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<Wachmann>
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...   Erstellt am 26.10.2008 - 23:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Outing eines Rechten


Man muss nicht alles unterschreiben, was auf dem “Wunschzettel eines national denkenden Deutschen” geschrieben steht, aber bemerkenswert ist er in jedem Fall - auch und vor allem weil er auf ZEIT-Online veröffentlicht wurde, bevor er von der Redaktion wieder gelöscht wurde.


Wunschzettel eines national denkenden Deutschen


Ja, ich bin ein deutscher Nationalist. Und — oh Wunder — ich esse mit Messer und Gabel, trage weder Glatze, noch Springerstiefel. Ja, ich kann mich sogar gewählt ausdrücken — jawohl, ja. In Wort und Schrift. (Das „jawohl“ nehme ich hiermit lieber zurück. Anti-Nazi-Prophylaxe, Sie verstehen).
Ich bin gern höflich im Umgang mit Mitmenschen, ganz egal, ob gegenüber einer putzfrauenden Türkin oder einem top-managenden Deutschen. So ist der Umgang miteinander einfach netter. Das Leben ist schon schwierig genug, man muß es sich nicht noch selbst schwieriger machen, oder?

Vielleicht macht mich gerade mein zuvor beschriebenes Verhalten ja so gefährlich. Vielleicht möchte ich Sie ja nur einlullen, mich Liebkind bei Ihnen allen machen. Und dann, wenn Sie schon gar nicht mehr damit rechnen, dann werde ich Sie überrumpeln. Denn ich bin das Böse — ich bin ein Nationalist (Sie würden wohl sagen: ein Rechter).

Was ist so gefährlich an mir?
Nun, ich wünsche mir die Wiedervereinigung Deutschlands. So, wie es in der Präambel des Grundgesetzes, unserer vorläufigen Verfassung, stand, als es geschrieben wurde.
Wie? Ja, natürlich weiß ich, daß unser Ostdeutschland heute zu Polen bzw. zu Russland gehört. Ja, und? Darf ich trotzdem meinen Wunsch aufrecht erhalten?

Ich wünsche mir, daß wir als Volk unsere Identität bewahren. Das ist eigentlich nichts besonders Erwähnenswertes — jeder Patriot in welchem Land der Erde auch immer wünscht sich das. Ich wünsche mir also nur, was sich auch jeder Türke, Senegalese oder Franzose wünscht. Ich darf das nur nicht. Es widerspricht dem Zeitgeist. Ich habe multi-kulturell zu sein — was für mich nicht zwangsläufig im Widerspruch zur von mir gewünschten Volks-Identität steht, aber das glaubt mir niemand.
Es mag auch niemand hören, denn es gibt eine bundesweite Vereinbarung aller Demokraten: Man spricht nicht mit mir. Ich werde ignoriert, man schweigt mich still. Natürlich kann es sein, daß ich zu offensichtlich mein Bekenntnis zeige — indem ich z.B. ein Ladenlokal eröffne, um dort Nationale Waren zu verkaufen. Nein, nicht Shiloms, Bongs und Pilze, die man zu sich nimmt, um einen Rausch zu bekommen. Auch keine Pornos möchte ich verkaufen, Peep Shows sind nicht mein Ding und Prostitution in jeglicher Form lehne ich ab, denn sie erniedrigt die Frau — auch die deutsche Frau — zur Ware.
Aber ich schweife ab, Entschuldigung.

Zurück zum Thema: Wenn nun also jemand einen Nationalen Laden aufmacht, um dort z.B. Tonträger mit nationaler Musik zu verkaufen, Bekleidung etc., dann kann es ihm passieren, daß ringsum an den Häuserwänden Plakate angebracht werden: „Kauft nicht beim Nazi“. Nein, das ist kein böser Witz, das ist passiert und das passiert immer noch.

Ich wünsche mir, daß die Leute fragen, wenn sie etwas nicht verstehen, was ich sage oder schreibe. Daß sie mit mir diskutieren und auch einmal zuhören. Daß wir demokratisch miteinander umgehen.

Ich wünsche mir Volks-Souveränität. Das ist, wenn ein Volk sich selbst eine Regierung seiner Wahl geben darf und dann durch die auch sein, des Volkes, eigenes Geschick verwalten und verantworten darf. Das ist so nicht bei uns, im Gegenteil. Bei uns ist es so, daß die Nationen-Grenzen wegfallen werden. So wollen es unsere Politiker. Dieselben, die Sie wählen. Bald werden Sie sie nicht mehr wählen können. Denn bald gibt es Deutschland nicht mehr.

Ich wünsche mir frei zu leben, sozial zu handeln und national zu agieren. Dafür setze ich mich ein. Wissen Sie, was ein Pawlow’scher Reflex ist? Ja, sicher. Sie sind ZEIT-Leser, die wissen das. Falls doch nicht: Schauen Sie doch einmal auf die ZEIT-Netzseite www.netz-gegen-nazis.de Prima Sache. Fand ich. Auch meine Lieblings-Wochenzeitung, auf deren Erscheinen ich mich seit mehreren Jahrzehnten jeden Donnerstag freue, beteiligt sich jetzt also im Kampf gegen Nazis.
Der Begleittext auf der Netzseite hat mich dann etwas ernüchtert. Dort wird nur noch von Rechten gesprochen. Genauer: Vom Kampf gegen Rechts, der unbedingt geführt und gewonnen werden muß. Nirgends dort konnte ich eine Definition dessen finden, was denn nun Rechts ist.
Ist Rechts, also das Nazi-Rechts, rechts von CDU/CSU?
Wahrscheinlich, oder?
Oder ist Rechts identisch mit rechtsextremistisch, rechtsradikal?
Ich weiß es nicht. Aber ich weiß mittlerweile, daß niemand es so genau wissen will. Das wäre unpraktisch, man verlöre dann dieses Zuchtmittel, mit dem man jede Kritik sofort abwürgen kann. Gegen Rechts ist identisch mit Gegen Nazis. Und das kann einfach nicht verkehrt sein.

Ich wünsche mir, daß die EU damit aufhört, den Senegalesen und den Menschen in Mosambik den Fisch zu stehlen.
Das funktioniert so: Die EU kauft diesen Ländern für kleines Geld die Fischereirechte in deren 200 Meilen-Zone ab. Daß es dabei nicht mit rechten Dingen zugeht, geben einige EU-Beamte ganz offen zu. Dann werden die Hochseefischerei-Flotten der Spanier von der EU subventioniert. Und die fahren dann vor die Küste dort und räumen die Fanggebiete leer. Die Senegalesen, die mit ihren kleinen Kuttern und Pirogen hinaus aufs Meer fahren, um ihre Familien vom Fang zu ernähren, schauen in die Röhre. Sie sind vom Hunger bedroht.

Wenn ich nun "Neger" sage und schreibe: "Ich lasse den Negern dort im Senegal und in Mosambik ihren Fisch", dann wird ein Aufschrei der Empörung durch das Forum wabbern. Denn das Wort Neger entspricht nicht der Political Correctness (Diesen Anglizismus lasse ich bewußt stehen, denn er stammt vom scheinheiligen amerikanischen Puritanismus).
Wenn aber die EU eben diesen Negern die Lebensgrundlage stiehlt, dann interessiert das niemanden der Gutmenschen.

Wer ist nun böse? Ich, der Nationalist, der dem Neger seinen Fisch läßt und bestes Gelingen für seine eigene Souveränität wünscht? Oder die EU-Gutmenschen, die Multi-Kulti heucheln, aber die Neger kalt verhungern lassen.

Ich bin am Ende meiner Ausführungen angelangt. Ich habe mich „geoutet“. Wäre mein „Outing“ sexuellen Inhaltes, so würde mir nun ganz sicher applaudiert. Aber ich „oute“ mich als Rechter, als Nationalist. Und ich bin sogar noch stolz darauf.

Was wird nun geschehen? Ein stillschweigendes Sperren durch die Redaktion? Eine Organisation der Gutmenschen „Schreibt nicht mit dem Nazi“?
Ich lasse mich überraschen.




Minotaurus ...
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...   Erstellt am 27.10.2008 - 20:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Wachmann,

Du fragst, was nun geschehen wird? Das kann ich dir sagen: Ich werde Deine gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, denn du befindest Dich hier nicht bei ZEIT-Online, sondern bei KUNST-WERK.
Für Dich hoffe ich, daß Du davon nicht allzu sehr überrascht bist.

Wenn ich es nicht besser wüßte, so könnte man glauben, man habe hier eine Satire vor sich, denn immerhin sind einige Stilmittel daraus vorhanden.
Es ist aber keine Satire, sondern ein Versuchsballon, was hier möglich ist und wie die vermeintlichen "Gutmenschen" darauf reagieren, nicht wahr?

Du möchtest also gerne "der Böse" sein, der "Gutmenschen" erschreckt, ja?
Hahahahaha!!! Weit gefehlt, würde ich sagen. Denn beinahe könnte man schon so etwas wie Mitleid mit dem "armen, unverstanden Rechten" empfinden und ihm tröstend über die Glatze streicheln.
Wenn, - ja, wenn man es nicht besser wüßte.

Ob es hier "Gutmenschen" gibt, das weiß ich nicht, denn ich hinterfrage keine privaten Glaubensbekenntnisse und politischen Einstellungen unserer Gäste und Mitglieder. Ich gehöre jedenfalls nicht zu dieser Kategorie, aber das weißt Du ja bereits. Für andere Leser und eventuelle Kommentatoren kann ich nicht sprechen.

Aber du hast diesen Text nicht im Diskussionsbereich, sondern in unserem Literaturbereich gepostet und aus diesem Grund werde ich diesen Text nicht löschen, sondern so behandeln wie jeden anderen literarischen Beitrag auch.
Du möchtest also eine Reaktion auf deinen Text, eine Kritik vielleicht?
Nun gut, die sollst Du haben:

Warum dieser Text so "bemerkenswert" sein soll, entzieht sich meinem Verständnis, denn dazu müßte er etwas wirklich Bemerkenswertes beinhalten. Das tut er aber nicht. Die bloße Löschung auf der Webseite eines linksgerichteten Blättchens ist jedenfalls kein besonderer Verdienst, der das Attribut "bemerkenswert" rechtfertigen würde.

Aber ich möchte diese kleine Geschichte auch nicht allzusehr abwerten, denn ich habe schon wesentlich schlechtere Beiträge gelesen.
Es handelt sich hier also um eine Rekapitulation eigener Gedankengänge, die mit diesem probaten Stilmittel sehr gut in eine kleine Erzählung verpackt wurden.
In der Rhetorik steht Repetitio als Stilmittel. Es dient dazu, die Aussagen dem Zuhörenden eindringlicher zu machen. Dieser Effekt wird Pawlow´scher Reflex oder Klassische Kontitionierung genannt und damit bist Du schon mal auf der richtigen Seite mit Deiner Bemerkung über Iwan Petrowitsch Pawlow und seine Reflexe.
Allerdings handelt es sich hier bei dieser Geschichte um einen unkonditionierten Reiz (unconditioned stimulus, kurz UCS), der als Reflex eine ebenso unkonditionierte Reaktion (UCR) auslöst. Und ich bin mir ganz sicher, daß Du mit diesen Ausführungen etwas anfangen kannst.

An der Textstruktur, sowie an Stil und Grammatik ist nichts auszusetzen. Dadurch, daß der Leser durch an ihn gerichtete Fragen mit in die Geschichte genommen wird, entsteht ein Dialog mit dem Leser und somit ein lebendiger Erzählstil, der keine Langeweile aufkommen läßt.
Abgesehen von dem etwas "blassen" Inhalt, den ich nicht weiter kommentieren möchte, haben wir es hier mit einer recht guten Erzählstruktur zu tun. Eine kleine Geschichte also, die etwas schlichtere Gemüter durchaus beeindrucken könnte, denn es wird darin sogar so etwas wie eine kausale Logikkette aufgebaut. Eine Logik, die allerdings einer näheren Überprüfung kaum standhalten dürfte, aber das wird in der Belletristik ohnehin nur äußerst selten verlangt.
Würdest Du versuchen, anstatten solcher Pamphlete ernsthafte Literatur zu schreiben, so
könntest Du damit sehr erfolgreich sein, denn die Stilmittel kennst Du ja bereits. Immerhin findet man diese rhetorischen Fähigkeiten - ebenso wie eine gute Grammatik - relativ selten in der rechten Szene.
So aber bleibt es letztendlich nur ein verunglückter Versuchsballon auf einer Literaturseite.
Schade drum.

Nun, ich bin mir ziemlich sicher, daß Du das alles eh selber weißt, Du aber eine völlig andere Reaktion auf Deinen Text erwartet hattest, nicht wahr?
Das Beste war deshalb dieser Satz: "Man muss nicht alles unterschreiben, was auf dem “Wunschzettel eines national denkenden Deutschen” geschrieben steht."

... und genau das denkt auch der liberale Mino.





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Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

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...   Erstellt am 29.10.2008 - 00:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Also, ich hab das Ding gestern am späten Nachmittag schon gelesen, aber nicht gleich darauf geantwortet. Nicht weil ich vielleicht zu feige bin oder ich den Text, bzw. den Inhalt für schlecht oder abscheulich gehalten hätte, sondern aus anderen Gründen.

Einige Gedanken gingen mir dabei durch den Kopf: Warum outet sich Jemand auf einer relativ unpolitischen Kunst- und Literaturseite als Nazi? Was wird damit bezweckt? Geht es wirklich nur um reine Provokation oder gibt es andere Gründe für ein so rätselhaftes Posting?
Ich kam zu keinem schlüssigen Ergebnis, denn ich konnte keine Logik, kein Ziel darin erkennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Posting einfach wieder gelöscht wird, ist ja doch sehr hoch. Wozu dann dieser Aufwand?

Gerne gebe ich zu, dass es mir am Anfang innerliches Unbehagen bereitet hatte, von einem Nazi gesellschaftspolitische Zusammenhänge "erklärt" zu bekommen. Nicht wegen seiner politischen Einstellung, sondern deshalb, weil er bereits zu Beginn so explizit auf diesen Umstand hingewiesen hatte. Gerade so, als wolle er damit dem Text eine ganz besondere Bedeutung oder Aussagekraft beimessen.
Die Aussage dieser Geschichte ist ja nichts Besonderes, denn solche Stammtischphilosophien kann man allerorts hören. Bemerkenswert war eher die Struktur dieser kleinen Beichte. Igendwo her kannte ich diese Struktur, es war mir nur nicht bewusst, woher.

Erst nach mehrmaligem Lesen und nach dem Hinweis des Mino auf die Stilmittel einer Geschichte konnte ich diesen Beitrag aus einem anderen Blickwinkel betrachten:
Was ist, wenn die eigentliche Geschichte vielleicht gar nicht von ihm stammt, sondern nur das Vorwort und die Schlussfrage? Immerhin trägt diese Geschichte gleich zwei verschiedene Überschriften, was im Grund auf eine "Geschichte in der Geschichte" hindeuten würde (eine Geschichte in der Geschichte ist ein übliches Stilmittel, beispielsweise in einer Metapher oder in zeitgenössischen Märchen). Ich glaube, dieses Stilmittel stammt aus der Altägyptischen Literatur.
Haben wir hier möglicherweise keinen wirklichen Nazi, sondern vielmehr einen guten Märchenerzähler vor uns? (Ja, ich weiß schon, dass das Eine eigentlich genau dasselbe ist wie das Andere.)

Die Rezension des Minotaurus ist wirklich köstlich zu lesen. Ich hab mich sehr darüber amüsiert!
Wenn dieser Beitrag wirklich "echt" war, dann ist es eine sehr gelungene Möglichkeit, die Botschaft des Wachmannes ins Lächerliche zu ziehen und damit sozusagen "kaltzustellen." Das ist viel wirksamer als eine Löschung.
Mein Kompliment zu dieser Rezension! M.R.R hätte es wahrscheinlich nicht besser gemacht.

Aber was ist, wenn der Mino damit einem Fake aufgesessen ist?
Lacht dann vielleicht der Wachmann über seinen Erfolg?
Oder denke ich vielleicht nur viel zu kompliziert?

Gewiss, das sind alles nur Gedankenspiele, aber was ist, wenn der Wachmann nur unsere Reaktion testen wollte, ob sein Beitrag überhaupt ernst genommen wird?

... fragt sich die Leseratte.





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Lesen bildet,
BILD nicht!

Minotaurus ...
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...   Erstellt am 29.10.2008 - 22:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Leseratte,

zunächst erst mal herzlichen Dank für Dein nettes Kompliment!
Allerdings ist mir das sogar ein klein wenig unangenehm , denn diese Lorbeeren sollte sich eigentlich nicht der Kritiker, sondern der Verfasser eines Textes verdienen.

Um ganz ehrlich zu sein: Deine Gedankengänge hatte ich beim Lesen dieser Geschichte gar nicht, denn ich "kenne" den Wachmann bereits seit vielen Jahren von einer anderen Plattform. Zwar habe ich lange nichts mehr von ihm gehört, aber ich denke, daß ich seine Denkprozesse inzwischen recht gut einschätzen kann, denn solche Kontakte gehen nicht völlig spurlos an Einem vorbei.

Frederick D. Schiff schrieb
    Von jedem Menschen,
    den du berührst,
    bleibt ein Stück
    an dir hängen.


Aber darum geht es im Grunde gar nicht. Hier wurde ein "literarischer" Text veröffentlicht und ich habe versucht, wenigstens eine einigermaßen adäquate Rezension darüber abzugeben, das ist alles.

Aber Deine Einschätzung hat ebenfalls etwas für sich, das muß ich zugeben. Deshalb habe ich versucht, dieses "Geständnis" auch mal von Deinem Blickwinkel aus zu lesen und ich muß sagen, daß für einen neutralen Leser durchaus dieser Eindruck entstehen könnte.
Die erste Überschrift wirkt wirklich wie die Einleitung zu einem Text eines anderen Verfassers. Eine Präsentation oder Vorstellung sozusagen.

Zufall oder Absicht? Ich würde eher auf Zweiteres tippen, denn die Lösung liegt wahrscheinlich hier:
Wachmann schrieb
    ich esse mit Messer und Gabel, trage weder Glatze, noch Springerstiefel. Ja, ich kann mich sogar gewählt ausdrücken — jawohl, ja. In Wort und Schrift.

    Vielleicht macht mich gerade mein zuvor beschriebenes Verhalten ja so gefährlich. Vielleicht möchte ich Sie ja nur einlullen, mich Liebkind bei Ihnen allen machen. Und dann, wenn Sie schon gar nicht mehr damit rechnen, dann werde ich Sie überrumpeln.

Aber genau das scheint nicht gelungen zu sein, der Versuchsballon ist abgestürzt.

Leseratte schrieb
    Haben wir hier möglicherweise keinen wirklichen Nazi, sondern vielmehr einen guten Märchenerzähler vor uns?

Beides, liebe Leseratte. Beides!





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(Marcel Reich-Ranicki)


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