Fach brachte. Der selbe Manager bei Decca, der noch vor wenigen Monaten die Beatles abgelehnt hatte, unterschrieb den Drei-Jahres-Vertrag. Kurz darauf kam auch schon die erste Single aus der Presse, ein Cover von Chuck Berry's "Come On" und brachte die erste Notierung der Band auf Platz 21 der UK-Charts. Einige weitere mehr oder minder erfolgreiche Coverversionen folgten, bis die Stones 1964 mit dem Hit der "Valentinos" (darunter auch Bobby Womack) "It's All Over Now" ihre erste Nummer 1 auf der Insel platzierten.

Am 17. April 1964 erschien der erste selbstbetitelte Longplayer, der noch vorwiegend Fremdkompositionen aus dem R'n'B-Lager enthielt. Nur 2 Songs stammten aus der Feder von Jagger/Richards. Andrew Oldham war es zu verdanken, dass fortan dieses Autorenduo die Kompositionen der Stones dominieren sollte. Er war nämlich davon überzeugt, dass diese zwei das Talent hätten. Natürlich war da auch ein wirtschaftliches Interesse dahinter, denn bei Eigenkompositionen würden die Kassen nur im Lager der Stones klingeln. So veröffentlichten sie im Juni 1964 ihre erste eigene Nummer "Tell Me (You're Coming Back)", die zum ersten Top-40-Hit in den USA avancierte. Ein Erfolgsrezept, das eine Reihe von bedeutenden Jagger/Richards-Singles nach sich zog und im Sommer 1965 mit "(I Can't Get No) Satisfaction" in einem ersten Millionenseller gipfelte. "Satisfaction" war der Wegweiser, der das dynamische Duo von ihren Roots im Rythm'n'Blues zum rauen Rock'n'Roll mit bluesigen Riffs und sarkastisch-zweideutigen Texten lenkte. Die Stones waren jetzt in die Riege der Superstars aufgerückt.

Zwischen 1966 und 1967 machte sich dieser Rockstar-Status mehr und mehr in den Songs bemerkbar. Brian Jones entdeckte seinen Geschmack an halluzinogenen Substanzen und war z.B. verantwortlich für die exotischeren Einflüsse auf der LP "Aftermath". Auch die psychedelischen Sitar-Parts bei "Paint It Black" tragen später seine Handschrift. Auch die Texte wurden anrüchiger und verstärkten das von Oldham forcierte Bad-Boy-Image der Stones. Als die Stones damals "Let's Spend The Night Together" in der Ed Sullivan Show zum Besten geben sollten, wurde Jagger auferlegt, den Refrain in eine weniger eindeutige Zeile umzudichten, was er aber ablehnte.

Im Februar 1967 wurden Mick und Keith wegen Drogenbesitzes verhaftet, später auch Brian Jones. Alle drei kamen aber mit einer Bewährungsstrafe davon. Die Drogen ergriffen mehr und mehr Besitz von der Band, schlugen sich aber nicht negativ auf das kreative Output nieder. Sie trennten sich 1968 von Manager Oldham und wurden jetzt von Allen Klein betreut, der wohl mit verantwortlich für die kreative Freizügigkeit in der Gruppe war. Die psychedelischeren Stones-Platten wie "Their Satanic Majesties Request" oder "Beggar's Banquet" erzielten seinerzeit äußerst positive Resonanz bei den Kritikern.

Mit 1969 brach das Schicksalsjahr für die Stones herein. Brian Jones verließ im Juni die Band, angeblich weil er nicht mit dem dominierenden Songschreiberduo Jagger/Richards klar kam. Einen Monat später ertrank Jones in seinem Swimmingpool. Er wurde alsbald durch Gitarrist Mick Taylor ersetzt. Doch damit nicht genug. Bei einem kostenlosen Konzert am Altamont Speedway bei San Fancisco heuerten die Stones auf Anraten der Grateful Dead die Hell's Angels als Ordner an, um des Publikumsansturms Herr zu werden. Der Plan erwies sich als Fehlschlag, als einer der Angels einen schwarzen Konzertbesucher niederstach, was in dem Live-Film "Gimme Shelter" deutlich zu sehen ist.

Mick Jagger ward nun des Öfteren im Rampenlicht der High Society gesehen und heiratete das nicaraguanische Model Bianca Perez Morena de Macias. Nach seinem 69er Ausflug ins Filmgeschäft mit dem australischen Western "Ned Kelly" wagte er erneut eine Rolle in Nicholas Roeg's Kultfilm "Performance". Bei beiden Filmen steuerte er auch den Soundtrack bei. Auch Keith Richards hatte '69 eine kleine Rolle in Volker Schlöndorff's Film "Michael Kohlhaas - Der Rebell". Mit dem 70er Release von "Get Yer Ya-Ya's Out" endete der Plattenvertrag mit Decca. Die Gruppe gründete ihr eigenes Label "Rolling Stones Records" als Teil von Atlantic Records. Seit der ersten Veröffentlichung "Sticky Fingers" (mit dem skandalösen Reißverschluss-Cover von Andy Warhol) ist die "Zunge" als Logo auf jeder Platte zu sehen. Gegen die Stones waren Klagen wegen Steuerhinterziehung anhängig und sie flohen ins französische Exil, wo die Doppel-LP "Exile On Main St." entstand.

1974 übergab Mick Taylor die Stones-Klampfe an Ron Wood, der schon bei Rod Stewart und den Faces unter Vertrag stand. Die Stones begannen sich in den 70ern mehr auf Nebenprojekte zu konzentrieren, wobei Wyman und Wood regelmäßig Soloalben veröffentlichten. Auch Keith Richards jetsettete in der Weltgeschichte herum, er wurde 1977 in Kanada mit seinem Dauergroupie Anita Pallenberg wegen Heroinbesitzes verhaftet und zu Bewährungsstrafe verurteilt. Nach seinem Entzug brachten die Stones 1978 "Some Girls" auf den Markt, ihre Antwort auf Punk, New Wave und Disco.

Bis 1981 hatte es jede Stone-Single in die Top 10 geschafft und das Album "Tattoo You" war das letzte, das die Charts ganz von oben betrachten konnte. Jagger und Richards gerieten eine Kontroverse darüber, wohin der Weg der Stones führen sollte. Jagger wollte neuere Einflüsse in den Sound integrieren wobei man nach Richards den alten Roots im Rock und Blues treu bleiben sollte. So begann Mick eine relativ erfolgreiche Solokarriere ("She's The Boss", "Primitive Cool" und auch Keith brachte 1988 mit "Talk Is Cheap" ein Solowerk hervor. Obwohl sie 1986 den Grammy für ihr Lebenswerk erhielten, waren die achtziger Jahre wohl die unproduktivste und am wenigsten erfolgreiche Zeit der Gruppe.

Erst 1989 können die Stones mit "Steel Wheels" wieder an alte Erfolge anknüpfen und füllen mit ihrer 140 Millionen Dollar Mega-Tour die Stadien der Welt. Bill Wyman verlässt nach dem Release des Live-Albums "Flashback" 1991 die Truppe und verdingt sich als Buchautor ("Stone Alone". Mit dem 94er "Voodoo Lounge" kommt Darryl Jones an den Bass und die Band erreicht erstmals seit 13 Jahren wieder die britischen LP-Charts. Damals sind sie die älteste Gruppe (Durchschnittsalter 50), die jemals den 1. Platz dieser Charts belegte. Daraufhin gibt's sogar den Grammy für das beste Rockalbum. Mit der Hitsingle "Love Is Strong" im Gepäck erobern die Stones 1995 mal wieder die Stadien dieser Welt, zum ersten Mal ohne Basser Bill.

Auch der bereits 1997 fertige Nachfolge-Longplayer "Bridges To Babylon" mit dem Hit "Anybody Seen My Baby" lässt die Erfolgswoge des Quartetts nicht abreißen. Wenngleich neue Studioalben mittlerweile höchstens noch eine Legitimation für eine Weltreise bedeuten. Einige Sound-Experimente sind dennoch verortbar. Wie schon bei "Voodoo Lounge" sitzt erneut Don Was (B-52s, Bob Dylan, Elton John) am Produzentenpult, diesmal zusammen mit den Dust Brothers (Beck, Beastie Boys) und gemeinsam lassen sie die ergrauten Herren sogar am Reggae schnüffeln ("You Don't Have To Mean It". Die Kritik nimmt das Album insgesamt besser auf als den Vorgänger.

Mit den Live-Alben "Stripped" (1995) und "No Security" (1998) zelebrieren die Rock-Dinosaurier ihre Live-Qualitäten, bevor es eine Weile still um die Band wird. Erst 2002 gibt es neues Futter für die Fans, wenn auch nur in Form von vier neuen Songs, die auf das Best Of-Album "Forty Licks" gelangen. Erneut geht es auf Tournee, erneut veröffentlicht man Live-CD sowie DVD und erst 2005, acht Jahre nach dem letzten Studioalbum, schaffen es die vier Stones, wieder eine Albumlänge an neuen Songs zu präsentieren. "A Bigger Bang" lautet das Ergebnis und dient, wer hätt's gedacht, einer erneuten Welttournee.






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Campino
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...   Erstellt am 11.09.2005 - 22:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hey du alte Spammerin, was hältst du von "A bigger Bang"???

Also mir gefällt es im Grunde ganz gut.




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...   Erstellt am 11.09.2005 - 22:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jau...habs von einem guten I-Net Freund geschickt bekommen....sehr gutes Album....





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Campino
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...   Erstellt am 11.09.2005 - 22:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Du hast auch im Inet Freunde???




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...   Erstellt am 11.09.2005 - 22:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jau.......Du etwa net???





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Campino
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...   Erstellt am 11.09.2005 - 22:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


So ein...zwei...vll auch drei




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...   Erstellt am 11.09.2005 - 22:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Na...das reicht doch...wofür brauchste auch mehr...





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Campino
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...   Erstellt am 11.09.2005 - 22:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


ach ja...???




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...   Erstellt am 12.09.2005 - 21:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Freundschaft ist ein schönes Wort.
Freundschaft wechselt oft den Ort.
Freundschaft finden das ist schwer.
Freundschaft halten noch viel mehr!





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...   Erstellt am 20.09.2005 - 21:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"A Bigger Band"

Es sind vor allem zwei Namen, die zur Veröffentlichung des neuen Rolling Stones-Albums durch die Luft schwirren: George W. Bush und Angela Merkel. Schlimmer könnten die Alpträume des seit eh und je unpolitischen Stones-Gitarristen Keith Richards wohl kaum aussehen. Doch da sich Mick Jagger gegen ihn durchsetzte, ist mit der farblosen Nummer "Sweet Neo Con", was in etwa soviel heißt wie 'Mein lieber Neo-Konservativer', nun ein Song auf dem Album, der klar Stellung zum amerikanischen Präsidenten bezieht. Zumindest bis zum kleinlauten Veto des Sängers.

In Deutschland spricht man seit dem CDU-Wahlkampfstart außerdem wieder über "Angie", diesen gnadenlosen Rolling Stones-Hit aus dem Jahr 1973, als Angela Merkel gerade ihr Physikstudium in Leipzig begann und auf Erstsemesterpartys höchstens zur Stern Combo Meißen schwofte. Heute bedient sie sich jedoch gerne der "Monotonie des Yeah Yeah Yeah" (Walter Ulbricht), schließlich will sie gesamtdeutsche Kanzlerin werden.

Konservatismus, dafür stehen die Herren Jagger/Richards/Wood/Watts in ihrem Gewerbe wie keine zweiten. Will man eine Figur des politischen Betriebs zum Vergleich heranziehen, wäre Sir Mick Jagger, obschon er Prinz Charles 2003 in Turnschuhen gegenüber trat, doch eher eine Art Helmut Kohl des Rock'n'Roll: Er ist länger dabei, als man als Außenstehender denken kann, sitzt sämtliche zeitgeistigen Trends und Moden stoisch aus, und die Kasse stimmt. Dass irgendwann der große Knall kommt und den Stones sämtliche Errungenschaften um die Ohren fliegen, ist hingegen nicht zu erwarten. Dafür haben sie nun den selten dämlichen Titel "A Bigger Bang" erdacht; wohl wissend, dass "Satisfaction" als Prototyp des Rock-Urknalls niemals abgelöst wird. Schließlich bezieht sich "A Bigger Bang" auch auf die Theorien zur Entstehung des Universums. Aha.

Nach acht Jahren ohne Studioalbum kehren die Riff-Rowdys a. D. mit satten sechzehn Songs zurück, von denen die Hälfte mal wieder nicht nötig gewesen wäre. Kennt man ja von "Bridges To Babylon" und zuvor "Voodoo Lounge". Zugegeben: Wenig ist langweiliger, als ein Verriss eines neuen Rolling Stones-Albums, aber eines eben doch: ein neues Rolling Stones-Album. Hört doch einfach selbst rein in Songs wie "Biggest Mistake" oder "She Saw Me Coming". Hier geselliges Alte-Herren-Midtempo, dort betagte Riffkombinationen mit dem noch älteren Knurrfuchs Jagger.

Schon vor drei Wochen, als die Redaktion das neue Werk stilecht in einer Strechlimo vorgeführt bekam, ertappte ich mich bei Song Nummer fünf, gelangweilt aus dem Fenster bzw. Richtung Minibar zu starren. Dabei hatte ich bis dahin schon drei Highlights hinter mir: zunächst der giftige Rock'n'Roll-Opener "Rough Justice", in dem sich die Band, scheinbar angestachelt von der Bewunderung junger Bands von den White Stripes bis hin zu Mando Diao, mal wieder so richtig gehen lässt. Jagger singt von "chicken" und von "animal attraction", ist also ganz in seinem Element, und er nimmt sogar das Wort "cock" in den Mund, Na, na, Großväterchen! Später müssen auch noch "breasts" und "tits" raus. Ein "Parental Advisory"-Sticker auf der CD wäre wirklich mal ein schöner Spaß gewesen.

Warum man sich vor neuen Stones-Alben so fürchtet, belegt das langweilige "Let Me Down Slow", bevor mit "It Won't Take Long" ein weiteres Highlight folgt. Abwechslungsreiche Strophe, schöne Gitarren-Fills von Keith und ein umarmender, mehrstimmiger Refrain. Derart im Groove, wippe ich auch zum jovialen Funk von "Rain Fall Down", man fühlt sich irgendwie wohl inmitten dieser Horde beschwipster Senioren. Dann besagter Song Nummer fünf ... wohl dem, der eine spannende Nachbarschaft unter seinem Fenster vorfindet. Die Ballade "Streets Of Love" verärgert vor allem deshalb, weil es eine so unverschämt vorhersehbare wie kreuzlangweilige Stones-Single ist. Zwar kann dieses Malheur nur Bands passieren, die bereits Großes vollbracht haben - selbst Oasis näherten sich mit "Stop Crying Your Heart Out" seinerzeit bedenklich dem Burnout-Syndrom - helfen tut's nix.

Überraschen können die Stones noch mal mit "Back Of My Hand", das mit Bluesharp und Slidegitarre zwar nicht entschieden anders klingt als "Little Red Rooster", aber wer immer nach den guten alten Zeiten schreit (tun das nicht alle?), darf hier in der Zeitmaschine Platz nehmen. Ächzendes, knochentrockenes Blues-Leiden steht Jagger auch im Alter ausgezeichnet. Tja, und dann folgt die altbekannte Durststrecke mit seltsam nichtssagenden Songs (Ausnahme: die abgehangene Ballade "Laugh I Nearly Died", bis "Look What The Cat Dragged In", eine Mischung aus "Sesamstraßen"-Trailer und INXS-Riff, wieder aufhorchen lässt.

"Driving Too Fast" fährt noch mal mächtig in die aufgeweichten Glieder, und mit dem monotonen Harp-Klotz "Infamy" bringt sogar Richards eine ordentliche Nummer zu Papier. Wie immer gibt es also ein paar Dinge bei den Stones zu entdecken, sofern man Lust zur Suche aufbringt. Ansonsten: Trademark-Sound, wohin das Ohr reicht. Und um auch "Exile On Main Street" noch in der Review unterzubringen: "A Bigger Bang" hat die längste Spieldauer in der Stones-Historie seit dem Album-Klassiker von 1972. Toll, was? Hoffen wir, dass Paul McCartney nicht auf die Idee kommt, seine demnächst erscheinendes Soloscheibe müsse länger sein als das "White Album" ...







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