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HollyvanMekeren 



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...   Erstellt am 09.07.2009 - 08:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es gibt Geständnisse, die Lähmung und Entsetzen verbreiten.

Bis in die Mitte der 60er Jahre war es die Behauptung Ich bin Kommunist, die dem kühnen Provokateur lebenslange Spinnefeinde verschaffte.

Als habe er gesagt, er sei Sodomist, wandten sich Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gleichermaßen angeekelt ab.

Heute, nach dem großen Scheitern aller Ideen, würde diese Bemerkung allenfalls in Beamtenkreisen Empörung auslösen.

Aufgeschlossenere Zeitgenossen lächeln nur milde über solche letzten Zeugen Iwans: Diese Krankheit steckt nicht mehr an.

Auch andere Geständnisse bleiben heute ohne großes Echo. Ich bin Anarchist! zum Beispiel.
Ach, rührend, heißt es dann, wie interessant, sicher sind Sie Künstler! -

Und wer behauptet, er sei homosexuell oder lesbisch, dem wird sofort Nachsicht entgegengebracht: Na, halb so schlimm, kann jedem passieren .

Die Krise eint, und die Leute sind härter im Nehmen.
Wir rudern doch alle, heißt es, dasselbe Boot, derselbe Strick - alles gleich. Atomkraft ja oder nein, rettet Quelle, stoppt Bänker und Manager oder lasst sie, das alles wird erregt diskutiert, aber es ist doch eingesellschaftsfähiges Thema.

Ich kenne nur eine politische Bemerkung, bei der Rote, Grüne, Links, NPD und Schwarze blaß werden, über die man nicht diskutieren kann, weil einen jeder allein stehen läßt als sei man aussätzig und Idiot obendrein.

Es ist die Behauptung: Ich bin Monarchist! Worüber man nicht diskutieren kann, darüber muss man Monologe halten: Ich will es nicht zu kompliziert machen, mich nicht auf Hegel berufen, obwohl da einiges zu holen wäre in puncto konstitutioneller Monarchie.

Lieber beziehe ich mein aktuelles Argument aus der vielbeklagten Staatsverdrossenheit, die ja nicht allein von den berühmten jungen Leuten gepflegt wird.

Auch biedere Hochschullehrer und seriöse Leitartikler sind ihre geheimen Opfer; sie faseln zwar seitenlang über die freiheitlich demokratische Grundordnung und verdienen damit Geld, am Fuße des ersten Biers aber sind sie ehrlich genug, sich der landläufigen Meinung anzuschließen, dass wir hinters Licht geführt werden.

Zwar möchte ich nicht unbedingt im Lichte eines Sonnenkönigs stehen, aber die Strahlen eines milden Königshauses trösteten mich vielleicht über die Wahlparolen der bürgerlichen Parteien hinweg.

Etwa 50 Millionen Bürger fluchen täglich fünfmal lauthals auf Politiker, das ergäbe gedruckt jeden Tag 10 x 24 Brockhausbände voller Schimpfworte.

Anstatt solche massenhafte Verachtung zur Kenntnis zu nehmen, sonnen sich die Politiker im Blitzgewitter der Journalisten und ihren täglichen Fernsehauftritten und verkünden uns, die wir sie finanzieren, uns Fernsehdemokraten und Verbaldemokraten, over gedresst und vom Starfriseuren gestylt, dass es noch zu früh sei, über den Stand der Verhandlungen exakte Aussagen zu machen
-dann sollte lieber doch ein Monarchenhaupt aus dem Fenster eines Rolls lächeln.

Denn wir haben für unser Steuergeld ein besseres Spektakel verdient als das, was die Volksvertreter inszenieren.

Selbst der geduldigste Bürger ist nicht länger bereit, zuzusehen, wie sie mit ungelenken, schlecht angelernten Gesten ausländische Besucher zum Hinsetzen in ihre Spießersessel auffordern.

Hört man sie reden in ihren verpanschten Dialekten, möchte man auswandern - doch wohin denn.

Einer, so ein großer, läutete neulich ein Selbstzitat mit der Wendung ein, er erinnere an sein Wort vom soundsovielten, „das da lautet"... so sprechen Emporkömmlinge. Die können nichts dafür. Nur Grobiane schaffen den Weg nach oben.

Und das eben macht den König so liebenswert, dass er nicht um seinen Posten boxen, sich mit der Wirtschaft gegen seine Untertanen verbünden und danach gieren muss, sondern dass er ihm gleichsam unbefleckt in den Schoß fällt.

Die Schuldlosigkeit verleiht ihm Glanz und Würde, und er ist großartig auch dann, wenn er Dummheiten macht, was er natürlich nicht tun sollte.

Aber er kann er sich leisten, denn er hat Grazie und Charme, und eben das ist es, woran in der Demokratie ein so fürchterlicher Mangel herrscht.

Gold und Hofgetratsche und schön kitschige Hochzeitstassen und Feuerwerk bei der Geburt des Thronfolgers, lieber eine elegante und souveräne Komödie als dieses tägliche spießbürgerliche Trauerspiel und Schmierentheater, das man zu sehen bekommt.

Im Superwahljahr werde auch Du Monarchist!

Guter Verfassungsrechtler von neugegründeter Königspartei gesucht.




<Gast-91.>
unregistriert

...   Erstellt am 09.07.2009 - 21:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Danke Holly!

Nun verstehe ich endlich warum der Tratsch um die Königshäuser immer noch. oder gerade wieder?, so ein großes Interesse hervorruft.

Da scheint diese "christliche Partei" aus Bayern ja auf dem richtigen Weg zu sein.





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