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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 23.04.2007 - 12:29 |  |
Beobachtungsbericht
Beobachtungsdaten
Datum: 22.04.2007
Uhrzeit: 22:30 – 23:20 Uhr MESZ
Standort: Erfurt „AOE“ - Länge: 11:01:48, Breite: 50:58:12
Instrument: 70/700 Skylux Lidlscope “Melusine”
Okular: 25mm MA (28fach), 20mm WA (35fach) und 10mm SPL (70fach)
Wetter: klarer Himmel, am Horizont Dunst
Objekt: Saturn und sein Mond Titan
Themengebiet: Beobachtung von Planeten aus Stadtgebiet
Daten zum Objekt:
Elongation von der Sonne: 105.54 deg östlich der Sonne (abends sichtbar)
Höhe: -11.05 deg
Koordinaten: Scheinbar: R.A. 9h 24m 05.5s Dec. + 16d 37' 49.8"
Aufgang: 14h 08.9m
Transit: 21h 38m 12.3s
Untergang: 23.04.2007, 05h 07.5m
(Zeiten in MESZ)
Sternbild: Löwe
Durchmesser: 18,36“
Visuelle Helligkeit: +0,3 mag
Visuelle Helligkeit von Titan: +8,5 mag
(Daten von www.calsky.com)
Vorbericht
Heute wollte ich mich mal dem Ringplaneten widmen und das Wetter war dafür auch wie geschaffen. Also wartete ich ab, bis es dunkel wurde. Ausserdem wollte ich sehen, wie die Beobachtung aus der Stadt so verlaufen wird, da ich ja bisher immer in Meppen beobachtet hatte.
Eigentliche Beobachtung
Gegen 22:30 Uhr MESZ stellte ich mein Teleskop zum Schlafzimmerfenster gen Südwesten, dann öffnete ich das Fenster und stellte den Planeten mit Hilfe des 6 x 30 Suchers ein. Ich weiß, das Beobachten aus dem Fenster hinaus ist nicht die beste Wahl, aber leider lässt sich das bei mir nicht anders machen, da sich bei mir kein Balkon befindet. Alles sehr schwierig in meiner neuen Heimatstadt, aber ich versuche, das Beste daraus zu machen. Zuerst nahm ich dann auch die 35fache Vergrößerung und stellte auch da schon die starke Luftzirkulation fest, die sich durch das Beobachten von einem Fenster aus ergibt. Trotzdem gelang es mir, den Planeten scharf zu stellen, weil sich immer wieder in Sekundenbruchteilen doch ein scharfes Bild mal einstellte. Auch das Ringsystem liess sich ganz gut beobachten. Allerdings war der Himmel doch stark aufgehellt und dies war die Folge der Stadt halt und deren Lichtquellen. Ich versuchte jetzt, seinen größten Mond Titan zu erhaschen und durch indirektes Sehen konnte ich östlich von Saturn ein schwachen Lichtpunkt erkennen. Um das genauer zu sehen, setzte ich dann die 70fache Vergrößerung ein und Tatsache, östlich von Saturn konnte ich wieder durch indirektes Beobachten Titan wahrnehmen. Allerdings machte sich das Wabbern des Planetenbildes durch die doppelt so große Vergrößerung noch stärker bemerkbar, auch hier nur in Sekundenbruchteilen sein scharfes Bild. So konnte ich zu der Erkenntnis gelangen, dasz das Wählen einer noch höheren Vergrößerung nichts bringen würde. Hier war die Grenze somit erreicht. Also bis 70fach dann. Ich versuchte noch, den Mond Rhea ausfindig zu machen, setzte dafür erstmal die 28fache Vergrößerung ein, aber so sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte Rhea einfach nicht erblicken, auch mit 35facher und 70facher Vergrößerung nicht. Ich denke mal, die Aufhellung der Stadt dürfte dafür der Grund sein, ausserdem ein wenig Mondschein. Also dürfte die scheinbare Helligkeit von Titan von +8,5 mag somit die Grenze des Machbaren vom Stadtgebiet aus sein. Gegen 23:20 Uhr stellte ich dann die Beobachtung ein.
Fazit:
Eine ganz neue Erfahrung für mich, das Beobachten von einer größeren Stadt aus, da ich ja sonst aus einer ländlichen Gegend beoachtet hatte. Allerdings ist das Beobachten aus dem Fenster raus ein Problem und so werde ich mir wohl oder übel einen Platz ausserhalb von Erfurt suchen müssen, um auch mal ohne Streulicht beobachten zu können. Allerdings wird dieses noch dauern, denn dazu brauche ich auch ein Teleskop, was sich gut transportieren lässt und mein Budget ist klein. Mal schauen, ich werde mich erstmal weiter dem Beobachten aus der Stadt widmen und so wird das Ganze auch zu einem Experiment, was alles so machbar ist.
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 23.05.2007 - 15:49 |  |
Beobachtungsbericht
Beobachtungsdaten
Beobachter: Dieter Brümmer
Datum: 22.05.2007
Uhrzeit: 21:05 – 23:15 Uhr MESZ
Standort: Erfurt und Erfurt-Gispersleben
Instrument: Skylux Lidlscope (Öffnung: 70mm, Brennweite: 700mm) und Meade Explorer 230 60/700 Refraktor
Okulare: 20mm Super Plössl Wide Angle Long Eye Relief (35fache Vergrößerung), 10mm Super Plössl Long Eye Relief (70fache Vergrößerung)
Wetter: stärkere Bewölkung, zwischenzeitlich mal Wolkenlücken
Objekte: Mond, Saturn
Themengebiet: Saturnbedeckung durch den Mond
Chronologische Beobachtung
21:05 Uhr MESZ
Anscheinend reisst die Wolkendecke auf und der Mond kommt zum Vorschein. Daher dachte ich mir, dasz ich den Lidl im Schlafzimmer doch aufbauen sollte.
21:10 Uhr MESZ
Das 20mm Super Plössl in den Zenitspiegel rein und schon eingestellt den Mond im Sucher, sehe ich schön den Saturn an der unbeleuchteten Seite des Mondes knapp daneben. Um die Uhrzeit war aber die Dämmerung noch sehr hell.
21:15 Uhr MESZ
Auch das 10mm, was ich 5 Minuten später reinsetze, zeigt weiterhin Saturn sehr knapp neben den Mond, wie gesagt, an der unbeleuchteten Seite.
21:20 Uhr MESZ
Jetzt machte ich einen Fehler, denn ich wollte noch schnell das K 4mm einsetzen, doch als ich wieder auf den Mond richtete, war der Saturn schon verschwunden. Mist, ich hatte den Eintritt verpasst, das ärgerte mich ein wenig. Doch dann dachte ich schnell und spontan, dasz ich doch nach Erfurt-Gispersleben fahren könnte in die Zittauer Straße, denn dort wurde ja auch beobachtet. Meinen Meade Explorer 230 hatte ich schon in der Reisetasche verstaut. Schnell noch zwei Okulare rein und die Rotlichtlampe und dann ging es gegen 21:30 Uhr MESZ ab Richtung Gispersleben, was so ca. 10 Minuten Fahrtzeit von meiner Wohnstätte entfernt liegt.
21:45 Uhr MESZ
Ich komme in Erfurt-Gispersleben an, stelle meinen Wagen an einer Kirche ab und laufe so ca. 100m zur Zittauer Straße 30, Hof Telefonbuchverlag. Dort gehe ich dann hinter dem Hof und sehe auch schon drei Leute am beobachten, ein Refraktor steht da, der auch klar größer ist, als meiner, ein Richfield 4“ 100/700er. Ich stelle mich den dreien erstmal vor und begrüsse sie, wobei der Refraktor Werner Krauss gehört, den ich auch auf www.astronomie.de kennengelernt habe. Die anderen sind Peter Anders und Dirk Jacobsen. Wer das Equipment mal sehen möchte, Werner hat eine HP, wo seine ganzen Gerätschaften auch abgebildet sind: http://wkrauss-astro.de . Ich war auf jeden Fall erstmal am Staunen, denn so eine Art Refraktor hatte ich noch nicht gesehen. Werner hatte auch gerade die Venus eingestellt, man konnte schön die Phase beobachten, die aber noch nicht ganz Halbvenus war. Meine Güte, was ein Zenitspiegel, nun ja, Werner hatte da ein Zoom-Hyperion-Okular 2“ drin, ein für meine Verhältnisse ziemlich großes Teil, sowas kannte ich noch gar nicht. Man konnte damit die Vergrößerung verschiedenartig einstellen, mir gefiel´s und auch Dirk, der anscheinend nicht viel von Zoom-Okularen hält, musste feststellen, dasz dieses Teil doch gut war. Ich empfand das Bild vom Mond dann gestochen scharf, wesentlich schärfer als an meinem Explorer. War schon ein Unterschied, so ein Richfield 4“ im Vergleich zum 60/700er.
21:50 Uhr MESZ
Wer jetzt denken sollte, es lohne sich dann ja gar nicht, den Explorer aufzubauen bei dem Richfield, der irrte, denn wozu hab ich das denn mitgeschleppt. Also schnell das Teil aufgebaut und das 20mm Super Plössl rein. Ich musste allerdings feststellen, dasz der Sucher sich doch sehr verschoben hatte, das Objekt war weit vom Fadenkreuz weg. Nun denn, nicht verzagen, ich hatte das Ganze schon schnell im Griff. Nun dachte sich aber Werner, da könnte man doch eine stärkere Vergrößerung ransetzen und holte das Hyperion 5mm 2“ Okular. Tja und da merkte man schon, dasz so ein Teil eigentlich aufgrund seines Gewichtes gar nicht geeignet ist für die kleine Billigröhre. Ich musste die Halterungsklemmen an der einfachen azimutalen Montierung ganz schön festklemmen, damit das Rohr nicht ständig nach hinten kippte. Auch Werner war mal interessiert, durch so eine Billigröhre zu schauen, die anderen ebenso.
22:00 Uhr MESZ
Um die Uhrzeit entschloss sich Werner dann, seinen Meade 10“ Schmidt-Cassegrain aufzubauen, ein weiteres Gerät, was ich bisher nur von Bildern von diversen Händler-Internetseiten her kannte und auch da konnte ich mir ein Wow nicht verkneifen, denn das war schon ein Wahnsinnsteil, was der Werner da zusammen mit Peter anschleppte. Da war ebenso begeistert von und da es schon etwas dunkler geworden war und auch kein Licht vorhanden, leuchtete ich dem Werner mit meiner Rotlichtlampe, damit er das Gerät zusammenbauen und die Elektronik anschliessen konnte. Eine Öffnung, wie ich sie noch nicht live gesehen hab, kein Wunder, denn ich kannte ja bisher nur Kaufhausteleskope. Werner stellte dann auch den Mond ein und man konnte am Terminator damit schön groß diverse Bergkuppen erkennen.
22:20 Uhr MESZ
Tja und dann mussten wir feststellen, dasz eine dicke Wolkenwand schnell nahte und somit den Austritt zunichte machen würde, was das Beobachten angeht.
22:25 Uhr MESZ
Saturn kommt wieder zum Vorschein, doch wir können es nicht sehen, weil die dicke Wolkenwand die beiden Objekte verdeckt. Schade, somit hab ich damit auch von dem eigentlichen Ereignis nix gesehen.
22:30 Uhr MESZ
Der Mond lugt wieder aus den Wolken hervor und ich richte den Explorer mit dem 2“ Hyperion 5mm auf ihn, man sieht jetzt wieder Saturn, so ca. 50“ von der beleuchteten Seite des Mondes entfernt.
22:45 Uhr MESZ
Es wird weiter zum Mond geschaut, wobei Werner an dem 10-Zöller zwischenzeitlich ein Binokularansatz eingesetzt hat. Dieses Teil darf man aber jetzt nicht gleichsetzen mit einem Feldstecher. Das räumliche Sehen ist schon vorhanden, aber irgendwie doch anders als beim Feldstecher. Und dann kommt auch das Hyperion 5mm 2“ an dem 10-Zöller zum Einsatz und auch da muss ich ein Wow von mir geben, denn so groß hab ich Saturn noch nie gesehen. Obwohl Wolkendunst ein klareres Sehen verhinderte, so konnte man doch schön die ganzen Umrisse des Planeten wesentlich deutlicher erkennen als das ich das jemals in den Kaufhausteleskopen sehen könnte.
23:00 Uhr MESZ
Saturn ist jetzt schon fast ein Viertel Grad vom Mond entfernt, doch das Bild wird immer schlechter, weil es wieder beginnt, sich zuziehen.
23:15 Uhr MESZ
Jetzt hat es sich zugezogen, der Mond ist immer dunkler und dunkler geworden und dann war er endgültig weg. Zwischenzeitlich war auch immer wieder mal ein kräftiges Wetterleuchten zu sehen. Nun ja, Werner machte dann den Vorschlag, zum Klönen an den Tisch zu setzen und wir redeten noch über einiges wie halt den Lidl, dann ein Teleskop mit GPS, was das zu beobachtende Objekt schon praktisch alleine einstellt. Ehrlich gesagt würde mir da der Reiz fehlen, ein Objekt einzustellen. Man lernt auch so den Himmel nicht kennen. Dann, wie teuer ein Nagler Okular ist (ca. 500 Euro), kann ich mir nicht leisten sowas. Über diverse Beobachtungsorte wie die Hohe Rhön wurde auch geklönt, ebenso über ITV und andere Astrotreffs und auch Dinge wie günstige Teleskope und das Zubehör, was man teuer dazukaufen muss. Wir saßen da so bis ca. 00:30 Uhr, dann bauten wir unsere Geräte ab. Ich verabschiedete mich von den dreien, wobei ich schon Interesse zeigte, mal mit zu der Hohen Rhön zu fahren, denn laut Werner soll es da unheimlich dunkel sein und man bekommt da einen Klasse Himmel geboten. Gegen 00:40 Uhr fuhr ich dann heim.
Uhrzeiten sind nur geschätzt, da ich vergessen hab, mir Notizen zu machen.
Fazit:
Die Entscheidung, nach Erfurt-Gispersleben zu fahren, hab ich nicht bereut, denn es war toll, mal Gleichgesinnte kennen zu lernen und ausserdem macht es mit mehreren viel mehr Spaß als alleine, man kann sich untereinander austauschen und lernt auch ganz neue Dinge kennen. Das verpasste Ereignis tat dem Ganzen keinen Abbruch. Ich werd zwar nicht so große Öffnungen mir kaufen wollen, denn der Nachteil an den großen Teilen ist, man hat viel zu schleppen und zu transportieren, denn wie sagte Werner, schaut, sein Teleskop, ruckizucki in der Tasche und hat damit genauso viel gesehen wie ich. Klein aber fein. Seinen Richfield fand ich aber schon ganz interessant, sowas könnte ich mir selber schon vorstellen, so ein Teil mal zu haben. Erst allerdings wird mal, auf längere Sicht gesehen, der Lidl ausgereizt, denn den hab ich dann vor, wenn wir rausfahren sollten (das Wetter sollte schon mitspielen), mitzunehmen.
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 06.07.2007 - 20:33 |  |
Beobachtungsbericht
Beobachtungsdaten
Datum: 05.07.2007
Uhrzeit: 21:40 – 22:15 Uhr MESZ
Standort: Erfurt „AOE“ - Länge: 11:01:48, Breite: 50:58:12
Instrument: 70/700 Skylux Lidlscope “Melusine”
Okulare: 20mm K (35fach) und 4mm K (175fach)
Sonstiges Zubehör: Schreibkladde, Stift
Wetter: im Süden etwas aufgeklart, im Westen anfangs wolkig, später zum Ende der Beobachtung genau umgekehrt
Temperatur: Anfang: +16,2° C Ende: +15,2° C
Objekt: Venus und Jupiter
Themengebiet: Die Venusphase sowie Jupiter mit seinen Monden
Daten zu den Objekten:
Venus:
Sternbild: Löwe
Elongation von der Sonne: 41.79°, östlich der Sonne (abends sichtbar)
Höhe: 12.54°
Koordinaten: Scheinbar: R.A. 9h 50m 10s Dec. + 13° 12' 18"
Aufgang: 09:01 Uhr MESZ
Transit: 16:13 Uhr MESZ
Untergang: 23:23 Uhr MESZ
Phase: 0,320
Phasenwinkel: 111,08°
Relativ beleuchtete Fläche: 0,320°
Visuelle Helligkeit: -4,5 mag
Durchmesser: 33,6“
Jupiter:
Sternbild: Schlangenträger
Höhe: 16,15°
Koordinaten: Scheinbar: R.A. 16h 40m 03s Dec. - 21° 29' 32"
Aufgang: 18:55 Uhr MESZ
Transit: 23:02 Uhr MESZ
Untergang: 06.07.2007, 03:09 Uhr MESZ
Phase: 0,997
Phasenwinkel: 5,82°
Relativ beleuchtete Fläche: 0,997°
Visuelle Helligkeit: -2,5 mag
Durchmesser: 44,55“
(Daten von www.calsky.com)
Vorbericht
Erst war es wolkig, dann gab es mal vorübergehend am Nachmittag ein paar Wolkenlücken, dann zog es sich wieder zu. Doch gegen Abend kurz nach Sonnenuntergang ergab sich kurz eine Beobachtungsmöglichkeit, da sich wieder ein paar Wolkenlücken auftaten. Und so machte ich mich zügig an´s Werk, den Lidl aufzustellen.
Eigentliche Beobachtung
Venus:
Zuerst stellte ich das Teleskop mal auf die Venus ein. Schon mit 35facher Vergrößerung konnte ich eine Phase erkennen, ich schätzte die beleuchtete Fläche so zwischen 25 und 30 Prozent und wenn ich mir die Calsky-Daten so anschau, lag ich doch fast richtig damit. Ich versuchte es dann mit dem 4mm und somit einer 175fachen Vergrößerung. Die Sichelform trat jetzt aufgrund der Größe des Bildes noch deutlicher hervor, allerdings war das Bild ganz schön am wabbern und zeigte auch einen rötlichen Saum. Es lag aber auch an der gewissen Luftunruhe, die herrschte. Was ich aber auch sehen konnte, war das ein bisschen Übergreifen der Hörnerspitzen bei der Sichelform. Ebenso konnte ich wieder erkennen, wie der Terminator, also die Hell-Dunkel-Grenze bei der Sichelform der Venus nicht scharf abgrenzend, sondern eher verwaschen war. Ich hab dann auch eine Zeichnung gemacht. Kurz vor 22:00 Uhr zogen wieder Wolken vor das Venusbild.
Jupiter:
Dafür wurde der Südosten etwas von Wolken befreit und Jupiter kam zu Vorschein. Als erstens fiel mir doch wieder die Abplattung auf bei 175facher Vergrößerung, ich merkte da schon, dasz Jupiter keine Kugel im eigentlichen Sinne ist. Das Nördliche Äquatorband trat deutlicher hervor als das Südliche, das wiederum nur schemenhaft und lückenhaft zu sehen war. 3 seiner 4 galileischen Monde, nämlich Io, Europa und Ganymed habe ich östlich von Jupiter schön sehen können. Eigentlich hätte mir auf der Westseite auch Kallisto auffallen müssen, doch leider habe ich darauf nicht geachtet, weil ich nun mal Jupiter schon so lange nicht beobachtet hatte und dann sah ich halt auf der östlichen Seite des Planeten die Monde wie eine Perlenschnur schön aufgereiht. Davon hab ich auch eine Zeichnung erstellt. Ist halt doch immer wieder ein Erlebnis und wenn man bedenkt, Galileo Galilei war wohl der erste, der die Monde sah und entdeckte, was muss ihm dabei wohl durch den Kopf gegangen sein. Gegen 22:15 Uhr MESZ allerdings zogen auch im Südosten Wolken auf und ich musste die Beobachtung abbrechen.
Zeichnung der Venusphase:

Zeichnung des Jupiters und seiner Monde:

Fazit:
Eine kurze Beobachtung nur, weil halt die Wolken sich momentan über Deutschland eingenistet haben. Finde ich übel, wie gerne würde ich mal zum Steigerwald fahren und mit meinem Feldstecher den Südhimmel abmustern. So muss ich halt jede Wolkenlücke ausnutzen, um wenigstens mal die Planeten zu erblicken. Harren wir halt der Dinge, die da kommen, kann ja nicht ewig schlechtes Wetter sein.
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 15.07.2007 - 16:42 |  |
Beobachtungsbericht
Beobachtungsdaten
Datum: 14.07.2007
Uhrzeit: 22:30 – 23:00 Uhr MESZ
Standort: Erfurt „AOE“ - Länge: 11:01:48, Breite: 50:58:12
Instrument: 70/700 Skylux Lidlscope “Melusine”
Okulare: 25mm MA (28fach), 20mm K (35fach) und 4mm K (175fach)
Sonstiges Zubehör: Schreibkladde, Stift
Wetter: leicht dunstig, ein paar kleinere Wolken auch am Himmel
Temperatur: Anfang: +24,8° C Ende: +24,2° C
Objekt: Jupiter
Themengebiet: Jupiter und seine Monde
Daten zu den Objekten:
Jupiter:
Sternbild: Schlangenträger
Höhe: 17,45°
Koordinaten: Scheinbar: R.A. 16h 37m 00s Dec. - 21° 25' 26"
Aufgang: 18:16 Uhr MESZ
Transit: 22:24 Uhr MESZ
Untergang: 06.07.2007, 02:31 Uhr MESZ
Phase: 0,996
Phasenwinkel: 7,26°
Relativ beleuchtete Fläche: 0,996°
Visuelle Helligkeit: -2,5 mag
Durchmesser: 43,75“
(Daten von www.calsky.com)
Vorbericht:
Über Tag sah es noch nicht so aus, als wenn mir heute Abend noch eine Beobachtung gelingen würde. Gegen Abend lockert es sich aber ein bischen auf und ich begann damit, meinen Lidl aufzustellen. Wollte zuerst Venus noch reinbekommen, aber das ging nicht mehr, sie war schon zu tief am Horizont. Also machte ich mich daran, Jupiter auf´s Korn zu nehmen.
Eigentliche Beobachtung:
Zuerst nahm ich Jupiter mit dem 25mm Okular auf´s Korn. Drei seiner vier Monde konnte ich erkennen, der vierte (Io) schien verschwunden. Ein Blick in das Himmelsjahr sagte mir, dasz Io gerade einen Durchgang hinter sich hatte, das heißt, dasz Io vor Jupiter gezogen war. Trotzdem konnte man ihn noch nicht sehen. Das NEB auf Jupiter zeigte sich deutlich dunkel schimmernd, das SEB hingegen nur so schemenhaft und in Bruchstücken. Ich versuchte das 4mm, doch auch dies brachte kein besseres Sehen des SEB (Südliches Äquatorband). Dafür bemerkte ich westlich an Jupiter kleben einen schwachen Punkt, es war Io. Dazu hab ich eine Chronologie noch erstellt:
22:30 Uhr MESZ:
Io zeigte sich nur im 4mm, also bei 175facher Vergrößerung an Jupiters Rand kleben.
22:45 Uhr MESZ:
Jetzt konnte ich Io auch schwach im 25mm sehen, also bei 28facher Vergrößerung. Das 20mm (35fach) zeigte ihn schon etwas deutlicher.
22:50 Uhr MESZ:
Io war schon 10“ von Jupiters östlichen Rand entfernt, ich sah jetzt auch eine deutliche Trennung. Dazu kommt, dasz ich Io rötlich schimmern sehen konnte im Gegensatz zu seinen Geschwistermonden, die eher gelblich bis weißlich leuchteten. In allen srei von mir benutzten Okularen konnte ich jetzt Io gut sehen.
23:00 Uhr MESZ:
Io jetzt schon ca. 15“ von Jupiters östlichen Rand weg.
Die Zeichnung zeigt Jupiter und seine 4 Monde. Östlich sind die beiden Monde Europa und an Jupiters Rand Io zu sehen. Westlich von Jupiters Rand sind Ganymed und Kallisto sichtbar. Die Zeichnung entstand so gegen 22:35 Uhr MESZ.
Zeichnung des Jupiter und seiner Monde:

Fazit:
Interessant, eine Jupitermonderscheinung also, der ich beiwohnen durfte. Zwar konnte ich den Durchgang selber nicht erkennen, zumal ich eh schon zu spät dran war, aber das Auftauchen von Io war schon faszinierend. Zur gleichen Zeit lief noch ein Schattendurchgang von Io dem Ende zu, das heißt, Ios Schatten wanderte auf Jupiters Oberfläche, aber auch das konnte ich leider nicht erkennen. Ansonsten war es aber eine interessante Beobachtung und macht Spaß auf mehr Jupiter in den nächsten Wochen und Monaten, auch, wenn seine Opposition schon vorbei ist. Wer nicht weiß, was er mit einem kleinen Gerät machen soll, der sollte sich meine Berichte zu Gemüte führen und als Anregung mal aufnehmen.
Signatur Die Natur kann ohne uns locker leben.
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