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Bubach ...
darf Derrick den Wagen holen
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...   Erstellt am 21.08.2009 - 15:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Reinecker-Portrait entdeckt. Nichts neues, aber ganz frisch:

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Sascha1971 
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...   Erstellt am 27.01.2015 - 21:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Herbert Reinecker ist heute vor 8 Jahren gestorben. Heiligabend letztes Jahr wäre der Derrick-Drehbuchautor 100 Jahre alt geworden.




StephanDerrick 
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...   Erstellt am 06.03.2016 - 15:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ein sehr gut recherchiertes Buch über Reinecker und seiner Vergangenheit bis 1945, auch interessant im Hinblick eben auf den KOMMISSAR und DERRICK:

Reineckerland. Der Schriftsteller Herbert Reinecker
Autor(en) Aurich, Rolf; Beckenbach, Niels; Jacobsen, Wolfgang
ErschienenMünchen 2010: Edition Text + Kritik im Richard Boorberg Verlag
Umfang330 S.
Preis€ 29,80
ISBN978-3-86916-068-9


http://www.hsozkult.de/publicationrevie … cher-16466

Und dann auch dieses Buch, das Tian ja auf seiner Homepage aufgelistet hat:

TOM ZWAENEPOEL Dem guten Wahrheitsfinder auf der Spur. Das populäre Krimigenre in der Literatur und im ZDF-Fernsehen

Königshausen & Neumann, 2004


Beide Bücher sind nichts für Reinecker-Fans, in ersterem Buch wird eben Reineckers Werk in Bezug auf seine Vergangenheit im Dritten Reich untersucht. AUch über "Dr. TRaut>" findet sich da etwas.

Im zweiten Buch gibt es ein interessantes Reinecker-Interview, auch zu DERRICK.


[Dieser Beitrag wurde am 06.03.2016 - 15:41 von StephanDerrick aktualisiert]




StephanDerrick 
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...   Erstellt am 06.03.2016 - 20:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Und dann auch noch der kürzlich verstorbene große Umbert Eco.

https://files.hanser.de/hanser/docs/200 … -3_191.pdf




OberinspektorDerrick 
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...   Erstellt am 19.11.2016 - 03:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das habe ich in einem ZEIT-Artikel gefunden. Reineckers Spät-Phase als Autor. Klingt stark nach den - so ross - angetsellten Überlegungen der Derrick-Spätphase:

"Reinecker, zweiter Teil, ist die Rückkehr zu den Feuilletons. Die belehrende Unterhaltung
hat er hinter sich gelassen, nun sucht er nach den großen Zusammenhängen: "Was ist
eigentlich meine Geschichte? Das ist das Hauptthema aller Autoren. Der Mensch braucht
eine Geschichte." Passend inhaltsschwer klingen Texte wie Titel: 'Die Majestätisierung des
Geschwätzes' oder 'Der Mensch als Übernachtungsstätte durchreisender Überzeugungen'
oder 'Wunderland Kritik oder Die Mühsal der Ortsbestimmung' . Wer all dies lesen wird,
und wo, scheint nebensächlich. Reinecker, fast unter manischem Formulierzwang, ist die
Gedanken losgeworden."

http://pdf.zeit.de/2001/33/200133_m_reinecker.xml.pdf

Man kann es fast gar hören...
- "Wir leben in einer Zeit der Majetätitisierung des Geschwätzs. Ein ungeheurer Satz, nicht wahr?"
- "Der Mensch ist in der heutigen Zeit doch nicht viel mehr als eine Übernachtungsstätte durchreisender Überzeugungen. Finden Sie das nicht auch?"...

[Dieser Beitrag wurde am 22.03.2017 - 13:38 von OberinspektorDerrick aktualisiert]





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OberinspektorDerrick 
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...   Erstellt am 28.04.2017 - 19:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


MATTHIAS DELL 18.07.2011 | 13:00 1
Der Schuldverschreiber
Wissensabspaltung Eine umfangreiche, kluge Monografie über den problematischen Weg des Autors Herbert Reinecker („Derrick“) durch das bundesdeutsche 20. Jahrhundert

Zuerst, Reineckerland ist ein sehr schönes Buch. Von der Edition Text+Kritik kennt man die gleichnamige Literaturzeitschrift, die in nüchternem Schwarzweiß gehalten ist und deren schlichte Typografie ein wenig in die Jahre gekommen ist. Bei Reineckerland (Gestaltung: Sarah Lamparter) nun wurde aus dem silbernen Einband mit einem Schwarzweiß-Foto Herbert Reineckers ein weißes Rechteck geprägt – ausgespart bleibt eine Deutschlandkarte von 1937, durch die hindurch man in Reineckers traurig-ernste Augen schaut.

Die Aufmachung des Buches verströmt so etwas Kostbar-Seriöses und etwas Unerhörtes zugleich, was dem Gegenstand unbedingt angemessen ist. Reineckerland ist ein Schatz. Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen von der Deutschen Kinemathek in Berlin sowie der Kasseler Soziologe Niels Beckenbach porträtieren in dem großformatigen, 330 Seiten starken Buch den „Schriftsteller Herbert Reinecker“, wie der Untertitel lautet. Das ist bemerkenswert, weil der 1914 in Hagen geborene Reinecker populär geworden ist als Fließbandautor für die ZDF-Krimiserien Der Kommissar und Derrick, die im Buch zusammen ein Kapitel ausmachen.

Wenn Reinecker hier als der Schriftsteller ernst genommen wird, der er sein Leben lang sein wollte, dann liegt das zum einen quer zum deutschen Verständnis von Hoch- und Unterhaltungskultur. Zum anderen wird durch die umfassende Weise, in der sich die Autoren Reineckers Werk von der ersten Kurzgeschichte 1932 über die als Zeitbericht kaschierte Autobiografie von 1992 bis hin zu den letzten, ins Religiöse driftenden Traktaten widmen, die Fluchtbewegung verstellt, die in der Selbststilisierung zum verkannten Schriftsteller auch liegt.

„Dreck“ der späten Jahre

Die Tragik von Reineckers Leben bestand weniger in der aufs Ästhetische verkürzten Wahrnehmung, als Dienstleister eines „Schmuddelmediums“ gegolten zu haben. Sie ist vielmehr in den politischen Anteilen seiner Biografie zu suchen: dem Aufstieg als Journalist und Dramatiker bis zum Waffen-SS-Mitglied unter den Nazis und der Unmöglichkeit, mit der daraus entstandenen Schuld anders als schweigend umzugehen. Insofern bildet das Jahr 1945 die entscheidende Zäsur in Reineckers Leben. Rein­eckerland arbeitet etwa am Vergleich zweier Filmstoffe dies- und jenseits von 1945 heraus, wie das Schreiben Reineckers seine Richtung änderte, ohne an den Fundamenten des Denkens zu rütteln. Das Los der Pimpfe, die Reinecker in seinem Drehbuch zu dem Film Junge Adler von 1944 noch kraft des Führerideals in den Krieg gehetzt hatte und an dem 1954 in dem Roman Kinder, Mütter und ein General vor allem die Mütter Schuld tragen, bleibt das gleiche. Der Unterschied: „Treue und Vertrauen ... hatten die Seiten gewechselt.“ Ähnlich verhält es sich mit der Sprache: Mit dem Wort „Dreck“ aus der LTI, der Sprache des Dritten Reichs, sind in dem Drehbuch Der Arzt und das Ungeheuer von 1960 über den Masseur Himmlers die Juden gemeint. „Später werden es die sein, die aus der Gesellschaft ausscheren und unter Umständen zu Tätern werden.“

Die Lektüren zu Der Arzt und das Ungeheuer bilden nur ein Beispiel, für das umsichtige und kluge Vorgehen der Autoren von Reineckerland. Die Lücken in der Herkunftsgeschichte des Manuskripts werden mit Vermutungen gefüllt, die nie billige Spekulationen sind. Zugleich zeigen Aurich, Jacobsen und Beckenbach an dem Drehbuch – das bedeutsam ist, weil „wohl in kaum einem anderen Text Reineckers“ der Riss in dessen Biografie zwischen Nazi-Schuld und Nachkriegserfolg so deutlich bearbeitet wird –, wie die Bewegung vom „Ich“ zum „man“ nach 1945 funktioniert: „Der Mensch Herbert Reinecker schweigt, der Schriftsteller jedoch äußert sich.“ Das Wissen würde vom Erinnern abgetrennt, Schuld so abgewehrt, lautet die These über Reineckers Umgang mit seiner problematischen Vergangenheit. Was vielleicht auch erklärt, wieso die sublimierte Arbeit an der eigenen Schuld so anschlussfähig war für Millionen von Fernsehzuschauern.

Zeit als Metapher

Reineckerland ist ein anregender, detailreicher Essay über eine paradigmatische Figur des (bundes)deutschen 20. Jahrhunderts. Fern jeder akademischen Hermetik gelingt es den Autoren durch präzise Materialbeherrschung ein Bild vom „Rein­eckerland“ zu zeichnen, das die Bundesrepublik war, das den mentalen Raum von Hitlers Deutschland aber nie wirklich verlassen hatte.

Der einzige Schönheitsfehler des Buchs ist, dass diese räumliche Metapher kaum mit Bedeutung gefüllt wird. Viel treffender – denkt man nach der Lektüre des Buchs über einen Autor, der selbst immer wieder von „Zeitgebundenheit“ und „Zeitbericht“ gesprochen hat – schiene in diesem Fall doch das Bild der Zeit zu sein. In dieser „Reineckerzeit“ wäre 1945 nicht zu Ende gewesen, was 1933 begonnen hatte – auch wenn das auf dem Einband wohl nicht so plastisch darzustellen gewesen wäre.

Reineckerland. Der Schriftsteller Herbert Reinecker Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen, Niels Beckenbach Edition Text+Kritik 2010, 330 S. mit zahlr. Abb., 29,90


https://www.freitag.de/autoren/der-frei … rschreiber





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Jonas ...
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...   Erstellt am 13.12.2018 - 18:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bubach schrieb

    Reinecker-Portrait entdeckt. Nichts neues, aber ganz frisch:

    Hier entlang

Sehr geehrter Herr Widanje,

als neues Mitglied dieser Gruppe und ebenso längst eingefleischter Fan dieser Krimiserie fange ich gleich mal „hinten“ an und leiste meinen ersten Beitrag an den Schöpfer und Autor dieser erfolgreichsten und vielleicht realitätsnahesten Serie, die jemals im deutschen Fernsehen gedreht wurde. Außerdem ist heute auf den Tag genau vor 10 Jahren Horst Tappert, der „Oberinspektor aus der Ettstraße“ im Alter von 85 Jahren verstorben! Und nachdem ich mir mehrmals Gedanken gemacht über diesen bis heute nicht nur weltweiten, sondern vor allem auch realen Welterfolg habe, bin ich zu folgendem Schluss gekommen:

Deutschland hatte zwei Weltkriege hinter sich und war am Boden zerstört,. Mit dem entstehen des Fernsehens und der damit gedrehten Spielfilme und Serien konnten sich die Zuschauer in eine teilweise heile Welt flüchten. Und das nicht nur in Heimatfilmen, Arztserine und Romanzen, sondern auch in Krimis. Da tritt ein Münchener Kriminalbeamter am 20. Oktober 1974 bei der Münchner Mordkommission seinen Dienst an und zur Bekämpfung stehen „Oberinspektor Derrick drei Waffen zur Verfügung „Das Reden, das Schweigen und der durchdringende Blick“. Begleitet von ein Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Und gerade diese Ruhe und teilweise vollkommene Gewaltlosigkeit. Die von dieser Serie ausging, war meiner Meinung nach das Erfolgsgeheimnis dieser Krimiserie. Als Horst Tappert am 16. Dezember 2008 starb schrieb die BILD-Zeitung tags darauf unter dem Titel „Derrick ist tot“, die Sätze „Derrick schenkte uns Glauben an das Gute“ und „Derrick brachte Sicherheit in die deutschen Wohnzimmer“. Und genau diese Sicherheit, wurde in der Melodie des Intros schon spürbar. Die einzelnen „Derrick“-Folgen enthalten Botschaften. Botschaften zu verschiedenen Themen in der Gesellschaft.

In einem „Spiegel“-Artikel steht, dass es in China einen Kriminalbeamten gegeben hat, der „Derrick“-Folgen als Lehrfilme empfohlen hat, wie man Ermittlungen durchzuführen hat!

Anstatt Reinecker ebenfalls gnadenlos mit eiskalten Nazi-Verbrechern gleichzustellen (OHNE jetzt die ewige Debatte über Mittäterschaft oder der Frage „Sollte man „Derrick“ aufgrund Tapperts SS-Zugehörigkeit weiter im Fernsehen zeigen oder nicht?“), das „Düsterste Kapitel Deutschlands“ betreffend, sollten wir ihm dankbar sein. Dankbar dafür, dass ausgerechnet er, der aufgrund der schlimmen Erlebnisse die ihn in seinen letzten Lebensjahren immer wieder in seinen Träumen heimgesucht haben, der allen Grund gehabt hätte in Form der damit verbundenen Verarbeitung in seinen Krimis die Gewalt darzustellen eben auf diese Art und Weise das Zeigen von Morden , was „er hasste“, verzichtet hat, sondern den Menschen, die Wege ins Verbrechen gezeigt hat.

Mit der 250. und damit verbunden „Derrick“-Spezial“- Sendung anlässlich der Jubiläumsfolge „Eines Mannes Herz“ ist Reinecker mit dieser Folge ein echtes Meisterwerk gelungen! Er hat damit einen Lehrfilm geschaffen; einen Lehrfilm das Miteinander in unserer Gesellschaft betreffend.

Egal ob das „Elend der Welt“ betreffend („Katze ohne Ohren“), das Verhalten und die Liebe unter Jugendlichen („Die Nacht, in der Ronda starb“) oder psychische Erkrankungen und Wiederholungstäter („Entlassen Sie diesen Mann nicht!“), „Derrick“ ist eine Serie, die Wissen über den Zustand der Welt vermittelt und die bis heute ihre Gültigkeit in der Moral besitzen! So meine Meinung über den Erfolg dieser Serie.

Was Ihre Frage, „warum es in der heutigen TV-Landschaft niemanden mehr gibt, der diese Gabe hatte, so zu schreiben“, habe ich folgende Erklärung:

BLICKT MAN AUF DIE erfolgreichen Serien und Klassiker des ZDF, so fällt auf, dass die jeweilige Serie immer von EIN und DEMSELBEN Autor geschrieben wurde! Und gerade deshalb dieser Erfolg! Ein und derselbe Autor einer jeden Folge, ein und derselbe Schreibstil und damit ebenso ein und dieselbe Machart. Ebenso gibt es wohl heute kaum noch einen Autor, der solch ein Menge an Ideen hat und diese Monat für Monat konsequent zu Papier bringt und den Fernsehzuschauern schöne Serien beitet, sei es das Genre betreffend Krimi („Der Kommissar, „Derrick“) oder Familien- und heile Welt-Serie („Diese Drombuschs“).


Mit freundlichen Grüßen

Jonas Fuhrmann




Olaf19 ...
Inspektor-Anwärter
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...   Erstellt am 10.01.2019 - 22:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jonas schrieb
    Sehr geehrter Herr Widanje,

Moin Jonas, wie kommst du gerade auf Widanje? – dieser Forianer ist schon seit vielen Jahren gesperrt und auch in diesem Thread nicht vertreten... oder hab ich was verpasst

Jonas schrieb
    In einem „Spiegel“-Artikel steht, dass es in China einen Kriminalbeamten gegeben hat, der „Derrick“-Folgen als Lehrfilme empfohlen hat, wie man Ermittlungen durchzuführen hat!

Das ist ja amüsant, wusste ich noch gar nicht. Man sieht, unsere chinesischen Freunde verstehen sich nicht nur auf Industrie spionage

Jonas schrieb
    Mit der 250. und damit verbunden „Derrick“-Spezial“- Sendung anlässlich der Jubiläumsfolge „Eines Mannes Herz“ ist Reinecker mit dieser Folge ein echtes Meisterwerk gelungen! Er hat damit einen Lehrfilm geschaffen; einen Lehrfilm das Miteinander in unserer Gesellschaft betreffend.

Mir hat diese Episode auch ganz gut gefallen, insbesondere in der Spätphase von Derrick, wo es leider viele schwächere, schwerfällige Folgen gab, sticht sie positiv heraus. Man spürt Reineckers Bestreben, neben der eigentlichen Krimi-Handlung noch etwas gesellschaftlich Relevantes auszusagen (was bei vielen anderen Folgen gnadenlos in die Hose gegangen ist, Stichwort "philosophische Überfrachtung von Dialogen").

Jonas schrieb
    BLICKT MAN AUF DIE erfolgreichen Serien und Klassiker des ZDF, so fällt auf, dass die jeweilige Serie immer von EIN und DEMSELBEN Autor geschrieben wurde! Und gerade deshalb dieser Erfolg! Ein und derselbe Autor einer jeden Folge, ein und derselbe Schreibstil und damit ebenso ein und dieselbe Machart.

Da bin ich nicht ganz deiner Meinung. Theoretisch müsste es eigentlich so sein, praktisch aber sind die Reinecker-Bücher aber doch sehr verschieden, und das nicht nur, weil der Autor sich über die Jahre weiterentwickelt hat.

Umgekehrt wirkt für mich eine Serie wie "Der Alte" nicht weniger aus einem Guss als Derrick, obwohl mit Detlef Müller und Bruno Hampel, Karl-Heinz Willschrei und Herbert Lichtenfeld, Alfred Vohrer und Günter Gräwert, Oliver Storz und Volker Vogeler (letzterer ab ca. Folge 50 als Haupt-Autor!) recht unterschiedliche Autoren am Werke waren.

Wenn Herbert Reinecker eine richtig schräge Folge haben wollte, hatte er keinen Volker Vogeler, der die für ihn schreiben konnte – das musste er schon selber machen . Und so entstanden neben klassischen Spannungs-Krimis wie Hoffmanns Höllenfahrt, Tod am Bahngleis oder Abitur auch so Eigenartikeiten wie Das Lächeln des Doktor Bloch, Alarm auf Revier 12, Der Mann aus Portofino oder auch – leider gar kein Ruhmesblatt – Beatrice und der Tod.





Signatur
"Holt schon mal den Wagen, ich komm' gleich nach!" (Kommissar Kress in: "Der Anschlag", Folge 167)

Squire1971 ...
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...   Erstellt am 11.01.2019 - 17:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Jonas;

habe eben erst Deinen Beitrag gelesen. In diesem Forum sind wir alle per Du.

Was Autoren betrifft, die ALLE FOLGEN einer Serie schreiben, bin ich der gleichen Auffassung wie Olaf. Die Qualität der Drehbücher von Reinecker war sehr divergierend. Es ist ja auch unmöglich, ununterbrochen qualitativ hochstehende Drehbücher zu verfassen. Heutzutage werden Drehbücher x-fach umgeschrieben und werden oft trotzdem nicht besser. Es wird wahnsinnig viel Schrott verfilmt, leider auch die Reihe "Tatort" und sonstige Krimis betreffend.

Ansonsten nochmals willkommen im Forum, auch wenn Du schon seit einiger Zeit registriert bist.





Signatur
"Harry, wir brauchen den Wagen, sofort!!!" (Stephan zu Harry in "Johanna")

http://www.literaturexperte.com/

Jonas ...
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...   Erstellt am 25.03.2019 - 18:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Olaf19,

ich komme gerade deshalb auf Widanje, weil er "im Allgemeinen" danach gefragt hat, warum Reinecker so erfolgreich war und ob es jemand erklären kann?

Habe ich gar nicht bemerkt, dass dieser Nutzer schon seit Jahren nicht mehr hier im Forum aktiv ist!
Olaf19 schrieb

    Moin Jonas, wie kommst du gerade auf Widanje? – dieser Forianer ist schon seit vielen Jahren gesperrt und auch in diesem Thread nicht vertreten... oder hab ich was verpasst


    Das ist ja amüsant, wusste ich noch gar nicht. Man sieht, unsere chinesischen Freunde verstehen sich nicht nur auf Industrie spionage


    Mir hat diese Episode auch ganz gut gefallen, insbesondere in der Spätphase von Derrick, wo es leider viele schwächere, schwerfällige Folgen gab, sticht sie positiv heraus. Man spürt Reineckers Bestreben, neben der eigentlichen Krimi-Handlung noch etwas gesellschaftlich Relevantes auszusagen (was bei vielen anderen Folgen gnadenlos in die Hose gegangen ist, Stichwort "philosophische Überfrachtung von Dialogen").


    Da bin ich nicht ganz deiner Meinung. Theoretisch müsste es eigentlich so sein, praktisch aber sind die Reinecker-Bücher aber doch sehr verschieden, und das nicht nur, weil der Autor sich über die Jahre weiterentwickelt hat.

    Umgekehrt wirkt für mich eine Serie wie "Der Alte" nicht weniger aus einem Guss als Derrick, obwohl mit Detlef Müller und Bruno Hampel, Karl-Heinz Willschrei und Herbert Lichtenfeld, Alfred Vohrer und Günter Gräwert, Oliver Storz und Volker Vogeler (letzterer ab ca. Folge 50 als Haupt-Autor!) recht unterschiedliche Autoren am Werke waren.

    Wenn Herbert Reinecker eine richtig schräge Folge haben wollte, hatte er keinen Volker Vogeler, der die für ihn schreiben konnte – das musste er schon selber machen . Und so entstanden neben klassischen Spannungs-Krimis wie Hoffmanns Höllenfahrt, Tod am Bahngleis oder Abitur auch so Eigenartikeiten wie Das Lächeln des Doktor Bloch, Alarm auf Revier 12, Der Mann aus Portofino oder auch – leider gar kein Ruhmesblatt – Beatrice und der Tod.




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