| Ersteller | Thema » Beitrag als Abo bestellen |  |
ichbinich  Administratorin
  

Status: Offline Registriert seit: 20.05.2008 Beiträge: 678 Nachricht senden | Erstellt am 20.07.2008 - 21:40 |  |
...wir können festhalten, dass er der Meinung war, Frauen könnten im Staat ebenso gut herrschen wie Männer. Und zwar, weil Herrscher eben aufgrund ihrer Vernunft den Stadtstaat lenken sollen. Platon glaubte, Frauen könnten genau dieselbe Vernunft haben wie Männer, wenn sie nur dieselbe Ausbildung erhielten und ansonsten vom Kinderhüten und der Hausarbeit berfreit würden.
(Sofies Welt, Seite 113)
Denn wo immer man die Werke Platons aufschlägt, nirgends finden sich Anzeichen eines besonderen Respektes vor der Frau. Im Gegenteil. Platon behauptet, die Frauen stünden an Tugend weit hinter den Männern zurück und sie seien, als das schwächere Geschlecht, auch weit hinterhältiger und verschlagener als jene. Er nennt sie oberflächlich, leicht zu erregen und leicht zu erbittern, zu Schimpfreden geneigt, dabei zaghaft und abergläubisch. Ja, Platon geht so weit zu behaupten, eine Frau zu sein müsse ein Fluch der Götter sein; denn diejenigen Männer, die sich im Leben nicht zu beherrschen wussten, sondern feige und ungerecht waren, würden zur Strafe dafür nach ihrem Tode als Weiber wiedergeboren.
(Die philosophische Hintertreppe, Seite 45)
Ich bin, gelinde gesagt, verwirrt. Was stimmt denn nun? Eines der Bücher muss auf jeden Fall unzuverlässige Information enthalten.
Signatur meine Homepage
Warum sollte man Angst vor dem Tod haben? Solange wir sind, ist der Tod nicht da, und sobald er da ist, sind wir nicht mehr. (Epikur)
Wenn das menschliche Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, wären wir so dumm, dass wir es trotzdem nicht verstehen würden. (Zitat aus "Sofies Welt")
Alle Menschen sind Ausländer. (Caritas Tirol)
Anderen Menschen aus reiner Naivität blind zu vertrauen, ist keine Kunst.
Ihre wahre Niederträchtigkeit zu kennen und ihnen zu misstrauen, ist auch keine Kunst.
Die Kunst ist, über das wahre, niederträchtige Wesen der Menschen Bescheid zu wissen und ihnen trotzdem zu vertrauen.
Vermutlich gibt es uns nur, weil das Nichts schon immer das Bedürfnis hatte, zu etwas zu werden.
Dummheit ist kein Mangel an Intelligenz, sondern ein Mangel an Fantasie und an der Fähigkeit, über die eigene Existenz hinauszudenken und größere Zusammenhänge zu erkennen. Intelligenz ist die Fähigkeit, vorauszudenken, zu kombinieren und mehr als nur einen einzigen Aspekt einer Sache zu sehen.


 |
bookworm  Kletterer(in) im Kaninchenfell
    

Status: Offline Registriert seit: 29.05.2008 Beiträge: 254 Nachricht senden | Erstellt am 30.09.2008 - 20:40 |  |
Platon war ja sonst sehr gescheit, aber dass Frauenbild ist echt so schlimm. Die Frau ist kein unvollständiger Mann. Punkt, Fertig. Schluss.!!!!!!!!!!!
Signatur Ich bin so cool, dass die Schafe MICH zählen, wenn sie einschlafen wollen!
Gründerin: NEWTONCLUB
 |
ichbinich  Administratorin
  

Status: Offline Registriert seit: 20.05.2008 Beiträge: 678 Nachricht senden | Erstellt am 01.10.2008 - 14:51 |  |
Ach, Süße! Du verwechselst schon wieder Platon und Aristoteles! Hast du dir das oben nicht durchgelesen? ARISTOTELES hat gesagt, dass das Kind im Samen des Mannes schon fertig ist und Frauen unvollständige Männer sind, nicht PLATON! Übrigens gilt Platon angeblich als der erste Feminist, deshalb gehe ich davon aus, dass in "Die philosophische Hintertreppe" Unsinn steht.
Signatur meine Homepage
Warum sollte man Angst vor dem Tod haben? Solange wir sind, ist der Tod nicht da, und sobald er da ist, sind wir nicht mehr. (Epikur)
Wenn das menschliche Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, wären wir so dumm, dass wir es trotzdem nicht verstehen würden. (Zitat aus "Sofies Welt")
Alle Menschen sind Ausländer. (Caritas Tirol)
Anderen Menschen aus reiner Naivität blind zu vertrauen, ist keine Kunst.
Ihre wahre Niederträchtigkeit zu kennen und ihnen zu misstrauen, ist auch keine Kunst.
Die Kunst ist, über das wahre, niederträchtige Wesen der Menschen Bescheid zu wissen und ihnen trotzdem zu vertrauen.
Vermutlich gibt es uns nur, weil das Nichts schon immer das Bedürfnis hatte, zu etwas zu werden.
Dummheit ist kein Mangel an Intelligenz, sondern ein Mangel an Fantasie und an der Fähigkeit, über die eigene Existenz hinauszudenken und größere Zusammenhänge zu erkennen. Intelligenz ist die Fähigkeit, vorauszudenken, zu kombinieren und mehr als nur einen einzigen Aspekt einer Sache zu sehen.


 |
<SucherSeinesGeistes> unregistriert
| Erstellt am 22.06.2009 - 10:59 |  |
Hallo Menschwerdende,
ich hab eure Vermutungen über Platon gelesen.
Hier scheint es das Problem zu geben, dass sich auf Sekundärliteratur berufen wird.
Ich empfehle dringenst das Lesen der Originaltexte,
oder wenigstens Platon zur Einführung von Zehnpfennig.
Platon ist einer der am meisten Misverstandenen.
Ich hoffe mit meinen Aussagen ihm kein Unrecht zu tun und etwas unwahres zu sagen. Bitte denkt also daran das es einen gewaltigen Unterschied gibt zwischen dem wie Platon/Sokrates erscheint und dem wie er wirklich ist und dem was sie beide anstrebten.
Das Frauenbild von ihm bzw. des Sokrates,
ist das Beste und Schönste von dem ich je gelesen habe.
Was die Philo-Hintertreppe zitiert, ist meiner Ansicht nach leider trügerisch. Denn dort wurde sich an Worte geklammert und aus dem(ohne) Zusammenhang berichtet. Keine böse Absicht vielleicht aber es macht den Eindruck als wurde hier versucht aus einem Teil von Platon schlau zu werden.(Auch verständlich, denn das Buch soll ja von allen möglichen Philosophen einen Eindruck vermitteln)
Gerade bei ihm ist es aber erforderlich das Gesamtwerk Platon zu verstehen, denn es hat alles einen gemeinsamen Grund. Wer sich denkt er habe eine Meinung über Frauen die lösgelöst ist von anderen Meinungen die Parallel existieren, z.B von solchen über Gerechtigkeit, reist Dinge aus dem Zusammenhang. Wer ihn beurteilen will muss notgedrungen ihn komplett verstehen. Genau das zeichnet ihn ja auch aus, sein komplett- funktionierendes, -erklärtes Weltbild.
Anstelle hätte man den Grund für solche Aussagen wie "Frausein , sei ein Fluch der Götter" untersuchen sollen.
Eine Erklärung wäre z.B, dass der Begriff von Frau den er verwendet hier garnich seiner war, sondern der seines Gesprächspartners. Ein Begriff um zu fassen was ihm dort zu damaliger Zeit begnet ist, oder ein damaliger Alltagsbegriff. Oder weis der Geier was. Ich weis auch nicht, warum oder was er meinte.
An dieser Stelle sei gefragt:
Was ist denn eigentlich die Frau ?
Was ist denn eigentlich der Mann und was ist der Mensch? Darauf gibt er Antwort. Nur sieht die Antwort nicht so aus wie man es erwartet. Sonst wäre man vermutlich auch selbst darauf gekommen.
Wir Leute glauben nur als zu schnell an die erste , einfach erscheinenste Lösung. Aber wenn die Wahrheit nicht einfach ist , dann gibt es auch keine Einfache Lösung ohne etwas entscheidendes wegzulassen. Der Witz ist, je mehr ich darüber gelesen habe desto mehr erscheint es genau anders herum zu laufen. Wir leute machen es kompliziert und denken, dass wir es uns einfach machen.
Alltagsbegriffe sind oft Abbild der gängigen Meinung. Meinung ist aber nicht Wissen.
Ein weiteres Beispiel für Platons Misverstandenheit:
"Platonische Liebe" :
Im heutigen Alltagsdenken wohl: Liebe ohne sex.
Das stimmt einfach nicht. Sex, oder genauer Lust bekommt nur eine geringere Rolle angesichts dessen was er kenngelernt/erkannt hat an Liebe. Eine Liebe die uns alle übersteigt,die wir kaum nachvollziehen können.
Es sei denn man versteht ihn. Das ist mühsam aber möglich,sinnvoll und der Weg zu wahrer Liebe.
Und hier nochma ein Zusammenhang:
Nur der, der die Wahrheit kennt , der kann ein Urteil darüber abgeben was Liebe(Idealerweise sozussagen) ist. Es geht nicht bloß darum mit dem Begriff auszudrücken, was man kenngelernt hat und so genannt wurde/wird. Wer also hier denkt die Themen Wahrheit und Erkenntnistheorie habe nichts mit Liebe zu tun, der irrt.
Zur Info:
Platon war gewissermaßen Schüler des Sokrates und hat uns als Werk das Denken des Sokrates zu hinterlassen versucht. Seine Denke ist nahezu nicht unterscheidbar.Sokrates bezweifelte Schrift als angemessenes Medium. Platon hat wie es scheint trotzdem eine unglaubliche Leistung erbracht.
Das lässt sich aber erst verstehen wenn man es liest und lebt.
In dem ich dies schreibe und Du dieses leist meine ich es als Freundschaftlichen Akt, nicht nur Dir gegenüber.
Lebt wohl.
SucherSeinesGeistes
|