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Ermione 
AurorIn
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...   Erstellt am 01.06.2007 - 18:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


DIE GRÜNDERINNEN UND GRÜNDER VON HOGWARTS UND IHRE BEDEUTUNG FÜR ROWLINGS ROMANSERIE
(von Ermione)



JKR schrieb
    "You all know, of course, that Hogwarts was founded over a thousand years ago – the precise date is uncertain – by the four greatest witches and wizards of the age. The four school Houses are named after them: Godric Gryffindor, Helga Hufflepuff, Rowena Ravenclaw, and Salazar Slytherin. They built this castle together, far from prying Muggle eyes, for it was an age when magic was feared by common people, and witches and wizards suffered much persecution."

    He (Professor Binns) paused, gazed blearily around the room, and continued.

    Quelle: HP2, S. 114, Kapitel 9: Die Schrift an der Wand bzw. The Writing on the Wall


In meinem letzten Artikel habe ich versucht, die Bedeutung der Schule Hogwarts für die HarryPotter-Roman-Serie deutlich zu machen. Heute geht es nun jene vier Zauberer und Hexen, die Schule und Schloss Hogwarts gegründet haben. Der dazugehörige Handlungsstrang existiert in den sechs Büchern, die erschienen sind, ansatzweise und ist bisher nur als Nebenhandlung gelaufen. Dennoch spricht einiges dafür, dass er in Buch 7 wohl in die Haupthandlung münden wird, wie sich bereits in Band 2 andeutet hat. Dort sind nämlich die vom Hogwartsgründer Slytherin hinterlassene Kammer der Geheimnisse (im Englischen Chamber of Secrets, in der deutschen Übersetzung von K. Fritz Kammer des Schreckens) und ihr Bewohner seit Jahrhunderten, der Basilisk entscheidend in den Haupthandlungsstrang des Buches integriert. In den folgenden Büchern spielen die Gründer/innen von Hogwarts zwar keine wirkliche Rolle, doch wird ein Teil ihrer Geschichte in Band 5 (der als Parallelbuch zu Band 2 aufgebaut ist, siehe dazu unter Anmerkungen) nochmals vom Sorting Hat in seinem Lied kommentiert.

Dass Salazar Slytherin schließlich wegging, führte dazu, dass er den Basilisken in einer von ihm verschlossenen Kammer zurückgelassen hat. Offen bleibt allerdings, ob er das Ungeheuer tatsächlich zurückgelassen hat, um die Schule sozusagen „muggelfrei“ zu halten, wie die Legende erzählt. Die Informationen in den HarryPotter-Büchern, die nicht als Legende, sondern als Fakten dargestellt sind, lassen auch andere Möglichkeiten zu: So könnte Slytherin ursprünglich vielleicht ganz andere, uns Leser/innen noch unbekannte Pläne mit den Basilisken und der Kammer verfolgt haben. Auch die Möglichkeit, dass der Basilisk ursprünglich nur als Schutz vor einer Bedrohung durch Muggel und Muggelstämmige gedacht war und später zur Muggelvernichtung missbraucht wurde, ist denkbar, zudem ausdrücklich in den HarryPotter-Büchern die Hexen- und Zaubererverfolgungen zeitgleich mit der Gründung Hogwarts stattgefunden haben. (Historisch ist das übrigens ein Anachronismus, als jene Geschehnisse, die als Hexenverfolgungen in die Geschichte eingegangen sind, auch in Großbritannien zeitlich erst viel später, 15. und 16. Jahrhundert, anzusetzen sind.)

Der Umstand, dass das Haus Slytherin seine Räume im Bereich der Kerker hat, könnte auch ein Indiz dafür sein, dass es Slytherin ursprünglich darum ging, zumindest seine Schüler/innen vor Muggeln zu schützen. Kerker dienen nicht nur zur Verwahrung von Gefangenen, sie sind gewöhnlich im Turm oder Keller angelegt, jenen Bereichen einer Burg, die nur erschwert zugänglich und somit gut zu verteidigen sind. In einer Notsituation können Kerker auch ein sehr gutes Versteck sein.

Aus welchen Gründen Slytherin auch immer einen Basilisken und eine versiegelte Kammer zurückließ, beides kann als sein Vermächtnis gesehen werden. (Womit sich die Frage stellt, ob die anderen Gründer/innen auch so etwas wie ihre Kammern zurückgelassen haben.)



Professor Binns erzählt in Buch 2 über den Konflikt zwischen den Gründer/Innen Folgendes. (Anmerkung: Im Film wurde Binns gänzlich gestrichen und seine Funktion als Erzähler der Entstehung der Schule Hogwarts auf Professor McGonagall übertragen.)

JKR schrieb
    ...
    "For a few years, the founders worked in harmony together, seeking out youngsters who showed signs of magic and bringing them to the castle to be educated. But then disagreements sprang up between them. A rift began to grow between Slytherin and the others. Slytherin wished to be more selective about the students admitted to Hogwarts. He believed that magical learning should be kept within all-magic families. He disliked taking students of Muggle parentage, believing them to be untrustworthy. After a while, there was a serious argument on the subject between Slytherin and Gryffindor, and Slytherin left the school."

    Quelle: HP2, S. 114, Kapitel 9: Die Schrift an der Wand bzw. The Writing on the Wall


Am Anfang stand also eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Gründern/innen, die ein gemeinsames Ziel verfolgten. Doch dann gab es Uneinigkeiten, und ein Konflikt führte dazu, dass sich Slytherin von den anderen trennte und Hogwarts verließ. Soweit stimmt Binns’ Bericht mit dem Lied, das der Hut (the Sorting Hat) in Buch 5 über die Gründung von Hogwarts singt, überein.

Bei Binns kommt es zum Konflikt zwischen Slytherin und den anderen Hogwartsgründer/innen, als dessen Folge Slytherin mit Godric Gryffindor aneinander gerät und die Schule verlässt.

Was den Handlungsverlauf betrifft, der zu Slytherins Weggang führte, stimmen die als Fakt geltende Geschichte, die Professor Binns in Buch 2 erzählt und das Lied des Hutes in Buch 5 überein. Was allerdings die Details betrifft, finden sich im Lied des Hutes wesentliche Abweichungen.


Aus Gründen der Übersichtlichkeit zitiere ich diesmal nur die Stellen, auf die es ankommt, meine Quelle dazu ist: HP5, S. 184 - 185, Kapitel 11: Das neue Lied des Sprechenden Huts bzw. The Sorting Hat's New Song


Laut Hut wollten die Gründer/innen („The four good friends“) ursprünglich zusammenarbeiten: „Thought never to be parted: ... Together we will build and teach!”. Niemals wollten sie sich trennen, zusammen wollten sie errichten und unterrichten. In Binns Erzählung wird dagegen der Eindruck von einer Zusammenarbeit im Rahmen einer gemeinsamen Sache vermittelt. Der Hut betont stattdessen die Beziehungen der Gründer/innen unter einander. Bei ihm sind sie keine Arbeitskollegen/innen, die eine gemeinsame Aufgabe zusammengeführt hat, sondern am Beginn stehen vier Freunde/innen, die beschließen ein ihnen wichtiges Ziel gemeinsam zu verwirklichen. Binns erzählt von einem Projekt, das nicht ohne Konflikte zu verwirklichen war, der Hut dagegen von einer engen Freundschaft, die letztlich scheiterte.

Deutlich wird dies besonders, als der Hut die Frage stellt: „So how could it have gone so wrong? How could such friendships fail?” (Eine rhetorische Frage übrigens, da er offensichtlich die Antwort kennt.)
Der Hut verknüpft die Trennung der Hogwartsgründer/innen, das Scheitern des Schulprojektes als ihr gemeinsames Werk, mit dem Scheitern ihrer Freundschaft bzw. der Freundschaft zwischen Slytherin und Gryffindor.

Dass der Hut ausdrücklich die Freundschaft zwischen den Hogwartsgründern/innen hervorhebt (auch weitere Strophen verweisen darauf), erscheint mir insofern sehr wichtig, als das Thema Freundschaft innerhalb der HarryBücher bisher eine zentrale Rolle gespielt hat. (Siehe dazu unter Anmerkungen.)

Der Hut gibt keine Wertung im Sinne von gut oder böse, richtig oder falsch ab, aber er bedauert, was geschehen ist: „The whole sad, sorry tale.
Die ursprüngliche Absicht der Gründer/innen: „Together we will build and teach!”, scheitert, wobei angedeutet wird, dass dieses Scheitern Ergebnis einer längeren Entwicklung war. Zunächst wollen alle außer Helga Hufflepuff nur Schüler/innen mit bestimmten Eigenschaften und Fähigkeiten unterrichten, hier wurde durch die Einführung des Häusersystems der ursprüngliche Plan der Zusammenarbeit zwar „aufgeweicht“, aber noch gerettet. Doch offensichtlich ist auch diese Lösung nicht von Bestand, und Slytherin verlässt schließlich die Schule.
Während die Legende mit dem Monster und der Kammer, die Slytherin zurücklässt, einen Abgang in Feindschaft andeutet (mit Rachegedanken, Hoigwarts zu zerstören), vermittelt der Hut eine ganz andere Sicht dieses Abgangs: „When old Slytherin departed / And though the fighting then died out / He left us quite downhearted.“ Slytherin geht und damit ist der Konflikt fürs Erste gelöst. Die Lösung ist jedoch keine wirkliche Lösung, wie die derzeitige Situation in Hogwarts (der Häuserkonflikt) beweist. Slytherins Abgang ist ein Akt der Resignation.


Bei der Beschreibung der Differenzen zwischen den Gründern/innen, die immerhin zwei ganze Strophen umfassen, zeichnet der Hut also ein ganz anderes Bild als Professor Binns. In beiden Strophen steht nicht etwa Slytherin im Gegensatz zu den anderen Gründern/innen, sondern er wird gemeinsam mit Gryffindor und Ravenclaw auf eine Linie gestellt. Ihnen gegenüber nimmt Hufflepuff die Gegenposition ein. Das führt immerhin dazu, dass ein Kompromiss möglich wird: Gryffindor, Slytherin und Ravenclaw unterrichten nur jene Schüler/innen, die ihren Vorstellungen entsprechen, alle übrigen Schüler/innen, die unterrichtet werden wollen, ist Hufflepuff bereit zu unterrichten.

Der Hut beendet sein Lied jedoch mit einer Andeutung darauf, dass dieser Kompromiss, aus dem die Schulhäuser entstanden sind, letztlich ein Fehler war, auch wenn er selbst verpflichtet ist, sich an der Fortführung dieses Fehlers zu beteiligen.

Während Professor Binns nur die Legende bzw. die Überlieferung wiedergibt (also sekundäre Quellen), handelt es sich bei dem Hut um eine primäre Quelle, hat er die Gründung Hogwarts und Slytherins Weggang doch selbst miterlebt: „In times of old when I was new And Hogwarts barely started […]”. Als Augenzeuge („Why, I was there and so can tell“), der zudem keinen offensichtlichen Grund hat, die Fakten zu verfälschen, haben seine Behauptungen im Romangeschehen natürlich mehr Gewicht, was ihre Glaubwürdigkeit betrifft.

Die Vereinigung, die vom Hut angekündigt wird, setzt eine Lösung des internen Konfliktes der Häuser Gryffindor und Slytherin voraus. Die naheliegendste und wohl auch schlüssigste Lösung wäre, dass der Kampf gegen Lord Voldemort letztendlich zur Zusammenarbeit der einzelnen Häuser führt, auch wenn dies seit den Geschehnissen von Band 5 unmöglich zu sein scheint. Immerhin deutet das Lied des Huts in Band 5 an, dass das Häusersystem keineswegs hätte eingeführt werden.

In Band 1 wiederum werden uns die vier Schulhäuser vom Hut vorgestellt, und dabei wird keines der Häuser wirklich abgewertet. (Siehe HP1, S. 88, Kapitel 7: Der sprechende Hut bzw. The Sorting Hat) Auch in der Rede McGonagalls wird die Gleichwertigkeit der Häuser betont. (Siehe HP1, S. 85f., Kapitel 7: Der sprechende Hut bzw. The Sorting Hat)

Dass die Häuser als einander ebenbürtig gelten, ist natürlich die entscheidende Voraussetzung dafür, dass eine tatsächliche Überwindung des Häusersystems, die auch über den aktuellen Anlass (Kampf um Hogwarts, Ausschaltung der Bedrohung von Lord Voldemort) hinweg Bestand hat, für Buch 7 zu erwarten ist. Zudem wäre eine solche Lösung wohl auch am Schlüssigsten.


Ein erster Ansatz für eine Vereinigung der Häuser findet sich in den bisherigen Büchern an zwei Stellen in Buch 1 und Buch 5.

In Buch 1 lernen sich vier Schüler/innen im Zug kennen, und zufällig sitzen sie auch im selben Boot, das sie ins Schloss Hogwarts bringt. Drei der „Bootkameraden/innen“ werden letztlich eine enge Freundschaft schließen, einer bleibt davon ausgeschlossen, steht aber zu ihnen weiterhin in einem guten, freundschaftlichen Verhältnis. Alle vier landen in Gryffindor, aber nur einer von ihnen (Ron) ist eindeutig ein Gryffindor. Bei einem weiteren wissen wir, dass ihn der Hut auch nach Slytherin „sortiert“ hätte, hätte es Harry nur gewollt. Hermione erzählt selbst in Buch 5 einem Ravenclaw-Mitschüler, dass der Hut ursprünglich erwogen hat, sie nach Ravenclaw zu „sortieren“. Bei Neville wissen wir nur, dass der Hut sich bei seiner „Sortierung“ sehr schwer getan hat und Gryffindor somit nicht seine einzige Möglichkeit war. Immerhin lassen sich seine bisherige Charakteristik (mäßige Begabung, aber Fleiß und besondere Lernbereitschaft) und sein Interesse an der Pflanzenkunde, jenem Fach, dass die Hauslehrerin von Hufflepuff unterrichtet, als Indizien dafür deuten, dass ihn doch einiges mit den Hufflepuffs verbindet. Im Lied des Huts wiederum nimmt Helga Hufflepuff ebenfalls eine Sonderstellung ein, da sie eben jede/n Schüler/in zu unterrichten bereit ist.

In Band 5 kommt es unter Ausschluss von Slytherin in der DA zu einer Zusammenarbeit von Schüler/innen der drei anderen Häuser. Sie ist nicht ohne Probleme und löst sich letztlich wieder auf. Hier sind die Slytherins eindeutig die Feinde/innen, was noch dadurch betont wird, dass sich einige von ihnen unter Umbridge (vermutlich ebenfalls eine frühere Slytherin-Schülerin) zu einer Gegengruppe zusammenschließen. Nichtsdestoweniger bleiben eine Reihe von Hogwartsschüler/innen aus allen Häusern außerhalb dieser Gruppenbildung.

Beide Beispiele enthalten immerhin einen Ansatz für das Zusammengehen der vier Schulhäuser, welches in Buch 7 vielleicht verwirklicht wird.



Dass die Gründungsgeschichte von Hogwarts wichtig ist, bestätigt auch eine andere Beobachtung. Die HarryPotter-Bücher erzählen von einer Vergangenheit, die die Gegenwart überschattet. Harry gehört zu jenen Helden/innen, die von einer Vergangenheit heimgesucht werden, an der sie selbst keinen Anteil haben, also sozusagen für die „Sünden der Väter“ büßen müssen. In der Literatur finden sich gewöhnlich zwei mögliche Lösungen: Held/in scheitert ebenfalls an der Vergangenheit oder Held/in gelingt ein Durchbrechen der Vergangenheit. Dies geschieht entweder, indem die Vergangenheit in irgendeiner (meist symbolischer) Form bewältigt wird oder indem Held/in die Vergangenheit zuletzt einfach links liegen lässt und sich in die Gegenwart oder Zukunft rettet.

Dass Lord Voldemort nicht der erste Dunkle Lord und Tom Riddles Aufstieg zum Dunklen Lord kein Einzelfall ist, deutet die Erwähnung des Schwarzmagiers Grindelwald an. (Selbst wenn Grindelwald als Figur keine Rolle mehr spielen wird, so verrät Dumbledores Sieg über ihn, dass es schon vor Lord Voldemort einen anderen Dunklen Lord gegeben hat. Auch wenn dieser vielleicht nicht Dunkler Lord genannt wurde.)

Die Vermutung liegt nahe, dass mit dem Häusersystem und dem Weggang Slytherins offensichtlich jene Situation geschaffen wurde, die über Jahrhunderte hinweg, Konflikte in der Magischen Welt verursacht hat. Die Schule bot den Dunklen Lords eine Voraussetzung, aus der sie ihre Machtposition aufbauen konnten. Bestätigt wird das durch den Umstand, dass Voldemort in Hogwarts seine ersten Gefolgsleute findet.

Daraus ergibt sich, dass eine Ausschaltung Lord Voldemorts, so schwierig sie zu bewerkstelligen ist, nur dann wirklich einen Schlussstrich setzt, wenn auch die Hogwartsgründung endgültig in einer ursprünglich geplanten Form verwirklicht werden kann und somit die Kette der Dunklen Lords und deren Voraussetzungen für immer durchbrochen wird.

FINITE

Artikel für eine Quibbler-Ausgabe, dort allerdings nicht mehr erschienen, somit ein ganz neuer Artikel v. Herbst 2006


[Dieser Beitrag wurde am 01.06.2007 - 18:13 von Ermione aktualisiert]





Signatur
"Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht."
(Kurt Tucholsky)


http://de.geocities.com/ermione13/index.htm

Ermione 
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Anmerkungen:


Argumente für einen möglicherweise negativen Salazar Slytherin, auf die ich hier aus Platzgründen nicht mehr eingegangen bin, finden sich unter folgenden Thread http://www.razyboard.com/system/morethread-istsalalzarslytherindochboese-hermione7-1675708-3680397-0.html


Das Thema Freundschaft spielt in den HarryPotter-Büchern eine zentrale Rolle. (Ich überlege zurzeit, ob ich darüber nicht noch schreiben werde.) Neben der Freundschaft zwischen Harry, Ron und Hermione, die mit ihrer Entwicklung und ihren Krisen stets ein Hauptthema der Bücher ist, findet sich dieses Motiv auch in Parallel- und Nebenhandlungen. Ein tragisches Gegenmodell zu Harrys, Hermiones und Rons Freundschaft bilden die Herumtreiber bzw. Marauders, die letztlich (offensichtlich aus eigenem Verschulden, wie in Band 3 und 5 angedeutet wird) als Freunde gescheitert sind. Ein negatives Gegenmodell stellen die vermeintlichen Freundschaftscliquen um Tom Riddle und Draco Malfoy da. Daneben tauchen immer wieder Außenseiterfiguren bzw. Einzelgängerfiguren auf (Neville Longbottom, Luna Lovegood, Percy Weasley, Professor Severus Snape), die auf der Suche nach Freundschaft sind oder sich dieser verweigern bzw. sie ihrer Karriere geopfert haben.


Band 5, der als Parallelband zu Band 2 aufgebaut ist:
Die Haupthandlungsstränge in diesen Büchern sind ähnlich aufgebaut und haben dieselbe Zielrichtung. So gibt es eine Rettungsaktion, die in Band 2 gelingt und in Band 5 scheitert. Der Showdown führt in die Tiefe. Wortwörtlich übersetzt heißt die Kammer des Schreckens eigentlich Kammer der Geheimnisse, was wiederum einen sprachlichen Bezug zur Mysterienabteilung im Ministerium herstellt. Beide Orte sind zudem als „Unterwelt-Schauplätze“ mit Todesnähe beschrieben. Weiter wird in beiden Büchern die Ausschaltung Dumbledores als Schulleiters versucht, wobei es gilt, die Schule „Reinblut-Fanatikern/innen“ zu öffnen und der Willkür des Ministeriums auszuliefern. Die offizielle Täterfigur ist in beiden Büchern gleichzeitig Mitglied des Schulpersonals und des Ministeriums (Malfoy als Schulrat, Umbridge als Lehrerin, später Großinquisitorin und Schulleiterin).


[Dieser Beitrag wurde am 09.06.2007 - 19:58 von Ermione aktualisiert]





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(Kurt Tucholsky)


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