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<Arno>
unregistriert

...   Erstellt am 16.01.2009 - 13:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dazu "aufklärend" und gut verstehbar:

http://www.uni-siegen.de/~merk/downloads/pornographie_freudenquelle.pdf

Lohnt sich downzuloaden!

Arno.




Minotaurus ...
Hausherr und Gastgeber
...............



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...   Erstellt am 17.01.2009 - 00:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Arno schrieb
    Dazu "aufklärend" und gut verstehbar:

    pornographie_freudenquelle.pdf

    Lohnt sich downzuloaden!

    Arno.

Lohnt sich das wirklich? Na, ich weiß nicht so recht.
Ich hab mir diese endlose Abhandlung (11 Seiten) mal kurz durchgelesen, aber ich weiß nicht so recht, was Du uns damit sagen möchtest.
Solche Erklärtexte zum Thema Pornographie findest du fast überall im Internet, auch bei Wikipedia.

Unschlüssige Grüße vom Mino.





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Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

<Urs>
unregistriert

...   Erstellt am 17.01.2009 - 17:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minotaurus schrieb
    Solche Erklärtexte zum Thema Pornographie findest du fast überall im Internet, auch bei Wikipedia.


Richtig ist wohl, dass es massenweise Literatur zu Pornos gibt,

Aber die Quantität sagt noch nichts über die Qualität aus!

Ich habe mir die Arbeit (in der Kennzeichnung "endlose Abhandlung" steckt ein pejoratives Werturteil!) von Professor Merk downgeloadet, ausgedruckt und durchgearbeitet.

Dabei fiel mir (als Naturwissenschaftler) sofort auf, daß (1) der Professor in allem folgerichtig, schlüssig argumentiert (man spürt: Professor Merk ist auch Autor eines Lehrbuchs der Logik) und (2) auf die zentralen Fragen zur Pornografie eingeht, nämlich ihren Beitrag um Glück und zur Freude der menschlichen Person. Dazu rückt der Professor Merk (3) auch noch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Porno-Industrie ins Scheinwerferlicht.

Mein Urteil: es handelt sich um eine argumentativ hervorragende, gut belegte und in den Resultaten eindeutige Studie, die es wert ist, beachtet zu werden -- und zwar gerade deswegen, weil soooo viel über Pornografie überall geschrieben wird.

Aber vielleicht kann man ja sachlich Einwände hier diskutieren? Die Thematik wäre es wert!

Gruß aus Berlin, Urs.




Minotaurus ...
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...   Erstellt am 17.01.2009 - 23:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Urs schrieb
    Dabei fiel mir (als Naturwissenschaftler) sofort auf, daß (1) der Professor in allem folgerichtig, schlüssig argumentiert ...

Nun ja, man muß nicht unbedingt Naturwissenschaftler sein, um einer gut aufbereiteten Logikkette folgen zu können. So manche Nur-Hausfrau oder Verkäuferin bei ALDI oder LIDL kann das ebenso gut.
Das Eine (die Logik) hat mit dem Anderen (dem Naturwissenschaftler) absolut nichts zu tun, das sagt mir meine Logik als Techniker. Die "Erfolge" von religiösen und politischen Rattenfängern (nicht nur in der Gegenwart) beweist die Richtigkeit dieser These.
Ja, auch dort werden kausale Zusammenhänge zu einer schlüssigen Logikkette zusammengefügt, der man oftmals mühelos folgen kann. Je einfacher das Gemüt, desto leichter kann man der Logik dieser Populisten folgen. Das ist ein Grundgesetz in der Rhetorik.

Urs schrieb
    Aber vielleicht kann man ja sachlich Einwände hier diskutieren?

Ja, natürlich kann man über den vermeintlichen Wert dieser Abhandlung (der Begriff "Studie" scheint mir dafür nicht gerechtfertigt zu sein) diskutieren, denn genau dafür gibt es diesen Thread bei KUNST-WERK.
Urs schrieb
    Die Thematik wäre es wert!
Ob es dieses Thema wirklich wert ist, das wage ich zu bezweifeln. Allerdings kann es sich dabei nur um meine ganz persönliche Meinung handeln, die ich keineswegs für allgemeingültig erklären möchte.

Urs schrieb
    in der Kennzeichnung "endlose Abhandlung" steckt ein pejoratives Werturteil!

Das ist völlig richtig, denn genau das wollte ich damit zum Ausdruck bringen. Für mich ist es eben eine elf Seiten lange, "endlose Abhandlung" ohne den geringsten, praktischen Nährwert. Da war ja sogar der Eintrag in Wikipedia zum selben Thema noch wesentlich informativer (und vor allem neutraler) gestaltet.
Urs schrieb
    die Quantität sagt noch nichts über die Qualität aus!
Völlig richtig! Ich bin ganz Deiner Meinung!

Nun, ich möchte diese Abhandlung von Prof. Dr. Gerhard Merk aber nicht allzu sehr in Frage stellen. Immerhin hat er als renommierter Wirtschaftswissenschafler einen guten Ruf zu verlieren. Und er hat in seiner Abhandlung sogar so etwas wie eine kausale Logikkette aufgebaut, der man als Leser relativ problemlos folgen kann, so man das möchte.

Man kann das, man muß es aber nicht!
Denn wenn man etwas genauer hinsieht, so wird man feststellen können, daß seine Theorien ganz stark von Thomas von Aquin, eines katholischen Dominikanermönchs beeinflußt sind und immer wieder auf dessen Summa Theologica Bezug nehmen, nach dessen Logik der Heilige Thomas sogar einen sogenannten "Gottesbeweis" erstellen wollte. *lach*
Und nein, es war kein Tippfehler, als ich das Wort "Gottesbeweis" in Anführungszeichen setzte. Als gläubiger Atheist bleibt mir gar keine andere Wahl!
Der bekannte Philosoph Immanuel Kant hat zu diesem Thema Kritik der reinen Vernunft auch mal ein paar Zeilen geschrieben, wenn ich mich nicht irre.

Nun gut, die sexuelle Ausrichtung, bzw. Nichtausrichtung dieses katholischen Würdenträgers und Monarchisten möchte ich hier mal nicht näher hinterfragen. Etwas "antiquiert" hingegen finde ich seine grundsätzliche Lebenseinstellung, die sich mit dem liberalen Geist der Aufklärung und einer modernen Demokratie nur äußerst schwer vereinbaren läßt.

„Die Größe der Strafe entspricht der Größe der Sünde […] Nun aber wiegt eine Sünde gegen Gott unendlich schwer, denn je höher eine Person steht, gegen die man Sünde begeht, desto schwerer ist die Sünde.“

– Thomas v. Aquin: Summa contra gentiles


Im logischen Umkehrschluß hieße das: Wer einen Penner abmurkst, der begeht eine wesentlich kleinere Sünde als derjenige, der einen König abmurkst (dabei setze ich als Atheist den Begriff "Sünde" einfach mal mit "Verbrechen" gleich).
Wahrlich, eine schon etwas seltsame Logik.

Zu den heute schwer nachvollziehbaren Teilen von Thomas‘ Lehre gehört es, dass er neben der Exkommunikation die Hinrichtung von Häretikern für legitim gehalten hat, da er deren Vergehen im Vergleich zu Falschmünzern, welche damals dem Tode überliefert wurden, als schwerwiegender ansieht.
(Falschmünzer-Vergleich) (Summa theologiae, II-II, q. 11, art. 3).

Mit dem Satz „Accipere fidem est voluntatis, sed tenere fidem iam acceptam est necessitatis (Die Annahme des Glaubens ist freiwillig, den angenommenen Glauben beizubehalten notwendig)“ lieferte er den theoretischen Unterbau für die mittelalterliche Inquisition.
Vor diesem Hintergrund nehme ich mir also durchaus die Freiheit, die Lehren dieses "frommen Mannes" (und damit auch seine kausalen Logiken) ganz leicht in Zweifel zu ziehen. Als Quelle für eine gesellschaftliche Wertung der Pornographie scheint sie mir jedenfalls in höchstem Maße ungeeignet zu sein. Noch dazu, wenn diese Wertung einen wissenschaftlichen Anspruch erheben möchte.

Aber inzwischen bin ich ein wenig vom eigentlichen Thema abgekommen. Wo wollte ich denn überhaupt hin?
Ach ja, zum Inhalt dieser Abhandlung des Dr. Merk, jetzt weiß ich´s wieder.

Zwar weiß ich immer noch nicht, welche "revolutionäre Erkenntnis" uns diese Abhandlung von Dr. Merk vermitteln sollte, aber ich nehme einfach mal an, daß es dabei um den volkswirtschaftlichen Stellenwert der Pornographie in unserer Gesellschaft gehen sollte? Beziehungsweise nicht um den Stellenwert, sondern um das Verdammungswürdige darin, also die negativen Werte, wenn man so will. Meinetwegen können wir es auch "Ungüter" nennen, falls diese Bezeichnung als zutreffender angesehen wird.

Nun, das kann jeder erwachsene Bürger so halten wie er will, denn schließlich leben wir in einer relativ modernen Gesellschaft, in der glücklicherweise die Dogmen der sogenannten "heiligen Kirche" keine allzu große Rolle mehr spielen.
Wer Pornos mag, dem ist es freigestellt, sie zu konsumieren. Wer sie hingegen nicht mag, der darf sie gerne auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Allerdings nur dann, wenn er sowohl die Pornos, als auch das Feuerholz und die behördliche Genehmigung bei der Umweltschutzbehörde zur Errichtung eines Scheiterhaufens aus eigener Tasche bezahlt hat.
Sonst ist es nämlich eine strafbare Handlung, zumindest in dieser Republik.

Und um eventuellen Fragen bezüglich der Beitragsgestaltung von KUNST-WERK gleich zuvorzukommen: Nein, hier gibt es keine moralischen Wertigkeiten bezüglich der Pornographie! Hier geht es ausschließlich um den gesetzlichen Jugendschutz, den ich nach wie vor für recht sinnvoll erachte.
Unser Hausmeister ist übrigens derselben Meinung wie ich, wenn ihr versteht, was ich damit meine.

So, und nun dürft ihr euren Professor Dr. Merk weiterhin bejubeln, falls euch danach ist. Wer weiß, vielleicht findet ihr ja sogar noch einige weitere Claqueure, die ebenfalls eurer Ansicht sind?
Bis dahin beste Grüße vom Mino.





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(Marcel Reich-Ranicki)


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