Darkprinzess  Moderatorin
    

Status: Offline Registriert seit: 25.09.2006 Beiträge: 1109 Nachricht senden | Erstellt am 18.05.2008 - 15:35 |  |
Tutanchamun
Ich habe mal ein wenig im Netz geschaut da mich dieses Thema schon immer sehr interessiert und fasziniert hat und möchte das was ich gefunden habe jetzt gerne hier wiedergeben.
Ich denke es gibt bestimmt viele hier die dieses Thema genauso interessant und faszinierend finden wie ich und vielleicht habt ihr auch interessante Beiträge dann würde ich mich freuen sie bald hier Lesen zu können.
Regentschaft
Von einer Gemeinschaft aus hohen Beamten, Priestern, des Generals Haremhab und des ehemaligen Wesirs des Echnaton Aya, auch Eje genannt, der möglicherweise ein Bruder der Teje war, wird er erst vier Jahre nach dem Tode Echnatons als neunjähriger Prinz Tutanchaton zum Pharao gekrönt. Dazwischen liegt eine dreijährige Regentschaft des Semenchkare, dessen Identität unbekannt ist und teilweise Nofretete zugeschrieben wird.
Auf Grund seines sehr jungen Alters wird angenommen, dass der Kindkönig durch den Druck der Priesterschaft, hoher Beamter und wohl auch durch Eje, der den Titel Gottesvater führte, in seiner Regierung stark beeinflusst wurde. Der unmündige Pharao war leichter zu lenken, um die Verehrung des Gottes Aton zu beschränken und die Verhältnisse vor Echnatons „Revolution“ wiederherzustellen. Dies zeigt sich dann in der langsam vollziehenden Abwendung vom Atonkult zu Beginn und während seiner Regierungszeit. Tutanchamun nimmt bei seiner Thronbesteigung den Thronnamen Neb-cheperu-Re an und wird mit Anchesenpaaton, der dritten Tochter Echnatons, die somit seine Schwester oder Halbschwester war, vermählt. Er ändert seinen Geburtsnamen von Tutanchaton (lebendes Abbild des Aton) in Tutanchamun (lebendes Abbild des Amun oder zu Ehren des Amun) und den seiner Gemahlin von Anchesenpaaton (sie lebt für/durch Aton) in Anchesenamun (sie lebt für/durch Amun). Echnatons neu gegründete Hauptstadt Achet-Aton, heute Tell el-Amarna, wird schließlich im zweiten Regierungsjahr als Residenz aufgegeben und der Königshof zieht nach Memphis um, und nicht nach Theben, wie oft fälschlich behauptet wird.
Der bedeutendste Beleg für die unter Tutanchamun durchgeführte Politik ist seine später von Haremhab usurpierte Stele der Restauration, die in Karnak aufgefunden wurde. Auf ihr wird der Verfall des Reiches unter Aton beschrieben und er proklamiert die Rückkehr zu den alten Göttern. Im ganzen Land lässt der junge Pharao die Tempel der alten Götter restaurieren. Im Luxortempel wird die Dekoration der Kolonnade vollendet, Karnak erhält zwei neue Kapellen und an der Sphinxallee wird wieder gearbeitet. In Medinet Habu baut er an seinem Totentempel (vielleicht der ehemalige Tempel des Anch-cheperu-Re). Von Gizeh bis nach Nubien gibt es Hinweise auf seine Bautätigkeit. Einige dieser Denkmäler werden jedoch später ebenfalls von Haremhab usurpiert.
Der Übergang von der Amarna-Zeit vollzog sich jedoch nicht plötzlich: in Tutanchamuns Grab befinden sich zahlreiche Gegenstände, auf denen das klassische Motiv der Amarna-Zeit, Aton die lebensspendende Sonnenscheibe, zu sehen ist. Das bekannteste Stück ist der goldene Thronsessel, den Tutanchamun in seinen ersten Regierungsjahren benutzte. Auch in der Kunst wirkt die Amarna-Zeit noch lange nach, was besonders an den Elementen Statik und Perspektive zu sehen ist. Somit ist eine erzwungene Abkehr von dem alten religiösen Kurs recht unwahrscheinlich, denn in diesem Fall wäre es zu einem Bildersturm gekommen, wobei darauf geachtet worden wäre, sich genau von den alten Stilen abzugrenzen. Es gibt zahlreiche Verbindungen, so dass Ägyptologen die Pharaonen Tutanchamun und Eje ebenfalls zur Amarna-Zeit zählen (manchmal differenziert durch nach Amarna).
Neben Eje und Haremhab sind noch diverse andere Beamte unter Tutanchamun bezeugt. Der südliche Wesir war ein gewisser Usermont und Pentu war ein weiterer Wesir, der bisher nur von einer Topfaufschrift im Grab bezeugt ist. Eine bedeutende Persönlichkeit war auch der Schatzhausvorsteher Maya, dessen Grab in Saqqara gefunden wurde und das reich mit Reliefs dekoriert war. Vizekönig von Kusch war schließlich Huy, der vor allem von seinem prachtvoll dekorierten Grab in Theben bekannt ist.
Todesursache
Die CT-Untersuchung vom 6. Januar 2005 ergab ein Todesalter von 18 bis 20 Jahren und entsprach früheren Schätzungen der Ägyptologen Derry, Harrison, Leek und Germer. Die Annahme eines Alters von 23 - 27 Jahren, z.B. von Gabolde, Wente und Harris, wurde damit widerlegt. Bei dieser Gelegenheit beklagte der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Dr. Zahi Hawass noch einmal den schlechten Zustand der Mumie, den er auf die nicht fachgemäße Behandlung durch Howard Carter zurückführte.
Das Bestattungsdatum kann auf die Zeit Mitte März bis Anfang Mai eingegrenzt werden, da als Grabbeigabe Blumen gefunden wurden, die nur in dieser Jahreszeit blühen. Zwischen Ende Dezember 1324 v. Chr. und Mitte Februar 1323 v. Chr. muss der Tod eingetreten sein, dessen Zeitraum unter Einbeziehung der siebzigtägigen Einbalsamierungsdauer ermittelt werden konnte. Bob Brier erklärte in seinem Buch Der Mordfall Tutanchamun, dass der Tod durch gewaltsame Einwirkungen von außen eingetreten wäre. Dabei ging er von einer unnatürlichen Todesursache aus. Er belegte dies mit uralten Röntgenaufnahmen, auf der eine Verletzung des Schädels zu sehen ist. Dies war in Ägyptologenkreisen, aber auch unter Medizinern sehr umstritten, doch handelte es sich hierbei um ein Missverständnis: auf der Röntgenaufnahme ist ein abgesplittertes Knochenstück zu sehen, das sich nach dem Tode löste. Vielfach ging man davon aus, dass sowohl Harris, der die Aufnahmen anfertigte, als auch Brier sich darauf beziehen. Zumindest bei Brier kann dies durch das Lesen seines, zugegebenermaßen etwas schlecht strukturierten Buches, geklärt werden.
Bei der CT-Untersuchung stellte sich heraus, dass die Todesursache Tutanchamuns kein Schlag auf den Kopf gewesen sein kann, da keinerlei auf diese Art verursachten Verletzungen am Schädel festgestellt werden konnten. Zur allgemeinen Überraschung ist ein bislang unentdeckter Oberschenkelbruch des linken Beins festgestellt worden. Einige Spezialisten des selben Untersuchungsteams erkannten auch einen Bruch des linken unteren Oberschenkels, dazu einen Bruch der rechten Kniescheibe und des rechten unteren Beines. Dieser Befund beweist, dass ein solcher Bruch vor dem Tode Tutanchamuns durch einen Unfall verursacht wurde. Ein Mord kommt deshalb nicht in Frage. Die meisten Ägyptologen gehen zwischenzeitlich von einem Jagd-Unfall aus, der den späteren Tod Tutanchamuns verursachte. Zahi Hawass schloss sich dieser These an und bestritt energisch die Ernsthaftigkeit einer Mordtheorie, was jedoch im krassen Gegensatz zu früheren Äußerungen steht. Diese müssen jedoch keine ernsthafte Grundlage gehabt haben und können auf anderen Motiven (Presse, Tourismus) basieren.
Weiterhin zeigte sich jedoch ebenfalls eine Druckverletzung, die durch einen Schlag oder einen Tumor entstanden sein könnte. Brier entschied sich für einen Schlag, was jedoch ein Trugschluss war - wie durch die spätere CT-Untersuchung festgestellt wurde. Ebenfalls ist auch nicht abschließend geklärt, wer Tutanchamuns Eltern waren. Das heute fehlende Brustbein und die fehlenden Rippen der Mumie waren nach der Bergung von Carter und Carnavorn noch vorhanden. Ein Foto, das unmittelbar vor der Wiederbeisetzung Tutanchamuns nach Carters Untersuchungen aufgenommen wurde, zeigt die Mumie noch in einem unversehrten Zustand. Nach neuen Erkenntnissen wurden die Beschädigungen in der Zeit des zweiten Weltkriegs durch Grabräuber verursacht. Um an die Schmuckstücke zu gelangen, die durch das Balsamierungsharz fest mit der Mumie verbunden waren, mussten die Rippen und das Brustbein herausgesägt werden. Die CT-Untersuchung bestätigte diesen Vorgang, da keine Abbrüche, sondern glatte Abtrennungen festgestellt wurden.
Nach weiteren Untersuchungen der alten Röntgenbilder durch den Radiologen Richard Boyer folgerte dieser einst, dass Tutanchamun unter Skoliose (Deformation der Wirbelsäule) und an dem Klippel-Feil-Syndrom (Verschmelzen mehrerer Halswirbel miteinander) litt. Die Untersuchungsbeteiligten der Computertomografie können eine Skoliose nicht bestätigen. Sie vermuten, dass die zweifellos vorhandene leichte Wirbelsäulendeformation durch die Mumifizierung verursacht wurde. Zum Thema Klippel-Feil-Syndrom wird jedoch in der offiziellen Presseverlautbarung vom 8. März 2005 nichts gesagt.
Umstände der Graböffnung
Die Grabstätte Tutanchamuns ist eines der Gräber im Tal der Könige des antiken Theben. Man erreicht Theben heute über das touristische Zentrum Luxor. In der ägyptologischen Nomenklatur der Fundstätten im Tal der Könige wird Tutanchamuns Grab als KV62 bezeichnet.
Die Ausgrabung leitete der Archäologe Howard Carter. Sie war der finanziellen Förderung durch den britischen Aristokraten Lord Carnarvon zu verdanken und sollte aus finanziellen Gründen die letzte von Carnarvon geförderte Grabung und Zusammenarbeit mit Carter sein. Carter entdeckte den oberirdischen Zugang zum Grab am 4. November 1922. Bis Ende November erkannte man die Bedeutung und Pracht des Fundes und drang über eine Treppe und einen abschüssigen Korridor hinab in die sogenannte Vorkammer („Antechamber“) vor. Zuständige Beamte, gesellschaftliche Größen sowie Pressevertreter aus Ägypten und dem Ausland stießen als Beobachter hinzu, unter ihnen Carnarvon und dessen Tochter Lady Evelyn (24. November 1922). Carnarvon begleitete Carter an der Spitze des Grabungsteams bei der Öffnung eines Durchblicks in die Vorkammer am 26. November.
Grundriss von KV62. Links oben die Grabkammer („BURIAL CHAMBER“) mit dem Sarkophag. Darunter schließt die Vorkammer („ANTECHAMBER“) an, von der aus man am 16. Februar 1923 in die Grabkammer vordrang. Rechts unten schließen an die Vorkammer ein Korridor und eine Treppe an, die zur Felsoberfläche führen. Der Korridor wurde am 5. November 1922 sichtbar, die Vorkammer am 26. November 1922.
Grundriss von KV62. Links oben die Grabkammer („BURIAL CHAMBER“) mit dem Sarkophag. Darunter schließt die Vorkammer („ANTECHAMBER“) an, von der aus man am 16. Februar 1923 in die Grabkammer vordrang. Rechts unten schließen an die Vorkammer ein Korridor und eine Treppe an, die zur Felsoberfläche führen. Der Korridor wurde am 5. November 1922 sichtbar, die Vorkammer am 26. November 1922.
Im Dezember 1922 und Januar 1923 waren die Archäologen wieder unter sich und trieben die wissenschaftliche Auswertung des Fundes voran. Am 16. Februar 1923 erfolgte – erneut mit großem Publikum, darunter Carnarvon und Lady Evelyn – die Öffnung der eigentlichen Grabkammer und der darin ineinander geschachtelten vergoldeten Schreine, die den ebenfalls prachtvollen Sarkophag umschlossen. Die Weltsensation war perfekt. Allerdings kam die wissenschaftliche Untersuchung des Grabes in den darauffolgenden Tagen wegen des starken Besucherandrangs zum Erliegen.
Darstellung im Grab
Die Namen des Pharaos, seiner Gattin und des Nachfolgers Eje wurden wie der aller Amarna-Könige schon wenig später von Haremhab oder Sethos I. in allen offiziellen Dokumenten gestrichen und von den Wänden abgekratzt, so dass sie in keinen Königslisten auftauchen. Auf Amenophis III. folgt dort direkt Haremhab. Das Grab entging der völligen Plünderung, da der Eingang mit Abraum vom Aushub des Grabes Ramses' VI. verschüttet war. Jedoch muss es vorher mindestens zwei mal Personen gelungen sein, in das Grab einzudringen.
Lange Zeit wurde von Fachleuten angenommen, dass obwohl Tutanchamun immer in der Nähe seines Großvaters Amenophis III. bestattet sein wollte, ihn sein höchster Berater und Nachfolger Eje II. in einem kleinen, nicht ursprünglich für eine königliche Bestattung vorgesehenen Grab (KV62) im Wadi Biban el-Muluk (Tal der Könige) beisetzen ließ. Nach neueren Überlegungen kamen Ägyptologen jedoch zu der Ansicht, dass Tutanchamuns Grab (KV62) von Anfang an als solches für ihn vorgesehen war, da ein naheliegendes Grab (KV 55) als das der Kija nachgewiesen wurde.
Sein Nachfolger und engster väterlicher Berater Eje richtete das Begräbnis für Tutanchamun aus und er wird bereits in dessen Grabkammer, die zu Lebzeiten des noch sehr jungen Pharaos auch mit den Gemälden und Inschriften angelegt wurde, als sein Nachfolger bei der Mundöffnungszeremonie dargestellt. Normalerweise wurden immer sofort beim Tod eines Pharaos alle Arbeiten in seiner Grabanlage eingestellt, deswegen dürfte eine solche Darstellung nicht existieren. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten.
1. Im Grunde konnte niemand vorher wissen, dass Tutanchamun schon mit 18 Jahren sehr früh sterben würde, Eje aber selbst, mehr als 50 Jahre alt, hätte eigentlich damit rechnen müssen, diesen Pharao nicht zu überleben; diese vor dem Tod von Tutanchamun angefertigte Darstellung der Mundöffnungszeremonie könnte ein Hinweis darauf sein, dass Eje bei dem frühen Tod von Tutanchamun seine Hände mit im Spiel hatte. Ein mit den Jahren zunehmend selbstbewusst werdender Pharao, der dann womöglich auch noch einen männlichen Nachfolger zeugen würde, war nicht in seinem Interesse.
2. Eje wird als gekrönt dargestellt, d.h. die Grabwände wurden nach seiner Amtseinhebung und nach Tutanchamuns Tod angefertigt. Möglicherweise wurde mit der Tradition gebrochen, um den Pharao nicht ohne ausreichend Schutz und Beistand ins Jenseits zu geleiten. Die hastig, fast schon schlampig ausgeführten Arbeiten und die Rußflecken sprechen dafür. Die Krönung nach dem Tod, aber vor dem Begräbnis des alten Pharaos lässt sich durch Haremhabs Streben nach der Königswürde erklären.
Die Schätze des Grabes
Einer von vier Miniatursärgen aus Gold für die Aufnahme der Eingeweide
Einer von vier Miniatursärgen aus Gold für die Aufnahme der Eingeweide
Thron aus dem Grab von Tutanchamun
Thron aus dem Grab von Tutanchamun
Als Howard Carter 1922 das Grab im Tal der Könige entdeckte, ging die Nachricht davon um die ganze Welt und entfachte großes Interesse, das lange nicht abklang. Das Grab, anfangs als ungeöffnet deklamiert, war relativ unversehrt, wie man bei der Graböffnung am 16. Februar 1923 (Öffnung der Wand zwischen Vorraum mit Beigaben und eigentlicher Sargkammer mit Sarkophag) feststellen konnte. Tutanchamun, obwohl nur ein unbedeutender König, hatte eine reichhaltige Menge kostbarer Grabbeigaben, die viele Ägyptologen im Geiste vervielfältigen, wenn sie an die geplünderten Gräber bedeutenderer Pharaonen denken. Als einzige Mumie der ägyptischen Könige befindet sich die Mumie Tutanchamuns heute wieder in ihrem Grab, wurde aber - um sie besser vor Umwelteinflüssen zu schützen - in einen klimatisierten Plexiglassarg umgebettet.
Die Beigaben im Grab können grob in zwei Gruppen geteilt werden. Es finden sich Objekte, die speziell für die Bestattung des Herrschers hergestellt wurden und es gibt Objekte, die anscheinend schon im Alltag benutzt und dann mit in das Grab gelegt wurden. Zu der Gruppe, der speziell für das Grab hergestellten Objekte gehören die Särge, die Kanopen, aber auch ein Set von Götterfiguren in Schreinen, die auch von anderen Königsgräbern des Neuen Reiches bekannt sind und sich bisher nur in Bestattungen von Königen fanden.
Zu der Gruppe der Alltagsgegenstände gehören vor allem die Möbel, ein Teil des Schmuckes und andere Utensilien. Die Beigabe von Alltagsgegenständen in Bestattungen ist ein typisches Merkmal der 18. Dynastie (siehe: Bestattungsritus (Altägypten)) und kommt vorher und später nur selten vor. Aus diesem Grund ist sicherlich anzunehmen, dass sein Grab für seine Zeit typisch, aber wohl reicher als das Grab von so bedeutenden Herrschern wie Cheops oder Sesostris I. war.
Goldene Grabbeigaben
Viele der Grabbeigaben sind aus Gold, so zum Beispiel eines der berühmtesten Fundstücke: die goldene Totenmaske von Tutanchamun. Sie bedeckte Kopf, Schultern und Brust; abgebildet ist das für die 18. Dynastie typische Nemes-Kopftuch. Auch die mit Lapislazuli umrandeten Augen sind ein charakteristisches Merkmal. Weder vorher noch später wurden Totenmasken von solcher Kunstfertigkeit erstellt. Weiterhin wurden, neben dem Sarg, ein großer goldener Schrein sowie mehrere Statuen gefunden. Am bekanntesten sind wohl die lebensgroßen Wächterstatuen, die jedoch nur zu einem kleinen Teil aus Gold bestehen. Ein wichtiges Fundstück ist ebenfalls der kleine Thron, der ebenfalls reich vergoldet ist. Eine Seite zeigt farbige Darstellungen aus dem Leben des Tutanchamun, die Vorderseite stellt die Salbung des Pharaos durch seine Ehefrau dar. Dies ist im Amarna-Stil gehalten, wie an dem Foto zu sehen ist. Die Fußstellung des Königs, die allgemein lockere Haltung und nicht zuletzt die Atonscheibe, die Anch-Kreuze hält, sind auch bei dieser kleinen Darstellung klar zu erkennen. Außerdem wurden Tutanchamun viele Kleidungsstücke beigegeben, darunter goldene Sandalen, die mit einer Schnur zwischen den großen Zehen verlaufen.
Andere Beigaben
Weitere wichtige Grabbeigaben waren Pfeil und Bogen, sowie mehrere in Einzelteile zerlegte Streitwagen und andere Jagd-Utensilien, die der junge Pharao wohl auf seinen Jagdzügen verwendet hatte. Ebenfalls wurde eine Dolchklinge in der Grabkammer gefunden. Es ist jedoch nicht geklärt, ob es sich um Meteoreisen, Eisen oder Hämatit handelt. Auch ein Kistchen mit Schreibzeug wurde dem König beigelegt, in dem sogar noch eingetrocknete Farbe gefunden wurde. Es trägt die Kartusche einer seiner Schwestern, und ist darüber hinaus wenig benutzt worden, was einige Ägyptologen zu gewagten Interpretationen verleitete. Unter der Fülle der weiteren Einzelteile ist ein goldener, großer Fächer bekannt geworden. Dieser besteht aus einem langen Stab mit einem halbrunden, großen zweidimensionalen Aufsatz. Ursprünglich hatten sich im oberen Aufsatz Pfauenfedern befunden; doch nach Carters und Carnarvorns regelmäßiger Aufforderung an Besucher, kräftig daran zu ziehen (um sich mit eigenen Augen von der Stabilität zu überzeugen), kam nur der goldene Teil letztlich im Museum an. Ein Blumenkranz fiel ihnen ebenfalls zum Opfer. Die Grabforscher interpretierten es romantisch als das Geschenk der trauernden Witwe. Für sein leibliches Wohl wurde dem Pharao auch Wein in Krügen mitgegeben, von denen 26 erhalten waren. Auf diesen sind genau das Weingut, oft sogar die Parzelle der Herkunft verzeichnet. So ist beispielsweise auf Krug Nr. 571 die Inschrift Süßwein des Hauses Aton aus Karet, Kellermeister Ramose zu lesen.
Es fanden sich außerdem trompetenähnliche Blechblasinstrumente, die sogenannten „Scheneb“ (Šnb), die wohl die ältesten erhaltenen Exemplare sind. Diese Instrumente dienten wahrscheinlich als Signalinstrumente im militärischen Bereich.
Die beiden Föten
Weitere wichtige Grabbeigaben sind die beiden frühgeborenen Säuglinge, die gegen die ägyptische Sitte mumifiziert wurden. Dies ist ein einmaliger Fund, denn totgeborene Kinder besaßen kein Ka. Der kleinere der Säuglinge wurde unversehrt mumifiziert, dem größeren wurde mit einem winzigen Instrument das Gehirn entnommen. Dieses Werkzeug war so klein, dass es speziell für die Mumifizierung angefertigt wurde. Der untersuchende Mediziner, Douglas Derry, warf es weg. An den beiden Säuglingen wurden mehrere paläopathologische Untersuchungen durchgeführt; darauf vermutete man, dass sie an bestimmten Krankheiten gelitten hätten, z. B. Spina bifida. Die Säuglinge, zwei Mädchen, werden allgemein als Tutanchamuns und Anchesenamuns Kinder gesehen, woraus man gerne Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Vaters zieht. Es gibt jedoch keinen Beweis, dass hier eine enge Blutsverwandtschaft besteht. Viele Gegenstände des Grabes stammen aus Amarna, möglicherweise wurden auch die Säuglinge aus einem Grab seiner Schwestern mitgenommen.
Interpretation
Viele der Grabbeigaben sind Gebrauchsgegenstände des Königs; teilweise benutzte er sie möglicherweise bis zu seinem Tode, teilweise (wie der Kinderthron aus Amarna) waren sie schon seit längerer Zeit nicht mehr in Gebrauch. Es gibt viele Grabbeigaben, die die Namen von Tutanchamuns Verwandten trugen; das Schreibzeug war z. B. im Besitz seiner Schwester Maketaton gewesen.
Die Fundstücke aus Amarna wurden zu einem früheren Zeitpunkt, vor dem Tode des Königs, herbeigeschafft. In der Nähe des Tutanchamun-Grabes liegt das Grab KV 55, dessen zerstörte Mumie sich nach der CT-Untersuchung höchstwahrscheinlich als die des Echnaton herausstellte. Der Inhalt des Grabes besteht aus Gegenständen aus Amarna, und zwar von verschiedenen Besitzern. Es wurde wohl eine Expedition nach Amarna geschickt, die neben all diesen Dingen auch die Mumien von Kija, Teje (Grab KV 35) und Echnaton mitbrachten. Der Sarkophag ist nach der Rekonstruktion des Deckels eindeutig Echnaton zuzuordnen.
Siegel mit dem Thronnamen von Tutanchamun
Siegel mit dem Thronnamen von Tutanchamun
Es ist nicht hinreichend geklärt, ob die ägyptische Sitte Geschenke von Verwandten im Grab beinhaltete, und ob die Grabbeigaben neugefertigt wurden oder man Gebrauchsgegenstände ebenfalls mitnahm. Am wahrscheinlichsten erscheint es, dass sowohl Gebrauchsgegenstände mitgenommen wurden (Amtsinsignien z. B.), als auch einige Stücke speziell für das Jenseits neu gefertigt wurden.
Es gibt jedoch die Möglichkeit, dass das Grab Tutanchamuns überstürzt gefüllt wurde, und dass nicht hinter allen alten oder „geschenkten“ Dingen eine bewusste Intention steht. Dafür könnte das Indiz sprechen, dass die Mumie des Königs in sehr kurzer Zeit mumifiziert und eventuell nicht ausreichend ausgetrocknet wurde. Weiterhin hat Christine El-Mahdy bewiesen, dass die Weinkrüge nicht durch den Lauf der Jahrhunderte ausgetrocknet sind, sondern schon leer waren, als man sie in das Grab legte.
Die mysteriöse Dachamunzu-Affäre, die sich möglicherweise an Tutanchamuns Tod anschloss, wird teilweise als geschickter Schachzug des königlichen Beraters Eje interpretiert, der den General Haremhab, der ebenfalls als Berater fungierte, aus dem Weg schaffen wollte, damit dieser nicht den Thron für sich beanspruchen könnte. Trotz allem ist es nur eine Theorie von mehreren, und man kann die Hinweise auch auf andere Weise interpretieren.
Die Tontafel
Eine mysteriöse Tontafel, die angeblich bei der Öffnung von Tutanchamuns Grab (KV62) durch Howard Carter gefunden wurde und auf der ein Fluch gestanden haben soll, brachte die Geschichte vom Fluch aufgrund der später folgenden Ereignisse und des allgemeinen Aberglaubens schließlich ins Rollen. Über den Fundort dieser Tontafel in KV62 gibt es unterschiedliche Schilderungen: Zum einen heißt es, sie befand sich zu Füßen der beiden Grabwächterfiguren im Vorraum des Grabes (26. November 1922 oder später); ein anderes Mal wurde sie am Grabeingang gefunden (4. November 1922 oder später).
Die Übersetzung der Inschrift der Tafel wurde u. a. Sir Alan Gardiner zugeschrieben. (Gardiner traf am 2. Januar 1923 in Luxor ein und untersuchte ab dem folgenden Tag die in der Vorkammer gefundenen Texte.) Sie soll gelautet haben:
* Death shall come on swift wings to him that toucheth the tomb of the pharaoh.
Zu Deutsch:
* Der Tod wird auf schnellen Schwingen zu demjenigen kommen, der die Ruhe des Pharao stört.
Etwas abweichend wird auch angegeben:
* Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen, der die Ruhe des Pharao stört.
Danach sei die Tontafel verschwunden und niemand habe sie je wieder gesehen. Anderen Autoren zufolge hat die Tafel hingegen nie existiert. Die archäologische Wissenschaft hält sie für eine reine Erfindung, da es keinerlei Fotos hiervon gibt, obwohl die Funde im Grab fotografisch dokumentiert wurden. Auch Howard Carters Aufzeichnungen enthalten keinerlei Notizen zu einer derartigen Tontafel. Zudem sind Wortwahl und Formulierung im Vergleich zu anderen ägyptischen Texten, die als Grabflüche anzusehen sind, untypisch und deshalb eher unägyptisch. Das hier gezeichnete Bild des „Todes mit Schwingen“ wäre mit dieser Tontafel zum ersten Mal belegt.
Weitere Varianten zur Inschrift
Die Tontafel ist das bekannteste Objekt, auf der der Fluch gestanden haben soll. Weiteren zeitgenössischen Berichten zufolge befand sich die Fluchinschrift auf anderen Gegenständen.
* Eine damalige Zeitung veröffentlichte, der Fluch sei in Hieroglyphen auf der Tür des zweiten Schreins neben einem geflügelten Wesen zu lesen gewesen und habe gelautet: Wer dieses geheiligte Grab betritt, den werden die Flügel des Todes treffen. Allerdings spricht die Inschrift auf diesem Schrein von nichts Derartigem.
* Eine ebenfalls in der Presse veröffentlichte Geschichte ist die eines Magiers, der sich selbst als Archäologe bezeichnete. Ihm zufolge habe sich am Eingang des Grabes ein Stein befunden, in den ein Fluch eingemeißelt war und der lautete: Die Hand, die sich gegen meinen Bau erhebt, möge verdorren! Diejenigen, die meinen Namen, mein Fundament, mein Abbild und Bilder von mir angreifen, seien der Vernichtung preisgegeben! Howard Carter habe diesen Stein an sich genommen und vergraben.
* Ein Reporter griff die Inschrift des Keramiksockels der Kerze vom Anubisschrein auf: Ich verhindere, dass Sand die geheime Kammer füllt. Ich bin zum Schutze der Toten da. Er wollte daraus eine Warnung für das Grabungsteam ablesen und verlieh dem Ganzen mit eigenen Zeilen Nachdruck: Und ich werde alle töten, die diese Schwelle zum Heiligtum des Königs der Könige übertreten, der lebet in Ewigkeit.
* Die Zeitschrift P. M. History schreibt in der Ausgabe Oktober 2007 die Worte der Hieroglyphen-Inschrift (ohne Angabe von Quellen) aber auch der Okkultistin Marie Corelli (s. u.) zu.
Okkultismus, Spiritismus und Aberglaube
Ausschlaggebend für das Interesse der Öffentlichkeit am Alten Ägypten war die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun (KV62) im Tal der Könige im Jahr 1922. Die Öffnung der Grabkammer im Jahr 1923 trieb die bereits entstandene Ägyptomanie weiter voran. Den Nährboden für die Entstehung des Fluches bildete dann zu dieser Zeit das große Interesse an Übersinnlichem, Okkultem sowie der ägyptischen Religion. Spiritistische Sitzungen waren Bestandteil gesellschaftlicher Veranstaltungen. Sogar Lord Carnarvon war Mitglied der Londoner „Spiritistischen Gesellschaft“. So waren z. B. auch die hieroglyphischen Texte und Zaubersprüche durch Champollions Übersetzungen inzwischen jedermann zugänglich, ohne dass es hierzu jedoch erläuternde Kommentare gab. Dies führte zu zahlreichen Missverständnissen über die Inhalte der ägyptischen Theologie. Hinzu kamen der Unmut und das Unbehagen über die Archäologen, die hier ein Grab öffneten und die Toten offenbar nicht respektierten und das Grab schändeten. In diesem Zusammenhang bestanden Unsicherheiten darüber, ob die Alten Ägypter nicht vielleicht ungeahnte Kräfte besaßen, die die Toten schützen sollten.
Die Ereignisse
Die angebliche Tontafel mit dem Fluch, Aberglaube, die Summe der Ereignisse und die Umstände bei und nach der Graböffnung waren es schließlich, die die Geschichte über den Fluch des Tutanchamun bzw. den Fluch des Pharao entstehen ließen. Die Berichterstattung in der Presse wurde durch Verdrehen von Tatsachen und Hinzufügen eigener Fantasien durch die jeweiligen Autoren aufgepeppt. Die Angaben zu den Ereignissen sind auch in der Literatur, die mehr oder weniger ausführlich über die Geschichten zum Fluch berichtet, sehr unterschiedlich. Die Beschreibungen differieren in den Angaben zu den jeweiligen Personen, die einzelnen Umstände und in den Angaben über den Todeszeitpunkt, die Todesursache und das Alter. Aber auch noch Jahrzehnte nach der Grabentdeckung werden manche Todesfälle oder mysteriöse Ereignisse mit dem Grab und dem Fluch in Verbindung gebracht.
* Als Howard Carters Kanarienvogel am Tag der Graböffnung in seinem Haus von einer Kobra getötet wurde, bekam dieser Vorfall für die Einheimischen eine besondere Bedeutung: Schlangen, insbesondere aber die aufgeblähte Kobra, galten als Beschützer des Pharaos. Sie sahen im Tod des Vogels ein böses Omen, ein Zeichen der Bestrafung für die Öffnung des Grabes.
* Die Tontafel mit der Inschrift des Fluches wurde gefunden.
* Zwei Wochen vor Lord Carnarvons Tod sprach die Okkultistin und Romanautorin Marie Corelli (Pseudonym für Minnie MacKay) eine Warnung aus: The most dire punishment follows any rash intruder into a sealed tomb. („Die schrecklichste/furchtbarste Bestrafung folgt jedem voreiligen Eindringling eines versiegelten Grabes.“).
* Zum Zeitpunkt von Lord Carnarvons Tod, etwa um 2:00 Uhr morgens, fiel in ganz Kairo der Strom aus und in derselben Nacht starb, angeblich zum Todeszeitpunkt Carnarvons, in Highclere Castle dessen Lieblingshund. Lord Carnarvon starb zwei Wochen nach Marie Corellis Warnung.
* Sir Arthur Conan Doyle, der ein Anhänger des Spiritismus war, äußerte sich einen Tag nach Lord Carnarvons Tod zu den Ereignissen. Die Morning Post zitierte ihn mit: Möglicherweise ist etwas elementar Böses die Ursache von Lord Carnarvons tödlicher Krankheit. Man weiß nicht, welche Geistwesen in jener Zeit existiert haben und in welcher Form sie in Erscheinung getreten sind. Die alten Ägypter hatten wesentlich mehr Kenntnisse über diese Dinge als wir. Doyle wird aber auch dahingehend zitiert, dass er daran glaubte, eine ägyptische Mumie könne verheerende Strahlen aussenden.
* Zudem ließ Arthur Weigall, der auch für die Daily Mail schrieb, nach Carnarvons Tod die Geschichte wieder aufleben, dass von altägyptischen Gräbern ein Unglück ausgehe. So entstand der Fluch des Tutanchamun. Nicholas Reeves zitiert hierzu Rex Engelbach, den damaligen Generalinspektor der Altertümerverwaltung: Als sich meine Frau und ich bei Weigall beschwerten, erklärte er: „Aber sehen Sie nur, wie sich die Öffentlichkeit darauf stürzt.“
* Aber auch Marie Corelli wird mit der Aussage No good will come of disturbing Pharao’s bones. zugeschrieben, die Ursache des Fluches zu sein.
Angebliche Opfer des Fluches
Dem Fluch wurden bzw. werden Opfer zugeschrieben, die in irgendeiner Weise an der Ausgrabung beteiligt waren, das Grab besucht haben oder scheinbar mit Gegenständen aus dem Grab in Berührung gekommen waren und die alle angeblich unter mehr oder weniger mysteriösen Umständen starben. Die Reihenfolge, in der der Fluch die vermeintlichen Opfer heimsuchte, ist auch in der Literatur nicht immer eindeutig wiedergegeben. Oft fehlen die Jahresdaten. Die damalige zeitgenössische Presse vergab für die vermutlichen Opfer sogar Nummerierungen, so dass z. B. Arthur Weigall als 21. Opfer galt, das einem unbekannten Fieber erlegen war. Im Jahr 1939 zählten so auch Howard Carter und die beiden Ausgrabungszeichner Lindsey Hall und Walter Hauser zu den Opfern.
1923
* Carnarvon war sowohl bei der Graböffnung (November 1922) als auch bei der Öffnung der Grabkammer am 16. Februar 1923 anwesend. Beim Verlassen der Grabes wurde er von einem Moskito gestochen. Als er sich später den Stich beim Rasieren aufschnitt, entzündete sich dieser, wodurch sich der 5. Earl of Carnarvon eine Blutvergiftung zuzog. Zusammen mit einer Lungenentzündung führte dies am 5. April 1923 zum Tode des bereits seit langem lungenkranken Lords. Er starb im Alter von 57 Jahren.
1924
* George Bénédite, Chefkonservator der Abteilung für ägyptische Altertümer im Louvre in Paris, starb angeblich am selben Tag, an dem er das Grab zum ersten Mal betrat. Er hatte nach seinem Besuch des Grabes einen tödlichen Hitzschlag erlitten bzw. erlag einem Schlaganfall[17]. Ein anderer Bericht lautet, dass er an den Folgen eines Sturzes starb, nachdem er das Grab betreten und wieder verlassen hatte.
* Gardian La Fleur (Literaturwissenschaftler der McGill University in Kanada) besuchte das Grab und starb zwei Tage danach.
* Der Begleiter und Assistent La Fleurs beging Suizid durch Erhängen. In seinem Abschiedsbrief machte er den Fluch des Pharaos dafür verantwortlich.
* George Jay Gould (Millionär aus den USA) besuchte die Grabstätte und erkältete sich dabei. An der daraus entstandenen Lungenentzündung starb er kurze Zeit später an der französischen Riviera. Anderen Quellen zufolge starb er noch am selben Tag. Gould wurde 59 Jahre alt.
* Douglas Archibald Reed (Röntgenologe) röntgte und fotografierte Tutanchamun und brach dabei zusammen. Er starb später an einer Lungenstauung und einem unbekannten Fieber. Einer anderen Quelle nach starb er noch am Fundort.
* Colonel Aubrey Herbert (Halbbruder von Carnarvon) war beim Öffnen des Sarkophags anwesend und starb einige Wochen später an einer Bauchfellentzündung. Anderen Berichten zufolge beging er Suizid, bedingt durch einen depressiven Anfall.
* Woolf Joel war ebenfalls beim Öffnen anwesend und fiel auf der Schiffsreise nach Luxor von Bord und ertrank.
* Evelyn Greely war bei der Öffnung des Grabes anwesend. Sie beging zu Hause in Chicago, Illinois, Suizid, nachdem sie ihren Sohn ermordet hatte.
* H. G. Evelyn-White (Ägyptologe der University Leeds) erhängte sich nach intensivem Studium pharaonischer Papyrus-Rollen. In seinem Abschiedsbrief machte er „den Fluch“ dafür verantwortlich.
1928
* Arthur C. Mace, Konservator des New Yorker Metropolitan-Museums of Art und Howard Carters rechte Hand, starb angeblich an einer seltsamen Krankheit. Tatsächlich war Mace bereits vor Beginn der Ausgrabung an einer periodisch wiederkehrenden Rippenfellentzündung erkrankt und erlag schließlich dieser Erkrankung. Die Arbeiten im Tal hatte er deswegen bereits 1924 abgebrochen. Er starb im Alter von 54 Jahren.
1929
* Richard Bethel (der Sekretär Howard Carters) wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Suizid gilt heute als wahrscheinlich, da er am Abend zuvor noch bei bester Gesundheit war. Bewiesen werden konnte der Selbstmord jedoch nicht. Andererseits heißt es, er sei unter mysteriösen Umständen im Bath Club gestorben.
* Lady Almina, die Ehefrau Carnarvons infizierte sich durch einen Moskitostich und verstarb kurze Zeit darauf.
* Ali Farmy Bey gab sich als ägyptischer Prinz aus und behauptete von sich, in direkter Linie von Tutanchamun abzustammen. Er wurde in seinem Hotelzimmer im Londoner Savoy ermordet aufgefunden und war offenbar von seiner Ehefrau erschossen worden. Kurze Zeit später beging sein Bruder Suizid.
1930
* Lord Westbury, der Vater von Richard Bethel stürzte im Februar aus dem Fenster seines Londoner Domizils. Ob Suizid oder Unfall konnte nie zweifelsfrei geklärt werden. Auf dem Weg zum Friedhof wurde der Leichenwagen in einen Unfall verwickelt und dabei ein Kind getötet. Da sich in Westbury’s Wohnung Alabastervasen aus dem Besitz Tutanchamuns fanden, war für viele eindeutig der Fluch daran schuld. Er starb im Alter von 78 Jahren.
* Mervyn Herbert, Bruder von Aubrey Herbert, und Halbbruder Lord Carnarvons, verstarb unerwartet im Alter von 41 Jahren.
1966
* Dr. Mohammed Ibrahim (Leiter des ägyptischen Museums, Kairo) wollte verhindern, dass seine Regierung eine Ausstellung der pharaonischen Schätze in Paris ausrichtete. Er hatte geträumt, dass er zu Beginn dieser Ausstellung bei einem Autounfall sterben würde. Ibrahim wurde vor seinem Museum in Kairo von einem Taxi überfahren und starb zwei Tage später.
1969
* Richard Adamson (Kollege von Howard Carter) äußerte sich in einem Interview sehr despektierlich über „den Fluch des Pharao“. Einen Tag später starb plötzlich und unerwartet seine Ehefrau und eine Woche später hatte sein Sohn einen sehr schweren Unfall.
1992
* Als ein Filmteam der BBC einen Dokumentarfilm über Tutanchamun drehte, kam es an den Original-Schauplätzen immer wieder zu merkwürdigen Unfällen.
2005
* Als in diesem Jahr die Mumie Tutanchamuns für die CT-Untersuchung aus seinem Grab genommen wurde, war auch in diesem Zusammenhang wieder vom Fluch des Pharao die Rede. Da die Mumie nicht dem Tageslicht ausgesetzt werden sollte und zudem viele Ägypter aus Angst vor dem Fluch gegen die Untersuchung protestiert hatten, fand diese nicht tagsüber sondern nachts statt. Es ereigneten sich allerdings tatsächlich einige Unannehmlichkeiten für das Untersuchungsteam: Ein Sandsturm brach los; es fing an zu regnen, was in dieser Region selten vorkommt; das Auto mit dem Computertomographen hatte beinahe einen Unfall und das Gerät selbst fiel für zwei Stunden aus.
weitere Opfer
* Als ein weiteres Opfer des Fluches unter vielen galt der Freund eines Touristen, der die Grabkammer betreten hatte und in Kairo von einem Taxi überfahren worden war.
* Auch der Kurator der Ägyptischen Abteilung des Britischen Museums zählte zu den angeblichen Opfern des Fluches, obwohl er in seinem Bett starb.
* Ein Angestellter des Britischen Museums soll beim Etikettieren von Gegenständen aus dem Grab tot umgefallen sein. Allerdings gibt es in diesem Museum keine Gegenstände aus dem Grab Tutanchamuns – und gab es auch nie.
Folgen des Glaubens an den Fluch
Der Fluch des Pharao beherrschte nach den Ereignissen nach der Graböffnung und Lord Carnarvons Tod die weltweite Presse und löste Vorfälle aus, die an Hysterie grenzten. Obwohl kein Grund zur allgemeinen Beunruhigung bestand, trafen im Britischen Museum danach viele Pakete mit ägyptischen Antiquitäten ein. Eine Vielzahl der Absender äußerte, Carnarvon sei sicher vom Ka Tutanchamuns getötet worden. Obwohl ein Sprecher des Museums verkündete, dass diese Ängste völlig unbegründet seien, erhielt die ägyptische Abteilung des Museums weiterhin ägyptische Relikte, darunter auch Hände und Füße von Mumien.
Vermutungen und Theorien zum Fluch
Nicht nur die Sterbedaten der mit dem Grab in Verbindung stehenden Personen wurden untersucht und analysiert, sondern es wurde auch nach wissenschaftlichen Erklärungen für die „Häufungen der Todesfälle“ gesucht.
Als eine Ursache für Lord Carnarvons Tod wurde neben dem Fluch Gift vermutet, das auf Grabgegenständen aufgetragen worden war. Diese Theorie geht auf Ralph Shirley von der Occult Review zurück. Bereits in den zwanziger Jahren berichteten Artikel von tödlichen Bakterien im Grab, die zum Tode Carnarvons geführt haben sollen.
1949 stellte der Atomphysiker Louis Bulgarini die Behauptung auf, die alten Ägypter hätten bereits den Atomzerfall gekannt die dabei entstehende Strahlung zum Schutz der Gräber eingesetzt.
Die bekannteste Theorie der Neuzeit ist allerdings die zum Schimmelpilz Aspergillus flavus, die in den 80er Jahren durch die Dokumentationsreihe Terra X sehr großen Bekanntheitsgrad erreichte. Der Pilz sei wegen seiner lebensgefährlichen Wirkung von den alten Ägyptern zum Schutz des Grabes in dieses gebracht worden. Der Theorie zufolge sollen die Pilze der Aspergillus-Gruppe, die nicht nur im Grab Tutanchamuns nachgewiesen worden waren, für alle Krankheits- und Todesfälle der verschiedenen Epochen im Zusammenhang mit Graböffnungen verantwortlich sein.
Analysen der Sterbedaten
Der Ägyptologe Professor Georg Steindorff arbeitete 1933 heraus,[9] dass die meisten der mit dem Fluch in Verbindung gebrachten Opfer im Alter von 70, 80 Jahren verstarben. Der australische Forscher Mark Nelson von der Monash University wiederum analysierte die Lebensläufe und Teamzugehörigkeiten der Mitarbeiter Carters von 1923 bis 1926. Er kam zu dem Ergebnis, dass die bei der Graböffnung aktiv Beteiligten keinem höheren Risiko ausgesetzt waren als die nur bei den Expeditionen mitwirkenden Personen. Es besteht kein Hinweis darauf, dass sich die Ausgrabungen negativ auf die zu erwartende Lebenszeit der „Grabschänder“ ausgewirkt hätte. Vielmehr ist die britische Presse ihrer Sensationssucht erlegen, indem sie das Ideengut von Louisa May Alcotts Novelle Lost in a Pyramid: The Mummy’s Curse aufgriff.
Der amerikanische Ägyptologe Herbert E. Winlock legte 1934 eine Statistik zu den Ereignissen und Todesfällen an. Diese Aufzeichnungen zeigten jedoch ein völlig anderes Bild über die Zeiträume der Ereignisse nach Graböffnung. Nach jeder neuen Zeitungsmeldung, es habe ein neues Opfer des Fluches gegeben, schickte er eine Richtigstellung an die entsprechende Zeitung.
So starben von den 26 bei der Graböffnung anwesenden Personen sechs innerhalb von 10 Jahren; von 22 Personen, die bei der Öffnung des Sarkophages zugegen waren, starben zwei; und von den 10 Personen, die beim Auswickeln der Mumie anwesend waren, erlag keine dem Fluch.
Howard Carter starb 1939 im Alter von 64 Jahren; Harry Burton, der Fotograf, starb 1940 im Alter von 60 Jahren; Lady Evelyn, Lord Carnarvons Tochter, die das Grab als eine der ersten betreten hatte und auch der Öffnung der Grabkammer bewohnte, starb 1980 im Alter von 79 Jahren. Anderen, die sehr eng an der Ausgrabung beteiligt waren, war ebenfalls ein langes Leben beschieden: Percy E. Newberry, ein Freund von Carter und sein Mentor, starb 1949 im Alter von 80 Jahren; Sir Alan Gardiner, der die Grabinschriften studierte, starb 1963 im Alter von 84 Jahren; Douglas E. Derry, der die Autopsie an der Mumie Tutanchamuns durchführte, starb 1969 im Alter von 87 Jahren.
Wissenschaftliche Erklärungen
Aspergillus flavus: Der australische Schwarzschimmelforscher John Pitt führt hierzu aus: „Es ist jedenfalls ausgeschlossen, dass die Sporen auch nur hundert Jahre in einem trockenen Grab überleben können. Außerdem sind Aspergillus-Sporen wirklich überall zu finden, und falls sie gefunden wurden, könnten sie das Grab zu jeder x-beliebigen Zeit kontaminiert haben.“ Der Schimmelpilz kann sich zwar im menschlichen Körper dauerhaft einnisten, wenn er über lange Zeit hinweg eingeatmet wird, doch dann auch nur, wenn die betreffende Person bereits zuvor krank war.
Gifte: Die Theorie über Gifte im Grab wurde bereits in den zwanziger Jahren von Algernon Blackwood, einem vielgelesenen Schriftsteller, in Zweifel gezogen: „Wie kommt es dann wohl, dass das Gift nur bei einer Person wirkte?“ Auf diese Frage folgte die nächste Theorie: die Hohepriester sollten damals auf einige Grabbeigaben Gift gestrichen haben – und ausgerechnet Lord Carnarvon hatte einen dieser Gegenstände berührt. Ein französischer Professor hielt Howard Carter für schuldig am Tod Carnarvons und erklärte, weswegen Carter nicht auch von dem Fluch betroffen gewesen sei: Er sei ein Experte gewesen, der gewusst habe, welche Gegenstände im Grab berührt werden durften und welche nicht.
Rationale Erklärungen für die Ereignisse nach Carnarvons Tod
* Der Kanarienvogel war keineswegs am Tag der Sargöffnung von einer Kobra verschlungen worden: Howard Carter hatte das Tier bei einer Bekannten zur Pflege untergebracht.
* Stromausfälle in Kairo waren selbst Jahrzehnte nach Lord Carnarvons Tod noch sehr häufig der Fall. Dass sein Todeszeitpunkt mit einem Stromausfall zusammen fiel gab dem Ereignis zwar etwas mysteriöses, war aber Zufall und hatte nichts mit seinem Tod zu tun.
* Der Hund Carnarvons starb nicht zur gleichen Zeit wie der Lord, sondern vermutlich erst vier Stunden später.
* Über Douglas E. Derry, der die Mumie Tutanchamuns untersuchte, und Alfred Lucas, dem Chemiker vor Ort im Tal der Könige, der Derry assistierte, wurde berichtet: Die Obduktion Tut-ench-Amuns am 11. November 1925 im anatomischen Institut der Kairoer Universität hatte tragische Folgen: Alfred Lucas erlag bald darauf einem Herzanfall. Wenig später starb Professor Derry, der den ersten Schnitt an der Mumie Tut-ench-Amuns ausgeführt hatte, an Kreislaufversagen. Tatsächlich starben aber beide erst sehr viele Jahre später.
Die Mehrheit der Besucher des Grabes und der anderen Personen, die mit der Mumie Tutanchamuns Kontakt hatten, starb viel später auf natürliche Art und Weise. Im Durchschnitt starben die Personen, die das Grab betreten hatten, 24 Jahre nach der Öffnung des Sarges und erreichten dabei ein Altersmittel von 73 Jahren. Zudem waren fast alle angeblichen Opfer bereits älter oder hatten schon gesundheitliche Einschränkungen, bevor sie nach Ägypten reisten. Lord Carnarvon war seit einem Autounfall 1901 in Deutschland ein kranker Mann, der zur Genesung und gesundheitlichen Stärkung regelmäßig nach Ägypten reiste. Auch George Jay Gould, ein Freund von Lord Carnarvon, war bereits vor seinen Aufenthalten in Ägypten krank und reiste zur Erholung in das Land. Howard Carter selbst litt seit der Ausgrabung bis zu seinem Tod (1939) unter verschiedenen gesundheitlichen Problemen, darunter Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme.
Bewertung des Fluchs
Howard Carter kommentierte bereits seinerzeit die Geschichten über den Fluch mit den Worten: […] all sane people should dismiss such inventions with contempt. („Alle gesunden Menschen sollten solche Erfindungen mit Verachtung abweisen.“)
Thomas Hoving, ehemaliger Direktor des Metropolitan Museum of Art in New York, schreibt 1978 hierzu: Von dieser allgemeinen Warnung in der Schatzkammer abgesehen, war im Grab des Tut-ench-Amun kein wirklicher Fluch gefunden worden – und es war auch keiner zu erwarten; und weiter: Wenn es je einen Fluch gegeben hat, dann war er weder in Hieroglyphen geschrieben, noch in Bildern ausgedrückt. Er entstammte nicht dem Munde des Pharaos und war auch nicht von den Priestern des Neuen Reiches ausgesprochen worden. Er war nicht als unvergängliches Gift in gewisse Gegenstände eingedrungen, sondern er wurde, wie so oft im Gefolge verblüffender Entdeckungen von unermesslichen Schätzen, aus der menschlichen Schwäche geboren.
Trotz Nachweisen für natürliche Erklärungen der Ereignisse und Todesfälle und richtiger Darstellungen der Umstände werden auch heute noch Anspielungen auf den Fluch des Pharao gemacht, wenn es sich um Ereignisse handelt, die mit dem Grab Tutanchamuns in Verbindung stehen. Renate Germer beschreibt dies sehr treffend: Es ist aber wohl Überzeugungssache, ob man an die Wirksamkeit solcher Flüche glaubt oder nicht. Im Grab des Tutanchamun gab es auf jeden Fall keinerlei Texte, die ein solchen Fluch aussprachen.
Zu den Vorfällen im Zusammenhang mit der CT-Untersuchung Tutanchamuns äußerte sich Zahi Hawass zum Fluch des Pharao zweifach: „I think we should still believe in the curse of the pharaohs, he said from the tomb of Tutankhamun“;[20] und die Frage, ob auch er Angst vor dem Fluch des Pharao habe, beantwortete er ein anderes Mal mit einem Schweigen.
(Quelle,Wikipedia)








Signatur Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume.
Ich leb in Euch und geh durch Eure Träume

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