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MinX  no.11
     

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 172 Nachricht senden | Erstellt am 22.04.2005 - 19:08 |  |
Reif für die Insel
„Man, Sie Idiot, können Sie nicht aufpassen, oder was? Das war ne Designerjacke und ich werde dafür sorgen, dass Sie die von ihrem Gehalt abbezahlen werden!!!“, herrschte Bret ‚Epic’ Mazur den etwas älteren Butler des riesigen Schiffes an. Er war von seinem Luxusliegestuhl im V.I.P. – Bereich aufgesprungen und zog angewidert die Jacke aus, von der teuerster Champagner tropfte. „Es tut mir so unendlich Leid, wirklich, entschuldigen Sie bitte… warten Sie, ich bringe die Jacke sofort in die Schiffeigene Reinigung, vielleicht ist ja noch was zu retten. Bitte entschuldigen Sie…“, sagte der Butler und verbeugte sich wieder und wieder duckmäuserisch vor Bret. Bret schüttelte nur missbilligend den Kopf. Ein Mädchen mit blonden Haaren beobachtete die Szene von ihrem Liegestuhl aus und schüttelte auch den Kopf. Allerdings nicht wegen dem Butler, sondern weil sie es absolut überflüssig fand, dass Mr. Mazur auch noch Geld von dem armen Kerl wollte. Und überhaupt, was regte der sich so auf? Er hatte doch genug um sich 20 von diesen Designerjacken zu kaufen. Das Mädchen war allerdings zu schüchtern um dem Crazy Town Star das ins Gesicht zu sagen. Sie war sich sicher, dass ihre ältere Schwester schon längst aufgestanden und dem Butler beigestanden wäre, so wie sie sie kannte. Das Mädchen lächelte. Ja, Laura und ihr Gerechtigkeitssinn. Wahrscheinlich war das der Grund, warum sie so eine perfekte Staatsanwältin abgab. >Aber ich? Ich weiß noch nicht mal, was ich später machen will…<, seufzte sie. „Isabella? Bella? Wo bist du denn?“, rief ihre Freundin Maria von unten auf der Treppe. Isabella sah, dass Brets Kopf sich in ihre Richtung drehte, als sie antwortete: „Ich bin hier oben Maria, warte, ich komm runter.“ Bret lächelte ihr zu.
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MinX  no.11
     

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Bella hob nur eine Augenbraue und sah von oben bis unten an ihm herunter. Bret sah, dass sie nicht wirklich von ihm beeindruckt war und so ahmte er Maria nach: „Isabella? Wo bist du???“ Dann sagte er mit seiner normalen Stimme, allerdings mit einer sehr spöttischen: „Na los, Bella, beeil dich…“ Dann grinste er ironisch. Doch Bella fand es gar nicht so toll, dass er sich über sie lustig machte und hob auch noch die andere Augenbraue. Sie sagte nichts sondern rauschte einfach an ihm vorbei. Nur dem Butler lächelte sie zu, als wenn sie ihm Mut machen wollte. Weil er sie nicht wirklich beeindruckt hatte, wurde Bret nur noch wütender und schrie den Butler an: „Was stehen Sie denn da noch rum, na los, ich will, das meine Jacke wieder sauber wird!!!“ Das einzige, was Bella dachte, als sie zu Maria ging, war > So ein widerliches, arrogantes Arschloch< Dann ging sie mit Maria zum Pool und vergaß Bret, nachdem sie Maria davon erzählt hatte, gleich schon wieder.
Am Abend hatten sich Maria und Bella etwas herausgeputzt, weil es ein Nobelschiff war und man nicht einfach im Jogginganzug gehen konnte. Sie gingen zu ihrem Tisch und bestellten die Getränke. „Den Butler von heute Vormittag scheint nicht da zu sein, normalerweise kellnert der doch noch zusätzlich…“, sagte Maria und sah sich um. „Stimmt, der arme Kerl versucht bestimmt diese hässliche Designerjacke sauber zu kriegen…“, sagte Bella und trank einen Schluck von ihrer Cola. „Guten Tag, die Damen. Es tut uns wirklich Leid, sie zu stören und ihnen mitteilen zu müssen, dass uns leider ein kleiner Fehler unterlaufen ist.“ Ein netter Kellner stand vor ihrem Tisch und lächelte entschuldigend. „Wie sie vielleicht wissen, haben wir gestern den Hafen von Miami angesteuert, um noch 3 weitere Gäste an Bord willkommen zu heißen. Nur leider haben wir einen Fehler bei der Tischverteilung gemacht und wir hoffen, dass sie nichts dagegen haben, wenn sich der junge Mann dort drüben noch zu ihnen setzt.“ Bella und Maria schauten an Kellner vorbei und sahen Bret, der wartend und sichtlich genervt neben der Eingangstür stand.
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„Oh nein…“, sagte Bella uns schaute Maria an. „Es tut uns wirklich Leid und es wird auch nur für 3 Dinnerzeiten sein, danach bekommt er seinen eigenen Tisch.“, sagte der Kellner und winkte Bret herbei. „Hier ist ihr Tisch, Mister Mazur.“ Er zog den 3. leeren Stuhl etwas raus und wartete bis Bret sich setzte. Aber das geschah nicht. „Was soll das denn schon wieder? Ich hatte doch ausdrücklich einen eigenen Tisch geordert. Was ist das hier überhaupt für eine Organisation. Nur Versager, hier.“, zickte Bret und fuchtelte bei den letzten Worten dramatisch mit den Händen. „Es tut uns wirklich Leid, es ist auch nur für ein paar Tage, Mister Mazur.“ Bret seufzte und setzte sich. „Na, wenigstens bin ich in Gesellschaft von zwei hübschen, jungen Damen…“, sagte er dann und lächelte uns, seiner Meinung nach gewinnend, an. Bella lächelte nicht, Maria deutete ein Lächeln an. >Die oberflächlich dieser Typ doch ist.<, dachte Bella und rollte innerlich mit den Augen. >Jetzt können wir uns noch nicht mal normal unterhalten…< Bret schien nicht zu bemerken, dass die Mädchen leicht zur Seite rückten, weil sie ihn als unangenehm empfanden. Er plapperte munter drauf los und prollte mit seinem Geld, seinen Weibergeschichten und seinen Drogenexzessen. Bella und Maria sagten die ganze Zeit nichts außer: „Aha“, „Toll…“ oder „Wie schön für Sie.“. Auch das bemerkte Bret nicht. Endlich war das Dinner zu Ende, einige Leute standen auf und verließen den Raum, um frische Luft zu tanken oder um sich in ihre Zimmer zurückzuziehen. Auch Bella warf Maria einen Blick zu, der ihr deutete, dass sie so schnell wie möglich hier weg wollte, Maria verstand diesen Blick und stand auf. „Entschuldigung, wir müssen noch schnell an den kleinen Kiosk, sonst haben wir morgen keine Sonnencreme…“, sagte sie und die 2 verabschiedeten sich schleunigst. Sie taten so, als hätten sie Brets: „Aber, das können sie doch auch noch morgen machen…“ überhört und gingen schnurstracks zum Ausgang. Als sie heraustraten gingen sie schnell zur offenen Rehling, wo sie erleichtert aufatmeten. „Er ist uns nicht gefolgt. Puh…“, sagte Maria und sah sich um. „Gott sei Dank… Wie kann ein Mensch nur so nervig sein? Es hat mich überhaupt nicht interessiert, wie viele Mädchen er schon hatte und was für Drogen er schon ausprobiert hat.“, meinte Bella. „Mich auch nicht, ehrlich. Lass uns och etwas herumspazieren, dass Schiff ist ja groß genug.“, sagte Maria und hakte sich bei Bella unter. Dann gingen sie über alle Decke, um etwas müder zu werden. Vor ihrer Kabine angekommen, sagte Maria: „Ich bin immer noch nicht müde, ganz im Gegenteil… lass uns noch runter in die Disko gehen. Da geht bestimmt voll die Party.“ Bella schüttelte missmutig den Kopf, während sie eintraten. „Neee, keinen Bock. Wer weiß, höchstwahrscheinlich ist Bret auch da und dem will ich nicht noch mal begegnen. Ich bleib hier.“ Maria nickte. „Alles klar, ich zieh mich nur schnell um. Wir sehen uns dann morgen, gute Nacht, Süße.“ „Viel Spaß, tschüss.“, sagte Isabella und zwinkerte Maria zu. Dann ging sie ins Bad und ließ die Badewanne voll laufen. Im Schlafzimmer, das direkt neben dem bad war, hörte sie Maria herumwuseln und lächelte. >Jaja, Maria war die Partymaus von uns beiden und ich, ich war eher die ruhigere.< Bella zog sich aus und legte sich in die mittlerweile volle Badewanne. Maria war mit einem lauten: „Tschüüüüs!“ gegangen. Jetzt saß Bella dort, oder eher, lag, und dachte nach. Sie fühlte sich wohl hier, längere Fahrten auf hoher See hatte sie schon immer genossen. Schon damals, als ihr Dad sie immer mitgenommen hatte, in der kleinen Yacht, hatte sie das Meer geliebt.
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Auch, dass sie mit ihrem Dad dann ganz alleine war, hatte ihr immer gefallen, weil er sich dann richtig Zeit für sie nahm und nicht immer nur über oder mit ihrer größere Schwester redete. Sie war zwar gerne mit ihrer Familie zusammen, aber es nervte schon, wenn man dem vorgeformten Leben der Schwester hinterher hinkte. Laura hatte immer alles gekonnt und zwar auf Anhieb und war der Star der Familie. Bella war nicht eifersüchtig, im Gegenteil, sie liebte ihre Schwester sehr und bewunderte sie oft, aber es nervte trotzdem. Bella fing an, den Schaum auf ihrem Körper zu verteilen, und freute sich wie ein kleines Kind, wenn man nichts mehr von ihrer Haut sah. Dann strich sie über ihre Beine, meinte: „Ihr könntet auch mal ein bisschen Bräune vertragen...“ und beschloss, sich gleich morgen mal im Bikini zu sonnen. Am besten in dem neuen Bikini, den Laura ihr gekauft hatte. Laura hatte verdammt viel Geld gemacht, in den letzten 2 Jahren. Sie war eine der besten Staatsanwältinnen und gewann so ziemlich jeden Fall. Immer hatte sie bei Gerichtsverhandlungen ein oder sogar mehrere Asse im Ärmel, was sie ziemlich gefürchtet machte. Sie war eigentlich in allem erfolgreich, auch im Privatleben. Sie hatte sich einen reichen, sehr liebenswerten jungen Mann geangelt, der George hieß und sich rührend um sie kümmerte und sie abgöttisch liebte. Ein richtiges Traumleben führte Laura eben. Niemand würde jemals sagen, dass der ganze Erfolg sie irgendwie arrogant oder gar spießig gemacht hätte, nein, sie war immer noch so großzügig, hilfsbereit, nett und höflich wie vorher. Nur eben mit mehr Geld in den Taschen. Und genau wegen dieser Großzügigkeit hatte Laura Bella und Maria eine Fahrt auf einem der teuersten Luxusschiffe der U.S.A. geschenkt, die Bella in vollen Zügen genießen wollte. Nur leider ging das nicht, wenn dauernd irgendwelche zickigen Stars um sie herumwuselten und sie mit ihrem Ruhm-Reichtumsgequatsche zu Tode langweilten. Bei dem Gedanken an Bret Mazur verdrehte Bella die Augen. Ok, er sah wirklich gut aus und hatte auch Talent, aber er war so großkotzig, dass sie allein deswegen beschloss, nie wieder irgendeine CD von Crazy Town zu hören. Langsam wurde ihr kalt, weil sie schon so lange in der Wanne lag und das Wasser langsam abgekühlt war. Sie stand auf und trocknete sich ab. Dann cremte sie sich mit der teuren Creme ein, die bei jedem Gast im Zimmer stand und die, wie sie fand eindeutig gut duftete. Als sie ihren Schlafanzug angezogen hatte, es war ihr Liebliningsschlafanzug, und entspannt auf ihrem großen Bett lag, hörte sie ein leises Klopfen. Sie legte den Diskman aus der Hand und ging zur Tür. „Maria? Bist du das? Du hast doch einen Schlüssel? Hallo, wer ist denn da?“ Bella runzelte die Stirn. Dann öffnete sie die Tür und hätte am liebsten angefangen zu weinen. „Gut’n Abnd, Mad’m...“, lallte ihr Bret entgegen und sie verzog das Gesicht, als sie seine Fahne roch. „Mister Mazur? Sie sollten ins Bett gehen und ihren Rausch ausschlafen, dass könnte sonst noch böse ausgehen...“, sagte Bella und wollte die Tür schon wieder schließen.
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„Jaja, da haben sie r-recht... Hehe... Nicht, dass ich n-n-noch über Bord gehe...“, sagte Bret und fing laut an zu lachen. Bella stöhnte. „Hey, wussten sie, dass das Schiff gleich untergeht???“, sagte Bret plötzlich und versuchte sie ernst anzusehen „Ja, genau, und, äähm, ich muss dann mal wieder rein, es ist schließlich kalt und.. ähm, ich muss auch langsam schlafen...“ Bella gähnte ausgiebig. „Sehen sie, ich bin schon sooo müde. Entschuldigen Sie mich bitte.“ Dann schloss sie schnell die Tür und reagierte auf kein weiteres Klopfen mehr, sondern schaltete ihren Diskman auf volle Lautstärke und entspannte sich wieder. Nach einer halben Stunde hörte sie plötzlich ein lautes Rumpeln und der Boden fing an zu wackeln. Sie nahm die Kopfhörer raus und lauschte. Dann schaltete sie vorsichtig das Licht an. Wieder rumpelte es heftig. Dann, ganz langsam, sah sie wie Wasser unter dem Türspalt herlief. Es kroch langsam über den teuren Perserteppich und wurde immer mehr. Bellas Augen weiteten sich. Bret hatte Recht gehabt, dass Schiff würde untergehen. Panik ergriff sie. Sie sprang auf und schnappte sich ihr Handy. „Kein Empfang... Scheiße!“ Panisch sah sie sich um. „Was soll ich mitnehmen, was soll ich einpacken?“ Da fiel ihr der erste Hilfe Kasten ins Auge. Sie watete durch das mittlerweile Knöchel hohe Wasser und riss den Kasten aus der Ankerung. Sie kam sich vor, wie bei Titanic und erinnerte sich plötzlich, dass Rose nur überlebt hatte, weil sie eine Schwimmweste angehabt hatte. Wo waren die den bloß? Irgendwann fiel ihr die Rede vom Kapitän ein, der aus Scherz bei der Begrüßung gesagt hatte, dass die Schwimmwesten sich unter den Betten befanden. Hoffentlich war das kein Scherz gewesen. Sie schmiss den Erste-Hilfe-Kasten aufs Bett und suchte mit der Hand unter dem Bett. Da waren sie. Erleichtert zog sie 2 heraus und zog eine an. Die andere klemmte sie sich unter den Arm und den Kasten nahm sie in die Hände. Schnell raus hier, dass wasser war mittlerweile Knie hoch und stieg immer noch. Auf dem Korridor war es gespenstisch still und Bella rannte, so schnell es ging zur Treppe. Dann hoch aufs erste Deck und weiter zur Disko. „Maria??? Maria, hörst du mich? Wo bist du Maria?“ Hilflos und orientierungslos ließ sie auf dem Deck herum und suchte nach Maria. Nirgends war sie zu finden. Das Wasser schwappte in Wellen über die Reling und sie hatte schon ganz nasse Klamotten vom Regen und dem Meerwasser.
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Trotzdem watete Bella immer weiter umher. Sie kam sich vor wie in einem schlechten Film, doch um Panik zu bekommen, hatte sie viel zu wenig Zeit. Überall um sie herum sprangen Leute ängstlich ins Wasser und schrieen. Das machte das Suchen noch schwerer, weil Maria sie wahrscheinlich gar nicht hören konnte. Als Bella noch ein Deck höher ging, sah sie die Rettungsboote und eine Person, die versuchte sie loszumachen. „Maria? Maria, bist du das???“, schrie sie, doch ihre Worte gingen mehr oder weniger im Wind unter. Wo kam dieser Sturm denn überhaupt so plötzlich her? Natürlich wusste sie, dass Unwetter hier schnell aufziehen, aber so schnell??? Sie rannte, immer noch mit dem Erste-Hilfe-Kasten unter dem Arm und den Rettungswesten in der Hand, zu der Person. „Kommen Sie her, und helfen sie mir, schnell, sonst gehen wir unter, wie alle anderen auch!!!“, schrie die Person und ihre Angst wuchs noch mehr. Es war nicht Maria sondern Bret, der mit einem teuren Messer die Seile losschnitt. Sie starrte ihn an. Er war stocknüchtern, kein Wunder, so ein Schrecken machte wahrscheinlich jeden Alkoholiker trocken. „Haben sie meine Freundin gesehen, Mister Mazur???“, schrie Isabella, doch er schüttelte nur genervt den Kopf. „Ich verstehe sie nicht, reden sie lauter, oder lassen sie es und helfen sie mir!“, brüllte er. „Meine Freundin? Wo ist sie???“, schrie sie noch lauter und Tränen der Wut stiegen in ihre Augen. Bret zuckte wieder mit den Schultern und gab ihr so zu verstehen, dass er sie immer noch nicht verstanden hatte. Dann deutete er auf das Boot und wollte sie hineinschubsen. Sie wich aus und schüttelte den Kopf. „NEIN, ICH MUSS MEINE FREUNDIN FINDEN!!!“, schrie sie noch mal und endlich hörte er sie. „NEIN, DAS IST SINNLOS, STEIGEN SIE EIN, WENN SIE NICHT ERTRINKEN WOLLEN!!! LOS!!!“ Wieder versuchte er Bella ins Boot zu setzen. Als sie energisch wieder ausstieg, hob er sie einfach hoch und setzte sie hinein. Mit der nächsten Welle wurde das kleine Boot mitgenommen und sie befanden uns auf hoher See. Bret war in letzter Sekunde noch reingesprungen und jetzt hielten sich beide am Bootsrand fest, um nicht rauszufallen. Mit jeder Welle mussten sie das Gleichgewicht wieder aufbauen, damit sie nicht kenterten und es war anstrengen und mühsam, weil es dunkel war und man fast nichts sah. Sie sahen halbwegs, dass das Boot unter ging und die letzten Lichtstrahlen erloschen, als die Elektrik unter Wasser sank. Jetzt schaukelten sie völlig im Dunkeln und ihre Hilfeschreie hörten sie selber nicht einmal, so laut waren Wasser und Wind zusammen.
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Als Bella aufwachte, hatte Bret fest seine Arme um sie geschlungen. Auch er war eingeschlafen, allerdings erst, als sich der Sturm gelegt hatte. Sie musste schon früher eingeschlafen sein, wahrscheinlich vor Erschöpfung, und er hatte sie festgehalten, so dass sie nicht aus dem Boot fallen konnte. Bella sah sich um. Rings um sie herum war nichts als Wasser, bis zum Horizont. Die Sonne schien kräftig und ihr war schon jetzt sehr heiß. Wie viel Uhr war es? Sie wusste es nicht, sie wusste noch nicht einmal, wo Norden oder Süden war. Sie entwand sich Brets Armen und setzte sich auf den Sitz des kleines Ruderbootes, dass ganz alleine im Ozean herumzuschippern schien. Um sie herum war nur Wasser und egal, wie rum sich Bella auch drehte, blieb das auch so. Sie versuchte anhand der Sonne die Richtungen zu erschließen, aber weil sie noch nicht mal die Uhrzeit wusste, gelang es ihr nicht. Sie hatte keine Ahnung, ob es Mittag, oder Später Nachmittag war, oder ob die Sonne gerade erst aufgegangen war. Das einzige, was sie feststellen konnte, war, dass sie hoch über ihnen stand, deshalb schätzte Bella, dass es um Mittag herum sein musste, konnte aber nichts mit Gewissheit sagen. Sie fing an zu Schwitzen, weil die Sonne auf sie beide herunter stach und weil kein einziges Wölkchen am Himmel war. Langsam zog sie ihre Lebensweste aus und legte sie zu ihren Füßen. Dann betrachtete sie Bret und sah, dass er noch schlief und dass er eine kleine Wunde am Kopf hatte. Sie tastete die Wunde sanft ab, um ihn nicht zu wecken, sie schien nicht gefährlich zu sein, da sie nicht tief war. Als sie sich auf den Sitz setzten wollte, stieß sie an etwas Hartes. Sie hob den Erste Hilfe Koffer auf und grinste. Wenigstens den hatte sie nicht losgelassen. Nicht wie die Paddel, weswegen sie jetzt ziemlich hilflos waren. Ob sie irgendwann an Land schippern würden? Vielleicht würde dann ja alles gut werden. Sie fasste an ihr Handgelenk, um zu überprüfen, dass das Armband noch da war, was Maria ihr geschenkt hatte. Maria! Siedend heiß fiel Bella wieder ein, dass sie ihre Freundin nicht gefunden hatte. War sie in einem der restlichen Boote gewesen? Tränen schossen in ihre Augen. Würde sie Maria je wieder sehen, oder war sie vielleicht schon tot? Schluchzend legte sich Bella wieder hin, und umschloss den schlafenden Bret, um wenigstens etwas Trost zu bekommen. Irgendwann musste sie wieder eingeschlafen sein.
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Ein Stöhnen weckte sie. Bret hatte sich vor ihr aufgerichtet, er stützte sich auf seinen Arm und hielt die andere Hand an seinen Kopf. Er fühlte an der Wunde und verzog das Gesicht. Dann sah er runter und bemerkte, dass Bella aufgewacht war. Bella entwandt sich ihm wieder und betrachtete ihn auf Abstand. Der Abstand war natürlich nicht groß, was auch nicht möglich war, in dem kleinen Boot. „Weißt du, wo wir sind?“, fragte Bret und sah sich auch um. „Nein, hier ist nur Wasser. Mehr weiß ich nicht.“, antwortete Bella knapp. Bret nickte. Dann schwiegen sie für eine Weile. Schließlich räusperte Bella sich und sah Bret scheu an. „Ähm... danke, dass sie mich gerettet haben. Ich weiß zwar nicht, ob das was gebracht hat, kann ja sein, dass wir jetzt hier sterben werden, aber trotzdem danke.“, sagte sie. Bret grinste. „Du bist aber optimistisch... „, sagte er ironisch. „Kannst mich duzen, ich bin Bret, oder Epic, was immer du willst.“, meinte er dann und hielt ihr die Hand hin. Sie schüttelte sie kurz und nickte. „Ich bin Isabella oder einfach Bella. Tja, ich fürchte, wir können im Moment nicht viel tun, als zu warten. Kann schon sein, dass ich etwas pessimistisch bin, aber, das könnte man auch werden, in so einer Situation, oder?“, meinte sie und schaute weg. Bret sah sie an und dachte nach. „Ja, könnte man, hast Recht. Sag mal, hast du geweint? Deine Augen sind so rot...“, fragte er dann leise. Bella nickte. Danach stellte Bret keine Fragen mehr und sie schwiegen wieder. Zwischendurch legte sich einer immer wieder hin, um zu dösen und der andere saß auf der Sitzmöglichkeit, der Wechsel passierte ohne Worte und ohne Gesten. Ein Gespräch kam nicht zu Stande, aber das schien auch keinen zu stören. Als es langsam anfing zu dämmern, saß Bella auf der Sitzbank und Bret lag unten und starrte in den Himmel. Plötzlich hörte Bella etwas und wandte sich um. Ein Vogel kam auf sie zu geflogen und überflog sie im Tiefflug. Bella beobachtete ihn und wurde plötzlich ganz aufgeregt. „Hey, da war ein Vogel, vielleicht ist hier irgendwo Land!!!“, rief sie und Bret setzte sich auf. Auch er sah den Vogel und schaute dann in die Richtung, in die er flog. „Da, da vorne!!! Schnell, wir müssen mit den Händen paddeln, da ist eine Insel oder so was.“; sagte er, mittlerweile auch aufgeregt. Sie fingen an, sich hinauszulehnen und mit den Händen zu rudern. „Soll ich ins Wasser gehen und anschieben?“, fragte Bret, aber Bella schüttelte den Kopf. „Nein, danke, wenn dich ein Hai frisst, bin ich ja ganz allein. Das ist viel zu gefährlich!“, meinte sie und weiter ging das paddeln. Sie näherten sich, auch wenn es mühsam war. Langsam wurde das Wasser heller und man konnte an manchen Stellen sogar schon was vom Grund entdecken. Zwischendurch kamen auch mehrere Vögel, die über ihre Köpfe hinwegflogen und zusammen zwitscherten, als wenn sie sie anfeuern wollten. Es war wunderschön, ihrem Gesang zu lauschen, und es hatte wirklich eine motivierende Wirkung auf die beiden. Irgendwann sprang Bella ins Wasser und konnte den weichen Sand unter ihren Füßen spüren. Sie zog das Boot bis zum Strand und Bret half ihr dabei. Dann ließen sie sich erschöpft in den Sand fallen und holten erst mal Luft. Nach einer Zeit fing Bret an zu lachen und Bella stimmte mit ein. >Fürs erste sind wir tatsächlich gerettet.<, dachte sie glücklich und sprang auf. Sie sah sich die Insel an und fand sie einfach nur wunderschön. Wenn sie aus einem anderen Grund hier gewesen wäre, hätte sie nicht mehr hier weggewollt.
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Erst war hier ein riesengroßer Strand mit weißem, weichem Sand, der sich bis zur Kurve an der Insel erstreckte. Er ging irgendwann in Palmen über und wurde dann zu einem Wald aus tropischen Gewächsen. Es herrschte eine gemäßigte Lautstärke, die aus dem Zwitschern der Vögel bestand und in der andere Tiere auch mitmischten, z. B. ein Zirpen oder die Schreie von einem Tier, dessen Name Bella nicht kannte. Es mussten viele verschiedene sein, denn jedes klang ein bisschen anders. Nirgendwo schien ein anderer Mensch zu sein, nur Natur und Tiere. Bret stand mittlerweile neben ihr und staunte mit ihr über die Schönheit dieses Fleckchens der Erde. „Ob es hier Süßwasser gibt, oder etwas zu essen?“, fragte Bret eher sich selber, als Bella. „Ich würde sagen, das finden wir raus. Du gehst rechts und ich links. Und wenn wir in den Wald gehen, dann besser nicht so weit rein, wer weiß, was da für wilde Tiere drin sind. Wir treffen uns beim Boot wieder.“, sagte Bella und ging los. Sie sah sich alles genau an und versuchte, sich die Stellen zu merken, wo sie Bananen oder andere essbare Früchte sah. Wasser fand sie keines, aber sie wollte auch nicht zu weit in den Wald hineingehen, um zu gucken. Nach dem sie eine Weile gegangen war, kehrte sie um und ging zum Boot zurück. Bret wartete dort schon auf sie. „Da hinten ist eine Quelle, am Waldrand. Da sieht es gemütlich aus, nimm die Sachen aus dem Boot, ich zeige es dir.“ „Moment, kannst du die nicht nehmen? Ich habe keinen Bock die ganze Zeit den Kasten zu schleppen. Da hinten gibt es übrigens Bananen, falls es dich noch interessieren sollte...“, sagte Bella und schien ziemlich sauer darüber zu sein, dass Bret sie hatte herumkommandieren wollen. Bret seufzte und nahm wortlos die Box aus dem Boot. Dann ging er vor und achtete nicht weiter auf Bella. Sie lief mit etwas Abstand hinter ihm her. >Blödmann...<, dachte sie und streckte ihm hinter seinem Rücke die Zunge raus. An der Wasserquelle angekommen, ging Bella wortlos an ihm vorbei und trank gierig ein paar Schlucke Wasser. Er hockte sich daneben und tat es ihr gleich. Als sie fertig war, sah sie sich um. Ein Felsvorsprung und ein paar Bäume spendeten kühlen Schatten und die Quelle schien perfekt an diesen Ort zu passen. Sie sprudelte fröhlich und munter immer weiter und Bella folgte dem Strom. Er ging in den Wald hinein, aber sie konnte nicht sein Ende entdecken. „Weißt du, wo der Bach hinführt?“, fragte sie Bret, ohne sich zu ihm umzudrehen. „Nein, woher denn bitteschön?“, schoss er zurück und sie merkte, dass er etwas angepisst war. „Uh, sorry, hätte ja sein könne, das Mister Superhero schon so mutig war und nachgeschaut hat...“, murmelte sie und winkte ab. Dann fing sie an, auf die Felsen zu klettern und, geschickt, wie sie war, stand sie bald oben drauf. Es war nicht sehr hoch, aber sie konnte ein bisschen besser erkennen, dass der Bach immer breiter wurde und in die Tiefen des Waldes führte. Da de Sonne schon fast untergegangen war, sah man allerdings trotzdem nicht, wo er endete, oder ob er überhaupt endete.
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Für Angel:
Sie sah zu Bret runter und dann über ihn zum Strand. Sie hatte gesehen, dass er erwartungsvoll zu ihr hochgestarrt hatte, aber sie würde ihm nicht sagen, dass sie nur Bäume und nichts wirklich interessantes entdeckt hatte. Stattdessen sah sie sich den Sonnenuntergang an und es wurde ihr leicht sentimental. Maria kam ihr in den Sinn, denn sie hatte eine Vorliebe für romantische Sonnenuntergänge geliebt. Eine Träne rollte an ihrer Wange runter, bei dem Gedanken an ihre Freundin, aber sie wischte sie weg, wohl wissend, dass Bret sie immer noch beobachtete. Langsam kletterte sie runter und ging an ihm vorbei. „Was ist jetzt mit dem Bach?“, fragte er genervt, aber sie antwortete nicht, sondern setzte sich an den Strand. „Keine Ahnung, das müssen wir morgen gucken.“, sagte sie nach einer Weile. Sie sah auf ihren Schoß und bemerkte, dass sie noch ihren Lieblingsschlafanzug trug, der mittlerweile dreckig und versifft aussah. Statt dem schönen blauen Ärmeln und dem weißen Rest, war es zu einem unansehnlichen Grau geworden, die Hose war aufgerissen und durch das Salzwasser von dem schönen Royalblau in ein helles, hässliches, verwaschenes Blau geblichen. Sie stand auf und versuchte zu fühlen, ob sie einen BH an hatte. Hatte sie, den hatte sie nämlich noch herausgeholt, ein schwarzer Neckholder BH. Bella seufzte und wuschelte sich durch die zerzausten blonden Locken. Sie sah zu Bret, der an der Quelle im Gebüsch herumwurschtelte und ging zu ihm. „Was machst du da?“, fragte sie vorsichtig, genau darauf erpicht, keinen Streit mit ihm anzufangen. Er grunzte und sagte: „Wir brauchen eine Hütte, oder zumindest einen Unterschlupf, wenn wir hier übernachten müssen. Deshalb versuche ich die Blätter hier abzureißen, aber das klappt nicht.“ Bella nickte und holte den Erste-Hilfe-Koffer. „Was soll ich denn bitte damit? Ich hab mich doch nicht verletzt...“, brummte Bret und verdrehte die Augen. Bela lächelte. „Da ist aber eine Schere drin und ein Messer oder zumindest etwas Scharfes. Das könnte dir behilflich sein.“, erklärte sie dann. „Ein Messer!“, reif Bret plötzlich aus „Ich hab doch eins in der Hosentasche, wenn ich es nicht verloren hab, im Sturm. Warte...“ Er kramte in seinen Taschen und brachte das Messer, mit dem er das Rettungsboot gekappt hatte hervor. „Damit geht’s. Ich suche Äste für ein dach oder etwas ähnliches und du nimmst die Schere und schneidest Blätter ab, okay?“, fragte er dann und Bella nickte. Es war dunkel geworden, aber die beiden versuchten trotzdem sich wenigstens einen Notunterstand zu bauen, damit sie diese Nacht durchstanden. Nachdem sie genug Material gesammelt hatten – Bella hatte noch Lianen gefunden, bei denen sie dachte, dass sie sie gebrauchen könnten - fing Bret an, mit einem Stein, die Äste in den sandigen Boden zu hauen, sodass sie senkrecht standen. Insgesamt standen dann 6 Äste parallel zueinander und Bella machte sich daran, weitere mit den Lianen an ihnen festzumachen, so dass eine wagerechte Verbindung entstand. Auf diese Äste, bei denen Bret die kleineren Zweige drangelassen hatte, legten sie die großen tropischen Blätter, als Dach sozusagen. Sie bescherten sie mit ein paar Steinen und banden sie mit dem Rest der Lianen fest. Die kleine Hütte war gut geworden, gemütlich und gleichzeitig erfüllte sie ihren Zweck. Zusammen gingen sie im Dunklen noch ein Stück in den Wald hinein, um noch ein paar große Blätter zu finden, die sie als Unterlage zum Schlafen benutzen konnten. Sie schwitzten, obwohl es kühl war und arbeiteten in gutem Teamwork immer weiter. „Wie wärs mit denen hier? Die sind groß und scheinen auch stabil zu sein.“, fragte Bret und deutete auf einen Strauch, der große ovalförmige Blätter trug. Bella drehte sie um und ließ sie kreischend wieder los. „Iiiih, nein, da sind Blattläuse oder irgendwelche anderen Tiere dran...“, sagte sie und wischte hysterisch ihre Hand ab.
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