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Ermione AurorIn ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 03.09.2005 Beiträge: 668 Nachricht senden |
VORBEMERKUNG: (unbedingt lesen) Die folgende Abhandlung setzt die Kenntnis der 6 bisher erschienen Harry Potter-Bücher voraus und enthält einige wichtige Spoiler zu HP6. Immer wieder hat Harry Potter, Haupt- und Zentralfigur der Romanserie von Joanne Rowling Träume, die zwar seltsam anmuten, aber stets den einen oder anderen Hinweis auf die weitere Handlung geben. Seinen bisher wohl interessantesten Traum hat Harry bereits relativ früh, in seinem ersten Schuljahr. Er träumt ihn in der ersten Nacht, die er auf Hogwarts verbringt.
Das hohe und kalte Lachen in Harrys Traum, das zu Voldemort gehört, fehlt, aber das grüne Licht ist hier vorhanden. Zudem wäre es eigentlich Dracos Aufgabe gewesen Dumbledore zu töten, und Snape tritt hier tatsächlich an dessen Stelle. Sind es zufällige Parallelen oder hat sich ein weiterer Teil dieses Traums erfüllt? Harry träumt in seinem ersten Schuljahr Dinge, die später tatsächlich in der einen oder anderen Form eintreffen. Aber zum Zeitpunkt des Traums weiß er noch nichts über jene Figuren, die seinen Traum bevölkern, nicht einmal, dass sie seine Hauptgegenspieler sein werden. Im Verlauf der weiteren Handlung wird er ihre Verbindungen untereinander herausfinden. Doch erst mit Dumbledores Tod in Buch 6 kommt endgültig jene Verbindung zwischen ihnen zustande, die in Harrys Traum bereits vorweggenommen wurde. Ein gemeinsames Merkmal ist, dass die drei Gegenspieler alle dem Haus Slytherin angehören, von dem sich Harry bei der Einteilungszeremonie entschieden distanziert hat. Der Traum beginnt damit, dass Lord Voldemort (oder ein Seelenteil von ihm ) Harry auf seine Seite zu ziehen versucht, wie der Nebensatz „telling him he must transfer to Slytherin at once , because it was his destiny.“, zeigt. Harry weigert sich und bestätigt erneut seine Entscheidung, nicht nach Slytherin zu wollen, worauf Voldemort ihn unter Druck zu setzen beginnt. Zu Beginn findet sich also der Versuch, Harry (auch mit Gewalt) auf die eigene Seite zu ziehen, ihn somit als Verbündeten zu gewinnen. Diese Rolle fällt Voldemort nicht nur im Traum zu, sondern auch am Ende von HP1 finden sich Hinweise dafür, dass er Harry als „Verbündeten“ gewinnen will, als er ihn zur freiwilligen Herausgabe des Philosophensteins zu überreden versucht. Der Versuch, Harry auf seine Seite zu ziehen, findet sich aber in HP1 nicht nur bei Voldemort, sondern auch bei einem anderen Hauptgegenspieler. Draco Malfoy, der Gegenspieler aus Harrys eigener Generation, versucht ebenfalls Harry für sich zu gewinnen. (Indirekt bei ihrer ersten Begegnung bei Madam Malkin und direkt bei ihrer zweiten Begegnung im Hogwarts-Express – beide Male vor der Einteilungszeremonie.) Hier zeigt sich nun ein relevanter Unterschied zwischen Voldemort, Draco und Snape, was ihr Verhältnis zu Harry betrifft. Während Voldemort (eindeutig in berechnender Absicht – er will den Philosophenstein) und Draco (vermutlich ebenfalls aus Berechnung – er will den berühmten Harry Potter in seinem Gefolge) zunächst Harry verbal für sich zu gewinnen versuchen, unternimmt Snape keinen Versuch, Harry in irgendeiner Weise für sich (oder das Slytherinhaus) zu gewinnen. (Sein ganzes Verhalten scheint eher auf das Gegenteil ausgerichtet: Harry soll sich von ihm und dem Slytherinhaus fernhalten.) In der Beziehung zwischen Harry und Snape finden sich bei einem Vergleich mit den Beziehungen zwischen Harry und Draco und Harry und Voldemort noch weitere Unterschiede. Auf den Versuch von Voldemort und Draco, Harry für sich zu gewinnen, wird ihre Beziehung zu ihm eindeutig als Feindschaft weitergeführt, die durch das Stärkerwerden des Gegenspielers für Harry von Buch zu Buch gefährlicher wird. Dagegen zeigt die Beziehung zwischen Snape und Harry bei aller Feindseligkeit, die sich bei Harry von Schuljahr zu Schuljahr verstärkt, einen flexibleren Verlauf. Sie ist dynamisch und entwickelt sich erst. Diese Entwicklung verläuft zunächst (ansatzweise) sogar in eine neutrale Richtung, da Snape nicht nur als Gegenspieler, sondern oft auch als Helfer für Harry fungiert. Andere Figuren wie Sirius oder Dumbledore versuchen zudem auf Harrys Beziehung zu Snape Einfluss zu nehmen. Erst ihr Tod lässt diese Entwicklung tatsächlich jenen negativen Endpunkt finden, der bei der Beziehung zu Draco und Voldemort nach dem ersten Buch bereits erreicht war. Snape ist zudem jener Gegenspieler, auf den Harry wesentlich emotionaler reagiert als auf die beiden anderen. Habe nur ich den Eindruck, dass Harry auf Draco und Voldemort wesentlich gelassener reagiert als auf Snape? Was die Figurenkonstellation betrifft, nimmt Snape zwischen Draco und Voldemort eine Mittelstellung ein. Dazu passt auch, dass er altersmäßig zwischen der Generation von Voldemort und der Generation von Draco und Harry steht. Interessant ist in diesem Zusammenhang nun Draco, dessen Beziehung zu Harry bisher kaum genauer untersucht wurde, obwohl er dadurch, dass beide zur selben Generation gehören, vielleicht mehr als Voldemort und Snape die Kontrastfigur zu Harry ist. Nicht zufällig sind beide fast gleich alt, was ihre Gegensätzlichkeit noch betont. Vergleichen wir die optischen Beschreibungen bei ihren ersten Auftritten in HP1, so fällt auf, dass sich Rowling bei Dracos direkter Beschreibung auf zwei Zeilen beschränkt hat.
Im Unterschied zu Harry, der schwarze, widerspenstige Haare hat, ist Draco hellblond. Seine genaue Frisur wird nicht beschrieben, aber er scheint glatte Haare zu haben, ein Eindruck, der auch durch die Filme vermittelt wird. Während Harrys Haarfarbe und Frisur auf einen rebellischen Charakter verweisen, was noch durch den Umstand betont wird, dass die Versuche der Dursleys, sein Haar durch Abschneiden zu bändigen, keinen Erfolg zeigten, deutet Dracos Frisur und Haarfarbe den Mitläufer an. In den Büchern selbst finden sich viele Situationen (besonders in HP5), in denen die Gegensätze zwischen Harry und Draco deutlich hervortreten. Im Notsituationen will Harry alleine bleiben, um seine Freunde/innen nicht zu gefährden. Draco hat diese Wahl nicht, denn er hat keine wirklichen Freunde/innen. Draco benötigt bis zum Ende von HP5 Gefolgsleute, Harry handelt alleine oder wird von seinen Freunden/innen unterstützt. Draco ist wehleidig und hysterisch (sehr deutlich erkennbar in HP3, als er von Seidenschnabel verletzt wird), Harry unterdrückt tapfer seine Schmerzen. Bei der Befolgung von Vorschriften verhalten sich beide ebenfalls entgegengesetzt, obwohl keiner von ihnen diese blind befolgt. Harry kommt zunächst immer wieder in Lagen, wo er es einfach nicht schafft, zu gehorchen. Mit zunehmender Reife zeigt sich bei ihm ein kritischer Umgang mit Vorschriften, aber er beginnt auch ein Gefühl für seine eigene Verantwortung zu entwickeln. Draco wiederum legt es nicht darauf an, sich mit Obrigkeiten anzulegen. Er redet zwar zunächst ständig davon, dass einer wie er sich nicht an die Vorschriften halten muss, aber er riskiert das nur in Situationen, wo er sicher ist, dass er dafür keine Sanktionen fürchten muss. Im Verlauf der Bücher entwickelt er sich zum Mitläufer und Opportunisten, der offiziell für die Einhaltung von Regeln und Bestrafung von Regelbrechern/innen eintritt, diese aber heimlich für seine eigene Vorteile ausnützt und manipuliert. Ein weiterer Unterschied zeigt sich in der Beziehung zur Familie, die in der Literatur üblicherweise Schutz und Hilfe bedeutet, aber auch Verpflichtungen und Einschränkungen. Das Fehlen seiner Eltern hat für Harry, auch wenn er das selbst nicht so sieht, Vorteile. Da Harrys Eltern tot sind, muss Harry mit ihnen keine wirklichen Konflikte austragen. Sie sind lediglich Leitbilder und können als solche aufgegeben werden, wenn sie dieser Rolle nicht gerecht werden, wie die Beziehung Harrys zu seinem Vater zeigt. (Wobei an die Stelle der Vateridealisierung bei Harry keine Vaterverdammung tritt, der Vater wird lediglich als Vorbild aufgegeben.) Harry findet Ersatzfamilien, aber bei denen hat er die Möglichkeit selbst zu wählen, ob er als Familie akzeptiert. Harrys Eltern sind Angehörige aus verschiedenen Welten: beide waren zwar im selben Haus und kämpften gegen Lord Voldemort, aber der Vater ist „reinblütiger“ Zauberer und die Mutter eine „muggelstämmige“ Hexe. Beim persönlichen Umfeld der Eltern fällt auch auf, dass dieses nicht identisch ist, wie zum Beispiel der Umstand zeigt, dass der Freundeskreis von James Potter nicht automatisch der Freundeskreis von Lily Evans war. Draco dagegen hat Eltern, die am Leben sind und ihn direkt beeinflussen. Seine Eltern weisen im Gegensatz zu Harrys von der Herkunft her einen identischen Hintergrund auf. Beide waren sie im selben Schulhaus und sind aus „reinblütigen“, „alt ehrwürdigen“ und „reichen“ Magierfamilien. Dieser scheinbar homogene Hintergrund unterscheidet Draco nicht nur von Harry, sondern auch von Snape und Voldemort, die beide „halbblütige“ Zauberer sind. Bei Voldemort kommt noch hinzu, dass seine Eltern aus verschiedenen Schichten (Landadelige und Asoziale) stammten. Ob das auch bei Snape der Fall ist, ist bisher offen. Dennoch stellt sich gerade dieser homogene familiäre Hintergrund von Draco bei genauer Betrachtung als wesentlich problemgeladener heraus als dies bei Harrys Eltern der Fall ist. Mit der Enthüllung, dass Narcissa Malfoy aus der Familie Black ist, deutet sich seit HP5 ein Konfliktbereich für Draco an, der möglicherweise seine endgültige Rolle bestimmen wird. Denn, obwohl beide Familien als auffallende Eigenschaften Rassismus, Arroganz und eine gewisse Brutalität zeigen, steht das Rebellentum der Familie Black zum Opportunismus der Malfoys in einem unlösbaren Gegensatz . Dracos Verhalten ist bis zu seinem 6. Schuljahr ebenfalls von Opportunismus geprägt. Doch in diesem Schuljahr zeigt er bei der Aufführung des Auftrages für Voldemort ansatzweise, dass er eben auch Mitglied der Familie Black ist. Spielt dabei das Fehlen seines Vaters, der in Askaban ist, eine Rolle? Jedenfalls gibt es deutliche Hinweise, dass Draco und seine Mutter nach HP5 engen Kontakt mit seiner Tante Bellatrix haben. Dass Draco aber zuletzt Dumbledore nicht töten kann und ohne das Auftauchen der anderen Todesser/innen auf den Ausweg, den ihm Dumbledore anbietet, eingegangen wäre, zeigt, dass er doch eher ein Malfoy ist. Dieser familiäre Hintergrund, der scheinbar homegen ist, unterscheidet Draco aber nicht nur von Harry, sondern auch von Snape und Voldemort. Bei Voldemort fehlen die Eltern. Dieser hat sie nicht einmal als Kleinkind (im Unterschied zu Harry und Snape) erlebt, und er hat absolut keine Beziehung zu ihnen. Aus HP6 wird deutlich, dass Voldemort seinen Vater und seine Großeltern väterlicherseits nicht etwa getötet hat, um seine Mutter zu rächen, was zwar nicht in Ordnung, aber wenigstens menschlich verständlich wäre. Er benutzt diese Morde stattdessen dazu, seine beiden Familien auszulöschen und somit seine Wurzeln zu kappen. Bezeichnenderweise nennt er sich auch nicht etwa Gaunt nach der Familie seiner Mutter, sondern gibt sich einen eigenen Namen. Nur den legendären Ahnen Salazar Slytherin behält er. Dadurch tritt Voldemort in Gegensatz zu Draco und Harry, die beide auf ihre Herkunft und auf ihre Eltern stolz sind und ein emotionales Verhältnis zu diesen haben. Über Snapes Hintergrund ist dagegen zu wenig bekannt, um direkte Vergleiche mit Draco und Harry ziehen zu können. Aber die wenigen bekannten Fakten lassen zumindest ein paar Überlegungen zu. Als Sohn eines Muggels und einer (vermutlich „reinblütigen“) Hexe könnte Snapes Position (noch dazu als Schüler des Slytherinhauses, wo die rassistischen Zauberer und Hexen die dominante Rolle spielen) im Gegensatz zu der von Draco schwierig gewesen sein; zudem er anders als beim jungen Voldemort offensichtlich keineswegs anziehend auf seine Umgebung gewirkt haben dürfte. Neben einer herkunftsbedingten Außenseiterolle, die jedenfalls nach derzeitigen Infostand nicht auszuschließen ist, verweisen die Beschreibung seiner Kleidung in HP5 und auch das Buch des Halbblutprinzen in HP6 darauf, dass Snape als Schüler nicht gerade im Luxus geschwelgt hat – ein weiterer Unterschied zu Draco und eine weitere Parallele zu Voldemort, der im Waisenhaus aufgewachsen ist und seine Schulbücher im Secondhand-Shop kaufen musste. Hat Snape auch eine Herkunft, die mit der von Voldemort vergleichbar zu sein scheint, so wird in HP6 ein entscheidender Unterschied zwischen Snapes und Voldemorts Eltern angedeutet, der wiederum eine Parallele zwischen Snapes und Harrys Eltern bedeuten könnte. Die Heiratsannonce im Tagespropheten, wo sogar angeführt ist, dass der Vater Muggel war und die Geburtsanzeige könnten als Hinweise dafür gesehen werden, dass die Beziehung zwischen Snapes Eltern einen ganz normalen Anfang hatte: Standen da am Beginn etwa Liebe, Achtung oder ein gemeinsames Lebensziel und eine Heirat, die das Tageslicht nicht gescheut hat, obwohl der Muggel als Ehepartner manche „reinblütige“ Familie wie etwa die Blacks vor den Kopf gestoßen haben könnte. Ganz anders bei Voldemorts Eltern – das Paar brannte durch, nachdem seine Mutter seinen Vater mit einem Liebestrank, auf unnatürliche Weise verführt hatte. Selbst der Streit in Snapes Erinnerung in HP5 muss nicht unbedingt ein Beweis dafür sein, dass es zwischen Snapes Eltern von Anfang an nicht gestimmt hat. Vielleicht hat ihre Beziehung letztlich einen unglücklichen Verlauf genommen, vielleicht aber wurde sie auch durch einen schweren Schicksalsschlag gestört beziehungsweise zerstört, mit dem beide nicht umgehen konnten. Im Unterschied zu Voldemort und als Parallele zu Harry besteht jedenfalls die Möglichkeit, dass der Beginn von Snapes Geschichte ein glücklicher war. In diesem Fall würde Snape auch aufgrund seines Familienhintergrundes eine Mittelposition zwischen Voldemort und Harry (aber auch zu Draco) einnehmen. Wir finden also bei Harrys und Dracos Eltern eine mehr oder weniger glückliche Ehe, die aber funktioniert (hat), bei Snapes Eltern eine Ehe, die glücklich begonnen haben dürfte und bei Voldemort eine Ehe, die von Anfang an Zwang aufbaute. Ein weiterer Hinweis auf Snapes Rolle als Mittler, was seine Stellung zwischen Voldemort und Draco betrifft, findet sich wieder in jenem Traum, auf den ich zu Beginn eingegangen bin. Voldemort fungiert in Gestalt des Turbans bzw. als Stimme unter dem Turban als Hauptgegner, dem sich zunächst Draco und erst dann Snape anschließen. Dabei fällt auf, dass Voldemort und Draco im Traum zunächst noch getrennt sind. Voldemort übt Druck auf Harry aus, an dem dieser zu ersticken droht, Draco ist lachender Zuseher. Doch dann tritt Snape an Dracos Stelle und löst diesen somit als Zuseher ab. Doch Snape bleibt im Traum nicht Zuseher, als sein Lachen hoch und kalt wird. Die Beschreibung des hohen und kalten Lachens gehört nicht zu seiner Figur, sondern zu Voldemort. Snape “verschmilzt“ sozusagen zunächst mit Draco und dann mit Voldemort . Am Anfang und Ende des Traumes bleibt somit Voldemort als der eigentliche Gegenspieler für Harry zurück. Doch es ist Snape, der die Verbindungen hier herstellt und wieder auflöst. Finite Signatur "Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht." (Kurt Tucholsky) http://de.geocities.com/ermione13/index.htm | ||||||
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Anmerkungen für die, die es interessiert: Signatur "Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht." (Kurt Tucholsky) http://de.geocities.com/ermione13/index.htm | ||||||
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