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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 19.12.2005 - 21:48 |  |
Gabriel hatte die ganze Situation äusserst interessiert verfolgt, auch wenn er kein Wort verstehen konnte von dem, was gesprochen wurde. Aber er spürte an den Betonungen, daß wohl irgendetwas nicht stimmte. Ob die Frau etwa ihren Verletzungen erlegen war? Mit einem unguten Gefühl im Magen wartete Gabriel ab und hoffte, daß er gleich vielleicht erfahren würde, was psasiert war.
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 20.12.2005 - 22:54 |  |
Ragnar benötigte einige Zeit, um seine Fassung zurück zu gewinnen. Er sorgte sich nicht um das Leben des Mannes, der ihm lange Jahre treu gedient hatte, nein, er war besorgt, wegen der Informationen, die er preisgeben konnte. Er selbst achtete immer penibel darauf, aus dem Verborgenen unerwartet aufzutauchen, wenn er einen neuen Landstrich überfallen wollte. Stets musste das Überraschungsmoment auf seiner Seite sein. Ein einziges falsches Wort seines Gefolgsmannes würde das alles zunichte machen. Hoffentlich war er von mildtätigen Bürgern aufgefunden worden, die ihm wegen seiner Verletzungen in ein Hospital brachten. Und wenn nicht? Was, wenn tatsächlich jemand nach seinem Opfer gesucht hatte und nur den verletzten Germanen vorgefunden hatte?
Ragnar war unvorsichtig gewesen, er hatte zu unüberlegt gehandelt, das wusste er, doch er konnte es sich nicht eingestehen. Er musste fehlerfrei sein, also war es ein Faktum, dass seine Männer irgendeine Dummheit begangen hatten.
Erneut klopfte es an die Türe, die Ragnar sofort unwirsch aufriss. Vor ihm stand ein weiteres Mitglied seiner Mannschaft, das ihn betreten ansah. „Herr, ich fürchte, ich habe eine schlechte Nachricht für euch…“ „Was ist los?“ „Euer Vorkoster, Herr, er ist soeben verstorben. Wir vermuten, dass es Gift…“ „GIFT??“ rief Ragnar zornig aus, woraufhin sein Untergebener erschrocken ein paar Schritte zurückwich. Schnell hatte Ragnar sich aber wieder im Griff, er durfte sich nicht anmerken lassen, was er dachte. „Ich werde mich gleich darum kümmern“, fuhr er wesentlich ruhiger fort. „Sorg du inzwischen dafür, dass fünf Männer auf die Insel fahren und sie nach unserem verschollenen Kameraden durchsuchen. Sie sollen außerdem versuchen, etwas über ihn hier“, mit einem Kopfnicken deutete Ragnar an, dass er Normin meinte, „herauszufinden. Wer er ist, was er macht, ob er Familie hat…“ Ragnars Gefolgsmann nickte untertänig und machte sich dann auf den Weg.
Diesmal schlug Ragnar die Türe zu und wandte sich zu Gabriel um, ohne ihn jedoch wirklich zu sehen. Mit einem leisen Aufknurren lehnte er sich gegen die Türe, verschränkte die Arme vor der Brust und stierte mit wildem Zorn in den Augen durch den Raum.
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 25.12.2005 - 02:03 |  |
Gabriel hatte nun wieder keines der Worte verstanden, welches Ragnar mit dem anderen Fremden gesprochen hatte, dennoch bemerkte er, daß sein Folterknecht irgendwie schlechte Nachrichten bekommen hatte. Er hatte ihn verächtlich knurren gehört und sah und hörte, wie er die Tür zu schlaug und dann durch den Raum starrte, irghendwie wütend.
Allerdings hatte Gabriel auch kurz bemerkt, wie er eben noch kurz auf ihn gedeutet hatte. Was war passiert und was hatte das nun zu bedeuten? Ein gewisses ungutes Gefühl machte sich in Normin/Gabriel breit. Und dann konnte er seine Neugierdre nicht länger aufrecht halten. “Was ist passiert?“ Natürlich waren seine Gedanken begrenzt: Begrenzt auf das, was er wußte. Und so sah er den Mann fragend und fast fuchtsam an. Gabriel wollte nicht, daß die Frau ihren, seinen, Verletzungen erliegen war.
Und auf einmal beschlich ihn ein erneutes Gefühl der Panik: Wenn sie gestorben war, was würde man mit ihm anstellen? Doch viel mehr als die Sorge um sich, war er darum besorgt, diese Frau getötet zu haben, ihr das Leben genommen zu haben. Niemals würde er dann mit ihr ein Wort wechseln können, sie eventuell fragen, wer er war, und ob sie ihn kannte und ob ...
Wieder bedränkten dutzende und aber Dutzende Fragen Gabriel leeres Hirn und er starrte nun zu Ragnar, den er für Momente nicht mehr wahrnahm, da sich sein Blick im Nichts verlor. Denn auf einmal stellte sich eine für ihn lebenswichtige Frage: Wer war er gewesen, wer ist er und wer wird er sein ...?
Hatte er Familie? Vielleicht sogar Kinder? Oder war vielleicht diese Frau die Seine? In diesem Moment wollte er diese Frau, welche er laut Ragnars Erzählungen, die Normin im Moment nicht anzweifelte, weil er darin keinen Sinn sah, außer sich selbst verleugenen zu wollen, ebenfalls so viele Fragen stellen. Doch verständlicherweise wollte Ragnar Normin/Gabriel nicht zu ihr lassen.
Und auf einmal kam ihm die Idee, daß doch Ragnar Normins Fragen an die Frau stellen konnte, sofern sie denn noch lebte und nicht gerade den Verletzungen erliegen war ... Panik breitete sich in Gabriels Mimik aus und nun starrte er bewußt zu Ragnar, von dem er ja nicht wußte, daß es um etwas ganz anderes ging.
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 26.12.2005 - 01:22 |  |
Gabriels Stimme nahm Ragnar zwar wahr, doch er war nun viel zu zornig und aufgebracht, als dass er seinem Opfer nun wieder mit Freundlichkeit hätte begegnen können. So stierte er den Mann auf seinem Bett nun wild an, während er begann in seinem Zimmer auf und ab zu tigern. Natürlich hatte er nicht vor, Gabriel zu erzählen, was wirklich vorgefallen war und so knurrte er die erste Lüge, die ihm in den Sinn kam. „Der Frau geht es schlechter. Sie wird die Nacht vielleicht nicht überleben.“
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 26.12.2005 - 01:33 |  |
Als Normin diese Nachricht vernahm, schien sich ein Seil um seinen Brustkorb zu zerren und ihm die Luft abzudrücken, aber er hatte genug Kraft, dem zu widerstehen und gegenan zugehen. Und fast fragte er sich, warum es Ragnar so mitnahm, er selber war doch nicht davon betroffen. Konnte es Ragnar nicht egal sein? EIgentlich traute Gabriel/Normin diesem Mann nicht so viel Menschlichkeit zu, hatt er ihn doch bis aufs Gröbste gefoltert. Aber Gabriel wußte eh im Moment noch nicht, was er wirklich denken sollte. Wie war er früher, wenn er einer Frau soetwas antat. "Ich btete zu den Göttern, das sie es überlebt ..." hauchte er leise und vergrub nun sein Gesicht hinter seinen Händen ...
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 27.12.2005 - 00:16 |  |
Ragnar nickte, doch seine Augen blitzten hinterhältig auf. Es war doch absolut nutzlos zu den Göttern zu beten, sie hörten ja doch nicht darauf, das hatte er schon vor langem erkannt. Mittlerweile erfüllte ihn der Anblick wirklich gläubiger Menschen nur noch mit Verachtung und Abscheu.
Mit grimmigen Schritten stapfte Ragnar weiter durch das Zimmer. Sein langes Haar hatte sich aus dem Zopf gelöst und fiel ihm in fließenden Strähnen ins Gesicht, sodass es den Blick auf seine Miene verbarg, was wohl auch besser war, denn sie war beängstigend. Ragnar brannte vor Zorn. Jemand hatte versucht ihn zu vergiften, jemand trachtete ihm nach den Leben, jemand auf diesem Schiff war ein Verräter. An irgendwem würde Ragnar seine Wut auslassen müssen, sonst würde er an ihr noch zugrunde gehen. Im Moment war nur Gabriel zu seiner Verfügung, also würde er weiterhin sein Opfer sein. Am liebsten hätte Ragnar ihn ja erneut gefoltert, diesmal weit grausamer als zuvor, doch da Gabriel noch geschwächt war, würde er wohl nicht so lange durchhalten, wie er sich das wünschte und ihm nur kurze Zeit seine wundervollen Schmerzensschreie schenken können. Ragnar musste also einen anderen Weg finden…
Plötzlich kam ihm eine Idee, die wie eine Rechtfertigung für die vorige Folter war. Diabolisch blitzten Ragnars Augen auf und ein finsteres Grinsen breitete sich in seinem noch immer von der wallenden Mähne blonden Haares verdeckten Gesicht aus. „Das tue ich auch. Sie ist meine Schwester, ich wollte sie hier besuchen.“
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 27.12.2005 - 21:55 |  |
Gabriel hatte die Worte wie in Trance vernommen und augenblicklich schnürte sich etwas um seinen Brustkorb und dann durchzuckte ihn ein grässlicher Schmerz, denn er hatte sich augenblicklich aufgerichtet und sich auf seinen bangagierten Händen abgestützt, ohne an die Verwundeungen zu denken. Was sagte der Mann, der sich Ragnar nannte? Es war ... seine Schwester, der Normin dies angetan hatte? Seine eigene Schwester? Und er hatte Gabriel nicht umgebracht?
Gabriel starrte den Mann ungläubig an und schüttelte langsam seinen Kopf. „Nein! Das ... das ist nicht wahr ...“ stammelte er leise, während seine Blick auf Ragnar gerichtet war und Gabriel glaubte erneut in einen tiefen Abgrund zu fallen. Das war langsam definitiv zu viel, auch für ihn selber, wo er eigentlich glaubte, eine starke Persönlichkeit zu haben. Aber was war schon stark. Sicherlich nicht seine Tat und augenblicklich wollte Gabriel sich am liebsten in Luft auflösen. Nun wurde ihm langsam bewußt, warum Ragnar ihn hatte gefoltert. Er wollte ihn strafen für das, was er seiner Schwester angetan hatte. Aber hatte er das? Und war es wirklich Ragnars Schwester? Nur für einen kurzen Augenblick kamen Gabriel diese Zweifel, wahrscheinlich einfach deshalb, weil er es nicht wahrhaben wollte. Doch dann versuchte er einen klaren Gedanken zu fassen: Natürlich, warum sollte es nicht stimmen. Ragnar hatte seine Schwester besuchen wollen und kam gerade, als Gabriel sie ... Gabriel schluckte und wieder kam dieses Würgegefühl in ihm hoch und dann senkte er langsam den Blick von Ragnar. Seine Augen schienen sich im Nichts zu verlieren, starrten ungläubig vor sich hin, bis er schliesslich den Boden der Kajüte erreicht hatte, wo er fassungslos haften blieb. Und dann kam es sehr leise über seine Lippen: „Warum habt Ihr mich nicht dafür getötet?“
Hätte es Gabriel getan? Mit Sicherheit. Und dann brach erneut das ganze Elend und der Schmerz über ihn herein und es schien schlimmer als die Schmerzen durch die Folter. Es war, als würde ihm jemand das Herz aus seiner Brust reissen und es in seinen Fingern halten und langsam zudrücken. Gabriel wußte nicht wer er war und so war es ein leichtes, daß er auch nicht er selber war, denn er wußte fast nichts über sich und hatte nichts, an das er sich erinnern, an das er sich in seiner Verzweiflung klammern konnte. Da war kein Mensch, den er liebte, keine Vergangenheit, keine Gefühle, sondern nur ein tiefer Abgrund, der unendlich tief war.
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 27.12.2005 - 23:13 |  |
Ragnar wandte Gabriel den Rücken zu, legte den Kopf in den Nacken und holte tief Luft. Vielleicht sah diese Geste so aus, als würde er versuchen, sich zu sammeln und die Ruhe bewahren, doch tatsächlich genoss er die Reaktion seines Opfers, die um so vieles besser war, als er sich das ausgemalt hatte. Jedes von Gabriels Worten war Balsam für Ragnars kaputte Seele, er empfand unbeschreibliche Freude dabei, das Entsetzen und die Fassungslosigkeit in der Stimme des Mannes zu hören. Noch vor wenigen Stunden waren Gabriels Welt und seine Seele heil gewesen, doch dann war Ragnar gekommen und hatte sein Leben zerstört wie ein Blitz, der in einen Baum einfährt. Ragnars Herz schlug schneller und passte seinen Rhythmus dem Takt des Freudentaumels an, in dem er schwelgte. Und wie andere es im Liebesakt taten, so ging auch Ragnar nun immer weiter um seine Macht immer weiter auszukosten. „Ich glaube an die Vergebung“, erwiderte er ruhig. „Davon abgesehen… Büßt ihr jetzt nicht viel schlimmer als ihr gebüßt hättet, wenn ich meinem Drang, euch für eure Tat zu töten, nachgegeben hätte?“
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Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 27.12.2005 - 23:53 |  |
Gabriel legte nun eine seiner bangagierten Hände vor seine Augen. Er wollte seine Mimik, seinen verzweifelten Blick verbergen. Er wollte nicht, daß man sah, wie sehr er litt. Wie es in ihm kochte, brodelte, wie er sich immer schlechter fühlte und doch nicht wirklich wußte, wie er sich eigentlich fühlen sollte. Er erinnerte sich nicht daran, was passiert war und doch büßte er und litt unter etwas, was er gar nicht getan hatte. Das Schicksal hatte Normin übel mitgespielt und hätte er eine AHnung gehabt, dann würde er Ragnar auf der Stelle töten. Aber Gabriel war nun einmal nicht Normin, sondern ein verwirrter Mensch, der sein Gedächnis verloren hatte und sich an alles klammerte, was man ihm erzählte. Und so war es nur logisch, daß er auch erst einmal alles glaubte. "Ja ..." hauchet er fassungslos. Und dennoch verstand er überhaupt nichts. Sein Hirn war so leer, nur gespickt von den Erzählungen dieses Mannes. Dem Mann, dessen Schwester Gabriel vergewaltigt haben sollte und fast umgebracht hatte. Ja, er büßte, mehr als er es aushalten wollte. Aber er hatte keinerlei Vergleich an sein früheres Leben, an seine Gefühle oder Erinnerungen und er verachtete sich nur noch abgrundtief.
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 28.12.2005 - 00:21 |  |
Ragnar hatte wieder begonnen durch den Raum zu tigern, doch seine Schritte waren nun verändert. Er stampfte nicht mehr entflammt vor Zorn dahin, nein, nun ging er mit großen geschmeidigen Schritten, fast so, als würde er über Wolken laufen, denn genauso fühlte er sich. Aus den Augenwinkeln nahm Ragnar wahr, dass Gabriel immer mehr der Verzweiflung verfiel, dem grundlosen Wahn, ein Monster zu sein, das ganz von seiner, Ragnars, Gnade abhängig war.
„Das Wort Gerechtigkeit ist nur eine leere Hülle, ebenso wie das Wort Vergeltung. Seid ihr nun nicht ein anderer Mensch als der, der meiner Schwester diese Grausamkeit angetan und den weißen Sandstrand mit ihrem Blut rot gefärbt hat? Niemals könnte ich es vor meinem Gewissen verantworten, euch für eine Tat, die ihr in einem anderen Leben begangen habt, hinzurichten.“ Mit jedem Wort, das er sprach, steigerte er sich mehr in seinen Rausch hinein und begab er sich in bisher ungeahnte Gefilde der Verzückung und der Macht.
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