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DoctorMoVe ...
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...   Erstellt am 21.07.2007 - 12:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich war gestern drin.

Auch wenn hier viele Tarantino's Kino verabscheuen, und dieser Thread deshalb garantiert mit politisierten Beiträgen gefüllt werden wird wie: "Ich habe Tarantino nie gemocht und werde ihn nie mögen!" muß ich hier doch mal meine Verbeugung vor diesem Meisterwerk Ausdruck verleihen:

Death Proof ist nicht nur ultra cool, groovig geil, slashig abgebrüht und rattenscharf. Abgesehen von Casino Royale ist dies der befriedigenste und stilvollste Actionfilm den ich in den letzten 4 bis 5 Jahren in meinem leidlich geliebten Lichtspielpalast zu sehen bekommen habe.

Wenn ein Film wie "Stirb langsam 4.0" dieser Tage als Rückkehr des 'guten alten' Action-Stils gefeiert werden darf und der entsprechende Thread voller wehementer Verbeugungen vor dem 'vergessenen' Kinokulturgut "Herrlicher Kracher mit coolen Sprüchen" strotzte, dann würde es wirklich mehr als grotesk und lächerlich wirken wenn man Tarantino's Genre-Trip hier einfach als völlig derbes und pubertäres "Prol"-Kino eines "kranken Idioten" abkanzeln würde.

Dieser Film provitierte eben genau von dem, was Stirb langsam Numero 4 als modernes "Coolness-Werk" so schmerzlich vermissen lies: Dreck, Schmutz, Schund, Erotik, ZIGARETTEN, ALKOHOL, phallische Originalität und konsequentes 'Handmade'-Stunthandwerk.

Ich wurde von der ersten Grindhouse-Episode jedenfalls mehr als befriedigt und das ging anscheinend auch fast dem ganzen Publikum meiner besuchten Vorstellung so: Der Applaus nach dem Film war eine echte Genugtung!



Hier wie immer noch ein paar Presse-Stimmen:

Michael Kohler (Filmdienst und der Frankfurter Rundschau) sah eine "Liebeserklärung an das Schmuddelkino der 1970er-Jahre", bei der die „gute alte Zeit des Makelhaften natürlich einen Zug ins Infernalische" bekomme. Man habe allerdings „keine Sekunde das Gefühl, tatsächlich einem schmutzigen Stück Exploitation-Kino" beizuwohnen, stattdessen ähnele Death Proof „eher Jean-Luc Godards Klippschule der Filmnation". Die Zitate „purzeln aus allen Richtungen durcheinander, werden mit den Mitteln des Autorenkinos aufpoliert und schließlich in ‚Kunst’ verwandelt". So gehe zwar etwas von der „ursprünglichen Wucht" der Genre-Filme verloren, zum Ausgleich erhalte man ein „Übermaß an Stil". Letztlich sei Tarantino „zu sehr Tarantino, um sich selbst zurücknehmen zu können – und sei es aus Liebe zu einer vergessenen Form des Kinos".

Auch Julian Hanich vom Tagespiegel ist begeistert - Death Proof sei "vor allem ein Vergnügen für Fans des Musiksamplings, des Fußfetischismus, der ästhetisierten Gewalt, der „Nigga-this-Nigga-that"-Coolness, der Filmzitate und geschliffenen Dialoge voller Popkulturverweise". Anders als sein "überambitioniertes, überbordendes, überpoliertes Zitatenkästchen Kill Bill" bleibe sein "postmodernes Oberflächenkino" diesmal "schön klein und schmutzig". Death Proof feiere "virtuos das Virtuosentum des Tarantino-Kinos – und sonst gar nichts". Die Action in diesem Film gehöre "zum Besten, was man seit langem im Kino gesehen hat". Tarantino möge ein "Erzironiker" sein, aber seine Actionszenen "zelebriert er mit Ingrimm – atemberaubend in Bewegung und Gewalt und voller Verachtung für die Lehnstuhl-Action der Computer-Animateure und Pixel-Illusionisten".

Für Cristina Nord von der taz steht fest: "Tarantino hat ein Riesenvergnügen daran, seinen Heldinnen beim Spaßhaben zuzuschauen. Und indem er ihnen zuschaut, bereitet er uns ein nicht minder großes Vergnügen". Nerds könnten sich derweil an der "Vielzahl von Anspielungen, Zitaten und Reminiszenzen" vergnügen, die Tarantino ihnen mit jeder Einstellung vorsetzt. Auf den ersten Blick sei Death Proof "reine Selbstrefernz, Vergnügen für Sammler und Narzissten, die ihr Wissen abgefragt und bestätigt sehen wollen". Wäre das alles, Death Proof wäre "langweiliges, postmodernes Kino". Aber "aller Selbstbezüglichkeit und aller Nostalgie zum Trotz" gebe es eben doch ein "Außen" - Tarantino "zitiert das Exploitation-Kino nicht nur, er schreibt es fort. Und hier beginnt es, richtig aufregend zu werden". Die Kritikerin stellt die postfeministische Position des Fims heraus: Tarantino setze mit "großer Hingabe" die "starken, sich selbst genügenden Frauen" in Szene, die "weder schnelle Autos noch einen Faustkampf fürchten und dabei eine verdammt gute Figur machen". Das bringe ihn in die Nähe "anderer, für ihre Frauenfiguren berühmten Regisseure, in die Nähe von Pedro Almodóvar, Rainer Werner Fassbinder oder Douglas Sirk". Sie alle "geben uns, den Zuschauern wie den Zuschauerinnen, den Spaß zurück, den uns so viele dümmere Regisseure verderben wollen. Und dafür gebührt ihnen ein riesengroßes Dankeschön".

Etwas bösartig schreibt Tobias Kniebe in der Süddeutsche Zeitung über den Regisseur: "Quentin Tarantino ist ein Tanzbär. Wir betrachten ihn mit freundlicher, zoologischer Neugier. Wir schwingen die Peitsche unseres kleinbürgerlichen Kunsthochmuts, den die fünfzehn Jahre seines Wirkens leider gar nicht erschüttern konnten, wir werfen ihm ein paar vorurteilsvergiftete Fleischbrocken hin - und er tanzt." Es stimmt den Kritiker ein wenig traurig, dass "diese sogenannte Kino-Revolution der neunziger Jahre, die Tarantino angeblich angeführt hat, gar keine war; dass er im Grunde bei jedem Film von vorne anfangen muss, dass er nie aufhören darf, Tarantino der Tanzbär zu sein, und dass unser Blick auf ihn immer an der Oberfläche der Dinge hängenbleiben wird". Death Proof hat ihm dann allerdings schon etwas gegeben, er kam "verwundert, ermattet, seltsam euphorisiert" aus dem Kino und fühlte sich wie "nach dem Sex", und das merkwürdigerweise, obwohl der ganze Film ein "einziger Lapdance ist, Erregung ohne Erfüllung, eine wortreiche Beschwörung des Nichtvollzugs".

Peter Zander von der Welt fast die erste Hälfte des Film so zusammen: "Schöne, junge Frauen unterhalten sich darin, reden, quatschen, ohne Unterlass. Laberei als Endzweck." Dann fange ein zweiter Film an, in dem die Action dominiere. Bei Death Proof könne man sich fragen, "warum man nicht gleich einen Film aus den Seventies schaut, bei dem man zumindest wüßte, warum die Kopie Kratzer hat". Tarantino, "der Zitierwütige, die Fleisch gewordene Postmoderne", sei "längst zum Film-Auteur des B-Movies aufgestigen, ja er hat bewiesen, dass l’art pour l’art nicht nur distinguiert-ennuie rendes Kunstkino bedeuten muss, sondern auch im Trashki no funktioniert". Allerdings sei der "Goldjunge der Neunziger" auch schon etwas in die Jahre gekommen.

"Dieser Film ist vermutlich eines der schönsten, wahrsten und sensibelsten Werke, die in diesem Jahr in unsere Kinos kommen: ein Film, der einen dazu bringt, wenn die Schocks des Schlusses einigermaßen verdaut sind, laut 'hurra!' zu brüllen", schreibt Claudius Seidl in der FAZ. Die Musik "ist so laut, die Schocks sind so gewaltig, die Inszenierung ist so intensiv, dass die Distanz, selbst wenn man sie als Zuschauer wahren möchte, von der Drastik dieses Films durchlöchert und zerschossen wird". Und gleichzeitig sitzeman "fassungslos in seinem Kinosessel und hört nicht auf zu staunen über die formale Kühnheit Tarantinos, der sämtliche Konstruktionsprinzipien für Kinoplots und Spannungsbögen komplett ignoriert". Es sei, "wie immer bei Tarantino", ein "Schrecken und ein Glück. Man möchte gleich wieder ins Kino rennen und überprüfen, welches Gefühl jetzt das stärkere ist".

Laut Andreas Borcholte von Spiegel Online geht es hier in Wahrheit "nicht um die Action, nicht um die mal wieder gnadenlos zur Schau gestellte Gewalt. In Wahrheit will Tarantino wissen, was junge Frauen reden, wenn sie unter sich sind, will teilhaben an diesem klandestinen Talk, bei dem Männer draußen bleiben müssen". Death Proof sei vor allem eine "Leinwand für ein mannigfach verklärtes Frauenbild" und auch als "Entschuldigung für alle schwitzig-schmutzigen Männerphantasien" zu deuten, die "jemals durch Tarantinos Kopf-Kino geisterten".

Death Proof ist "stilistisch unverwechselbar, aber doch ganz anders als seine Vorgänger", lesen wir bei Rüdiger Suchsland von Telepolis; er sei "das Gegenteil von oberflächlich", denn er erzähle "zum einen eine persönliche Faszinationsgeschichte, ein Stück Autobiographie. Zum Zweiten zeigt er zeigt eine Welt aus Fetischen und Zeichen. Er ist überaus anspruchsvoll in der Offenheit, in der er den Zuschauern eben keinen unbeschwerten Genuß ermöglicht. Und drittens erzählt er davon, wie Tod und Gewalt unvermittelt ins Leben einbrechen können - ein zeitgemäßes Thema". Tarantino erweise sich erneut als der "Mythologe des Gegenwartkinos", seine Filme "sind nicht etwa 'postmodern' oder 'ironisch' oder dergleichen Etiketten mehr, sondern von einer geradezu kindischen und darum völlig unironischen Liebe und Zuneigung zum Gegenstand geprägt, von einer fast schrulligen, für Außenstehende mitunter unverständlichen Verehrung." Er sei "vielleicht ein bisschen speziell, ein gewaltiger Fußfetischist und ein ziemlicher Nerd, aber vor allem ein wunderbarer Frauenregisseur".

[Dieser Beitrag wurde am 21.07.2007 - 12:24 von DoctorMoVe aktualisiert]





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Invincible1958 ...
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...   Erstellt am 21.07.2007 - 12:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


DoctorMoVe schrieb
    Dieser Film provitierte eben genau von dem, was Stirb langsam als modernes "Coolness-Werk" so schmerzlich vermissen lies: Dreck, Schmutz, Schund, Sex, ZIGARETTEN, ALKOHOL, phallische Originalität und konsequentes 'Handmade'-Stunthandwerk.


Ich war noch nicht drin. Werde aber demnächst rein gehen. Bin ein großer Tarantino-Fan. Und ich bin der Meinung, dass er häufig einfach falsch verstanden wird. Selbst Leute, die Pulp Fiction cool finden, verstehen es häufig trotzdem nicht richtig.

Zu 'Death Proof' - der Film ist ja ne Hommage an die B-Movies der 70er, die Exploitation-Filme, die häufig als Double-Feature gezeigt wurden in sogenannten Grindhouses. Rodriguez Planet Terror kommt in Deutschland demnächst auch ins Kino. Finde es allerdings schade, dass hierzulande beide Filme einzelnd erscheinen. Was ist eigentlich mit den extra gedrehten fiktiven Filmtrailern und den fiktiven Werbespots, die zwischen den beiden Filmen gezeigt werden? Bekommen wir die in Deutschland gar nicht im Kino zu sehen, sondern nur die beiden Filme?

Jetzt zu 'Stirb langsam': man kann einen Autoren-Film, was alle Tarantinofilme nunmal sind, nicht mit einem Studio-Film wie 'Stirb langsam' vergleichen. Hollywood ist Mainstream. Tarantino war nie Mainstream und wird es auch nie. Aus dem selben Grund wird auch jede Adam Sandler-Furzwitz-Komödie erfolgreicher laufen als ein neuer Woody Allen-Film.

Ich mag beides: Mainstream und Arthouse.

Und da Tarantino ein Filmliebhaber ist, bleibt er natürlich independent. Unter der Aufsicht eines großen Studios musst du zuviele Vorschriften einhalten. So macht Filmemachen keinen Spaß. Tarantino ist frei - er kann machen was er will. Und das ist auch gut so.

Und das Ziel von 'Death Proof' ist eben nicht anspruchsvolles Kino zu schaffen, sondern einfach nur die B-Movies der 70er zu huldigen - und das auf unterhaltsame Weise. Die Filme der 70er (wie zum Beispiel 'Foxy Brown' - ein geiler Film) sind auch total anspruchslos und von der Handlung schlimmer als jede Story in ner 80er-Jahre-Fernsehserie. Aber man merkt ihnen an, dass die Filmemacher Spaß an der Arbeit hatten. Und daher weisen sie doch eine gewisse Qualität auf.

Tarantino dreht Filme, die er selber gerne sehen möchte. Und wenn das dann vielen Leuten nicht gefällt, ist das deren Problem.

Es gibt übrigens schon zwei Threads zum Film:

http://www.razyboard.com/system/morethr … 385-0.html

http://www.razyboard.com/system/morethr … 294-0.html

[Dieser Beitrag wurde am 21.07.2007 - 12:28 von Invincible1958 aktualisiert]




DoctorMoVe ...
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...   Erstellt am 21.07.2007 - 12:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Invincible1958 schrieb

    Was ist eigentlich mit den extra gedrehten fiktiven Filmtrailern und den fiktiven Werbespots, die zwischen den beiden Filmen gezeigt werden? Bekommen wir die in Deutschland gar nicht im Kino zu sehen, sondern nur die beiden Filme?


Wir werden uns vermutlich bis zur einer Double Feature-DVD gedulden müssen, von deren Veröffentlichung ich einfach mal ausgehe.



Invincible1958 schrieb

    Jetzt zu 'Stirb langsam': man kann einen Autoren-Film, was alle Tarantinofilme nunmal sind, nicht mit einem Studio-Film wie 'Stirb langsam' vergleichen.


Der Stirb langsam-Vergleich kam mir hauptsächlich auf der Diskussionsebene der wohltuenden 'Handmade'-Actionszenen in den Sinn, weil gerade dieser Hollywoodfilm zur Zeit für besagte Elemente so gelobt wird. Außerdem profitierte der vorherige dritte Teil dieser Serie damals - ein Jahr nach Pulp Fiction - vom herrlich dauerfluchenden Cast-Gespann Bruce Willis - Samuel L. Jackson.
Ansonsten hast du natürlich vollkommen recht. Rein auf den cineastischen Freigeist bezogen ist mein Vergleich etwas ungerecht.


Invincible1958 schrieb

    Und wenn das dann vielen Leuten nicht gefällt, ist das deren Problem.





Invincible1958 schrieb

    Es gibt übrigens schon zwei Threads zum Film...


Ja, die habe ich mir auch vorher angeschaut. Aber mir war es ein Bedürfnis der Tarantino-Episode getrennt vom Rodriguez-Film einen Thread zu widmen.

Die anderen 2 Thread-Einleitungen gingen ja noch von einem reinen Double-Feature-Gesamtwerk aus. Da aber die beiden Episoden nun relativ unabhängig voneinander ins Kino kommen und Death Proof schon für sich alleine abgeschlossen wirkt, zog ich hier einen neuen Thread vor.

Ich halte mich nämlich eigentlich für ein recht vorsichtigen und deshalb eher seltenen Thread-Eröffner...

[Dieser Beitrag wurde am 21.07.2007 - 13:30 von DoctorMoVe aktualisiert]





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ChrisMainz ...
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...   Erstellt am 21.07.2007 - 19:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Invincible1958 schrieb

    Ich war noch nicht drin. Werde aber demnächst rein gehen. Bin ein großer Tarantino-Fan. Und ich bin der Meinung, dass er häufig einfach falsch verstanden wird. Selbst Leute, die Pulp Fiction cool finden, verstehen es häufig trotzdem nicht richtig.


Dein Wort in Gottes Ohr! Jetzt sind wir schon zu Dritt!





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Invincible1958 ...
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...   Erstellt am 21.07.2007 - 23:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin der Meinung, dass Tarantino-Filme umso mehr Spaß machen, wenn man selbst auch sehr viel über Filmgeschichte bzw. sich damit auseinandersetzt. Das hilft auf jeden Fall ungemein, einen besseren Zugang zu den Filmen zu bekommen.

Ich finde zum Beispiel 'Kill Bill Vol 2' viel besser als Teil 1, weil er da Filmgeschichte förmlich vorlebt. Da gibt's soviele tolle Szenen, Hinweise, Hommagen etc., dass ich danach immer gleich Lust bekomme, ein paar alte Klassiker zu schauen.

Ich kenne aber viele, die 'Kill Bill Vol 1' besser finden, weil es da mehr Action gibt. Ist ja auch in Ordnung. Aber wenn man nur das eine oder nur das andere will, gibt's dafür andere Filme, die eben NUR das eine bedienen.

Nur man sollte dann nicht einfach alles, was man nicht versteht oder nicht verstehen will, gleich als langweilig oder schlecht abtun bzw. als billiges Gemetzel bezeichnen, wenn da viel mehr hinter steckt. 'Kill Bill Vol 1' ist zum Beispiel so überzeichnet, dass die ganze Gewalt nur noch Ironie ist. Das ist keine Gewaltverherrlichung. Wer das behauptet, hats auch nicht verstanden.

Es kommen ja immer wieder dieselben Vorwürfe vor, auch jetzt bei 'Deat Proof'. Und es mag ja sein, dass der Film schwächer ist als die anderen. Aber ich werde garantiert was daran finden, das ich mag.




Don-Corleone ...
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...   Erstellt am 22.07.2007 - 12:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Freue mich sehr auf den Film und wie schon richtig erwähnt wurde, ist Tarantino in erster Linie selbst Filmfan und dreht nunmal das am liebsten was er selbst auf der Leinwand sehen will. Um seine Filme besser geniesen zu können sollte man in der Tat einkleinwenig mit diversen Abschnitten
der Filmgeschichte bewandert sein, da viele Szenen andere Filme zitieren und huldigen. Tarantino hat seinen unverkennbaren Stil,der ihn einzigartig macht und das ist auch gut so

Zu Kill Bill noch ne kurze Anmerkung
Ich gehöre auch zu der Minderheit der Kill Bill Vol 2. besser gefällt als Vol 1, glaube aber nicht nicht, das es in Vol 2. mehr Hommagen gibts als in Vol 1.

Grob gesagt ist Vol 1. nichts anderes als eine Hommage an die Eastern Vol 2. an diverse Westernklassiker. Der Unterschied, das die meisten sich bei den Western besser auskennen die zum Teil in Vol 2 zitiert werden, als mit diversen Hongkong, Kung Fu und Samuraifilmen angefangen von den Shaw Brothers, One-Armed Boxer vs. The Flying Guillotine, Lady Snowblood bis hin zu Klassikern wie Pollacks Yakuza.

MfG

Don-Corleone





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...   Erstellt am 22.07.2007 - 12:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ DoctorMoVe: Wenn Du die begeisterte Tagesspiegel-Pro-Kritik von Julian Hanich erwähnst, darfst Du aber das Contra von Jan Schulz-Ojala im gleichen Artikel nicht unter den Tisch fallen lassen. Man muss dem nicht unbedingt zustimmen, aber einige diskussionswürdige Ansätze finde ich da schon.

Ich habe Death Proof noch nicht gesehen, obwohl ich früher ein riesiger Tarantino-Fan war. Der Contra-Beitrag findet z.B., dass es qualitativ mit Tarantino stetig bergab ging. Von den Meilensteinen "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction" über "Jackie Brown" zu "Kill Bill", über den Schulz-Ojala sagt: "...der nur mehr manisch zu nennende Versuch, alle Action-Genres dieses Planeten in einer simplen Rachestory zu vereinen. Das meistbietend versorgte Publikum honorierte die Mühe, künstlerisch bedeutete der Film rasenden Stillstand."

Also, ich werde mir natürlich meine eigene Meinung bilden, aber ich war tatsächlich von Tarantino mit den Jahren immer weniger begeistert. Denn dieses Sich-Verschanzen in einer ganz bestimmten Kino-Ecke und Um-sich-Schmeißen mit Zitaten kann auch schnell etwas Arrogantes haben. Die Attitüde missfällt mir mehr und mehr.





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...   Erstellt am 22.07.2007 - 17:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


ollistone schrieb

    @ DoctorMoVe: Wenn Du die begeisterte Tagesspiegel-Pro-Kritik von Julian Hanich erwähnst, darfst Du aber das Contra von Jan Schulz-Ojala im gleichen Artikel nicht unter den Tisch fallen lassen.


Das war ein Test ob die Links die ich bei den Filmkritiken immer setze überhaupt jemand verfolgt.
Aber so bitter ist das Contra von Jan Schulz-Ojala mit Verlaub doch gar nicht: "ein Stück Dialogkino, das die Gesamtsilbenzahl einer besonders gesprächsseeligen französischen Jahresfilmproduktion locker hinter sich lässt" also in einem völligen total Zerriß sollten solche anerkennden Zeilen eigentlich nicht vorkommen...

Was den Zweifel an Tarantino's Kino angeht, den hatte ich in der Phase zwischen Jackie Brown und Kill Bill auch mal, als mir Tarantino's Kinobewegung verpuft schien. Seit Kill Bill Vol. 2 haben sich allerdings meine Zweifel verflüchtigt. Auch vor Death Proof hatte ich ein paar Bedenken. Diese lösten sich jedoch schon in den ersten 2 Minuten mal wieder in wohlgefallen auf...

Aber falls hier mehr Verrisse über Tarantino's Kino erwünscht sind empfehle ich diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung.

[Dieser Beitrag wurde am 22.07.2007 - 18:01 von DoctorMoVe aktualisiert]





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...   Erstellt am 23.07.2007 - 16:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ekkehard Knörer (taz) offenbart uns, warum im Film kurz das Werbeschild für ein Kino in Austin auftaucht, und der Filmkritiker Scott Foundas erläutert uns in einem interessanten Interview, warum der Film in den USA gefloppt ist.





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...   Erstellt am 23.07.2007 - 17:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


DoctorMoVe schrieb

    Das war ein Test ob die Links die ich bei den Filmkritiken immer setze überhaupt jemand verfolgt.


Wobei, mit Verlaub, ich auf die Rezension von Schulz-Ojala bereits im Zusammenhang mit der Die Hard-Debatte (das "boah ey"-Kino) hingewiesen hatte...





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