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MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 20.03.2006 - 21:25 |  |
Nanny, Una , das sollten wir verfilmen! Das ist ja großartig! Madame Mac Dougall ich erbleiche vor Neid , wie haben sie es nur in den Palast von Joseph geschafft? Ist seine Julie wirklich so häßlich wie man sagt?
Durch das kulturelle Interesse seiner Majestät sollen ja die Ausgrabungen in Pompeji rasch vorangehen , habt ihr euch ein Souvenir besorgt?
Wie beneide ich euch um diese Grand Tour, ich versaure hier im westfälischen und stopfe Strümpfe.
Vielleicht sehen wir uns mal in einem späteren Leben wieder?
eure Madame Kaya
[Dieser Beitrag wurde am 20.03.2006 - 23:42 von MadameKaya aktualisiert]
Signatur Es gibt kein echtes Leben im Falschen... |
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Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 20.03.2006 - 21:59 |  |
Himmel! Mme Kaya, ich glaube, die wollten einfach nur den großen Saal füllen! 
Wir sehen uns bestimmt wieder 
Souveniers??? Ich doch nicht! (Betrachtet liebevoll die Mosaiksteine...)
[Dieser Beitrag wurde am 20.03.2006 - 22:01 von Nanny aktualisiert]
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MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 20.03.2006 - 22:19 |  |
   
Signatur Es gibt kein echtes Leben im Falschen... |
Marianne  Der Blätter zwey


Status: Offline Registriert seit: 10.03.2006 Beiträge: 24 Nachricht senden | Erstellt am 20.03.2006 - 23:13 |  |
Schloss Panker, 20. März des Jahres 1806
Meine liebe Nanny,
Ich hoffe, dass Ihr in bester Gesundheit Eure Reise nach Marseille tätigen konntet. Hattet Ihr eine gute Reise oder war es in diesen unruhigen Zeiten eine Reise voller Hindernisse? War es sehr beengt in der Kajüte des Captains?
Natürlich möchte ich Eure Neugierde nach dem Grafen Berbrück befriedigen. Er ist ein Freund des Sohnes von Hedwig und tatsächlich noch Junggeselle mit seinen einunddreißig Jahren. Es scheint, als hätte er in jungen Jahren mal eine skandalöse affaire d’amour gehabt, aber bisher konnte ich mir kein genaueres Wissen darüber erhaschen. Natürlich bin ich sehr neugierig, nicht nur, weil mich generell skandalöse Liebesgeschichten immer ungemein interessieren, nein, ich muss Euch gestehen, dass ich mich doch zu ihm hingezogen fühle. Er kommt uns recht oft besuchen und dann sitzen wir zusammen und ich erzähle ihm aus meinem Leben in England. Er ist wirklich höchst charmant. Und er sieht sehr gut aus. Er hat dunkle Haare, die ihm über die Schulter fallen, wenn er sie offen trägt, doch meist hat er sie zu einem Zopf zusammengenommen, was seinen edlen Züge aufs Beste betont. Darüber hinaus hat er eine schöne Singstimme und er schlug letztens vor, dass wir zusammen ein Duett einüben, das ich am Pianoforte begleite. Mein Herz schlägt etwas schneller bei dem Gedanken daran. Seit dem Tod meines Mannes Nicholas, Gott hab ihn selig, habe ich nicht mehr solch eine mädchenhafte Aufregung gespürt.
Meine Deutschstudien gehen hervorragend voran. Ich bin in der Lage Gespräche in Deutsch zu führen, auch wenn es mir manchmal an Vokabeln fehlt, doch da ich noch länger hier verweilen werde, werde ich mich auf dem Gebiet auch noch verbessern. Deutsch ist nur wirklich eine sehr schwere Sprache, doch ich freue mich endlich die wunderschönen Werke der neueren Dichter, die wirklich ausgezeichnet sind, in der Sprache zu lesen, in der sie verfasst wurden. Graf Berbrück hat mir ein Werk ausgeliehen von einem recht unbekannten Schriftsteller namens Novalis. „Heinrich von Ofterdingen“ ist zwar sprachlich ein sehr schönes Werk, aber ich muss zu meiner Schande gestehen, ich verstehe es nicht. Bisher habe ich noch ausweichend auf die Nachfragen Berbrücks danach reagiert. Nun ja, ich muss es ihm wohl oder übel zurückgeben und hoffen, dass er es mir erläutert.
Ich beneide Dich für das Wetter in Italien. Hier ist es zwar schon frühlingshaft, aber abends nur in Musselinrobe und Schal außer Haus zu gehen, ohne sich eine Influenza zu holen, ist undenkbar. Wie sehr vermisse ich den Frühling und die blühenden Blumenwiesen. Das Aquarell, das bei Eurem Brief dabei lag ist wirklich wunderschön. Euer Talent beschämt meine unvollkommenen Zeichenkünste. Es weckt in mir den Wunsch auch einmal Neapel zu sehen. Vielleicht schaffe ich es eines Tages und wandle dann auf den Pfaden, die auch Ihr gerade beschritten habt.
Ich freue mich, mehr von Euren Reisen zu erfahren und verbleibe bis dahin
Eure aufrichtige Freundin
Marianne Eliza Sidwell
Signatur Run mad as often as you chuse; but do not faint. |
Una  Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 201 Nachricht senden | Erstellt am 21.03.2006 - 10:14 |  |
Dunollie Castle House, 1806
Dearest Cousin,
Just yesterday, I received not only your letter but a short missive from Connor himself. He did not mince words and explained to me that you were in severe danger. What on earth, dearest, did you think, boarding a French vessel? Do you not realize that our Royal Navy still capture French vessels? Even now, a year after Trafalgar?
I know you see this as a grand adventure, and that living in such a newly civilized country as Virginia, you have a feeling of accomplishment, but please, dearest cousin, the French have been enemies of old and cannot be trusted.
But I do not wish to scold you, dearest, I trust you know what you are doing with all propriety.
I am glad you met Connor. He is so proud to have been commisioned as a Naval Lieutenant. And doesn't he look dashing? Papa and I are ever so proud of him.
Your rendition of Southern French family dining made us all laugh, especially Papa who ordered Ruthven to get out the best of red from our cellars and serve it tonight with our dinner. Our Spanish house guest also confirmed that this way of dining and drinking is very common in Spain as well and she went out with the undermaid to acquire certain ingredients for a special dish called tappas. So we will dine en Espana. I am looking forward to it as I have become exceedingly bored with watered down Rhenish at dinnertime.
I will give you an account of our dinner celebrating your grand tour in my next letter.
Other than our little houseparty, there has been no news - Oban is as dull as ever though today we have the first rays of sunshine and Oban all of a sudden does not look so dull anymore. And Bute and Mull have also peeked out of the grey shrouds of mists in the Bay of Kerrera. I cannot wait to show you the countryside. Papa told me to hire a boat over to Mull and Iona once you are here. We will have a nice outing for a week to see the old monastery of St Columba's. Might not be as impressive as the churches and cathedrals and other sights you have seen, but we Scots are ever so proud of the natural beauty of our countryside. Perhaps not as sophisticated or tamed as the South of England but nevertheless beautiful all on its own.
Papa just called from the library. I have to close this letter, but I'll remain,
your loving cousin,
Una MacDougall
Teuerste Cousine,
Erst gestern, erhielt ich nicht nur Ihren Brief aber ein kurzes Sendschreiben von Connor selbst. Unser Cousin machte keinen Hehl daraus, dass ihr euch in äußerste Gefahr gebracht habt. Was, meine Liebe, dachtet ihr euch und reisten mit einem französischen Schiff? Wusstet ihr nicht, daß unsere königliche Marine französische Schiffe aufbringen? Sogar jetzt, ein Jahr nach Trafalgar?
Ich weiss, dass ihr diese Reise als ein großartiges Abenteuer ansehen und dass ihr glaubt, euer Leben in einem gerade erst zivilisierten Land wie Virginia, euch für alle Widrigkeiten des Lebens und besonders des Reisens vorbereitet hat, aber bitte, liebste Cousine, die Franzosen sind seit langem Feinde und können nicht vertraut werden.
Es ist schön dass ihr endlich Cousin Connor getroffen habt. Er ist so stolz, dass er nun Marineleutnant ist. Und schaut er nicht einfach schneidig aus? Papa und ich sind so stolz auf ihn.
Eure Wiedergabe des südlichen französischen Familienessens brachte uns alle zum Lachen, besonders Papa, der Ruthven sofort anwies, den besten Rotwein aus unserem Keller herauf zu holen und ihn zu unserem Abendessen heute abend zu kredenzen. Unser spanischer Hausgast bestätigte auch, daß diese Weise des Speisens und des Trinkens in Spanien allgemein üblich sei und sie ist mit einer Magd zum Markt gegangen, um bestimmte Bestandteile für ein spezielles Gericht zu erwerben, das Gericht wird tappas genannt. So werden wir heute abend en Espana speisen.
Ich freue mich schon, da ich des mit Wasser versehenen Rheinischen Weins überdrüssig geworden bin. Ich werde euch über unser Diner berichten.
Ansonsten gibt Oban nicht viel an Neuigkeiten her, erst heute konnten wir die ersten Sonnenstrahlen begrüßen und Oban ist plötzlich nicht mehr so trist. Aus den grauen Nebeln der Bucht von Kerrera konnte ich auch heute die Inseln Mull und Bute erkennen. Ich kann es nicht erwarten, Euch die Landschaft zu zeigen. Papa hat vorgeschlagen, dass wir ein Boot chartern sollten um nach Mull und Iona hinüber zu setzen, sobald Ihr bei uns weilt. Das alte Kloster von Str. Columbas sieht zu dieser Jahreszeit wunderbar aus. Es mag zwar nicht so eindrucksvoll sein, wie die Kirchen und die Kathedralen und andere Plätze, die Sie gesehen haben, aber wir Schoten sind stolz auf die natürliche Schönheit unserer Heimat. Möglicherweise nicht so mondän und gezähmt wie der Süden von England, aber dennoch schön.
Papa rief mich gerade aus der Bibliothek. Also beende ich diesen Brief an euch in aller Eile, aber ich verbleibe,
Eure Euch liebende Cousine,
Una MacDougall
[Dieser Beitrag wurde am 21.03.2006 - 10:18 von Una aktualisiert]
Signatur We are not human beings on a spiritual journey. We are spiritual beings on a human journey.
- Stephen Covey |
Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 22.03.2006 - 18:18 |  |
Geliebte Cousine
Mit Betroffenheit las ich Euren letzten Brief. Selbstverständlich war ich mir im klaren darüber, das mein Unterfangen nicht ganz gefahrlos war. Doch versichere ich euch, das ich alles wohl miteinander abgewägt habe und keine andere Möglichkeit sah, Neapel zu verlassen. Bis zu einem ja doch fernen Ende des Krieges wollte ich nun wirklich nicht dort bleiben. Auch wenn das italienische Klima, der Duft der Oliven- und Zitronenhaine, die Landschaft und auch die Bewohner einfach nur entzückend sind. Bitte sorgt euch in Zukunft nicht um mich. Ich werde versprechen aufzupassen und werde auch noch im Laufe dieses Jahres nach Oban kommen, so daß ich vor meiner Heimreise nach Virginien noch einmal alle Eindrücke der Highlands für Großpapa mitnehmen kann. Ein Sträußlein aus Heidekraut würde ihn mehr freuen, als alles andere.
Cousin Connor hat sich in den Tagen, die ihm hier in Gibraltar verblieben, als wahrer Gentleman erwiesen. Er bestieg mit mir diesen Felsen, denn mehr ist es ja nicht und wir konnten bei wundervollem klaren Wetter über dem Meer Afrikas Küste erkennen. Auch hielt er mir die Affen vom Leib, die gar dreist jeden Spaziergänger beschimpfen und auch schon mal handgreiflich werden. Vor ihrer Abreise begleitete er mich zu einem Dinner seiner Vorgesetzten.
Und ich mache mir da nichts vor, ohne seine Verwandtschaft, wäre ich dort wohl nicht eingeladen worden. Das Dinner war recht steif und es wurde nur über Schiffe geredet, obwohl doch zahlreiche junge Damen da waren. Alle hatten sich große Mühe mit der Garderobe gegeben und ich entdeckte so manches mit Olivenblättern und exotischen Blumen und Federn verzierte Haupt. Von einem netten Herrn, der nicht in Uniform erschienen war, bekam ich die Empfehlung mir die Alhambra und ein paar maurische Ruinen weiter östlich an der Küste anzusehen. Er meinte die Mosaiken wären sehr hübsch anzuschauen. Connor riet mir dann allerdings wieder davon ab, da er den Spaniern nicht traut. Er wolle aber mal sehen, ob er nicht eine Begleitung für mich finden könnte, die mich in einem Stück hin und wieder zurück brächte, aber davon später mehr.
So werde ich mich jetzt erst einmal wieder verabschieden und hoffe euch alle bei guter Gesundheit. Ich werde mit diesem Brief ein paar kulinarische spanische Kleinigkeiten in einem Päckchen schicken, so das ihr weitere Experimente mit dem Essen treiben könnt.
In aller Liebe
Eure euch ergebene Cousine
Nanny MacDougall
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MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 22.03.2006 - 21:13 |  |
Ihr lieben, wollt ihr das nicht mal beim nächsten Salonabend abwechselnd vortragen? Es sind ja nicht alle Teilnehmer hier im Forum, so habt ihr bestimmt dankbares Publikum...
Eure Madame Kaya
Signatur Es gibt kein echtes Leben im Falschen... |
Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 22.03.2006 - 21:27 |  |
Huch. Äh, kann man machen... 
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MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 22.03.2006 - 21:36 |  |
Pardon Madame, ich hoffe ich habe sie mit meiner ungenierten Art nicht verschreckt
Signatur Es gibt kein echtes Leben im Falschen... |
Justine_de_Farinot  Administrator


Status: Offline Registriert seit: 11.10.2005 Beiträge: 678 Nachricht senden | Erstellt am 22.03.2006 - 23:28 |  |
Ja, gute Idee! 
Hihihi, da muß ich jetzt irgendwie an "Die zwei Cousinen" als Überschrift denken - Zitat Loriot:
"Gwyneth Molesworth hatte für Lord Hesketh-Fortescue in Nether Addlethorpe einen Schlipth - pardon - Schlips besorgt, ihn aber bei Lord Molesworth-Houghton liegengelassen..."

[Dieser Beitrag wurde am 22.03.2006 - 23:29 von Justine_de_Farinot aktualisiert]
Signatur Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau) |