HollyvanMekeren

Status: Offline Registriert seit: 28.05.2007 Beiträge: 117 Nachricht senden | Erstellt am 03.02.2009 - 10:28 |  |
Krisensitzung im Himmel. Der Stellvertreter auf Erden läuft aus dem Ruder.
Er beleidigt und verhöhnt die Juden, macht in alter Gewohnheit fortschrittliche Theologen mundtot, dreht die Uhren ins vorkonziliare Zeitalter zurück und sei das alles nicht genug, brettert er auch noch einen barocken Strafprediger ins Amt, wobei er die Vorschlagskandidaten der Diozöse ignoriert.
Die himmlische Konzernspitze tagt permanent. Auch die Engel haben schlechte Nachrichten, wenn sie aus Deutschland zurückkehren. Die Deutschen schämen sich längst, dass sie Papst sind.
Und wenn Kardinal Meissner im Fernsehen von dem Papst als Mozart der Theologen schwärmt und verkündet, Jesu hätte genau so ausgesehen wie der Heilige Vater, wenn er 80 Jahre alt geworden wäre, dann sacken auch aufrechte Durchhaltekatholiken in sich zusammen.
„Ich hab es geahnt“, sagt der Juniorchef, „aber du musstest mal wieder mit dem Kopf durch die Wand.“ Der heilige Geist sitzt ihm ratlos mit hoch gezogener Schulter gegenüber.
„Jeder kann sich mal irren,“ stammelt er.
„Gut, das Benedetto das nicht gehört hat“, sagt der Junior,
Nun wäre das eigentlich kein Problem. Normale Menschen und Christen dürfen sich irren.
Dann gestehen sie das ein, reparieren den Schaden und bitten um Vergebung
Es steigert sogar ihr Ansehen, und es macht sie menschlicher, zeigt Haltung.
Kardinäle und Päpste aber meinen, dieser Weg sei ihnen verwehrt.
Und dabei ist es doch ein Problem. Autokratische Systeme und ihre Amtsinhaber dürfen sich nicht irren. Die selbstverständlichste aller menschlichen Eigenschaften, so meinen sie, steht ihnen nicht zu.
Wenn aus Petrus, dem Fischer vom See Genezareth , der sein Temperament nicht zügeln kann, der sich rauf und runter vergaloppiert, mal mit Schwert hineinschlägt, und im Augenblick der Gefahr, seinen Herrn verrät, der mit Versuch und Irrtum die Urgemeinde aufbaut und zuletzt tapfer in den Tod geht, wenn aus diesem lebendigen Menschen der Stellvertreter Gottes wurde, der als weißes Symbol durch die Menge schwebt und sich mit dem Ruch der Unfehlbarkeit umgibt, dann ist alles zu spät.
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