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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 13.12.2005 - 17:36 |  |
Normin bemerkte nicht, wie der Mann ihn ausgiebig musterte. Noch immer stützte sich Normin auf dem Oberarm am Boden ab, da jeder Druck in seinen Händen ihm schlimmere Schmerzen verursachten. DAnn auf einmal hörte er die Worte des Mannes und ruckartig wandte er seinen Blick wieder zu ihm nach oben und starrte ihn ungläubig an. »Die Frau ist hier?« Kaum hatte er die Frage ausgesprochen, war ihm auch klar, daß er sie hätte nicht stellen brauchen. Sicherlich hatte man sie hergebracht, um ihr Leben zu retten. Welchen Sinn hätte es sonst gehabt, ihr vorhin Normin vom Hals zu halten, als er kurz davor war, sie zu töten und sie dann einfach liegen zu lassen. Aufeinmal waren da wieder Vorstellungen, ausgedachte Bilder von der Tat, an die er mehr und mehr glaubte und nun wurde ihm plötzlich schlecht. Das Wasser, welches er eben getrunken hatte, wollte seinen Magen verlassen, aber Normin konnte es gerade noch so unterdrücken. Und alleine die Vorstellung, daß die Frau in seiner Nähe war, machte ihn ganz verrückt im Kopf. Auf der einen Seite wollte er ihr nie unter die Augen treten, auf der anderen Seite war da der Drang, sie um Verzeihung zu bitten, was natürlich absurd war. Und würde sie über ihn Bescheid wissen? Oder hatte er sie zufällig getroffen? Wieder prasselten Unmengen an Fragen auf ihn ein und stöhnte leicht auf, immer versucht, ein Würgen zu unterdrücken. Warum? Warum? fragte er sich immer wieder und: Wer zum Hades war ich?
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 13.12.2005 - 18:21 |  |
Diebische Freude breitete sich in Ragnar aus, denn mit erfahrenem Blick merkte er, wie elend Normin sich fühlen musste. Das war fast schon besser als die Folter zuvor, es gab ihm ein ganz neues Gefühl von Macht, eine Macht, die über das physische weit hinausging. Die gottähnliche Macht über die Seele eines Menschen war in greifbarer Nähe. Natürlich hatte Ragnar diese Macht schon lange über seine Gefolgsleute, die ihm blind folgten und ihn anbeteten, doch das war nicht dasselbe. Sie waren dumm wie Schafe, die ihrem Hirten vertrauensvoll folgten. Dieser Mann aber war zuvor ein Sinnbild des Stolzes gewesen, stark und schön. Nun aber war er gänzlich abhängig von Ragnars Gnade und dem vermeintlichen Wissen, das er ihm gab.
Hätte Ragnar wirklich an Satana geglaubt, dann hätte er ihm jetzt inbrünstig gedankt.
„Ja, sie ist hier. Aber du wirst verstehen, dass ich verhindern werde, dass du sie zu Gesicht bekommst.“ In Ragnars Miene spiegelten sich seine Gefühle jedoch nicht, nur ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen als er nun nickte.
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 13.12.2005 - 18:34 |  |
Normin hatte wieder seinen Blick gesenkt und starrte schwer atmend auf den Boden unter sich. Die Übelkeit nahm stetig zu und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich sein Mageninhalt nach außen kehren würde. Aber soviel Stolz hatte er dann doch noch, daß er dies vehement unterdrücken konnte. Noch ... Er nickte nur. Natürlich würde man ihn nicht mit der Frau zusammenbringen. Und er verstand es nur zu gut. Auf einmal kam ein anderes Gefühl des Ekels: Ekel über sich selber. Er hob eine Hand an, und starrte auf die Bandagen. Mit diesen Händen hatte er furchtbares getan. Aber nicht nur mt diesen Händen, mit seinem ganzen Körper. Gabriel verachtete sich zu tiefst.
Und doch hätte er so gerne verstanden. Wie konnte er zu so einer Tat fähig sein? Warum konnte er es, als er sich noch erinnerte. Und warum verabscheute er es nun so?
Er wußte keine Antwort und am liebsten hätte er sich ggen seinen eigenen Kopf gehauen, unterließ es aber. »Ich bereue es wirklich ...« stöhnte er nur sehr leise.
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 13.12.2005 - 19:31 |  |
Wäre Ragnar in der Lage gewesen, Mitleid zu empfinden, so hätte ihm jener Mann, der verzweifelt eine Tat bereute, die er nicht begangen hatte – zumindest nicht, als Ragnar auf ihn traf, was davor war, wusste er genauso wenig wie sein Opfer –, leid getan. So jedoch war Ragnar stolz auf sich selbst und freute sich daran, dass die paar Worte, die er zu Gabriel gesagt hatte, wie ein kleiner Stein, den man in einen See warf, immer weitere Kreise zogen. Welch ein Anblick!
„Das ändert leider auch nichts daran“, erwiderte er sanft. „Und es wird ihr auch nicht helfen, falls sie überlebt, aber schwanger ist. Die arme Frau…“ Mühsam unterdrückte Ragnar ein hinterhältiges Grinsen und gab seinem Raben etwas zu fressen, bevor er sich wieder an Gabriel wandte. „Aber wir sollten nicht davon sprechen, du musstest schon genug durchleiden, als dass du dir jetzt auch noch den Kopf zerbrechen solltest.“ Ragnars Stimme klang ehrlich und freundlich, auch wenn er kein Wort ernst meinte.
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 13.12.2005 - 20:31 |  |
»Es ist nicht mein Kopf, der zerbricht, sondern mein Geist ...« murmelte Gabriel nur sehr leise, wenn auch unter argen Würg-Attacken, und war dennoch war er froh, daß er sich eben nicht übergeben mußte. Er wollte wahrlich nicht leiden und wünschte sich einfach nur zu schlafen. Seinen inneren wie äußeren Schmerzen zu entrinnen und fast wollte er nicht mehr aufwachen, außer aus diesem Albtraum. Stattdessen aber kauerte er weiter vor Ragnar, elendig und voller Selbstverachtung und wußte nicht einmal, was als nächstes kommen würde, da er nur einen Wunsch hatte, der sich nicht erfüllen würde: Er wollte diese Tat rückgängig machen und hoffte, daß er einfach ein sehr einfacher Mensch war, der nichts böses im Schilde führte. Stattdessen war in seinem Hirn diese Leere und er wußte immer noc nicht viel mehr, als eben. Dieser Zustand schien ihn langsam mürbe zu machen.
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 15.12.2005 - 21:40 |  |
Verständnisvoll nickte Ragnar und lächelte den Mann vor ihm freundlich an. So sehr es ihm auch gefiel, ihn leiden zu sehen, er hatte sich vorgenommen, Gabriels Vertrauen zu gewinnen und musste nun wohl dafür sorgen, dass er sich besser fühlte. Ärgerlicherweise hatte er mit so etwas keine Erfahrung und fühlte sich etwas hilflos, was er natürlich niemals zugegeben hätte.
„Auf dem Boden ist es doch sicher sehr unbequem und die Zelle ist wohl auch nicht besser. Wenn du möchtest, kannst du dich in mein Bett legen und dich ein bisschen ausruhen“, sagte er schließlich freundlich und hoffte, dass es das richtige war.
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 15.12.2005 - 21:53 |  |
Normin war unfähig, wirklich groß über die Worte des Mannes, der ihm auf einmal so wohlgesonnen erschien, nachzudenken, zu sehr beschäftigte er sich mit ganz anderen Dingen und nahm das Angebot an.
Langsam erhob er sich und taumelte dann zu Ragnars Koje und liess sich darauf nieder. Er spürte die weiche Schlafstatt unter sich und für einen Moment fühlte er so etwas wie etwas Glück. Denn er wollte nur noch schlafen. Zu viele Gedanken attaktierten seinen Geist, zu viele Gefühle, von denen er nicht wußte, was sie eigentlich bedeuteten, prasselten auf ihn ein und er wollte nur etwas Ruhe, die er vielleicht endlich hier fand. Und so hauchte er leise nur: »Danke ...« Und schloss die Augen. Frieden, für einen Moment bitte Frieden ...
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 16.12.2005 - 23:14 |  |
Nachdenklich lies Ragnar seinen Blick über den Mann auf seinem Bett schweifen. Er bemerkte, wie er sich nach und nach sichtlich entspannte und ein Lächeln breitete sich in Ragnars Gesicht aus. Ohne sich dessen vollends bewusst zu sein, bewunderte er den Körper des Mannes. Das mittellange blonde Haar mit den dunklen Perlen darin fiel ihm leicht ins Gesicht und umspielte die schön geschnittenen Wangenknochen. Der volle Mund war entspannt und nicht länger schmerzverzerrt. Die Augen waren geschlossen und gaben Gabriels Gesicht etwas Friedliches. Der muskulöse Körper mit der gebräunten Haut und den langen Gliedern – Gabriel war groß, viel größer als Ragnar – wurde einzig entstellt durch die Bandagen an Händen und Oberschenkeln und durch die Kratzer, doch selbst diese Schönheitsfehler störten Ragnar nicht, im Gegenteil.
Nie hatte Ragnar sich so an einem Menschen erfreut, den er nicht gerade folterte.
Was es ihm jedoch noch mehr angetan hatte, als Gabriels Äußeres, war sein Geist, der so eine ungeheure Wandlung durchgemacht hatte. Vor kurzem war er noch ganz der stolze Krieger gewesen und bald darauf nur noch ein Häufchen Elend. Wie er jetzt aussah, konnte Ragnar nicht sicher sagen, er wusste nur eines: Er wollte ihn besitzen.
Es war ihm ein Leichtes, schwache Menschen um den Finger zu wickeln und sie für sich zu gewinnen. Die Männer auf seinem Schiff folgten ihm blind – zumindest die meisten. Doch dies reichte Ragnar nicht, er widmete diesen Männern kaum seine Aufmerksamkeit. Natürlich war es wichtig, dass sie ihn verehrten und er brauchte ihre Hochschätzung wie Wasser und Nahrung, doch er machte sich nicht wirklich Gedanken darüber. Dieser Gabriel jedoch hatte seine Aufmerksamkeit geweckt und Ragnar wollte ihn. Nicht fürs Bett, nein, dem Akt zweier Körper maß Ragnar nicht so viel Bedeutung bei, er war ihm unwichtig. Er wollte Gabriels Geist, er wollte ihn besitzen, wie man einen Menschen nur besitzen kann. Nicht wie einen Sklaven, denn der Geist der meisten Sklaven war frei und gehörte ihren Herren nicht. Gabriel sollte von ihm abhängig sein, er sollte nur mehr für ihn leben. Dies wäre die vollendete Macht über ein Wesen, nach diesem Gefühl strebte Ragnar.
Lediglich wie genau er es anstellen wollte, Gabriel so weit zu bringen, war Ragnar noch nicht ganz klar. Er würde Ruhe brauchen, um sich etwas zu überlegen.
Einer plötzlichen Eingebung folgend erhob Ragnar sich und ging mit selbstbewussten Schritten zu seinem Bett, das mehr als groß genug für zwei war. Er setzte sich auf die Seite, die von Gabriel weiter entfernt war, legte auch die Füße aufs Bett und lehnte sich gegen das Kopfteil. Gedankenverloren betrachtete er weiterhin den Mann neben sich.
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Normin Ehem. Rebellanführer Administrator

Status: Offline Registriert seit: 27.05.2004 Beiträge: 7990 Nachricht senden | Erstellt am 17.12.2005 - 11:49 |  |
Was war das doch nur für eine abstruse Situation, in der sich Normin befand. Nun lag er auf dem Bett des Mannes, der ihm noch vor einiger Zeit unsagbare Schmerzen zugeführt hatte und ausgerechnet dieser Mann schien nun die Freundlichkeit in Person. Aber dies war nicht das Einzige, über das Normin nachdachte: Er verstand die ganzen abwegigen Umstände nicht. Und es fiel ihm schwer, damit irgendwie vernünftig zurecht zukommen. Aber erst einmal blieb ihm einfach nichts anderes übrig, dies alles zu akzeptieren.
Würde er, wenn er sich an sein Leben und somit an seine Persönlichkeit erinnern würde, diesen Mann einfach niederschlagen und das Schiff verlassen? Wenn er in seinem anderen Leben eine solche Tat begangen hatte, wie Ragnar sie ihm geschildert hatte, sicherlich. Nun aber lag er erst einmal einfach nur ausgestreckt auf dem weichen Bett und starrte grübelnd an die Decke, genoß die Ruhe und die Entspannung seines Körpers, bis er schließlich mitbekam, wie der Mann ihn musterte.
Normin drehte leicht seinen Kopf, als dieser sich nun neben ihn auf das Bett setzte, halb liegend, halb an das Kopfteil gelehnt.
Wieder fiel ihm auf, wie klein dieser Mann war und auch er wollte ihn betrachten, doch aus irgendeinem Grund wich er Ragnars Blick aus und blickte wieder an die Decke. Normin hatte keinen blassen Schimmer, wie es weitergehen sollte. Suchte man ihn vielleicht? Wurde so jemand wie er, der bereit war für ein bißchen Wollust zu töten?
Und obwohl er viele Fragen hatte, schwieg er und wußte nicht, was er sagen sollte. Doch er wollte die Stille durchbrechen und ein wenig von seinem inneren Kampf und der Suche nach Antworten von sich ablenken und fragte schließlich, ohne den Blick von der Decke zu wenden: »Wer seid Ihr und was macht ihr hier? Und wo sind wir überhaupt?«
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Ragnar Germanischer Hohepriester

Status: Offline Registriert seit: 02.12.2005 Beiträge: 174 Nachricht senden | Erstellt am 17.12.2005 - 21:21 |  |
Ragnar wurde aus seinen Tagträumen gerissen, als der Mann neben ihm ihn plötzlich ansprach. Einen Moment lang sah er ihm wie verwirrt in die Augen, dann erschien ein Lächeln in Ragnars Gesicht. Er war sich selbst zwar noch nicht sicher, was genau er Gabriel erzählen wollte – ganz gewiss würde er ihm die Wahrheit verschweigen müssen –, doch er sah es als gutes Zeichen an, dass dieser ein Gespräch mit ihm begann.
„Mein Name ist Ragnar. Ich bin… Nun, das ist etwas schwer zu erklären. Der Einfachheit halber sagen wir, ich bin ein Wächter, obwohl der Begriff Soldat vielleicht auch zutreffen würde. Wir befinden uns hier auf meinem Schiff, der Hel, die die Gewässer des Mittelmeeres durchfährt.“
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