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Leya 



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...   Erstellt am 24.04.2009 - 05:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo,

ich dachte, Euch interessiert vielleicht die folgende Zusammenstellung. Bitte lasst Euch aber unbedingt von einem erfahrenen Arzt beraten!:

http://dgrh.de/fileadmin/media/Qualitae … okt_08.pdf


K.Krüger und E.Gromnica-Ihle, 30.10.2008
im Auftrag der Kommission Pharmakotherapie der DGRh (Aktualisierte Kurzversion)
schrieb
    Pharmakotherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit

    Pharmakotherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit

    K.Krüger und E.Gromnica-Ihle, 30.10.2008
    im Auftrag der Kommission Pharmakotherapie der DGRh (Aktualisierte Kurzversion)

    I. Einleitung
    Fortschritte in der Therapie der rheumatischen Erkrankungen haben dazu geführt, dass sich heute die
    meisten Frauen mit diesen Krankheiten ihren Kinderwunsch erfüllen können.
    Ungeachtet dessen, können bestimmte Medikamente die Fertilität beeinflussen, bei ihrer Anwendung
    in der Schwangerschaft ein Risiko für Mutter und Kind darstellen oder bei ihrem Absetzen zu einer
    Verschlechterung der rheumatischen Erkrankung führen. Nachfolgend soll ein kurzer stichpunktartiger
    Leitfaden zur antirheumatischen Therapie in der Schwangerschaft nach derzeitigem Stand des
    Wissens gegeben werden. Es ist vorab darauf hinzuweisen, dass zu diesem Stand des Wissens im
    wesentlichen Tierversuche, Fallserien, Fallberichte und Expertenmeinung beitragen, kontrollierte
    Studien existieren zu dieser Thematik nicht. – Im Einzelfall sind bei der Beratung von Patientinnen mit
    Kinderwunsch die Risiken der medikamentösen Therapie und der unzureichend therapierten
    rheumatischen Erkrankung sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

    II. Medikamentöse antirheumatische Therapie

    a. Nichtsteroidale Antirheumatika / Coxibe
    Einstufung der FDA (siehe Tabelle im Anhang): 1./2. Trimenon B – C (substanzbezogen
    unterschiedlich); 3. Trimenon D
    Fertilität: Durch Hemmung der Cyclooxygenase 1 und 2 kann der Eisprung verzögert oder verhindert
    werden (Einzelfallberichte, 1, Häufigkeit unbekannt); Einnahmepause um den Follikelsprung evtl.
    sinnvoll. Implantationsstörungen sind beschrieben.
    Teratogenität: Nicht gegeben (Ausnahme: Indometacin in hoher Dosis).
    Schwangerschaftsverlauf: Durch Prostaglandinsynthesehemmung bei Anwendung im letzten Trimester
    als Folge der Wehenhemmung prolongierte Schwangerschaft und Geburt sowie durch die
    Thrombozytenaggregationshemmung verstärkte Blutungsneigung (bei Coxiben nur bedingt möglich, da
    in therapeutischen Dosen kein Einfluss auf die Thrombozytenaggregation) bei der Mutter und beim
    Kind (unreifes Neugeborenes) möglich.
    Plazentagängigkeit: Gegeben. Deshalb in Einzelfällen verminderte renale Durchblutung mit geringerer
    fetaler Urinproduktion und Oligohydramnie berichtet (2), ab der 27. Schwangerschaftswoche Gefahr
    einer vorzeitigen Konstriktion des Ductus arteriosus in utero mit persistierender pulmonaler
    Hypertonie mit und ohne Trikuspidalinsuffizienz (3), besonders bei unreifen Neugeborenen gesteigerte
    Blutungsneigung, auch mit intrakraniellen Blutungen.
    Stillzeit: Stillen unter herkömmlichen NSAR mit kurzer Halbwertszeit bei reifen Kindern erlaubt.
    optimal Einnahme zum Zeitpunkt des Stillens.

    2/12

    Besonderheiten: Die Cyclooxygenase-(COX)-2-selektiven Hemmstoffe sind in der Schwangerschaft
    beim Menschen nicht geprüft, ein Wechsel von diesen Substanzen auf herkömmliche NSAID bei
    Eintritt einer Schwangerschaft wird daher empfohlen.
    Azetylsalizylsäure (ASS) bis 100 mg/Tag kann bei Antiphospholipidsyndrom bis zum Geburtstermin
    empfohlen werden (38).
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° Wahl der niedrigsten effektiven Dosis, Anwendung so kurz wie möglich.
    ° Bevorzugung von Präparaten mit kurzer Halbwertszeit.
    ° Anwendung nur bis zur 32. Schwangerschaftswoche (Ausnahme ASS 100, s.oben)
    ° Coxibe bisher kontraindiziert.


    b. Glukokortikoide
    Einstufung der FDA: Prednisolon C
    Fertilität: Keine nachteiligen Einflüsse im Niedrigdosisbereich bekannt, bei Hochdosis (30 mg/Tag
    über mindestens vier Wochen) reversible Störung der Spermatogenese beobachtet.
    Teratogenität: Bei Tagesdosen über 15 mg Prednisolonäquivalent im ersten Trimenon leicht erhöhtes
    Risiko für das Auftreten von Lippen-Gaumenspalten berichtet (4, 5).
    Schwangerschaftsverlauf: Bei der Mutter in Abhängigkeit von der Dosis Exazerbation eines Diabetes
    mellitus, Hypertonus oder EPH-Gestose möglich, seltener auch Katarakt, Infektionen, avaskuläre
    Knochennekrosen, Osteoporose und vorzeitiger Blasensprung. Bei der Frucht dosisabhängig
    intrauterine Wachstumsretardierung möglich, Dosen ab 20 mg Risikofaktor für Frühgeburt. Bei
    Einnahme am Ende der Schwangerschaft NNR-Atrophie beim Fetus möglich, mglicherweise (je nach
    eingenommener Dosis) ausschleichende Substitutionsbehandlung des Fetus sinnvoll.
    Plazentagängigkeit: Plazentaenzyme bewirken eine Inaktivierung des Prednisolons, Dexamethason und
    Betamethason passieren hingegen ungehindert die Plazenta und sind im Bedarfsfall bei der Therapie
    des Fetus (z.B. Prophylaxe des kongenitalen AV-Blocks bei Kindern von Müttern mit Anti-SSA/Ro- und
    Anti-SSB/La-Antikörpern) einsetzbar.
    Stillzeit: Stillen unter Prednison/Prednisolon erlaubt (6). Bei Tagesdosen bis 10 mg Konzentration in
    der Muttermilch unter Nachweisgrenze, bei 10 - 20 mg möglichst vier Stunden Abstand zwischen
    Einnahme und Stillen, darüber wegen zunehmender Konzenration eher Abstillen empfohlen.
    Besonderheiten: Bei Langzeitanwendung ist die zusätzliche Gabe von Kalzium und Vitamin D zur
    Osteoporoseprophylaxe notwendig.
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° Kortikosteroide (vorzugsweise Prednisolon) sind bei Exazerbationen rheumatischer Erkrankungen in
    der Schwangerschaft lokal und systemisch in Dosen ≤ 10 mg Mittel der ersten Wahl.
    ° Kurzzeitig bei dringender Indikation auch höhere Dosierung (1 – 2 mg/kg) möglich (7) .
    ° Bei Behandlung des Fetus Betamethason/Dexamethason nötig.

    3/12


    c. Basistherapeutika (DMARD)

    Antimalariamittel
    Generell liegen mit Hydroxychloroquin (HCQ im rheumatologischen Krankengut weit mehr
    Erfahrungen vor als mit Chloroquin.
    Einstufung der FDA: HCQ C
    Fertilität: Keine nachteiligen Einflüsse bekannt.
    Teratogenität: Im Tierversuch teratogen, jedoch beim Menschen in üblicher Dosierung keine erhöhte
    Rate bekannt (8.9,10,12).
    Schwangerschaftsverlauf: Keine erhöhte Rate an Schwangerschaftskomplikationen, Frühgeburten,
    Aborten o.ä. bekannt (10, 11, 12)
    Plazentagängigkeit: Gegeben, jedoch keine fetale Toxizität bekannt.
    Stillzeit: Stillen unter HCQ in Normaldosis nach internationaler Expertenmeinung erlaubt (11,13).
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° Aufgrund des offenkundig geringen Risikos und des hohen therapeutischen Nutzens sollte die
    Therapie mit HCQ bei SLE-Patientinnen in der Schwangerschaft und Stillzeit nach einhelliger
    Expertenmeinung fortgesetzt werden (7, 12, 13, 14).
    ° Aufgrund der größeren Erfahrungen ist HCQ gegenüber Chloroquin vorzuziehen.
    ° Formell beide Substanzen in Deutschland in der Schwangerschaft und Stillzeit nur zur
    Malariaprophylaxe zugelassen!


    Sulfasalazin
    Einstufung der FDA: B
    Fertilität: Reversible Oligospermie und Infertilität bei Männern (15), kann nach Absetzen 2 – 3 Monate
    anhalten. Bei Kinderwunsch drei Monate vor Konzeption absetzen.
    Teratogenität: In üblicher Doserung keine erhöhte Rate bekannt (16,17).
    Schwangerschaftsverlauf: Keine erhöhte Rate an Schwangerschaftskomplikationen, Frühgeburten,
    Aborten o.ä. bekannt.
    Plazentagängigkeit: Gegeben, jedoch keine fetale Toxizität bekannt.
    Stillzeit: Nur geringe Konzentrationen in der Muttermilch, deshalb Absetzen nicht notwendig (18).
    Besonderheit: Folsäure-Substitution notwendig, da sonst (geringes) Risiko von Neuralrohrdefekten
    (19,20).
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° Erfahrungen bei mehr als 2000 schwangeren Patientinnen mit chronisch-entzündlichen
    Darmerkrankungen, gilt daher in diesem Krankengut als unbedenklich einsetzbar (16),
    Unbedenklichkeit durch Fall-Kontroll-Studie bestätigt (17).
    ° Deshalb bei RA Mittel erster Wahl bei DMARD-Bedarf (und nicht zu hoher Aktivität)
    ° Folsäure-Substitution obligat.


    Cyclosporin A (CsA)
    Einstufung der FDA: C
    Fertilität: Keine Störungen bekannt.
    Teratogenität: In üblicher Dosierung keine erhöhte Rate bekannt (21,22).

    4/12

    Schwangerschaftsverlauf: Bei Transplantierten – unter höherer Dosis als in der Rheumatologie und
    Kombination mit Azathioprin/Corticoiden – erhöhte Rate von Präeklampsie, Frühgeburten und
    niedrigem Geburtsgewicht (22).
    Plazentagängigkeit: Gegeben (10-50 % der mütterlichen Plasmaspiegel), jedoch keine fetale Toxizität
    bekannt.
    Stillzeit: Gilt wegen fehlender Erfahrungen bisher als kontraindiziert.
    Besonderheit: Substanzbedingt sorgfältige Kontrolle von Blutdruck und Nierenfunktion notwendig.
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° Erfahrungen bei mehr als 1000 schwangeren Patientinnen in der Transplantationsmedizin
    ° Deshalb bei schwerer aktiver RA bei DMARD-Bedarf einsetzbar.


    Azathioprin
    Einstufung der FDA: D
    Fertilität: Keine Besonderheiten.
    Teratogenität: Im Tierversuch teratogen, bei Menschen jedoch in mehreren Studien und Fallserien bei
    chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und SLE keine erhöhte Rate an Missbildungen (23 - 25).
    Schwangerschaftsverlauf: In den gleichen Studien keine Besonderheiten bezüglich des
    Schwangerschaftsverlaufes. Wegen einzelner Berichte von neonatalen Zytopenien bei hoher Dosis
    sollte eine Dosis von 1.5 – 2 mg/kg nicht überschritten werden (26). Es existieren Berichte über
    Frühgeburten und verringerte Geburtsgewichte nach mütterlicher Azathioprin-Exposition,
    insbesondere in Kombination mit Kortikosteroiden. Ferner liegen Berichte über spontane Aborte
    sowohl nach mütterlicher wie nach väterlicher Exposition vor.
    Plazentagängigkeit: Gegeben, jedoch keine Umwandlung in den aktiven Metaboliten durch die fetale
    Leber.
    Stillzeit: Substanz in der Muttermilch nachweisbar, gilt deshalb bisher in der Stillzeit als kontraindiziert
    (13, 14).
    Besonderheit: Bei einer Kombination von Azathioprin mit Prednison wurde bei intrauterin
    exponierten Neugeborenen eine vorübergehende Beeinträchtigung der Immunreaktion festgestellt
    (27). Fallberichte deuten darauf hin, dass Intrauterinpessare (Spirale, Kupfer-T) unter einer
    Azathioprin-Therapie versagen können. Daher sind andere oder zusätzliche empfängnisverhütende
    Maßnahmen anzuraten (28).
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° In Deutschland in der Schwangerschaft nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung zugelassen.
    ° Reichhaltige Erfahrungen bei Schwangeren mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie in
    der Transplantationsmedizin – deshalb nach den internationalen Guidelines einsetzbar.
    ° Falls es die klinische Situation erfordert, somit Einsatz bei RA, Kollagenosen, Vaskulitiden möglich.
    ° Falls Entscheidung zum Absetzen, Frist von drei Monaten vor Konzeption empfohlen.


    In der Schwangerschaft kontraindizierte Substanzen

    Methotrexat (Mtx)
    Einstufung der FDA: X
    Fertilität: Kein Einfluss bei den in der Rheumatologie verwendeten Dosierungen beschrieben.

    5/12

    Teratogenität: Multiple Missbildungen beschrieben (29), im rheumatologischen Krankengut zwei kleine
    Fallserien mit Exposition im 1.Trimenon, 16 % Fehlgeburten, 8 % Missbildungen (30,31).
    Schwangerschaftsverlauf: Erhöhte Abortrate (s.oben).
    Plazentagängigkeit: Gegeben.
    Stillzeit: Substanz in der Muttermilch nachweisbar, in der Stillzeit ebenfalls kontraindiziert (32).
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° In der Schwangerschaft strikt kontraindiziert.
    ° Mtx muss mindestens 3 Monate vor Konzeption (Literaturempfehlungen hierzu variieren zwischen 3
    Monaten und 1 Jahr) sowohl bei Frauen wie Männern unter Therapie abgesetzt werden. Bei Mtx-
    Therapie im gebär- bzw. zeugungsfähigen Alter sicherer Konzeptionsschutz notwendig!
    ° Nach Absetzen bis Ende der Schwangerschaft Folsäure-Substitution erforderlich (14,30).

    Leflunomid
    Einstufung der FDA: X
    Fertilität: Keine Einflüsse bekannt.
    Teratogenität: Im Tierversuch bei Ratten und Kaninchen schwerwiegende skeletäre und zentralnervöse
    Missbildungen nachgewiesen – deshalb kontraindiziert (33).
    Schwangerschaftsverlauf: Im Tierversuch embryotoxisch. 164 Fälle mit Exposition bei Eintritt der
    Schwangerschaft und Auswertung der Daten bekannt (7), dabei 43 Abbrüche, 36 Fehlgeburten und 85
    Geburten, Missbildungen bei 7 Kindern. Risiken für die schwangere Patientin bisher unbekannt.
    Plazentagängigkeit: Unbekannt.
    Stillzeit: Mangels Erfahrung in der Stillzeit ebenfalls kontraindiziert.
    Besonderheit: Absinken der Serum-Konzentration unter 0,02 mg/l (aktiver Metababolit und
    Leflunomid) ohne Auswasch-Procedere ist erst >2 Jahren nach Beendigung der Behandlung zu
    erwarten.
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° In der Schwangerschaft bisher strikt kontraindiziert.
    ° Leflunomid muss vor Konzeption sowohl bei Frauen wie Männern unter Therapie nach üblichem
    Schema ausgewaschen werden, danach zweimalige Überprüfung der Plasmaspiegel (über die
    Herstellerfirma durchführbar!), Zielgröße Plasmaspiegel 0.02 mg/l (Dauer ca. 2 1/2 Monate). Bei
    Leflunomid-Therapie im gebär- bzw. zeugungsfähigen Alter sicherer Konzeptionsschutz notwendig!
    Cyclophosphamid
    Einstufung der FDA: D
    Fertilität: Dosis- und altersabhängig Amenorrhoe und irreversible Infertilität in 10 – 60 % (34).
    Oligo- und Azoospermie möglich.
    Teratogenität: Multiple Missbildungen vor allem bei Einsatz im 1.Trimenon nachgewiesen (35,36) –
    deshalb in diesem Zeitraum kontraindiziert.
    Schwangerschaftsverlauf: Bei Verabreichung in der 2. Schwangerschaftshälfte Panzytopenie beim
    Neugeborenen möglich (7). Intrauterine Wachstumsstörung möglich.
    Plazentagängigkeit: Nur im Tierversuch untersucht, gegeben.
    Stillzeit: In der Muttermilch nachweisbar, kontraindiziert (37).

    6/12

    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° In der Schwangerschaft im ersten Trimenon strikt kontraindiziert, danach Behandlung bei dringlicher
    Indikation nach Aufklärung der Patientin über das noch vorhandene geringe Risiko möglich.
    ° Cyclophosphamid muss mindestens drei Monate (nach der Fachinformation: sechs Monate) vor
    geplanter Konzeption bei Patienten/Patientinnen abgesetzt werden, sicherer Konzeptionsschutz
    unter laufender Therapie nötig.


    Mycophenolat-Mofetil
    Einstufung der FDA: D
    Fertilität: Keine Einflüsse bekannt (38).
    Teratogenität: Missbildungen sowohl im Tierversuch als auch bei Verabreichung beim Menschen im
    1.Trimenon nachgewiesen, Häufigkeitsangaben bei 20 – 25 % (7, 14, 38, 39) – deshalb kontraindiziert.
    Schwangerschaftsverlauf: Erhöhtes Risiko für Abort im ersten Trimenon.
    Plazentagängigkeit: Gegeben (40).
    Stillzeit: Partieller Übertritt in die Muttermilch beim Tier (40), mangels Erfahrungen beim Menschen
    kontraindiziert.
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° In der Schwangerschaft kontraindiziert – dies wurde in einem Rote Hand-Brief der Herstellerfirma
    vom 12.11.2007 bekräftigt.
    ° MMF muss 6 Wochen vor geplanter Konzeption bei Patienten/Patientinnen abgesetzt werden,
    sicherer Konzeptionsschutz unter laufender Therapie nötig (7).


    d. Biologika
    TNF-Blocker
    Aus der Gruppe der Biologika liegen bisher nur für die drei TNF-alpha-hemmenden Substanzen
    Infliximab, Etanercept und Adalimumab in geringem Umfang Erfahrungen mit dem Einsatz zum
    Zeitpunkt der Konzeption bzw. in der Schwangerschaft vor. Nach bisheriger Erkenntnis gibt es
    zwischen den einzelnen Substanzen keine Unterschiede, sie werden deshalb gemeinsam behandelt.
    Einstufung der FDA: B
    Fertilität: Nicht untersucht.
    Teratogenität: In einigen Fallserien keine erhöhte Rate von Missbildungen (41-43) – in einer
    Auswertung der FDA-Datenbank zwei Fälle von VATER- Assoziation (Komplex aus multiplen
    Missbildungen) (42, Bedeutung vorerst in Anbetracht der kleinen Fallzahl unklar).
    Schwangerschaftsverlauf: Bei Absetzen vor Schwangerschaft gemäß Empfehlungen erhöhtes Risiko
    für unkontrollierte Krankheitsaktivität (41).
    Plazentagängigkeit: Nur Etanercept untersucht, gegeben (40).
    Stillzeit: Bisher nur Einzelerfahrungen (40, 41), deshalb noch kontraindiziert.
    Zusammenfassende Beurteilung:
    ° Aufgrund der nicht ausreichenden Erfahrungen bisher in der Schwangerschaft kontraindiziert – in
    Einzelfällen mit hoher Krankheitsaktivität sollte gemeinsam mit der Patientin eine Entscheidung
    nach Abwägung der Risiken (Substanz vs. unkontrollierte Krankheitsaktivität) getroffen werden!
    ° Empfohlener Zeitraum bei Absetzen vor Konzeption: Etanercept 3 Monate, Adalimumab 5 Monate,
    Infliximab 6 Monate.

    7/12

    Anakinra
    Einstufung der FDA: B
    Für Anakinra ist aus Tierversuchen keine Beeinträchtigung der Fertilität oder Teratogenität bekannt.
    Da es jedoch bisher keine publizierten Erfahrungen über die Einnahme in der Schwangerschaft gibt,
    gilt die Substanz als kontraindiziert. Dies gilt ebenso für die Stillzeit.
    Rituximab und Abatacept
    Auch für diese Substanzen existieren bisher bis auf wenige Einzelfallberichte keine publizierten
    Erfahrungen zur Anwendung in der Schwangerschaft oder Stillzeit, aufgrund dessen sind sie bisher
    ebenfalls kontraindiziert.


    e. Substanzen mit Spezialindikationen
    Colchicin
    Colchicin spielt eine wichtige Rolle bei der Therapie des familiären Mittelmeerfiebers (FMF), welches
    nicht selten junge Patientinnen betrifft.
    Fertilität: Eine Beeinträchtigung wird bei Männern und Frauen diskutiert, ist aber nicht bewiesen (43).
    Einstufung der FDA: D
    Teratogenität: Im Tierversuch vorhanden; beim Menschen Einzelfallberichte von Missbildungen, bisher
    jedoch kein sicherer Nachweis erhöhter Teratogenität (45,46). Wegen der nicht ganz klaren Situation
    wird von einigen Autoren Amniozentese bei Einnahme in der Schwangerschaft empfohlen (46,47).
    Schwangerschaftsverlauf: Unter Therapie niedrigere Abortrate als bei Absetzen mit dem Risiko
    unkontrollierter Krankheitsaktivität (48).
    Plazentagängigkeit: Gegeben.
    Stillzeit: Konzentration in der Muttermilch wie im mütterlichen Serum, bisher jedoch keine negativen
    Auswirkungen bekannt (49,50).
    Zusammenfassende Beurteilung:
    In Anbetracht der dringlichen Indikation wird die Fortsetzung der Therapie während der
    Schwangerschaft bei FMF trotz möglicher Risiken nach Expertenmeinung empfohlen (45).


    Intravenöses Immunoglobulin (ivIG)
    IvIG steht bei einer Reihe rheumatologischer Indikationen als Second-Line-Therapie zur Verfügung.
    Zum Einsatz in der Schwangerschaft existieren keine Studien und nur wenige Fallberichte, aus denen
    bisher keine negativen Signale hervorgehen (40, 51). IvIG ist ab der 32. SSW plazentagängig. Nach
    Expertenmeinung kann die Substanz in der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden, (40).
    Einstufung der FDA: C


    Vitamin K Antagonisten
    Die Vitamin K Antagonisten Phenprocoumon und Warfarin werden in der Rheumatologie vor allem bei
    Patientinnen mit Antiphospholipidsyndrom (APS) eingesetzt. Aufgrund ihres teratogenen Potenzials –
    Risiko von 0 – 30 % bei Einnahme im ersten Trimenon, kritische Phase ab der 6. Schwangerschaftswoche
    – sind sie in dieser Zeit kontraindiziert. Die typische Coumarin-Embryopathie bei Exposition in
    der 6. bis 12. Schwangerschaftswoche ist deutlich seltener und zeichnet sich durch Skelettanomalien

    8/12

    aus (52). Vitamin K-Antagonisten können aber in jedem Trimenon auch zu Aborten, Blutungen beim
    Fetus und zu ZNS-Anomalien führen. Zur Antikoagulation in der Schwangerschaft wird daher LMWHeparin
    verwandt, welches in einer Vielzahl von Studien bei Schwangeren untersucht wurde (53). Bei
    APS wird es in Kombination mit low-dose-ASS eingesetzt. Empirisch wird ein Absetzen des
    Phenprocoumon einen Monat vor Konzeption als ausreichend angesehen (HWZ ca.7 Tage). Die
    jüngsten amerikanischen Empfehlungen (54) favorisieren jedoch ein Absetzen der Vitamin KAntagonisten
    und Umsetzen auf Heparin erst bei eingetretener Schwangerschft. Allerdings wird in den
    USA vor allem Warfarin mit seiner deutlich kürzeren HWZ von ca. 40 Stunden verwandt. Bei in
    Aussicht genommener Schwangerschaft wäre auch in Deutschland das Umsetzen von
    Phenprocoumon auf Warfarin bedenkenswert, um dann diese Therapie bis zur bestätigten
    Schwangerschaft fortzuführen. Der Einsatz von Vitamin-K-Antagonisten in der Schwangerschft (ab 14.
    Schwangerschaftswoche ) bis einen Monat vor der Geburt kommt gemäß den genannten
    Empfehlungen nur für Frauen mit mechanischen Herzklappenprothesen in Frage. Da Phenprocoumon
    in die Muttermilch übergeht, darf es auch in der Stillzeit nicht verwendet werden, die Gabe von
    Heparin und auch Warfarin ist hier möglich (55, 56).


    III. Zusammenfassung
    Für viele rheumakranke Frauen ist heute aufgrund der besseren Behandlungsmöglichkeiten eine
    Schwangerschaft möglich. Medikamente sollten – wie dies auch bei nicht-rheumatologischen
    Indikationen üblich und selbstverständlich ist – vorsichtig und unter sorgfältiger Abwägung von
    Notwendigkeit und Risiko eingesetzt werden. Wenn erforderlich, stehen jedoch sowohl für die
    symptomatische wie auch für die krankheitsmodulierende Therapie genügend Substanzen zur
    Verfügung, die unter Beachtung der Richtlinien verwendet werden können. Die Schwangerschaft der
    rheumakranken Patientin sollte jedoch stets als Risiko-Schwangerschaft betrachtet werden und
    erfordert eine enge Zusammenarbeit von Rheumatologen und Geburtshelfern. Für Patientinnen mit
    systemischen rheumatischen Erkrankungen bedarf es häufig der Erfahrung in diesbezüglich
    ausgewiesenen Zentren; ein Neonatologe sollte in jedem Fall verfügbar sein.
    IV. Literaturverzeichnis...........



Unbedingt immer die aktuellen Angaben auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie checken!

http://dgrh.de/pharmakoschwanger.html


Auch hier gucken:

http://87.106.1.68:8080/LupusWebauftrit … info.faces

Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft schrieb
    Schwangerschaft und systemischer Lupus Erythematodes......


http://muetterzentrum-ria.insel.ch/

Zentrum für Mütterberatung und Familienplanung bei Rheuma-Erkrankungen

http://www.bbges.de/content/index5417.html
www.bbges.de/content/index5417.html schrieb
    Pharmakovigilanz- und

    Beratungszentrum für

    Embryonaltoxikologie

    Haus 10B

    Spandauer Damm 130

    D - 14050 Berlin



    Beratung im Internet:

    www.embryotox.de



    Beratungs-Telefon:

    Tel. 030 / 30308-111

    Fax 030 / 30308-122

    E-Mail: mail@embryotox.de



    Sprechzeiten

    (nur werktags, nicht an Feiertagen):

    Vormittags (Mo-Fr)

    09:00 - 12:30 Uhr

    Nachmittags (außer Mittwoch)

    13:30 - 16:00 Uhr


Gruß

Leya

Danke für die Links, ich habe da einige Leute die sicher es intressiert, siehe im R-O.
Von der Frau Prof in der Schweiz
von da haben wir auch alle Zuschriften erhalten
falls die Uni das okay gibt zur Schwangerschaft.

Ein schönes Wochenende wünsche ich dir.
Gruß Gisi

[Dieser Beitrag wurde am 02.02.2011 - 12:53 von admin aktualisiert]




sambia ...



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...   Erstellt am 24.04.2009 - 22:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Leya,

wie gut, daß ich mich hab steri lassen. So bleiben wenigstens die Sorgen erspart.

Tolles Thema trotzdem, Danke für die links!

Und ein schönes Wochenend gewünscht, Leya!





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Mit immer lieben Grüßen,

Bianca & Co. KG

sambia ...



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...   Erstellt am 24.04.2009 - 22:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


P. s.: Bitte unter K1 trotzdem nochmal extra nachlesen, unter Tante Google z. B. , müßte die Vit.K1-Seite sofort und zuoberst rausgeben, die von Herbert.

Habe Zahnextraktion hinter mir - mit K1. GsD, einen Tag später bzw. schon nachmittags war alles vorbei. Nix Blutung mehr, nix Entzündung.

Dazu noch Calendula-Spülung (ich bin NICHT allergisch!), wunderbar.

Ich hoffe, Ihr könnt auch relaxen jetzt...





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Mit immer lieben Grüßen,

Bianca & Co. KG

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...   Erstellt am 01.02.2011 - 14:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Noch vor wenigen Jahren haben die Ärzte Frauen mit Rheuma vor einer Schwangerschaft abgeraten. Es fehlten aussagefähige Studien dazu, wie die Medikamente auf die Gesundheit der Kinder den Nachwuchs wirken. Vor allem für neuere Wirkstoffe gab es zu weniges Daten über Nebenwirkungen. Jetzt gibt es neue Therapieempfehlungen, und sie ermutigen zur Schwangerschaft.

Link weiterlesen:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/899840/





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Ich liebe den Frieden Stress macht mich krank.
E-Mail: lupus.rheuma@email.de

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...   Erstellt am 04.12.2016 - 22:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Für jeden der Medi nimmt!!!!!

Die Angaben, die Sie hier finden, beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Daten und stimmen nicht immer mit den Informationen überein, die Sie in den Fachinformationen, auf dem Beipackzettel und in der Roten Liste finden.
Dieses Internetportal wurde im Oktober 2008 eröffnet. Inzwischen zählen wir täglich bis zu 8.500 Besucher, im Frühjahr 2017 wird die 10 Millionen-Grenze überschritten. Beim ersten Lesen beachten Sie bitte unbedingt unsere Hinweise, Haftungseinschränkung und Erläuterungen zur Nutzung unseres Internetportals; dies gilt auch für Laien.Unsere Internetportal umfasst bisher über 420 Arzneimittel, deckt also bei weitem nicht alle ab. Sie können sich hier auch über die Mittel der Wahl zu häufigen Erkrankungen in der Schwangerschaft informieren. Die relevanten wissenschaftlichen Daten sind so aufbereitet, dass die beiden folgenden Fragestellungen beantwortet werden:
1) Darf das Arzneimittel einer Schwangeren oder Stillenden verordnet werden?
2) Was ist zu tun, wenn die Schwangere oder Stillende das Arzneimittel bereits eingenommen hat?
„Off-label“ und andere Probleme
Nicht selten ist man erheblich verunsichert, wenn medikamentös behandelt werden muss. Kurzgefasste Mitteilungen auf Beipackzetteln oder in der Roten Liste vermitteln häufig den Eindruck, dass die meisten Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden dürfen. Viele ÄrztInnen und ApothekerInnen betrachten diese Hinweise als rechtlich bindend und eine Behandlung mit solchen Medikamenten (Off-label-Use) als haftungsrechtlich problematisch.


http://www.embryotox.de/einfuehrung.html





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Ich liebe den Frieden Stress macht mich krank.
E-Mail: lupus.rheuma@email.de


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