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Kirschwein ...
50 Liter Wein
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 14:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo,

ich wollte mal fragen, ob man neue Pflanzen auch einfach aus Traubenkernen ziehen kann/sollte. An unserem Weinstock hängen noch ein, zwei kleine Reben die jetzt langsam verfaulen, und ich dachte mir, vielleicht kann man ja aus den Kernen neue Pflanzen ziehen um sie vielleicht an einem schönen sonnigen Fleckchen in unserem Garten hochzuziehen nächstes Jahr. Wir haben ein großes Blumenbeet wo noch Platz wäre für drei oder vier Weinstöcke, und wo fast den ganzen Tag die Sonne drauf scheint.

Ist das ratsam, oder sollte man lieber nächstes Jahr frische Triebe des Weinstocks abschneiden und wurzeln lassen?




matzl0505 ...
1000 Liter Wein
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 14:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das ganze kommt in erster Linie auf die Sorte an. Bei Propfreben würde ich die Finger davon lassen, da deine neue Rebe dann wurzelecht wäre. Das bringt das Problem der nicht mehr vorhandenen Reblausresistenz mit sich.(in Weinbauregionen ist das sogar verboten)
Ob man überhaupt eine neue Rebe aus einem Kern ziehen kann, kann ich dir leider nicht sagen, aber einen Steckling heranzuziehen funktioniert.
Bei einer amerikanischen wurzelechten Rebe ist das egal, da kannst du problemlos Stecklinge machen. Allerdings sind die wegen des Foxtons nur bedingt für die Weinbereitung geeignet.

gruß
Marius





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Wie wird das chemische Element Brom gewonnen?

Man nimmt eine Handvoll Brombeeren, lässt diese zur Erde fallen. Die Beeren verbinden sich mit der Erde zu Erdbeeren und Brom wird frei."


Es ist das Phantom unseres eigenen Ichs, dessen innige Verwandtschaft und dessen tiefe Einwirkung auf unser Gemüt uns in die Hölle wirft, oder in den Himmel verzückt. E.T.A. Hoffmann

felix ...
100 Liter Wein
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 14:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Also, grundsätzlich funktioniert das Heranziehen aus einem Kern. Hab das selbst mal ausprobiert. Allerdings weiß ich nicht, was die Pflanzen dann wert sind, war nur als Experiment gedacht und wegen Pflanzung in einen kleinen Topf ist sie auch klein geblieben und hat nie geblüht.

Hab aber gelesen, dass solche Pflanzen eher kümmerlich sind und aus Stecklingen herangezogene vorzuziehen sind - abgesehen von der erwähnten Gefahr durch die Reblaus und das entsprechende Verbot.

Gruß,
Christian





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O Alkohol, o Alkohol,
dass Du mein Feind bist, weiß ich wohl!
Doch in der Bibel steht geschrieben,
auch Deine Feinde sollst Du lieben.

(gelesen auf einem Schild in einem Weinberg zwischen Laudenbach und Heppenheim an der Hessischen Bergstraße - Autor mir unbekannt)

Dreizehn 
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 14:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Du kannst schon aus Traubenkernen Pflanzen ziehen, dass sie jedoch ähnliche Eigenschaften wie die Mutterrebe besitzen, ist so wahrscheinlich wie ein Lottosechser. Es ist eben keine vegetative Vermehrung wie die durch Stecklinge.

Über die Stecklingsvermehrung gibt es hier etliche Beiträge, einfach mal suchen. Beachten: auf vielen Sorten, gerade bei den neuen Piwis, habe die Züchter Sortenschutz. Die Reblausgefahr bei Einzelstöcken halte ich außerhalb der Weinbaugebiete für nicht gravierend. Hybridreben sind eigentlich nur gut zur Begrünung.

Grüße, Dreizehn

PS. Unter meinen Reben keimen jedes Jahr etliche neue Pflanzen aus den Kernen, die mit dem ausgebrachten Trester wieder als Dünger dienen. Könnte ich Dir zum Ausbuddeln anbieten ... ;–))




Kirschwein ...
50 Liter Wein
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 15:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


ok verstehe... danke für die Antworten. Dann ist offenbar doch ratsam es mit Stecklingen zu probieren. Dann also erst nächstes Frühjahr...

Hannover ist kein offizielles Weinbaugebiet, jedenfalls nicht daß ich wüßte... von wegen Reblaus und so.

Unser Weinstock wurde vor 30 Jahren als kleines Pflänzchen in nem Gartenmarkt gekauft den's schon lange nicht mehr gibt, glaube kaum daß sich da noch mit vertretbarem Aufwand zurückverfolgen lässt, ob da jemand "Sortenschutz" drauf hat/hatte




Dreizehn 
1000 Liter Wein
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 15:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sicher nicht. Wenn Du mit der Sorte zufrieden bist – viel Glück, wird schon klappen.
Ansonsten – Pfopfreben als Wurzelreben, Sorten nach Deiner Wahl, sind nicht teuer, so um 2,50 € das Stück.
Du könntest dann evtl. auf eine Sorte wechseln, die
a) gut an Dein Klima angepasst und
b) pilzwiderstandsfähig (ohne Foxgeschmack) wäre.

Grüße, Dreizehn




Traubenstolz ...
50 Liter Wein
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 17:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Kirschwein,

ich möchte auch noch meinen Senf dazugeben. Der Traubenkern ist ja das Produkt einer geschlechtlichen Vermehrung. Das neue Pflänzchen bekommt mehr oder weniger die Eigenschaften des einen oder anderen Partners. Dies wird aber nur in den Rebzüchtungsanstalten angewendet. Im Weinbau wird eigentlich nur die vegetative Vermehrung angewendet. Das funktioniert in der Regel ganz gut. Einfach ein paar Stecklinge in die Erde, der Steckling, der am besten wächst, lässt Du stehen.

Wegen der Reblaus würde ich mir, wie auch Dreizehn schon sagte, keine Sorgen machen. Bei uns arbeiten sogar die Winzer mit Absenkern, wenn mal ein Stock ausgefallen ist.

Bei Deiner nördlichen Lage, würde ich aber dem Rat von Dreizehn folgen und mir eine passende Piwi-Sorte setzen.

Gruß Traubenstolz




Dreizehn 
1000 Liter Wein
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 17:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dann hier noch mein Restsenf:

Traubenstolz schrieb
    Das neue Pflänzchen bekommt mehr oder weniger die Eigenschaften des einen oder anderen Partners.


So ist es - in der Rebenzüchtung, bei der gezielt bei vorher "kastrierten" Blüten (Staubgefäße entfernt) männliches und weibliches Erbgut unterschiedlicher Sorten zusammengebracht wird. Bei den Kernen, die bei uns aus den Beeren so anfallen, stammen m- und w-Erbgut aber von derselben Blüte/Pflanze, ist also "Inzucht". Deshalb wird so selten etwas Vernünftiges daraus.

Grüße, Dreizehn




Fruchtweinkeller ...
Administrator
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 18:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Weinreben sind allerdings in der Regel Selbstbestäuber.





Signatur
Jede Null verzehnfacht das Problem.
(Graf Fito)
Sorry, aber ich antworte nicht auf PMs, die inhaltlich ins Forum gehören!

Traubenstolz ...
50 Liter Wein
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...   Erstellt am 03.11.2009 - 10:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Angeregt durch die vorangegangen Beiträge hat es mich mal interessiert, wie bei der Selbstbestäubung der Rebe unterschiedliche Erbanlagen in den Kernen entstehen können. Ich habe folgendes in einem Fachbuch gefunden:

Bei normaler geschlechtlicher Vermehrung wird den Keimzellen ein kompletter durch Teilung hervorgegangener Chromosomensatz zur Verfügung gestellt. Bei der Rebe wird der Chromosomensatz für die Keimzellen numerisch geteilt und es wird dem Zufall überlassen, welches Chromosom dem Tochterzellkern zugeteilt wird und somit sind die Tochterzellkerne erbungleich. Nach der Verschmelzung von männlicher und weiblicher Keimzelle haben die sich bildenden Körperzellen wieder einen doppelten Chromosomensatz.

Ich hoffe, ich habe das mit meinen Worten jetzt richtig wiedergegeben.

Gruß Traubenstolz




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