derchefderII  Läufer
 

Status: Offline Registriert seit: 15.01.2006 Beiträge: 32 Nachricht senden | Erstellt am 01.02.2009 - 19:40 |  |
Es sollte der große Befreiungsschlag werden, denn Coswig war uns in jeder Hinsicht bisher ein "lieber" Gegner: Erst einmal wegen der durchweg sympatischen Vertreter der Schachspielzunft ("Wir sind die die die Holzmännel schieben") und der Regelmäßigkeit unserer Matchgewinne (Die Coswiger hatten einen Zeitungsausschnitt vorzuweisen, auf dem der letzte Sieg gegen die zweite von Lok auf 1994 (!) datierte).
So richtig optimistisch war ich aber aufgrund unserer langen Ausfallliste nicht, so fehlten Ralf und Sven. Lange sah es auch nach Wegbleiben von Olaf aus, aber - Wunder der Medizintechnik - er war nicht mal eine Woche nach einer Augen-OP voll einsatzfähig. Coswig spielten - natürlich - 1 bis 8.
Das es doch noch zu eine Punkteteilung reichte kam so:
Escher,Thomas ½ : ½ Weitzer,Steffen
Thomas hatte in dieser Saison schon einige Federn gelassen und so spielte er - zumal mit Schwarz sehr sicherheitsbetont. Steffen eröffnete auch relativ anspruchsvoll und so kam außer einem maximal optischen Vorteil nicht viel zustande. Die Linien blieben blockiert und angesichts der Schwerfiguren wagte Steffen eine Stellungsöffnung nicht. Also Remis...
Klawa,Patrick 1 : 0 Braun,Gottfried
Gottfried hat diese Saison schwer zu kämpfen, gegen hochmotivierte und -klassige Gegner nun schon die dritte Niederlage. Eigentlich stand er sehr gut, hatte eine Qualität mehr, sah dann aber mit einem Rückopfer Gespenster und fand sich nach einer weiteren Ungenaugkeit (Turmtausch) mit Minusbauern in einem völlig trostlosem Endspiel wieder. Da lies Patrick nichts mehr anbrennen.
Schweitzer,Andreas ½ : ½ Limpert,Michael
Nach ziemlich forciertem Eintritt in das Mittelspiel musste bot ich vor Schreck Remis. Ich merkte, dass ich ein völlig andere Variante, als bis dahin gerechnet, spielen musste. Ich gewinne zwei Bauern, stehe aber gegen (ungleichfarbige) Läufer und Turm absolut passiv.
Nach Analyse muss ich aber weiter spielen, denn ich kann kaum verlieren. Es gehen schlimmstenfalls die Bauern weg mit klarem Remis. Andreas hatte das schon realistischer eingeschätzt, denn er nahm erfreut/schnell an. In den Analysen kam eigentlich auch immer Remis heraus. Letztendlich also Recht gehabt...
Boettger,Lukas ½ : ½ Greger,Ubald
Lukas hatt diese Saison noch kein Fuß auf den Boden bekommen. Ein Start mit 0 aus 4 ist wirklich deprimierend. Seine Partieanlagen sehen eigentlich solide aus, nur schmiss er die Stellungen meist einzügig weg. Entsprechend optimistisch war ich eigentlich. Ubald spielte sein Phillidor, konnte aber eröffnungstechnisch nicht wirklich punkten. Die Stellung blieb passiv, auch wenn Lucas für eine Gewinnidee einen Bauern gab. Man konnte sicherlich noch einiges probieren, aber das Remis geht absolut ok.
Poenisch,Eckehardt 0 : 1 Just,Wolfgang
Wolfgang spielte wieder einmal ohne Erlaubnis 1.f4 , kam aber gut in die Partie. Dann hatte er aber eine Schnapsidee und stellt seinen Springer und seine Partie quasi auf Verlust. Eckehardt spielte vermutlich zu ungeduldig auf die Figur und vernachlässigte völlig, dass das erzwungene Figurenopfer in einigen Varianten auch durchschlagen kann. Eine dieser Varianten steuerte er zielstrebig an und verlor folgerichtig kurzzügig.
Puh!
Piotraschke,Jens 0 : 1 Dobierzin,Olaf
Nochmals ein hoch auf die Wunder der Medizintechnik. Olaf spielte mit Schwarz frisch auf und bekam eine chancenreiche Stellung. Nach einem kurzem taktischen Gemezel verlor Jens plötzlich Haus und Hof. Das ganze war - wie die Analysen zeigten - vermutlich nicht ganz zwingend, aber wurde am Brett wiederlegt. Belohntes, wenn auch kalkulierbares Risiko. Klasse!
Poenisch,Egmont ½ : ½ Gerhardt,Dirk
Dirk erspielte sich mit Weiß einigen Eröffnungsvorteil, obgleich er einige recht anrüchige strategische Ideen entwickelte. Irgendwie ruderte er dann aber zurück und Egmont konnte Aktivitäten entwickeln. Irgendwie passierte noch einiges und primär - nach meiner Einschätzung - für Dirk besorgniserregendes. Daher können wir wohl mit dem Remis sehr zufrieden sein.
Merker,Matthias 1 : 0 Gempe,Anet
Matthias ist natürlich für ein achtes Brett starker Tobak. Trotzdem hatte ich gehofft, dass Anet in einer ihrer soliden Systeme kommt. Aber ihr Tartakower ging völlig in die Hose: ein Bauer ging ersatzlos weg und das war eigentlich schon der Anfang vom Ende. Der Druck blieb hoch und weitere Bauern gingen weg. Der Rest (Endspiel) war eine Sache der Technik und da war Matthias - trotz tapferer Gegenwehr - über jeden Zweifel erhaben.
Also ein lachendes und ein weinendes Auge über das Ergebnis. Es hätte schlimmer kommen können und so ist der Punkt vielleicht noch einmal wichtig ?!
Es bleibt aber für beide seeeehr eng.
Signatur Man hat vom Schach gesagt, dass das Leben nicht lang genug dazu ist, -
aber das ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachs. - Christian Morgenstern |