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Kath
unregistriert

...   Erstellt am 12.05.2005 - 18:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Teil 2
**************

Da er niemanden sehen konnte, klopfte er schwungvoll an die Tür. Einen kurzen Moment später machte ihm eine hübsche Frau auf. Er schätzte sie so Ende 20 bis Mitte 30.
„Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?“
„Ich....ääh...“, er stockte. Der Captain hatte ihm zwar gesagt, dass er ein Bekannter seiner vorgesetzten Offiziere sei, aber sie hatte nicht gesagt, wie er sie ansprechen sollte.
Er war erleichtert, als Chakotay plötzlich in der Tür erschien.
„Oh Tom, Du bist schon da! Ich werde Kathryn schnell Bescheid geben.“
Er betonte den Vornamen besonders und zwinkerte leicht mit den Augen. Tom verstand, doch er war auch verunsichert. Nach kurzer Zeit kam auch Kathryn angelaufen und umarmte ihn leicht zur Begrüßung.
„Schön, dass Du da bist. Darf ich Dir vorstellen, dass ist Dr. Michaela Quinn von der ich dir vorhin schon erzählt habe.“, dann wandte sie sich an Michaela, „Das ist Tom Paris. Sein Vater und mein Vater sind schon seit einer Ewigkeit befreundet. Wir kennen uns schon von Kindestagen an. Er ist ein sehr guter Freund von uns.“
Tom reichte der anderen Frau seine Hand hin und diese tat es ihm gleich nach.
„Guten Tag Ma´am. Es freut mich, Sie kennenzulernen.“
„Es ist nett, einen Freund von Kathryn und Chakotay zu treffen.“ Dabei schaute sie doch etwas unsicher in Richtung des Commanders. Sie hatte ihn bis jetzt noch nie beim Vornamen genannt. Doch dieser lächelte ihr zu und nickte.
Janeway hakte sich jetzt bei Tom ein. „Lass uns etwas spazieren gehen. Wir haben uns seit deiner Reise nach Europa nicht mehr gesehen und ich möchte sehr gerne wissen, was Du dort erlebt hast.“
Dann zog ihren Piloten mit sich fort.
Chakotay lächelte die Ärztin verschmitzt an. „Immer das selbe mit den Beiden. Wenn sie zusammen sind, glaubt man immer, sie wären wieder Kinder.“
Michaela lachte auf. „Ich finde es schön, wenn man solche Freundschaften sein Eigen nennen kann. Dann darf man auch mal wieder Kind sein. Ach und entschuldigen Sie bitte, dass ich sie vorhin mit dem Vornamen angesprochen habe. Ich...“
Der Commander winkte ab. „Ich würde mich freuen, wenn wir auch dabei bleiben würden. Das macht doch vieles einfacher. Meinen Sie nicht, Michaela?“
Die Ärztin lächelte und nickte zustimmend.
„So, jetzt werde ich den Beiden aber mal nachgehen. Nicht dass sie noch irgendwas anstellen.“
Beide grinsten und dann drehte sich Chakotay um, um Kathryn und Tom zu folgen.

Janeway und Paris hatten es sich unter einem Baum in der Nähe bequem gemacht. Tom knetete seine Hände und blickte in seinen Schoß. Janeway beobachtete ihn dabei.
„Was ist los, Tom?“
Erschrocken blickte er auf. „Oh, nichts. Ich war nur in Gedanken versunken.“
„Möchtest Du mir davon erzählen?“
Wieder hatte sie es getan. Sie hatte ihn geduzt. Erst hatte sie ihn zweimal freundschaftlich in den Arm genommen und nun duzt sie ihn. Er konnte damit nicht umgehen und sprang auf, um Abstand von ihr zu gewinnen.
Janeway war irritiert.
„Was ist los? Habe ich etwas falsch gemacht?“
Der Pilot sah sie an. Er wollte ihr die Wahrheit sagen, auch wenn dies vielleicht ein Fehler war.
„Captain, ich weiß nicht recht, ob ich die richtigen Worte finde. Es ist so ungewohnt. Auf der Voyager existiert zwischen Ihnen und all den anderen immer diese Distanz, und hier....hier sind wir sehr gute Freunde. Ich soll Sie beim Vornamen ansprechen und das Du verwenden.......Oh, nicht, dass mir das nicht gefallen würde, aber.......was ist, wenn ich mich daran gewöhnen würde, und wir auf die Voyager zurückkehren? Was ist, wenn ich Sie plötzlich weiterhin als meine enge Freundin sehe, und Sie dann gedankenversunken auch auf dem Schiff so anreden würde?..... Ich weiß, Sie sehen das wahrscheinlich anders! Für Sie war es der beste Weg, mich glaubwürdig in diesen Auftrag einzufügen, aber ich weiß nicht, ob ich das wirklich trennen kann. Ich habe Angst, dass es nicht so ist.“
Er endete und schaute sie noch immer an. Janeway hatte die ganze Zeit still zugehört und ab und an leicht genickt. Sie verstand Tom nur zu gut. Auch bei ihr hinterließ die Situation ihre Spuren. Seit sie hier angekommen sind, spürte sie es. Schon lange plagte sie das Gefühl der Einsamkeit. Viel zu lange!
„ Ich verstehe das. Aber lassen Sie mich Ihnen etwas sagen. Bitte nehmen Sie wieder neben mir Platz.“
Sie war bewußt zum Sie übergegangen, obwohl es ihr eigentlich missviel. Tom bewegte sich langsam auf sie zu und setzte sich ihr gegenüber und schaute sie an. Janeway hatte ihre Finger ineinander verstrickt und zitterte leicht.
„Seit der Mitteilung meines geplanten Todes, habe ich viel nachgedacht. Mir wurde immer bewußter, dass ich schon längst einen anderen Weg hätte einschlagen müssen. Wir sind schon so viele Jahre von der Föderation und ihren Vorschriften abgeschnitten und im Grunde weiß keiner von uns, ob die Voyager es je schaffen wird, wieder zurückzukehren. Auch wenn ich dies zu meiner Hauptaufgabe gemacht habe, weiß ich es selber nicht...... Tag für Tag konnte ich sehen, wie sich immer mehr Freundschaften bilden. Es erfüllt mich mit Freude, dass die Crew so eng zusammen gewachsen ist, aber.....aber es macht mich auch traurig. Traurig, weil ich wußte, dass mir die Vorschriften diese Handlungsweise verbieten. “
Sie senkte ihren Kopf und schaute auf ihre Hände „ Für Sie und die Crew bin ich der starke und unerschütterliche Captain, aber tief in mir bin ich das nicht immer. Auch ich wünschte mir manchmal, einfach nur Kathryn sein zu dürfen, ohne mich dazu in meinem Quartier oder auf dem Holodeck verstecken zu müssen. Verstehen Sie, was ich meine?“
Sie schaute ihn an und Tom nickte wortlos. Dann fuhr sie leise fort.
„ Tom, ich möchte, dass sie eines wissen, bevor ich vielleicht nicht mehr die Möglichkeit habe, es zu sagen. Sie und B´Elanna sind mir sehr ans Herz gewachsen. Tief in meinem Herzen ist schon lange das Gefühl der Freundschaft zu Ihnen Beiden und auch zu Harry. Ich konnte es einfach nur nicht so zeigen, wie ich es gewollt hätte. Ich wünschte nun, dass ich es getan hätte. Ich hätte Sie gerne meinen Freund nennen können und sie besser kennengelernt.“....Sie schluckte und eine Träne lief ihr über ihre Wange.
Die ersten Sekunden, nachdem sie geendet hatte, war Tom erstarrt über die Worte, die er gerade aus ihrem Mund vernommen hatte. Aber dann handelte er. Er nahm sie sanft an den Schultern und zog sie zu sich. Dann umarmte er sie und streichelte ihr über das Haar.
„Ich möchte sehr gerne Dein Freund sein. Nie hätte ich gedacht, je so etwas von Dir zu hören, obwohl ich es mir in der letzten Zeit sehr oft gewünscht habe. Mir ist schon lange aufgefallen, dass Du Dich sehr alleine fühlst. Ich konnte es auf Deinem Gesicht sehen. Ich schwöre Dir bei meinem Leben, dass wir erfolgreich sein werden, und wir gemeinsam wieder auf die Voyager zurückkehren. Du wirst hier nicht sterben und wir werden noch viel Zeit haben, all das nachzuholen, was Du Dir bis jetzt versagt hast.“
Er schob sie etwas von sich weg, und sah sie dann aufmunternd an.
Auf Kathryns Lippen formte sich ein leichtes Lächeln, sie nahm Toms Hand in die ihre und drückte sie fest.
Nachdem sie einige Sekunden so da saßen und sich nur anschauten, vernahmen sie Schritte, die sich näherten. Kathryn schaute auf und sah Chakotay den Hügel hinaufkommen.
Er schnaufte etwas. „Aah, da seid Ihr ja. Hab ich etwas verpasst?“
Kathryn lächelte. „Nein, Tom und ich haben auf Dich gewartet. Komm setz Dich zu uns.“
Sie fingen dann an, sich über die Situation zu unterhalten, doch schon nach kurzer Zeit gingen sie in private Gespräche über. Sie saßen bis in den späten Abend zusammen. Es war das erste Mal, dass Janeway dieses mit jemand anderem als Chakotay tat, und sie fühlte sich sehr wohl dabei.

Am nächsten Morgen half Kathryn ihrer Gastgeberin beim Aufhängen der Wäsche. Dann kam Chakotay aus dem Haus und gesellte sich zu den Beiden Frauen.
„Kathryn, ich muß mit Dir reden!“ Janeway arbeitete weiter und antwortete ohne ihn anzuschauen. „Oh Chakotay, noch einen Moment. Wir sind hier gleich fertig.“
Er fasste sie am Arm. „Kathryn, es ist sehr wichtig. Das kann nicht warten!“
Janeway wurde hellhörig und schaute ihn an. Als sie sein ernstes Gesicht sah, gefror ihr das Blut in den Adern.
Michaela antwortete nun von der anderen Seite. „Geh ruhig Kathryn. Den Rest mache ich alleine. Dafür lassen wir uns nachher beim Kuchenbacken nicht stören.“
Sie lachte und nickte.
Chakotay lächelte leicht zurück und dann zog er Kathryn Richtung Scheune. Als er die Tür geschlossen hatte, schaute ihn Janeway fragend an.
„Was ist los, Chakotay?“
Der Erste Offizier machte keine Umschweife. „Die Voyager hat sich gerade bei mir gemeldet.
Das Shuttle des Raumpiraten ist soeben in den Orbit eingetreten. Ich habe Tom schon informiert. Er ist auf dem Weg hierher.“ Er fasste sie nun an den Schultern.
„Kathryn, jetzt wird es ernst. Die Familie Quinn muß nun rund um die Uhr bewacht werden. Aber wie sollen wir das anstellen, ohne dass sie Verdacht schöpfen und uns Fragen stellen?“
„Ich weiß es nicht, Chakotay.“ Dann vibrierte auch ihr Communicator. Sie nahm ihn aus ihrer Rocktasche und tippte darauf.
„Janeway an Voyager“
„Kim hier. Captain, das Shuttle hat die Atmosphäre durchquert. Bitte seien Sie ab jetzt vorsichtig. Er kann jeden Moment auftauchen.“
„Danke Harry. Drücken Sie die Daumen und kehren sie in den Delta-Quadranten zurück. Sie müssen nun Ausschau nach dem Piratenschiff halten. Janeway Ende“
Die beiden führenden Offiziere sahen sich an.

Brian, der jüngste Adoptivsohn von Michaela Quinn, hatte seinen morgendlichen Angelausflug beendet und schlenderte gerade an der Scheuen vorbei. Als er von drinnen dumpfe Stimmen vernahm, siegte die Neugierde eines Kindes. Er legte die Fische und die Angel ins Grassund schlich sich an die Rückseite des Gebäudes. Er spionierte durch ein Astloch und konnte Bruchteile des Gespräches vernehmen, aber diese machten ihn sehr unsicher.
>......Die Familie Quinn ......bewacht werden........aber wie....ohne dass sie Verdacht schöpfen......ich weiß nicht, Chakotay......Janeway an Voyager.......Shuttle die Atmosphäre durchquert......jeden Moment auftauchen.......danke Harry......<

Mehr wollte der Junge nicht hören. Irgend etwas stimmte nicht mit ihren Gästen. Achtlos ließ er die Fische und die Angel im Grass liegen und rannte zu seiner Mutter, um ihr davon zu erzählen.

Janeway und Chakotay verließen die Scheune wieder. Sie wollten jetzt auf Tom warten und durften die Ärztin auf keinem Fall mehr alleine lassen. Chakotay setzte sich auf die Treppe, um die Umgebung im Auge zu behalten und Kathryn ging hinein.
„So da bin ich wieder. Was meinen Sie, wollen wir uns nun an den Kuchen machen?“, fragte sie und zauberte ein Lächeln auf ihre Lippen.
Michaela hatte ihr den Rücken zugekehrt und machte auch keine Anstalten sich umzudrehen.
„Ich hoffe, Ihr Mann hatte Ihnen nichts schlimmes zu berichten?“
„Oh nein, ihm ist nur gerade aufgefallen, dass auch sein Schnitzwerkzeug gestohlen wurde. Er liebt es in der Sonne zu sitzen und irgendwelche Tiere zu schnitzen.“, log Janeway. Und sie hätte sich am liebsten vor den Kopf geschlagen, denn was Dümmeres hätte ihr auch nicht einfallen können.
Nun drehte sich die Ärztin um, und ihr Gesicht war ernst und argwöhnisch. Sie betrachtete die Kommandantin genau. Dann platzte es aus ihr heraus.
„Sie haben mich angelogen. Sie haben mir nur Märchen erzählt und meine Gutgläubigkeit ausgenutzt. Wer sind Sie?“
Janeway war geschockt. „Was meinen Sie? Wie kommen Sie darauf?“
Michaela kam auf sie zu und blieb direkt vor ihr stehen.
„Mein Sohn Brian hat Fetzen ihres wichtigen Gespräches in der Scheune aufgefangen. Warum bewachen Sie uns und wer sind Voyager und Harry? Und was ist ein Shuttle? Sagen Sie mir jetzt endlich die Wahrheit!“
Aus Janeways Gesicht war die ganze Farbe gewichen. Sie stand nur da und starrte die ihr gegenüber stehende Frau an. Dann vielen Schüsse! Sofort wurde der Captain in ihr wach. Sie nahm ihre Waffe und zog Michaela auf den Boden.
„Bitte vertrauen Sie mir einfach und bleiben Sie auf dem Boden liegen.“

Tom ritt gerade auf das Grundstück, als er sah, dass Chakotay seine Waffe zog und sie Richtung des Hügels auf der gegenüberliegenden Seite zielte. Er sprang vom Pferd und rannte zu seinem Vorgesetzen. Atemlos fragte er: „Chakotay, was hast Du gesehen?“
Der Offizier ließ die Augen nicht von der anvisierten Stelle ab.
„Er ist da hinten, hinter dem Baum. Ich werde ihn von hieraus ablenken. Versuch Du dich von der anderen Seite an ihn anzuschleichen.“
„Okay“ und schon war der Pilot hinter der Scheune verschwunden. Chakotay feuerte immer wieder blind auf den Baum. So wollte er verhindern, dass der Gegner einen Blick riskieren konnte.
Dann hörte er ein Geräusch hinter sich. Er drehte sich um und sah Kathryn in der Tür erscheinen. „Kathryn, geh wieder rein.“, rief er ihr zu, doch da viel ein Schuß und mit einem Schrei sackte sie in sich zusammen.
„Kathryn.......Kathryn!“, schrie Chakotay nun, doch sie reagierte nicht. Wut kam in ihm auf. Wut auf diesen Kerl und auch Wut auf sich selbst.
Er sah wieder zum Baum, doch es herrschte eisige Stille. Nach Minuten, die ihm wie Stunden vorkamen, hörte er Tom rufen. Er hatte den Angreifer zur Strecke gebracht und kam nun freudestrahlend den Hügel herunter gelaufen.

Sie hatten es geschafft, fuhr es Chakotay durch den Kopf und dann drehte er sich auf der Stelle um, und rannte zu Kathryn. Neben ihr kniete schon Michaela Quinn und versuchte die Blutung zu stoppen. Kathryn hatte eine klaffende Wunde in der Brust und um sie herum war eine große Blutlache. Es machte den Anschein, als hätte das Geschoß ihren Brustkorb regelrecht zerrissen.
„Kathryn......bitte nicht.......wir haben es geschafft.......Kathryn!“ weinend sackte er neben seiner Freundin nieder und klammerte sich an ihre Hand. Als Tom sich der Szene näherte, stockte ihm der Atem. Er kniete sich neben den leblosen Körper und sah unentwegt auf seinen Captain und neu gewonnene Freundin. Dann wandte er sich an die Ärztin.
„Sie müssen ihr helfen. Sie verblutet.“
Die Ärztin schaute resignierend auf. „Ich kann ihr nicht helfen. Diese Art von Wunde habe ich noch nie gesehen.“ Sie ist zu schwer verletzt und hat schon zu viel Blut verloren.“
Tom konnte nicht glauben, was er da hörte und schaute auf den vollends in sich zusammen gesackten Chakotay.
„Chakotay.“ Der Offizier reagierte nicht. Als er auch nach dem dritten Versuch nicht hörte, packte ihn Tom schroff an den Schultern und schüttelte ihn.
„Chakotay, hör mir zu.“ Ein kurzes Nicken gab Tom die Gewissheit, dass er die Aufmerksamkeit seines Freundes hatte. Er atmete tief durch.
„Dr. Quinn kann ihr nicht helfen. Wir müssen zum Delta-Flyer. Das ist ihre einzige Chance. Dort haben wir alles, um sie zu retten. Hast du gehört?“
Chakotay nickte wieder, doch eine gebrochene Stimme quälte ein NEIN hervor. Beide Männer schauten zur Seite. Kathryn hatte den Kopf leicht zur Seite gedreht und ihre Augen waren halb geöffnet. Sie drückte leicht Chakotays Hand, welche die ihre nicht losgelassen hat und flüsterte:
„Nein.....ich...verbiete das.....“ sie hustete und ein dünner Streifen Blut lief aus ihrem Mundwinkel. Trotzdem quälte sich ein Lächeln auf ihre Lippen „ ich werde.....sterben.....aber....ich werde nicht.....aus der Erinnerung verschwinden. Vergeßt mich nicht und versprich mir, dass Du die Crew nach Hause bringst!“ Dann machte sie die Augen zu und wurde wieder ohnmächtig.
Chakotay schrie verzweifelt ihren Namen und Tom sah die Ärztin an, der auch Tränen über das Gesicht liefen.
Plötzlich wurde der erste Offizier still und stand auf. Vorsichtig nahm er Kathryn auf seine Arme, drehte sich um und lief los.
„Chakotay?“, rief ihm Tom fragend hinterher.
„Ich bringe sie zum Flyer. Noch ist es nicht zu spät. Wir können doch nicht hier rumsitzen, und ihr einfach beim Sterben zusehen. Wir dürfen das nicht zulassen. Ich akzeptiere das nicht! Das hat sie nicht verdient.“
In Toms Augen spiegelte sich Hoffnung wieder und er stand auch auf. Er wollte gerade hinter dem Indianer her, als ihn Michaela am Arm festhielt.
„Warum sind Sie hier? Was sind das für Waffen? Was ist Delta-Flyer oder Voyager? Und was war das für ein Ding, durch dass Kathryn mit einem Harry gesprochen hat? Bitte sagen Sie es mir! Ich verstehe das alles nicht.“
Tom war irritiert. Diese Frau wußte Sachen, die sie nie hätte wissen dürfen. Er wußte nicht, was er machen sollte. Er wollte schnellstmöglich zu Chakotay und Janeway, aber er konnte diese Frau auch hier nicht einfach so zurücklassen. Er fasste einen Entschluß, von dem er wußte, dass es ein großer Fehler sein konnte.
„Kommen Sie mit. Wir werden Ihnen dann alles erklären.“
Die Ärztin nickte dankbar und beide liefen in die Richtung, in der Chakotay verschwunden war.

Chakotay lief so schnell er konnte. Immer wieder schaute er besorgt auf den leblosen Körper in seinen Armen. Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit, bevor er endlich den Flyer betrat.
Vorsichtig legte er Kathryn auf den Boden, zog die Liege hervor und aktivierte den medizinischen Computer. Danach hob er sie auf die Liege, gab die Art der Verletzungen in den Computer ein, setzte ihr den Kortikalmonitor an den Hals und aktivierte das Programm.
Mit einem Surren begannen sich die halbrunden Seitenwände zu bewegen, bis Kathryn in einer Röhre lag. Jetzt hieß es Warten und Hoffen. Chakotay setzte sich ans Kopfende der Liege und streichelte zärtlich über ihre Haare.

Tom und Michaela kamen ganz außer Atem an der Stelle an, wo sich der Delta-Flyer befand. Der Pilot machte Anstalten anzuhalten, doch die Ärztin lief an ihm vorbei. Im letzten Moment konnte er sie gerade noch rechtzeitig am Arm festhalten, bevor das nächste Unglück geschah.
„Halt!“, sagte er, „Wir sind schon da.“
Ungläubig schaute sich die Frau in der Umgebung um.
„Ich sehe nichts. Wo ist dieser Flyer?“
„Direkt vor uns!“ Er nahm ihre Hand und streckte sie nach vorne. Plötzlich spürte sie einen Widerstand, aber sie sah nichts. Vor ihr erstreckte sich weiterhin die Landschaft. Irritiert blickte sie zu Tom.
Er lächelte und versuchte sie damit ein wenig zu beruhigen.
„Bitte erschrecken Sie jetzt nicht!“
Dann löste er die Verriegelung und mit einem Zischen öffnete sich die Tür. Michaela machte vor Schreck einen Satz zurück und kam ins Straucheln. Wenn Tom nicht immer noch ihren Arm gehalten hätte, wäre sie rücklings gefallen.
Dann sah sie in das Loch, dass sich in die Landschaft geschnitten hatte, und erkannte einen seltsamen Raum dahinter.
„Haben Sie keine Angst. Sie werden jetzt einen Blick in eine weit entfernte Zukunft werfen können. Das ist nämlich der Ort, von dem wir kommen.“ Tom ging nun langsam die Rampe hinauf. Michaela zögerte, doch dann folgte sie ihm langsam.
Ihre Augen weiteten sich. Sie sah sich erstaunt um. Die Wände waren aus einem seltsamen Metall und hier gab es Licht, dass ohne Feuer auskam. Auf der linken Seite befanden sich zwei Sessel vor einem großen Tisch mit Glasscheiben, die aber schwarz waren, daneben komische kleine Gebilde, die aus dem Tisch hinausragten und darüber war ein großes Fenster, aus dem sie nach draußen gucken konnte.
Tom berührte sie leicht am Arm. Erschrocken fuhr sie herum.
„Ich möchte schnell sehen, wie es Kathryn geht. Möchten Sie mitkommen?“ Michaela nickte kurz und folgte ihm in den Nebenraum. In der Tür blieb sie stehen und beobachtete, wie ihr Begleiter zu dem Bett mit dem Dach ging und dort an der Wand die blinkenden Lichter beobachtete. Neben dem Bett sah sie Chakotay sitzen, der behutsam über den Kopf seiner Frau strich. War sie überhaupt seine Frau? Sie wußte es nicht.
Mit einem leichten Lächeln kam Tom zu ihr zurück.
„Es geht ihr schon besser. Die Behandlung scheint anzuschlagen. Lassen Sie uns wieder nach vorne gehen, damit ich Ihnen die Wahrheit erzählen kann.“
Wieder nickte die Ärztin. Beide verließen den Raum und Tom führte sie zu den beiden Sitzen auf der anderen Seite, wo sie dann Platz nahmen.
Tom blickte die Ärztin an. Er war besorgt, denn seit ihrem Eintreten in den Delta-Flyer hatte sie kein Wort mehr gesprochen. So langsam kamen ihm arge Zweifel auf, dass er das Richtige getan hat. Aber nun gab es kein zurück mehr. Er atmete noch einmal tief ein und begann dann zu reden.
„Ich weiß, was ich Ihnen gleich erzählen werde, wird für Sie absurd und unwirklich klingen, aber ich schwöre Ihnen, dass alles das wahr sein wird. Ich werde zwar eine Menge Ärger bekommen, aber nach all dem, was Sie in den letzten Stunden gesehen haben, haben Sie ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Sind Sie bereit dazu?“
Michaela wußte nicht, ob sie bereit war gleich das, was dieser Mann als Wahrheit sah, zu erfahren, aber sie nickte und sah ihn an.
„Wie ich Ihnen schon angedeutet habe, kommen wir aus der Zukunft. Um genau zu sein, aus dem Jahr 2375. Wir leben dort auf einem Raumschiff.“
Er ließ seine Finger über die Schaltfläche gleiten und auf dem Bildschirm erschien ein 3D Bild der Voyager. „Das ist die Voyager. Sie ist 350 Meter lang und es leben 153 Leute auf ihr.“ Er endete vorerst, um der gegenüber sitzenden Frau Zeit zu geben, diese Informationen zu verarbeiten.
Michaela streckte ihre Finger aus, und berührte vorsichtig den Bildschirm. Dann sah sie zu Tom und flüsterte: „Die Menschen werden mal zu den Sternen fliegen können?“
Der Pilot lächelte: „Ja das werden sie.“
„Warum sind Sie hierher gekommen? Und wer sind Kathryn und Chakotay wirklich?“
„Kathryn Janeway ist der Captain der Voyager und Chakotay ist Ihr Erster Offizier. Das bedeutet, sie ist die ranghöchste Person auf dem Schiff und Chakotay ist sozusagen ihr Stellvertreter. Kathryn ist eine von wenigen Frauen, die ein Raumschiff kommandieren dürfen und sie macht ihre Sache sehr gut. Ich stehe sehr gerne unter ihrem Kommando! Sie ist eine starke Frau. Sie strebt an immer das zu erreichen, was sie sich vorgenommen hat. Auch wenn sie manchmal mit dem Kopf durch die Wand muß. Ich bin sehr stolz, zu ihrer Mannschaft zu gehören!“
Michaela lächelte etwas. Sie dachte an ihr Gespräch am ersten Abend auf der Treppe. Also hatte sie nicht in jeder Hinsicht gelogen. Sie hat nur die Geschichte etwas verändert, weil sie ihr das Wahre nicht erzählen konnte. Michaela hätte sie wahrscheinlich für verrückt erklärt, wenn sie ihr die Wahrheit erzählt hätte. Auch jetzt konnte sie das alles nicht so recht glauben, aber dieses Raumschiff, in dem sie sich befand und diese ganzen Dinge hier drin......es mußte wahr sein.
„Uns warum sind Sie in unsere Zeit gekommen?“
„Wegen Ihnen und auch wegen Kathryn.“
Michaela schüttelte leicht den Kopf. „Wegen mir?“
„Ja. In unserer Zeit haben wir einem Volk geholfen, sich vor Angreifern zu wehren. Aber dann hat der Anführer Rache geschworen. Er wollte Kathryns Leben auslöschen. Doch er wollte sich nicht nur mit ihr begnügen, sondern die ganze Familie auslöschen. Also hat er sich über ihre Ahnenreihe schlau gemacht und ist dabei auf ihren Namen gestoßen. Sie sind eine Vorfahrin von Kathryn Janeway! Darum sind Kathryn und Chakotay in die Vergangenheit gereist. Sie mußten verhindern, dass Sie umgebracht werden.“
Michaela war geschockt. Mit weit aufgerissenen Augen starte sie Tom an.
„War das der Mann, der Kathryn diese Wunde zugefügt hat?“
„Ja das war er.“
„Wird er es noch einmal versuchen, mich zu töten?“
„Nein, ich habe ihn erschossen, damit dies nicht noch einmal passieren kann.“

Chakotay saß noch immer bei Kathryn und hatte die Hand an ihrem Kopf liegen. Er hatte die Augen geschlossen und war in einen leichten Schlaf gesunken. In seinen Träumen sah er noch einmal all die schönen Momente, die er mit dieser Frau erlebt hatte..
Unter Kathryns Lidern fingen die Pupillen an zu arbeiten. Nach kurzer Zeit öffnete sie langsam die Augen und versuchte sich zu orientieren. Sie hob ihren Kopf, den sie aber sofort wieder mit einem Stöhnen senkte.
„Chakotay?“ Ihre Stimme war rauh und mehr als ein Flüstern kam nicht über ihre Lippen.
Doch er hörte sie und schlug die Augen auf. Dann schauten sie sich an.
Chakotay stand auf, kontrollierte die medizinischen Daten und ließ die Wände des Kontrollgerätes wieder herunterfahren. Dort stand, dass alle Verletzungen weitgehend geheilt werden konnten und die Biodaten wieder fast normal waren.
„Kathryn.......Du lebst. Du hast es geschafft. Ich bin so froh. Wir haben gedacht, wir hätten Dich, trotz des erfolgreichen Ausganges unserer Mission, verloren. Ein Besuch beim Doctor und ein paar Tage Ruhe, und die Crew hat ihren Captain wieder.....und ich meine Freundin.“ Sie lächelte. „Ja.“

Michaela hatte sich im Sessel zurückgelehnt, betrachtete das Bild der Voyager und dachte an das, was ihr Tom gerade gesagt hatte. Im gleichen Moment ging hinter ihnen die Tür mit einem Zischen auf und Chakotay stand im Durchgang.
Tom sprang sofort auf und wartete nervös darauf, dass er etwas sagte.
Chakotay lächelte.
„Kathryn ist gerade wieder erwacht und ihre Verletzungen heilen. Sie wird wieder vollkommen gesund!“
Tom rief einen Jubelschrei aus, und eine tonnenschwere Last viel von seinem Herzen.
Jetzt bemerkte Chakotay die zweite Person, die sich im Flyer befand, und sein Lächeln verschwand wieder.
„Tom, warum ist Michaela hier? Du weißt, dass Sie hier nicht sein dürfte. Was hast Du Dir dabei gedacht?“
Der Pilot versteifte sich und fing an zu stammeln. Da stand auch Michaela auf und stellte sich schützend vor ihn.
„Es ist meine Schuld! Er wollte Ihnen sofort nachlaufen, aber ich habe ihn aufgehalten. Mein Sohn hatte Sie und Kathryn in der Scheune belauscht und mir dann von diesem Gespräch erzählt. Ich fühlte mich betrogen und habe Kathryn im Haus zur Rede stellen wollen, aber dann vielen die Schüsse. Ich wollte Antworten! Hätte Tom mich nicht mitgenommen, wäre ich ihm gefolgt! Er hat mir jetzt gesagt, wo Sie herkommen und warum Sie hier sind. Darf ich bitte kurz zu Kathryn gehen und mit ihr alleine sprechen?“
Chakotay war überrascht und brachte nur ein Nicken zustande.
„Danke.“ Michaela ging an ihm vorbei und betrat den Raum.

Kathryn hatte wieder die Augen geschlossen und hörte nur die Schritte, die sich ihr näherten. Ohne die Augen zu öffnen fragte sie: „Hast Du mit Tom gesprochen? Warum bist Du lauter geworden?“
„Weil Tom mich hierher gebracht hat und über Eure Herkunft und den Grund Eurer Reise informiert hat.“ , sagte die Ärztin nur und nahm dann auf dem Stuhl Platz, der neben der Liege stand. Ruckartig öffneten sich Janeways Augen und sie schaute in das Gesicht ihrer Urahnin.
„Michaela!.....Was hat Tom gesagt?“
„Dass ihr aus einer Zeit kommt, die 505 Jahre nach unserer Zeit ist. Er hat mir auch ein Bild von Deinem Raumschiff gezeigt und mir von der Bedrohung erzählt, die unserer Familie galt.“
„Oh nein, warum hat er das gemacht? Er weiß, dass wir dies nicht dürfen, damit sich in der Zeitlinie nichts ändert.“ Michaela nahm beruhigend Kathryns Hand und lächelte.
„Keine Angst, außer mir weiß ja keiner davon. Und es wird auch nie jemand davon erfahren, nicht einmal Sully. Die Leute hier würden mich wahrscheinlich einsperren und für verrückt erklären, wenn ich ein Wort darüber verlieren würde."“ sie lachte und auch Kathryn lächelte.
Dann wurde sie nachdenklich.
„Kathryn darf ich Dich noch was fragen? Ich habe in den letzten Minuten so viel Unglaubliches erfahren und........ Du bist meine Nachfahrin. Also werden Sully und ich Kinder haben, ja?“
Kathryn lächelte und nickte. In Michaelas Augen sammelten sich Tränen und sie strahlte vor Glück.
Dann meldete sich eine männliche Stimme: „Kathryn entschuldige bitte, aber wir sollten uns wieder auf die Heimreise machen. Die Gefahr ist zu groß, dass wir doch noch von irgend jemanden entdeckt werden könnten.“ Kathryn sah ihn an. „Ja, Du hast Recht, Chakotay. Ich freue mich schon auf ein nettes Buch, einen extrastarken Kaffee und einen wundervollen Abend mit meinen neu gewonnenen Freunden.“
Sie lachte auf und ihr Erster Offizier stimmte mit ein.
Nach einer letzten herzlichen Umarmung und einiger vergossener Tränen, wurde Michaela von Tom aus dem Flyer hinausbegleitet. In einigen Abstand blieben sie dann stehen.
„Es war nett, Sie kennengelernt zu haben, Michaela. Bitte halten Sie ihr Versprechen, dass Sie niemanden von diesem Treffen erzählen. Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Leben.“ Er machte Anstalten zum Gehen, doch dann drehte er sich schmunzelnd noch einmal zu ihr um.
„Jedenfalls weiß ich jetzt, von wem Kathryn Janeway ihren sturen Kopf hat. Sie Beide sind sich ähnlicher, als Sie annehmen würden.“
Michaela lächelte: „Das freut mich. So weiß ich, dass der Geist der Familie Quinn noch viele Jahre in den Menschen weiterleben wird. Ich wünsche Ihnen allen eine erfolgreiche Heimreise und ich danke Ihnen, dass Sie mir die Wahrheit erzählt haben. Sagen Sie Kathryn, dass ich Sie nie vergessen werde.“
„Das mache ich.“
Dann ging er zurück zum Flyer und nahm auf dem Pilotensitz Platz. Neben ihm saß etwas erschöpft sein Captain und blickte aus dem Fenster. „Können wir?“
Sie blickte ihn mit geröteten Augen an und nickte : „Ja wir können. Aber eine Bitte habe ich noch. Deaktiviere bitte kurz die Tarnvorrichtung. Ich möchte noch einmal, dass wir uns in die Augen blicken können.“ Tom verstand das, aber auch noch ein anderes Gefühl machte sich in seinem Inneren breit. Freude! Er war glücklich, dass obwohl die Mission erledigt war, Kathryn weiterhin beim Du geblieben ist. Das gab ihm die Gewissheit, dass sie alles das, was sie ihm gesagt hatte, auch wirklich ernst gemeint war. Sie wollte seine Freundin sein!“
Nach kurzen Umgebungsscans wußte er, dass es ungefährlich war den Delta-Flyer zu enttarnen und so gab er die nötigen Befehle ein.

Michaela bewegte sich nicht von der Stelle. Sie blickte starr auf den Punkt, an dem Tom verschwunden war. Ob sie noch da waren? Wie gerne hätte sie noch einmal zum Abschied gewunken. Dann vernahm sie ein Geräusch. Sie konnte es nicht einordnen, denn so etwas hatte sie noch nie gehört. Staub wirbelte auf und eine Windböe warf sie fast zu Boden.
Zwei Sekunden später meinte sie ein seltsames Flimmern der Luft zu vernehmen und plötzlich sah sie das Objekt, dass vor ihr über den Boden schwebte. Staunend öffnete sie den Mund. Sie verspürte nicht einen Hauch von Angst, denn in diesem Gefährt saßen neu gewonnen Freunde. Sie wußte, dass ihr nichts passieren würde. Ihr Blick schweifte zu dem großen Fenster, aus dem sie noch vor Minuten nach draussen geschaut hatte und sie sah Kathryn. Ihre Urahnin stand direkt an der Scheibe und hatte ihre Handfläche auf diese gelegt, als wenn sie sie noch ein letztes Mal berühren wollte. Auch Michaela erhob die Hand und in beider Gedanken berührten sie sich nun. Dann drehte der Flyer ab und verschwand wieder. Michaela lief winkend ein Stück hinterher, obwohl sie nicht wußte, ob die drei dies überhaupt noch sehen konnten. Dann blieb sie stehen und sah in den Himmel. Tränen liefen über ihr Gesicht, aber ihre Lippen waren zu einem glücklichen Lächeln geformt.

Es waren nun schon ein paar Tage vergangen, seitdem sie die Voyager wieder erreicht hatten. Die Freude bei der Crew war groß gewesen, dass ihr Captain nun wieder bei ihnen war. Janeway hatte als erstes dem Doctor einen Besuch abgestattet. Sie mußte innerlich grinsen, als sie seine erstaunten Augen über ihren freiwilligen Besuch sah. Sie war sich sicher, dass er sofort nach ihrem Verlassen der Krankenstation, einen persönlichen Vermerk in seinem Logbuch gemacht hatte. Wie von Chakotay angenommen, hatte sie von ihm eine Woche Erholung verschrieben bekommen, was sie diesmal auch dankend annahm. Sie war froh noch etwas Zeit für sich zu haben, bevor sie wieder ihre Pflichten übernahm.
Sie hatte es sich auf ihrer Couch gemütlich gemacht und las ein Buch. Es war eine Geschichte über Colorado Springs im Jahre 1875, geschrieben von Dorothy Jennings. Im Einband stand, dass diese Frau damals dort gelebt hatte. Keiner wußte genau, wie diese Notizen nicht verloren gehen konnten. Im Jahre 1990 wurden sie auf einem Speicher eines alten Gutshauses gefunden. Der damalige Erbe hatte den Dachboden für einen Ausbau entrümpelt und ist so auf eine alte Kiste gestoßen, in der sich, mit vielen anderen Sachen aus der Zeit, auch diese Notizen befanden. Er schenkte die Kiste einem Museum, und die Notizen schickte er an einen Verlag, welcher dann dieses Buch veröffentlichte.

Kathryn war gerade in einen Abschnitt vertieft, als ihr Terminal sich meldete.

>VERSCLÜSSELUNGSCODE GEÖFFNET<
meldete der Computer und Kathryn sah überrascht auf. Sie legte ihr Buch beiseite stand auf und ging zu ihrem Schreibtisch. Mit geschickten Fingern öffnete sie die Nachricht. Auf dem Bildschirm erschien die Zeile
>persönliche Nachricht für Kathryn Janeway. Freigabe am 14.6. 2375<
Kathryn bestätigte und das Bild änderte sich. Es war eine handgeschriebene Nachricht.

Liebe Kathryn!
Zwei Jahre sind nun vergangen, seitdem wir uns kennengelernt haben.
Ich habe mein Versprechen gehalten und niemandem davon erzählt,
was ihr mir gezeigt habt. Ich trage dies tief in meinem Herzen verborgen.
Sully und ich haben eine Tochter bekommen.
Ich habe sie nach Dir benannt und ihr den Namen Kathryn gegeben! Aber jeder nennt sie nur Katie. Sie ist unser Sonnenschein! Ich hoffe, dass sie auch das Durchsetzungsvermögen von mir geerbt hat, dass auch Du
in Dir trägst.
Tom hat es mir beim Abschied gesagt, dass wir uns in dieser Hinsicht sehr ähnlich sind.
Ich werde diesen Brief verschliessen und veranlassen, dass er von Generation zu Generation weitergegeben wird, bis er hoffentlich Dich erreicht.
Gestern war der Fotograph in Colorado Springs. Ich habe mich mit Katie fotografieren lassen und werde dieses Bild mit in den Umschlag legen. Vielleicht freust Du Dich ja darüber.
So nun will ich schließen. Sully kommt gleich, um mich abzuholen.
Ich wünsche Dir alles erdenklich Liebe und grüße bitte Tom und Chakotay von mir.
Meine Gedanken sind bei Dir.
Liebe Grüße aus dem Jahr 1872.

Deine Michaela Quinn


Kathryn wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und öffnete den Anhang.
Das Foto erschien. Michaela saß lächelnd auf einem Stuhl. Auf ihrem Schoß saß ein niedliches kleines Mädchen, was lachend die Arme Richtung Kathryns streckte. Wahrscheinlich hatte der Fotograf Witze gemacht oder ein Spielzeug auf dem Apparat sitzen gehabt, aber es hatte den Anschein, als wüßte sie, für wen dieses Foto bestimmt war.

Dann meldete sich ihr Communicator. „Paris an Janeway“
„Janeway hier. Was gibt es Tom?“
„Nun ja, B´Elanna, Chakotay und ich haben für heute einen Ausflug ins Holodeck 1 geplant. Wir wollen zum Strand, so mit Picknick, Wasserschlacht und so. Und da wollte ich fragen, ob.....ääh....“
Janeway lachte. Er traute sich nicht, dieses kleine Wort zu sagen.
„Du wolltest mich fragen, ob ich Euch begleiten würde, oder?“
Sie hörte das erleichterte Ausatmen. „Ja das wollte ich. Und hättest Du Lust?“
„Aber sicher! Ich langweile mich hier schon zu Tode.“
„Das freut mich......ey, was soll das......B´Elanna was machst Du da......Chakotay nimm sie weg....Kathryn Hilfe....“ Dann hörte Janeway einen Knall.
„B`Elanna, lass ihn in einem Stück. Es wäre ungerecht, wenn wir beiden Frauen bei der Wasserschlacht nur gegen Chakotay antreten würden“
„Ich wollte Tom nur daran erinnern, dass er sich nicht alleine freut. Er vergißt schnell mal, dass es außer ihm noch andere Personen gibt.“
Janeway lachte so sehr, dass sie nach Luft ringen mußte.
„Ich packe jetzt meine Badesachen und mach mich auf den Weg. Bis gleich. Janeway Ende.“

Sie schaute noch einmal auf das Foto und strich mit den Fingerspitzen darüber. Dann deaktivierte sie das Terminal und ging ins Schlafzimmer.
Dies war der Beginn des neuen Lebens von Kathryn Janeway auf der Voyager!


Ende




Joyce
unregistriert

...   Erstellt am 13.05.2005 - 00:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Kath,

herzlichen Glückwunsch zu deiner äußerst langen FF.

Die Idee Voyager und Dr. Quinn zu vereinigen ist verrückt. Aber du hast bewiesen, dass es geht !!!

Deine Schreibweise ist genial und fesselnd.

Ich kann nur sagen weiter so !!!!!!!!

Gruß
ute




JaneSeymour
unregistriert

...   Erstellt am 13.05.2005 - 15:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


So nun hab ich mir auch die Zeit genommen und den zweiten Teil gelesen und muss sagen, dass mir deine FF echt gut gefiel!

Hat mir Spaß gemacht diese zu lesen, denn sie war wirklich fesselnd!

Ganz liebe Grüße Kati




Kath
unregistriert

...   Erstellt am 13.05.2005 - 17:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Danke schön für das Lob von Euch Beiden.
Dass es verrückt und sogar unmöglich ist, diese zwei Serien zu verbinden, sagte man mir vorher auch schon.
Und ich wußte auch selber nicht, ob es wirklich möglich ist, eine glaubhafte Story zu schreiben.
Aber mich ließ diese Idee einfach nicht mehr los, und ich habe es darum trotzdem gemacht. Und ich bin froh, dass ich es versucht habe!

Ich hoffe, dass die anderen vielleicht auch mal reinlesen werden.

LG Kath




Janine20
unregistriert

...   Erstellt am 14.05.2005 - 01:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


also ich hab deine Ff nun auch mal gelesen.und ich find sie echt super...klasse weiter so....bussi jany





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