Darkprinzess  Moderatorin
    

Status: Offline Registriert seit: 25.09.2006 Beiträge: 1109 Nachricht senden | Erstellt am 16.05.2008 - 20:53 |  |
Rituelle Trancen
Zu einer Zeit als Rituale noch etwas bedeuteten und das Leben des einzelnen in der Gesellschaft regelten, ihm einen Sinn gaben und ihn sich in eine größere Ordnung einfinden ließen war es üblich sich vor dem Ritual in Trance zu versetzen und dieses in Trance zu druchleben. Anders konnte sich gar nicht jene überhöhte Bedeutung die dem Ritual zugemessen wurde und die sich durch den Prozeß des intensiven Miterlebens herstellte, ergeben. Die rituellen Handlungen sind denkbar einfach. Für jemanden der nicht an der Trance teilnimmt, ist es oft von außen nicht verständlich wie sich durch diese banalen Gebärden und Vorgänge ein so erhabenes und heiliges Geschehen vollziehen kann, wie dies zum Beispiel in dem christlichen Ritual des Abendmahls der Fall ist. Die Enthebung aus der Alltagstrance der Gewohnheiten ist Voraussetzung für den Eintritt in jene Welt, in der Wunder möglich sind und das Wunderbare geschehen kann. In unserem Kulturkreis sind heute die meisten Rituale leer geworden, vielleicht aus jenem Mangel an Verzauberung.
Aber in vielen Kulturen werden
Rituale wie eh und je mit einer kollektiven, im religiösen Kontext sozial anerkannten Trance gefeiert und eingeleitet. Anstrengenden Prozessionen, Wallfahrten, Fastentage, Schlafentzug oder auch Rauschmittel erleichtern den Übergang von der alltäglichen Welt in die "Andere Wirklichkeit" die zwar immer da ist wie eine verborgene Seite unserer Welt, aber sich nur manchmal offenbart und demjenigen Einlaß gewährt der dafür bereit ist. Allen traditionellen Ritualen geht deshalb eine mehr oder weniger lange Vorbereitungszeit voraus, deren Vorschriften genau zu beachten sind. Diese Vorbereitung die allein schon die alltäglichen Gewohnheitsmuster durchbricht und so auch den Bann der unbewussten Alltagstrance, verstärkt außerdem die Erwartungshaltung die in sich selbst schon einen Trancezustand hervorruft und steigert.
Je strenger die Regeln der Vorbereitung eingehalten werden desto mehr baut sich die Bereitschaft und Fähigkeit in Trance zu gehen ganz von selbst auf, so das sie äußerer Hilfsmittel nicht mehr bedarf.Oft bedarf es nur eines Zeichens der öffentlichen Erlaubnis und schon sind alle Anwesenden in Trance ohne das etwas Besonderes geschehen wäre.
Die verbreitete Vorstellung das "echte" Trancen nur durch starke Drogeneinwirkung zustande kämen oder eben auf die Begabung einiger weniger Menschen zurückzuführen sei ist typisch für eine Gesellschaft die darunter leidet, keinen wirklichen Zusammenhalt mehr zu haben. Starke Reize müssen jene Dynamik ersetzen die durch Gruppenenergie, Erwartungshaltung und Glauben, sinnliches und übersinnliches Miteinander und einen symbiotische Verbundenheit entsteht.
Die hier beschriebenen rituellen Trancen sollen als Anregung dienen, dem festlichen Ritual wieder einen Platz im modernen Leben einzuräumen. Einseits haben sie Tradition andererseits sind sie so beschrieben das sie als Bewusstseinsreisen wie Meditation in jene "Andere Wirklichkeit" führen können.Sie sind also durchaus im Alltag anzuwenden. Jedes ist für sich ein kleines Fest, das täglich. wöchentlich, monatlich oder zu bestimmten Gelegenheiten vollzogen werde kann. Rituelle Trancen zeichnen sich nicht durch ihre sorgsame Vorbereitung und ihr bewusste Einleitung aus, sondern sind auch in ihren Begrenzungen vorgeplant. Trancen können und sollen ein Ende haben. So vollzieht sich die Trance in einem rituell abgesteckten Rahmen, der dem Geschehen Sinn und Struktur dem Reisenden Orientierung und Halt gibt.
Die rituellen Trancen sind nach den Elementen geordnet.Die Reihenfolge entspricht der Art wie die entsprechenden Energiezentren im menschlichen Körper angeordnet sind und sich von unten nach oben aufbauen. Ein fünftes Element als Quintessenz schließt sich an. Es ist der alles verbindende und umgreifende Raum. Hier kann der Übergang von der rituellen Trance zur Meditation stattfinden.
Dabei geht man davon aus das sich Trance und Meditation nicht gegenseitig ausschließen sondern sich bedingt und aufeinander aufbaut.
Ebenso wie die Sinne das Eingangstor zum Übersinnlichen sind, so kann der gekonnte und disziplinierte Umgang mit rituellen Trancen in einen Meditation überführen die den Körper und seine Sinne mit einschließt.
(Quelle, Kay Hoffman, Das Arbeitsbuch zur Trance)
Signatur Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume.
Ich leb in Euch und geh durch Eure Träume

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