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Nanny ...
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...   Erstellt am 10.03.2006 - 10:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nach langer Planung auf für meine Reise quer über den europäischen Kontinent, soll es heute zu einem neuen Ziel auf meiner Reise gehen. In einem kleinen Schlößchen in Franken will ich mich mit den neugewonnenen Freunden aus Paris treffen. Was erlebte ich dort doch eine angenehme Zeit! Tanz, Musik, Kunst und Literatur. Diese alten Schlößer in Frankreich - einfach bezaubernd. Das ist etwas, was es bei uns in Virginia einfach nicht gibt. Reitet man von der Plantage herunter, steht man einfach mitten in der Wildnis. Hier in Europa reitet man aus dem Dorf und steht vor einer Burg, einem Denkmal, einem Landsitz, einem Tempel, mittelalterlichen Ruinen. Das erlebte ich auch hier an meinem jetzigen Quartier. In Benrath konnte ich ein wunderschönes kleines Sommerschloß besichtigen mit prachtvollen Gärten, ein paar Meilen weiter gibt es diese Burgruine an einem winzigen Bach, der sich Wupper nennt. Sehr eindrucksvoll, auch die bürgerlichen Häuser. Sie sind nur so klein.

Heute geht es endlich weiter... zum Fühlingserwachen nach Franken! Hier in Vohwinkel schaute sogar die Sonne hinter den Wolken hervor...
...und ich habe gerade meinen Koffer gepackt. Meine Gesellschafterin, Mrs. Kennedy ist der Verzweiflung nahe, und auch das Zimmermädchen hier war keine große Hilfe! War der wirklich so klein??? Wenn ich ihn da so stehen sehe, wirkt er... riesig! Wenn ich ihn aufmache, wirke ich verstört. Mit Müh und Not habe ich alles, bis auf die Schuhe hinein bekommen (und es fehlt bestimmt irgendwo etwas!) Und das Frühlingserwachen wird sich für mich erledigt haben, wenn mich sein Gewicht im Pferdegalopp die Treppe hinunter befördert hat - da hilft mir auch der Gedanke an das Himmelbett in dem Schloß nicht mehr, das die Baronin mir zugesichert hat. Ich werde tot das ganze Wochenende mit der Aufsicht über die Instandsetzung meiner Kleidung beschäftigt sein... ach wenn ich doch starkes Dienstpersonal von Zuhause hier hätte, dann hätte ich alles in 2 große Seekisten packen können und alles würde locker und leicht auf die Reise gehen...

(Fortsetzung folgt)

[Dieser Beitrag wurde am 10.03.2006 - 12:26 von Nanny aktualisiert]




MadameKaya ...
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...   Erstellt am 10.03.2006 - 10:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


meine Liebe wenn der Kutscher endlich seine Hosen fertig gebügelt hat, werden wir uns auf die Reise ins Bergische begeben und rechnen damit um die Mittagsstunde bei euch einzutreffen...

Freue mich auf eine Fortsetzung eures Reise Journals

Madame Kaya





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Es gibt kein echtes Leben im Falschen...

Suzette ...
Zweig
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...   Erstellt am 10.03.2006 - 12:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Oh Nanny, welch wunderbare Idee - ein Reisetagebuch!
Wir - Mme Alexandra und ich - weilen noch im fernen München. Wichtige Geschäfte sind noch zu erledigen, aber die Koffer stehen bereits gepackt. Angesichts der widrigen Wetterverhältnisse (noch deutliche Schneereste, die sich allerdings langsam in eine unangenehm feuchte Masse verwandeln, die das Wandeln über die Straßen und Boulevards München zu einem unangenehmen Erlebnis machen) und angesichts der Vorhersagen wetterkundiger Männer, die Schneefälle für den Süden am Sonntag prophezeien, haben wir uns kurzentschlossen eine Mietkutsche bestellt, da Mme Alexandras Gefährt leider nicht für den Winter geeignet ist. Hoffen wir also, dass uns unsere Geschäfte nicht allzulange in München aufhalten und wir eine ruhige Fahrt ins schöne Frankenland genießen dürfen..... bis auf ein baldiges Wiedersehen....




Nanny ...
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...   Erstellt am 13.03.2006 - 13:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Brief an die daheim gebliebene Cousine
Una, liebe und werte Cousine
Wie Schade daß ihr an dier Reise nicht teilnehmen konntet. Ich hoffe sehr daß das neue Familienmitglied gut in Lorne eingetroffen ist und sich nun bestens einlebt. Vielleicht schafft ihr es, euch mir in München anzuschließen? Ich gedenke dort 3 Wochen Station zu machen, bevor es weiter nach Wien geht.
Zurück zur letzten Station. Nach einer widrigen Fahrt in einer dichtgedrängten Kutsche kam ich wohlbehalten in Zeilitzheim an. Meine Mitreisenden waren auf dem gleichen Weg und so konnte ich eine erquickliche neue Bekanntschaft mit Madame und Monsieur Kaya schließen. Sie hatten einen süßen kleinen Hund dabei, der euch, werte Cousine, sehr gefallen hätte. Wir beschloßen sogleich, dieses Wochenende und den Ball miteinander zu verbringen und sie luden mich ein, an ihrem Scharadenspiel teilzunehmen, die sie sich für unsere Gastgeber und die anderen Gäste ausgedacht hatten. Außerdem stellten wir fest, das wir aus Paris gemeinsame Bakannte erwarteten. Die de Farinots, welche auch in Zeilitzheim zu Gast sein sollen.
Madame Kelping und der General hatten eine angenehme Gästeschar zusammengestellt und ich freute mich darauf, die Herrschaften alle kennenzulernen. Im Schloß angekommen wurde mir sofort ein wundervolles Zimmer zugewiesen, das ich mit einer jungen Dame aus Basel teilen sollte. Wie sich herausstellte, war sie eine ausgezeichnete Gesellschaft und wir kamen hervorragend miteinander zurecht. Ich hoffe sehr, werte Cousine, das ihr bald das Vergnügen haben werdet, sie einmal kennenzulernen.
Das Schloß ist ein angenehmer Stadtbau mit wohleingerichteten Räumen und wundervoll bemalten Wänden. Ich überlege ernsthaft, Papa zu bitten, meinen Salon so zu dekorieren. Allerdings werden wir dafür wohl Künstler aus italien kommen lassen müssen. Im heimischen Virginia dürfte wohl kaum jemand dieses Talent besitzen. Das edle, aber trotzdem schlicht gehaltene Mobiliar hätte Dir gefallen. Die anderen Gäste waren superb gekleidet und befleißigten sich eines hervorragenden Benehmens. Doch konnte sich niemand von ihnen mit dem außerordentlich charmantem Wesen unserer Gastgeber messen. Du wärst begeistert von ihr! So ein empfindsames liebevolles Wesen und dazu das edle Gesicht. Da komme ich mir schon recht ländlich vor.
Den Abend verbrachten wir mit Gesellschaftsspiel, ein wenig Gesang und einem hervorragendem Buffet und es wurde doch recht spät, bevor ich mich zu Bett begeben habe, um Kraft für den nächsten Tag zu sammeln. Morgen will ich dir mehr berichten, diesen Brief will Mrs. kennedy gleich zur Post bringen, so das er schnellstmöglich bei Dir sein wird.
In tiefer Verbundenheit,
deine Cousine Nanny


[Dieser Beitrag wurde am 13.03.2006 - 13:22 von Nanny aktualisiert]




Una ...
Ast
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...   Erstellt am 13.03.2006 - 23:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dunollie Castle, Lorn, March 1806

Dearest Cousin,

Your letter has arrived with all great speed and this day on which it arrived is a beauteous one indeed.

I am glad to hear you had such a wonderful time down in Franconia and that your journey was not a strenuous one. I wish I could have joined you but with the spell of gout that Papa is suffering it was out of the question to travel to Oban, albeit abroad to Zeilitzheim.

Our new house guest from Spain is a sweet, genteel elderly lady who still suffers from the cold that seems to be lingering in our small part of Argyllshire. Despite the occasional spells of rain and sleet, she takes restorative walks with either her male servant or with me. Oh, how I long to see the lemon trees and beautiful vistas she has thus described during our walks.

Dearest cousin, I hope you have conveyed my greetings to Mr. Kaya, Esquire and his beautiful lady-wife, as well as my sincerest regrets to Mme Kelping and, of course, the De Farinots. I still remember the evenings in Paris with warmth and utmost fondness and I am looking forward to greeting them all again soon.

Your idea to decorate your dear Papa's plantation with Italian frescos is an interesting one. I do agree with you however, that such an
artiste will be hard to find in Virginia. Mayhaps, you will find an equally skilled one in Louisiana as I have heard that several French emigrés - and artists at that - have fled France and settled in New Orleans.

As soon as I have settled my affairs here, I will join you with great speed at Munich.

In anticipation of seeing you again I fare thee well for now and remain,

Your dearest cousin,
Una MacDougall


Liebste Cousine,

Euer Brief hat uns in großer Eile erreicht und heute mit dessen Ankunft ist ein schöner Tag.

Ich bin froh, dass eure Reise nicht zu anstrengend war und das ihr solch eine schöne Zeit in Franken verbracht habt. Ich wünschte, ich hätte mit euch reisen können, doch Papas Gicht machte dies unmöglich.

Unser neuer Hausgast aus Spanien ist eine nette, ältere Dame, die die Wärme ihres Heimatlandes sehr vermisst, denn hier in Argyll ist immer noch tiefster Winter. Aber entgegen des Regens und Schneeregens nimmt sie lange Spaziergänge wahr, auf denen meist ein Diener oder ich sie begleite. Oh, wie sehr ich doch einmal die Zitronenbäume und schönen Landschaften sehen möchte, von denen die mir auf unseren Spaziergängen erzählt hat.

Teure Cousine, ich hoffe, ihr habt meine allerbesten Grüße dem hochwohlgeborenen Herrn Kaya und seiner schönen Gattin ausgerichtet, sowie mein tiefempfundenes Bedauern meines Fernbleibens Mme Kelping gegenüber, sowie auch den De Farinots. Ich erinnere mich mit Wärme und Zuneigung der schönen Abende in Paris und ich hoffe, wir werden noch viele weitere Abende verbringen.

Eure Idee, die Plantage eueres werten Papas mit Italienischen Fresken zu verzieren, ist äußerst interessant. Ich neige euch zuzustimmten, dass ihr solch einen talentierten Künstler jedoch schwerlich in Virginien finden werdet. Vielleicht könntet ihr einen Franzosen finden, ich habe gehört, dass viele, darunter auch Künstler, aus Frankreich geflohen und sich in New Orleans angesiedelt haben.

Sowie ich meine Angelegenheiten hier erledigt habe, werde mich euch in München anschließen.

In Erwartung euch wieder zu sehen entbiete ich euch gute Wünsche und verbleibe,

Eure liebe Cousine,


[Dieser Beitrag wurde am 17.03.2006 - 00:58 von Una aktualisiert]





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We are not human beings on a spiritual journey. We are spiritual beings on a human journey.
- Stephen Covey

Justine_de_Farinot ...
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...   Erstellt am 13.03.2006 - 23:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich freue mich, daß ich im Englischunterricht nur seltenst eingeschlafen bin





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Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau)

Nanny ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 08:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Werte Cousine
Euer Brief erreichte mich glücklich an meinem neuen Aufenthaltsort. Ich bin hier zu Gast auf einem kleinen Landsitz, der durch seine entzückende Umgebung meinen Geist bestrickt.
Tatsächlich vermißten die de Farinots, die Kayas, sowie auch ich, eure Anwesenheit aufs schmerzlichste und sie wollen euch noch eine erneute Einladung zu einem Picknick auf dem Lande für den Juli zukommen lassen. Auch bin ich sehr erfreut zu hören, das sich die Kleine so gut bei euch eingelebt hat. Die Idee einen Künstler aus Louisiana kommen zu lassen, sollte ich mir durch den Kopf gehen lassen. New Orleans ist zwar sehr dekadent, immerhin ist es ja erst seit 3 Jahren in amerikanischem Besitz, aber für den Chic seiner Herrenhäuser berühmt.

Nun möchte ich euch noch einiges über meinen Aufenthalt in Franken erzählen, von dem mich die Müdigkeit im letzten Brief so rüde abgehalten hat.
Den Samstagmorgen bekam ich in Begleitung der charmanten Mme Kaya und ihres Gemahls, so wie den Farinots, die Gelegenheit das Dorf von der Kutsche aus zu besichtigen. Tatsächlich wurde ich dann von Mme Kaya recht neugierig mit Fragen zu meiner virginischen Heimat bestürmt. Ist man auf dem europäischen Kontinent tatsächlich so rückständig, dass man nichts über Amerika weiß? Sie war der Meinung das unseren Wilden, die Federn aus dem Kopf wachsen - das sind doch keine Vögel! Dabei sind die paar übriggebliebenen Cherokee, Nottoway oder Powhatan doch inzwischen soweit zivilisiert oder vertrieben, das sie sich anständig kleiden und ihren heidnischen Schnickschnack aufgegeben haben.
Wir besichtigten auch den Schloßpark und den Friedhof und Mme Kaya offenbarte eine auserordentlich zartfühlende und empfindsame Seele, der die ersten Schneeglöckchen gar sehr zu herzen gingen.
Am Nachmittag bekamen wir von einer außerordentlich talentierten Tanzmeisterin Unterricht, allerdings muß ich gestehen, das ich die Hälfte verschlafen habe, so erschöpft war ich von diesem kleinen Spaziergang. Die kontinentale Dekadenz scheint auf mich abzufärben, was mich sehr betrübt.
Durch den kleinen Schlaf war ich allerdings so erholt, das ich mich mit frischem Tatendrang in den Abend stürzen konnte.Mrs. Kennedy hat meine Garderobe ausgezeichnet in schuß gebracht, so das ich den französischen Damen in nichts nachstand. Allerdings hatte ich ganz verschreckt gedacht, das ich mit meiner kleinen Schleppe arg hinter der Mode hinterher hinken würde. Doch anscheinend hängen die Damen dieser Mode noch sehr an und so konnte ich auch in diesem Punkt beruhigt sein.
Das Diner war superb und die Gastgeberin hatte sich große Mühe gegeben, sogar Truthahn aufzutreiben. Kurz erfaßte mich ein leichtes Heimwehgefühl nach Truthahn mit Preißelbeeren und Süßkartoffeln.
Im Anschluß gab Scharaden zum Thema der römischen Geschichte und Musik und Gesang, an beidem nahm ich teil und schlug mich doch recht gut, denke ich. Es heute euch Spaß gemacht an dieser Kurzweil teilzunehmen, liebste Cousine!
Von weiteren Aktivitäten des Abends will ich euch zu einem späteren zeitpunkt berichten. Mrs. Kennedy ruft mich, da wir noch einigen Vormittagseinladungen zu Folgen habe.
Wie immer die Eure
in tiefer Verbundenheit
Eure Cousine
Nanny MacDougall



[Dieser Beitrag wurde am 17.03.2006 - 09:40 von Nanny aktualisiert]




Una ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 14:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dearest Cousin,

it is with great pleasure that I have received your letter.
You cannot fathom the regret I feel exceedingly upon having missed your little adventures at Zeilitzheim. It seems the house party was such a successful crush worthy of any parties the ton hold in Edinburgh and in London. I hope I can join you when next Mme Kelping holds another of her wonderful parties.

I can just imagine dear Mme Kaya enjoying the first tender buds in a wintry garden, I trust the two of you have sufficiently enjoyed the morose sentiment of the cementary.

A funny thing you should mention the still
en vogue trains on ball gowns. There has been quite an ado at last week's gathering at the Oban Assembly. Mrs. MacFahey told all and sundry at our tea party on Sunday after church that a certain Miss C. had been spied rushing off in all great speed, as a somewhat bumpkin gentleman also attending had tread on her train and the poor Miss was virtually hauled off her silk slippered feet. I trust nothing of that kind happened at your little gathering.

Dearest cousin, I beseech you to write more about your adventures abroad. Your letters pose as a welcome diversion from the tedious life here in wintry Argyllshire.

With the most kind regards, I'll remain
Your loving cousin,
Una MacDougall



Liebste Cousine,
mit dem größten Vergnügen habe ich heute euren Brief erhalten.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich es bedauere eure kleinen Abenteuer in Zeilitzheim vermisst zu haben. Es scheint, dass die Hausgesellschaft ein voller Erfolg gewesen ist, und sich nicht hinter Gesellschaften aus Edinburgh oder London verstecken muß. Ich hoffe, ich werde bei Mme Kelpings nächster Gesellschaft wieder dabei sein.

Euer Bericht über Mme Kayas empfindsame Entdeckung der ersten Blüten in einem winterlichen Garten hat mich sehr amüsiert und berührt, und ich hoffe, dass sie beide ihren Spaziergang auf dem örtlichen Friedhof ausserordentlich genossen haben.

Äußerst amüsieret hat mich, dass ihr gerade über die Schleppen der Damen resümiert habt. Hier scheinen sie auch noch immer en vogue zu sein. Erst letzte Woche gab es ein kleines Aufhebens bei der Oban Assembly. Mrs. MacFahey erzählte allen über Tea und Sandwiches nach dem sonntäglichen Gottesdienst, dass eine gewisse Miss C. dabei gesehen wurde, wie sie in aller Eile die Assembly verließ, nachdem ein etwas ungelenker Herr auf ihre Schleppe getreten ist. Sie wurde fast aus ihren kleinen Seidenschuhe gehoben. Ich hoffe doch sehr, daß Ähnliches nicht auch in Zeilitzheim passiert ist.

Teuerste Cousine, ich flehe sie an, mir noch mehr über ihre Reise zu berichten. Eure Briefe bieten eine angenehme Ablenkung indem doch recht langweiligen Leben hier im winterlichen Argyllshire.

Mit den allerbesten Wünschen, verbleibe ich
Eure euch liebende Cousine


[Dieser Beitrag wurde am 17.03.2006 - 11:47 von Una aktualisiert]





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- Stephen Covey

MadameKaya ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 14:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin begeistert, je mehr Sichtweisen des Wochenende desto besser und deine Antworten , Una sind wirklich passend!





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Nanny ...
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...   Erstellt am 14.03.2006 - 19:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Werte Cousine
Wie wunderbar schnell doch heute die Briefe weiterbefördert werden! Euer letzter erreichte mich in Neapel und ein freundlicher Captain der RNversprach, diesen hier mit zunehmen, da er auf dem Weg in die Heimat ist.
Gestern erreichte mich auch ein lieber Brief unseres Cousins Steph, dem ich auch schon zurückschrieb. Es geht ihm soweit ganz gut und vielleicht bekommt ihr ihn ja bald zu sehen.
Euer Brief hat mich ja doch amüsiert. Gottseidank war keiner der hier anwesenden Herren so tölpelhaft, den Damen auf die Schleppe zu treten. Ist Ms C. denn ernsthaft etwas passiert? Sie macht doch immer ein Geschrei das die ganze Grafschaft etwas davon hat!

Weiter mit den Geschehnissen zu Zeilitzheim:
Zum späten Abend hin wurden wir mit einem wissenschaftlichen Experiment überrascht. Vor dem Schloß auf dem Marktplatz wurde ein Ballon mit Feuer und heißer Luft gefüllt, so das er in den Himmel steigen sollte. Fasziniert wartete ich die ganze zeit darauf, das die Seide Feuer fängt. Währenddessen bekam ich erklärt, das die heiße Luft in dem Ballon leichter sei als die kalte Luft um ihn herum. (Es schneite und von Frühling keine Spur) Doch zu meiner Überraschung behielt der Herr neben mir recht und allmählich wurde es eine richtige Kugel, die der Erde entschwebte und über dem Schloßdach verschwand. Mein erster Gedanke: Jetzt brennt bestimmt das Schloß ab! Doch der Balon stieg so schnell so hoch, das er gut über das Dach kam und in der Ferne verschwand.
Danach wurden wir zu einem speziellen Ereignis in den Keller geführt. Eine der Damen, Mme Britta hatte von ihrer letzten Reise in den Orient eine Mumie mitgebracht. Das sind wohl alte vertrocknete Ägypter, die in Leinenstreifen eingewickelt sind. kein schöner Anblick! Im Keller des Schlosses roch es fürchterlich nach verbrannten Kräutern und es war kalt. Die meisten der Damen fühlten sich überhaupt nicht wohl. Es war wohl eine morbide Faszination, die sie in dem Gewölbe hielt. Allein Mme Kelping besaß genug Zartgefühl, an den Verstorbenen zu denken, dessen Ruhe da gestört werden sollte und machte ihrem Unmut Luft. Die anderen Damen pflichteten ihr zwar am Anfang bei, als allerdings das erste Gold gefunden wurde, glitzerte so manches Auge verdächtig.
Mir kam ja ernsthaft der Gedanke, meine Reise nach Ägypten auszuweiten. allerdings nicht um eine Mumie zu erstehen (wenn ich das tue, verheiratet Papa mich an den erstbesten Wanderarbeiter der vorbei kommt!), sondern um dieses erstaunliche Land und seine Bauwerke mit eigenen Augen zu sehen. Es erscheint mir alles viel fremdartiger, als die Riten unserer Dienerschaft, die ja nun auch aus diesem Land kommen.

Natürlich wurde auch getanzt. Die Damen hatten rosige Wangen und die Herren zeigten sich mit eienr Fertigkeit, die der meiner Landsleute im Ballsaal um nichts nachsteht. Am Anfang noch etwas befangen, wurde die Stimmung bald lockerer und selbst die Damen, die nicht in Herrenbegleitung waren fristeten kein Mauerblümchen-dasein. Liebe Cousine, ihr hättet den Anblick so genoßen wie ich. Wirbelnde Röcke, lachende Gesichter, ein schwungvolles Orchester - es war wunderbar!
Um 3 Uhr in der Nacht taten mir so die Füße weh, das ich aufgab und dann doch noch ins Bett ging. die liebe Mrs. Kennedy wartete schon auf mich und sie war nicht begeistert "über mein hemmungsloses Tanzvergnügen" - wie sie sich ausdrückte. Die liebe Gute - sie ist ja doch recht konservativ!
Für heute will ich meinen Bericht beenden und erwarte sehnsüchtig Neuigkeiten von euch, meine Liebe. Wahrscheinlich werde ich dann noch in Neapel sein, da die momentane Lage, so drückte es der nette Captain aus, etwas unsicher sei. Nun gut, beim nächsten Mal schreibe ich vom letzten Tag dieses Besuchs.
Morgen werde ich diese phantastische Ruinen vor der Stadt besichtigen gehen.
Eure euch liebende Cousine
Nanny MacDoutgall


[Dieser Beitrag wurde am 14.03.2006 - 21:08 von Nanny aktualisiert]




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