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Carpenoctem 

Status: Offline Registriert seit: 19.02.2007 Beiträge: 474 Nachricht senden | Erstellt am 15.06.2009 - 16:34 |  |
Erbauliche Gedanken eines Tobackrauchers,
die Johann Sebastian Bach vertonte
Mit gutem Knaster angefüllt,
Zur Lust und Zeitvertreib ergreife,
So gibt sie mir ein Trauerbild -
Und füget diese Lehre bei,
Daß ich derselben ähnlich sei.
Die Pfeife stammt von Ton und Erde,
Auch ich bin gleichfalls draus gemacht.
Auch ich muß einst zur Erde werden -
Sie fällt und bricht, eh ihr's gedacht.
Mir oftmals in der Hand entzwei.
Mein Schicksal ist auch einerlei.
Die Pfeife pflegt man nicht zu färben,
Sie bleibt weiß. Also der Schluß,
Daß ich auch dermaleinst im Sterben
Dem Leibe nach erblassen muß.
Im Grabe wird der Körper auch -
So schwarz wie sie nach langem Brauch.
Wenn nun die Pfeife angezündet,
So sieht man, wie im Augenblick
Der Rauch in freier Luft verschwindet,
Nichts als die Asche bleibt zurück.
So wird des Menschen Ruhm verzehrt
Und dessen Leib in Staub verkehrt.
Wie oft geschieht's nicht bei dem Rauchen,
Daß, wenn der Stopfer nicht zur Hand,
Man pflegt den Finger zu gebrauchen.
Dann denk ich, wenn ich mich verbrannt:
0, macht die Kohle solche Pein,
Wie heiß mag erst die Hölle sein?
Ich kann bei so gestalten Sachen
Mir bei dem Toback jederzeit
Erbauliche Gedanken machen.
Drum schmauch ich voll Zufriedenheit
Zu Land, zu Wasser und zu Haus
Mein Pfeifchen stets in Andacht aus.
MP3 Download und Hörprobe
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Tagtraeumerin unregistriert
| Erstellt am 15.06.2009 - 16:54 |  |

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HollyvanMekeren

Status: Offline Registriert seit: 28.05.2007 Beiträge: 117 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2009 - 07:50 |  |
Hatzenbühl das Tabakdorf in der Südpfalz
„Marke Bahndamm", so hat man früher ironisch kommentiert, wenn die Raucher in schlechten Zeiten zum heimischen Tabakanbau schritten.
Dass in Deutschland der Anbau von Qualitätstabaken ein ernsthafter Wirtschaftszweig war und ist, wird oft übersehen.
Dabei sind die Plantagen der indianischen Genußpflanze in der Pfalz unübersehbar, an manchen Stellen sieht es gar aus wie in Virginia.
Leider gibt es kein Bild von Anselm Anselmann, dem Mann, der am Anfang des Tabakanbaus in Deutschland steht.
Anselm Anselmann war Pfarrer und Dechant in der pfälzischen Gemeinde Hatzenbühl bis 1585.
Der Pfarrgarten lag auf der Südseite des Dorfes, war nach Nordwesten und Norden durch das Kirchengebäude vor kalten Winden abgeschirmt.
Genau richtig zum Anbau von Tabak.
Man hörte damals viel von diesem neumodischen Kraut, das als Heilmittel so geeignet sein sollte gegen allerlei Gebrechen und für das den Herr Großprior Franz von Lothringen und sein Bruder, der Herr Kardinal, drüben so viel Reklame machten.
Dechant Anseimann verfügte offenbar über gute Verbindungen hinüber über die Grenze.
Und im Lothringischen, vielleicht auch im Elsässischen, machte sich anscheinend jemand eine Ehre daraus, dem Herrn Amtsbruder zu Hatzenbühl mit einigen Samenkörnern des Wunderkrautes zu dienen. Dechant Anseimann säte sie in seinem „Kunstgarten" aus - und das war der Beginn des Tabakanbaus in Deutschland. Sie muß gut gediehen sein, diese erste Aussaat.
Der geistliche Pflanzer mag an die Heilwirkungen des Krauts gedacht haben.
Seine Schäflein, die er damit zu kurieren suchte, müssen aber bald dahintergekommen sein, dass dem Tabak auch Genüsse abzugewinnen seien.
Dies geschah im Jahre 1573.
Heute und schon seit langem darf Hatzenbühl sich
rühmen, Deutschlands größte Tabakgemeinde zu sein. Tabak bedeckt mehr als 30 Prozent ihrer landwirtschaftlich genutzten Fläche.
Der Tabakanbau verbreitete sich in der Pfalz. Beiderseits des Oberrheins setzte der Anbau ebenfalls bald ein.
Der Straßburger Kaufmann Robert Königsmann brachte von einer Reise nach England „Virginen"-Saatgut mit, und auch in den südbadischen Gegenden begannen Bauern, Tabak zu pflanzen.
Die Soldaten des Dreißigjährigen Krieges verhalfen dem Tabakrauchen zum Siegeszug.
Der einmal geweckte Bedarf nach dem neuen Genußmittel ließ auch im Frieden nicht nach. Immer weiter breitete sich der Tabakanbau aus, über Mitteldeutschland bis nach Schlesien und Ostpreußen.
Der Schwerpunkt allerdings bildete sich in der Pfalz und am Oberrhein.
Und das gilt bis auf den heutigen Tag.
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<Minotaurus> unregistriert
| Erstellt am 02.08.2009 - 12:15 |  |
Holly schrieb
...an manchen Stellen sieht es gar aus wie in Virginia. |
Virginia??? 


DAS ist Virginia! 
Und das ist Hatzenbühl:


Tabakplantage mit Hatzenbühl im Hintergrund
Und hier noch etwas Hintergrundinformation zum Tabakanbau in Deutschland.
Nichtrauchergrüße vom Mino. 
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Romi 

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2183 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2009 - 16:27 |  |
Eine kleine Assoziation mit VIRGINIA...

John Denver's Song Take Me Home Country Roads
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HollyvanMekeren

Status: Offline Registriert seit: 28.05.2007 Beiträge: 117 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2009 - 16:50 |  |
HollyvanMekeren schrieb
Dabei sind die Plantagen der indianischen Genußpflanze in der Pfalz unübersehbar, an manchen Stellen sieht es gar aus wie in Virginia.
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HollyvanMekeren

Status: Offline Registriert seit: 28.05.2007 Beiträge: 117 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2009 - 17:39 |  |
Deutlich lesbar, steht auf jeder Zigarrenschachtel und unter jeder Zigarettenwerbung der Hinweis Rauchen kann tödlich sein.
Eine Gratisinformation des Gesundheitsministeriums, über die ich mich nicht erheben will mit der pauschalen Bemerkung, dass das ganze Leben ungesund sei, da es nun mal zum Tod führt.
Von manchen Rauchern wird diese Flucht in die barocke Philosophie der Vergänglichkeit gerne angetreten.
Denn durch den Warnspruch sind sie in eine ganz zwiespältige Position gedrängt worden.
Sie, die vernünftigen Familienväter und -mütter, die Ausüber von irgendwelchen durchaus lebensbejahenden Berufen, erscheinen plötzlich als unvernünftige Schwächlinge, denen der verrückte Glimmstengel nicht ausgeht.
Vorbei ist die Zahl des entspannten Genießens, das doch die ursprüngliche Haltung des Rauchers war.
Mit schlechtem Gewissen, verfolgt von bösen Blicken, verstoßen aus Restaurants, Gaststätten, Bussen, Bahn, öffentlichen Gebäuden,
entzündet heute der Raucher seinen Tabak.
Kaum angesteckt, den ersten Zug durch die Lunge tief eingatmet, steht irgendwo ein bereits Psychologe, der auf die Schäden aufmerksam macht, die bei Rauchern durch Entwöhnungsversuche und durch das Rauchen mit ständig schlechtem Gewissen aufgetreten sind.
Genussverbot ist in der Tat eine problematische Sache. Die Neurosen zum Beispiel, die dadurch entstanden, dass man Jugendlichen einschärfte, das Genießen der pubertären Sexualität schade der Gesundheit, sind noch heute ein wichtiges Thema in den Praxen der Psychiater.
Nun ist das Rauchen, entgegen Annahmen aus dem 17. Jahrhundert, wirklich nicht eben gesund, die Sache liegt also etwas anders.
Das ehedem bewusstlose Paffen hatte tatsächlich etwas Mechanisches; der Konflikt, in dem sich der Raucher neuerdings befindet, kann für sein Bewusstsein nur gut sein:
Er muss nun seine Unvernunft irgendwie kompensieren, was auf die verschiedenste Weise geschehen kann.
Die einen haben das Rauchen und Nichtrauchen zu einem Dauergesprächsthema in ihren verrauchten Zimmern gemacht.
Bei jedem Zusammentreffen sprechen sie von nichts anderem als von ihrem kleinen Laster.
Andere erzählen sich Anekdoten, wie etwa, daß Mark Twain das Abgewöhnen als einfachste Sache der Welt bezeichnet hatte, weil er es nämlich schon hundertmal versucht hätte. Wieder andere verweisen darauf, dass der Genuss von Geräuchertem, Marmeladen, Speck und leider auch Salat mindestens ebenso ungesund sei.
Ich möchte die Diskussion um einen Gesichtspunkt erweitern: Es gibt ein Produkt, das ungefähr die Ausmaße einer Zigarette hat, das aber um einiges gefährlicher ist: die Gewehrpatrone.
Man kann nicht exakt sagen, wie viele zigtausend Zigaretten tödlich sind, aber eine einzige Gewehrkugel jedenfalls ist es, so viel steht fest.
Es wäre im Zuge ministerieller Tipps nur eine adäquate Serviceleistung, wenn der Verteidigungsminister auf jede Munitionsschachtel den Hinweis aufdrucken ließe
Schießen gefährdet dein Leben
Wenn die friedlichen Raucher schon in die Ecke gedrängt werden und sich dort mit der Zweischneidigkeit ihres Tuns auseinandersetzen müssen, dann könnte diesjenen anderen auch nicht schaden.
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judith

Status: Offline Registriert seit: 16.06.2009 Beiträge: 184 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2009 - 17:53 |  |
.....und wenn die gleiche warnungen auf jede schnapsflasche stehen.
saufen verbödet.....macht impotent...........gefährdet den strassenverkehr.....
ich hab noch nie gelesen, *in vollrauch massenunfalll verursacht...........oder seine familie klinikreif geschlagen.
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<Smokie> unregistriert
| Erstellt am 02.08.2009 - 22:22 |  |
http://www.lastfm.de/music/+noredirect/ … Nicht+Mehr
Truck Stop » Titel
Nein Danke, Ich Rauch Nicht Mehr (4:17)
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<Pola> unregistriert
| Erstellt am 03.08.2009 - 08:43 |  |
Das Lied ist gut,
jetzt raucht, säuft und frisst die Lady sich zu Tode   

Judith hat natürlich Recht, wenn es um Gefährdung des eigenen Lebens und das von anderen geht, muss Alkohol auch gekennzeichnet sein.
Es wird überlegt, ob Alkohol trinken in der Öffentlichkeit verboten wird.
Ich bin dagegen, weil die große Masse für eine Minderheit leiden muss. Es kann nicht alles mit Gesetzen geregelt werden. Wir müssen allein die Verantwortung für unser Tun tragen.
Kann doch nicht sein, dass ich nicht mehr im Gartenlokal ein Glas Wein oder wenn ich ein Picknick mache, ein Bier trinken darf.
Übrigens, ich bin Raucherin und behaupte von mir, dass ich süchtig bin. Entzug mehrmals fehlgeschlagen. Den Entzug muss selber bezahlen.
Bei Alkohol- und Drogensüchtigen zahlt der Staat Unsummen, für Therapie, Kur, Wiedereingliederung ins Berufsleben- (alles neben ALG II, denn diese Suchtkranken, werden nicht mehr arbeiten (können)
und für unsere Renten tun die in ihrem weiteren Leben nichts mehr.
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